Thema: Kontaktabbruch

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Interview mit Tina Soliman

Tina Soliman ist Autorin des Buches:
»Funkstille – Wenn Menschen den Kontakt abbrechen«

Das Interview als PDF können Sie hier downloaden:
Interview mit Tina Soliman

Frau Soliman, Ihr Buch ist einem Phänomen gewidmet, das Sie »Funkstille« nennen. Wie kann man dieses Phänomen in wenigen Worten beschreiben?

Menschen brechen den Kontakt von heute auf morgen, scheinbar grundlos, ab. Doch wie das Buch zeigt, gibt es sehr wohl Gründe. Als Funkstille begreife ich also den plötzlichen Kontaktabbruch ohne jegliche Erklärung. Derjenige, zu dem die Verbindung abgeschnitten wurde, bleibt ohne Klärung zurück und zermartert sich oft jahrzehntelang den Kopf über die Gründe des Abbruchs.

Dabei wird den Betroffenen die Chance genommen, das Problem gemeinsam zu klären
oder auch Missverständnisse zu erkennen; auch die Möglichkeit, sich zu rechtfertigen.

Es muss allerdings kein endgültiger Schlussstrich sein. Die Funkstille kann auch das Drücken einer Pausentaste bedeuten. Der Abbrecher zieht sich in einen Schutzraum zurück, um nachzudenken, um zu sich zu kommen, um dann wieder aufzutauchen und
neu zu beginnen. Manchmal muss man vielleicht abtauchen, um zu erkennen, was man
wirklich will – und braucht.

Die Funkstille ist ein Phänomen unserer Zeit, eines, das viele schon mal erfahren haben.

Welche Gründe führen zur »Funkstille«?

Oft ist die Funkstille der Ausdruck von »Sich-nicht-anders-zu-helfen-Wissen«. Sie ist eine Flucht, Zeichen von Angst, von Überforderung und in erster Linie ein Zeichen von Schwäche, auch wenn es im ersten Moment stark erscheint, sich nicht zu melden.
Die Funkstille ist eine Flucht und damit auch die Suche nach einem Schutzraum.
Und dieser findet sich vermeintlich im Schweigen.

Der Begriff der Funkstille kommt aus der Schifffahrt und bezeichnet die Einstellung des Funkverkehrs, um den Empfang von Notsignalen sicherzustellen. Im übertragenen Sinne kommuniziert der Abbrecher mit dem Kommunikationsabbruch: Bitte höre, was ich nicht sage. Ihm ist es nicht möglich, dem Konflikt anders zu begegnen.

Ich sage ausdrücklich nicht »lösen«, denn die Funkstille ist ein denkbar schlechtes Mittel, einen Konflikt zu bewältigen, sie kann aber aus der Distanz wirken. Im besten Falle werden sich beide Seiten der Knoten bewusst, die schon zuvor die Beziehung belastet haben,
denn die Funkstille kommt nicht aus heiterem Himmel. Sie ist eher mit dem Ausbruch eines Vulkans vergleichbar, gebrodelt hat es schon vorher.

Die Funkstille entwickelt sich also eher leise, bevor es zum großen Knall kommt.
Das ist auch das Fatale, denn diese zerstörerische Melange wird meist nicht bemerkt. Umso unverständlicher erscheint der vermeintlich plötzliche Kontaktabbruch.

Die Verlassenen saßen mir nach Jahrzehnten des Abbruchs immer noch völlig fassungslos gegenüber. Die Abbrecher erschienen noch genauso verletzt, verwirrt oder gar wütend
wie zu Beginn. Das Problem ist: Die Betroffenen können nicht abschließen, weil es keinen Schlussstrich gab. Es ist ein uneindeutiger Verlust, ein ambivalentes Sichverweigern –
am Ende bleiben die Betroffenen auf unheilvolle Weise weiterhin miteinander verbunden.

Steckt vielleicht auch der Wunsch dahinter, den wir alle kennen, einfach noch mal von vorne anfangen zu können?

Man kann wohl nur etwas Neues beginnen, wenn es einen Abschluss gab. Doch der Abbrecher hat nicht die Kraft oder den Mut sich zu erklären – und manchmal auch nicht den Willen. Er will bestrafen, denn zuvor fühlte er sich ja durch den Anderen verletzt.
Mit diesen Gefühlen neu zu beginnen, erscheint mir schwierig. Man kann die Baustellen der Vergangenheit nicht umfahren, das Erlebte läuft immer mit.

Kommt das überwiegend im familiären Kontext vor?

Die Funkstille passiert auch in Liebesbeziehungen oder zwischen Freunden, kommt aber erstaunlich häufig im familiären Kontext vor. Schweigen ist ein Werkzeug, das in vielen Familien als Bestrafung benutzt und über die Generationen weitergetragen wird.
Wie auch Traumata unausgesprochen weitergegeben werden können, werden auch Verhaltensweisen vermittelt, ja »vererbt«, wenn man so will.

Ein Kind, das mitbekommt, dass die Mutter den Sohn oder den Mann mit Schweigen straft, wird dieses vermeintliche Konfliktlösungsmittel eher übernehmen als ein Kind, das eine gesunde Diskussionskultur in der Familie erleben durfte. Wichtig erscheint mir, dass häufig in den – ich nenne sie einmal »Funkstille-Familien« – nicht richtig oder kaum kom- muniziert wurde. Die Familienmitglieder kümmerten sich nicht wirklich umeinander, sondern ausschließlich um sich selbst.

Sehr häufig brechen Söhne den Kontakt zur Mutter ab. Ein Betroffener versuchte, sich so aus einer symbiotischen Beziehung zu lösen und spricht von einem »Vernichtungskrieg« zwischen ihm und seiner Mutter. Ein Anderer konnte die Dominanz und Ignoranz der Mutter nicht mehr ertragen. Sehr viel häufiger wird der Kontakt zur Mutter als zum Vater abgebrochen. Die Mutter scheint »schuld« zu sein, wenn ein Kind sich ungeliebt fühlt.
Ich versuche, beide Seiten zu beleuchten und aufzuzeigen, wie man sich wieder annähern kann, denn das ist möglich.

Gibt es so etwas wie »Risikogruppen«, Menschen, die eher betroffen sind als andere? Kann man es als Charakterschwäche oder Konfliktangst bezeichnen, wenn jemand
unvermittelt jeglichen Kontakt zu Nahestehenden einstellt?

Das ist die große Frage. Ich habe mit vielen Betroffenen gesprochen – ein Großteil der Fälle sind im Film oder im Buch geschildert –, aber ich wäre mit vorschnellen Ver- allgemeinerungen trotzdem vorsichtig.

Viele der Verlassenen fragen sich tatsächlich, ob der Abbrecher auf irgendeine Art seelisch krank sein könnte – die Überlegungen reichen von einer Kommunikations- bis hin zu einer Persönlichkeitsstörung. Immerhin, so meinen die Verlassenen, verhalte sich der Abbrecher doch dissozial, widersprüchlich, unangemessen überheblich, aggressiv, auch selbst-zerstörerisch und gleichzeitig hypersensibel. Pathologisieren sollte man jedoch das Verhalten, plötzlich zu einem anderen Menschen den Kontakt abzubrechen, nicht unbedingt, aber es gibt tatsächlich Menschen, die eher dazu neigen als andere.

Es handelt sich dabei – so die Fachleute, die in dem Buch den Versuch einer Erklärung wagen – um Charaktere, die leicht bis schwer neurotisch sind und die auch sonst Bindungsprobleme haben. An diesem Punkt versuche ich nachzuvollziehen, inwieweit
die Biografie für diese Probleme ursächlich ist – und das ist sie in allen Fällen tatsächlich in hohem Maße! Menschen, die den Kontakt abbrechen, sind oft Charaktere, die das Gespür für das richtige Maß von Distanz und Nähe nicht mehr kennen oder noch nie kennen- gelernt haben, weil sie vielleicht Grenzüberschreitungen durch die Eltern oder familiärer Ignoranz ausgesetzt waren.

Häufig brechen auch schizoide Menschen auf diese Weise Kontakte ab. Sie ziehen einen Menschen an, suchen bedingungslose Nähe, um den Anderen dann umso heftiger wieder
wegzustoßen. Angst vor Nähe, vor Verbindlichkeit, vor Endlichkeit steckt dahinter, Unsicherheit, aber auch Aggression, Schutzbedürfnis und gleichzeitig Wut.

Oft neigen auch narzisstische Menschen zum Kontaktabbruch. Sie fühlen sich aufgrund ihres Minderwertigkeitskomplexes schnell gekränkt und angegriffen und schlagen maßlos übertrieben zurück, im Sinne von: »Ich werde dir schon zeigen, wie es ist, verletzt zu werden.«

Die Funkstille wird also auch als Waffe in einem Machtkampf eingesetzt. Im Buch kommen renommierte Fachleute aus der Psychoanalyse, der Psychiatrie, Psychologie, Psycho-therapie und Soziologie mit unterschiedlichen Ansätzen zu Wort. Sie eint zumindest ein Gedanke: Oft ist es eben auch eine bestimmte Konstellation zwischen zwei Menschen,
die zur Funkstille führt. Diese fallbezogene Perspektive beinhaltet vorsichtige Ansätze einer Typologie, wenn man so will. Der Verlassene hat vielleicht Grenzen überschritten und der Abbrecher konnte damit nicht anders umgehen, als den Kontakt abzubrechen.
Oft weiß er gar nicht, welches Feld der Verwüstung er hinterlässt, manchmal will er aber genau das.

Die Betroffenen, mit denen ich sprechen konnte, waren sehr verunsichert. Der Konflikt, der sich nicht lösen kann, sickert in alle Lebensbereiche und beschwert das ganze Leben. »Schlimmer als ein Suizid« sei das, meinte eine Verlassene, und ein Abbrecher erklärte, auch er habe in der Funkstille sehr gelitten. Sein NEIN erschien ihm jedoch überlebens-notwendig, denn es droht der Verlust der Integrität, wenn in den entscheidenden Momenten des Lebens nicht Nein gesagt werden darf: Nein zu Überforderungen, unangemessenen Ansprüchen Anderer und eben auch zu Übergriffen er Eltern.

Wer sich nicht abgrenzen darf, verliert seine Grenzen. Er hatte Angst, sich selbst zu verlieren. Also ging er.

Gibt es Hoffnung für die Verlassenen, dass sich der Kontakt mit dem Abbrecher wiederherstellen lässt?

Ja, aber es hängt auch davon ab, wie lange die Funkstille schon anhält. Bei den Menschen, die ich getroffen und interviewt habe, ist es sogar häufig wieder zu einer Annäherung gekommen, beispielsweise in einer Liebesbeziehung. In einigen wenigen Fällen innerhalb der Familie hält sich allerdings immer noch hartnäckiges Schweigen.

Von denjenigen, die sich wieder angenähert haben, pflegen die Einen vorsichtigen Kontakt, und für die Anderen hatte die Funkstille regelrecht reinigenden Charakter. Ein Experte bezeichnete die Funkstille sogar als »emotionale Revolution«, im Sinne von:
Es ist manchmal ganz heilsam, eine Beziehung zu erschüttern, wenn sie festgefahren ist. Danach kann sie sich neu zusammensetzen und vielleicht passen dann die Puzzleteile richtig zusammen.

Sie haben sowohl mit Kontaktabbrechern gesprochen als auch mit den Menschen, die zurückblieben. Wer ist Täter, wer Opfer?

Beide sind Opfer und Täter zugleich. Häufig hat der Verlassene den Abbrecher zuerst verletzt, das Opfer schlägt zurück und wird so wiederum zum Täter. Oft geht es um Abhängigkeiten, die der Eine provoziert und aus denen sich der Andere zu lösen versucht, gleichzeitig provoziert der Verlassene eventuell unbewusst, verlassen zu werden, weil er selbst nicht den Mut hat, diesen Schritt zu tun. Fest steht offenbar: Beide Seiten leiden unter der Funkstille. Doch der Abbrecher ist insofern in einer souveräneren Position, als dass nicht er, sondern der Verlassene verunsichert zurückbleibt. Dieser ist ohnmächtig, kann nichts machen und ist zur Passivität verurteilt. Ihm wird das Grundbedürfnis nach Orientierung nicht gewährt.

Die Funkstille ist brutal, wie ein Krieg mit Opfern – und eben Tätern.

Auffällig viele der Befragten benutzten dasselbe Wort für diese Situation: »KRIEG«. Wichtig ist, darüber nachzudenken, wie die Beziehung, die Rollenverteilung vor dem Abbruch war und sich zu fragen, wieso der Verlassene nicht bemerkt hat, was sich anbahnte. Denn die Funkstille tritt nicht aus heiterem Himmel ein.

Wie es scheint, fehlte drängt zuvor das Gefühl dafür, was konkret verletzt oder wie sehr etwas bedrängt. Lebensbestimmende Erfahrungen können von sehr leiser Art sein.

Gibt es etwas, das all diese Personen gemeinsam haben? Die Abbrecher und die
Verlassenen?

Am ehesten würde ich sagen: eine extreme Empfindlichkeit, schnelle Verletzbarkeit, ein unehrlicher Umgang mit eigenen Schwächen und Hilflosigkeit. Das gilt für beide Seiten, sowohl für den Abbrecher als auch den Verlassenen. Grenzüberschreitung wie auch Grenzen zu setzen passiert meist aus Not.

Auch denke ich, dass die Biografie auf beiden Seiten eine Rolle spielt. Wenn die moralisch‐seelische Widerstandsfähigkeit eines Menschen nicht stark genug ist, kommt es sicherlich eher zu solchen Störungen im Zusammenleben mit anderen Menschen. Aber vielleicht ist dieser Hang zum plötzlichen Abbruch auch ein Zeichen der Zeit. Es wird zwar ständig gesimst, gemailt und telefoniert, aber letztlich wenig Inhaltsvolles gesagt. Und wenn etwas zu kompliziert oder anstrengend wird, dann lässt man es eben.

Ist die Situation mit einem schweren Schicksalsschlag, wie Tod oder Krankheit vergleichbar?

Wie beim Tod eines nahen Menschen – und die Funkstille hat ja nur diese starke Wirkung bei Menschen, die sich nahestanden – sollte ein Trauerprozess möglich sein, der zu einem wirklichen Abschied führt. Bei der Funkstille ist eben das nicht möglich, weil es keinen richtigen Abschluss gab. In ihrer Wirkung kommt die Funkstille noch am ehesten dem Suizid nahe. Denn auch bei der Funkstille bleibt immer die Frage nach der Schuld im Raum stehen: Was habe ich falsch gemacht? WARUM?

Dieser Gedanke wird fast zu einem Zwang, und niemand kann – oder will – die Antwort darauf geben. Darin liegt die Grausamkeit des Schweigens. Der Suizid ist ein konsequenter – ein endgültiger – Kontaktabbruch.

Gibt es Spezialisten, die Betroffene mit therapeutischer Hilfe unterstützen
können?

Es gibt keine fachlich ausgebildeten »Funkstille-Experten«. Aber es gibt Fachleute, die sich um seelische Verletzungen und Störungen kümmern: Verhaltenstherapeuten, Psychologen, Psychiater, Psychoanalytiker. Letztendlich muss jeder für sich selbst herausfinden, welcher dieser Fachleute den Kern des Problems am besten erkennt und zeigt, wie man mit dieser sehr speziellen Problematik lernen kann umzugehen.

Inwiefern stellt die Kommunikationslosigkeit im Kontaktabbruch eine Form von nonverbaler Kommunikation dar?

Schweigen ist immer Kommunikation, denn man kann nicht nicht kommunizieren.
Das Schweigen kann sogar deutlicher sein als alle zuvor ausgesprochenen Worte.
Es ist ein Handeln: Wenn man sich mit Worten nicht verstanden fühlt, dann muss man Taten sprechen lassen. Häufig wurde ja vorher mit Worten kommuniziert, nur hat das
der Andere ignoriert, überhört oder eben nicht wahrgenommen.

»Mein Schweigen war der letzte Versuch, mich verständlich zu machen«, sagte eine Betroffene.

Es geht also darum, gehört zu werden, indem man nichts von sich hören lässt.
Das Schweigen ist ein Impuls, eine Art Überlebensinstinkt. Der Abbrecher folgt eventuell gar keiner bewussten Überlegung. Und doch ist sein Stillhalten eine Rebellion.
Gegen manche Menschen muss man offenbar rebellieren, damit sie einem zuhören,
und der Rebellion geht ein Bruch voraus. Schweigen ist manchmal vielleicht die effektivere, wenn auch brutalere Art mitzuteilen, dass die Beziehung gestört ist. Natürlich ist es ein Problem, dieses Schweigen zu entschlüsseln. Es bleibt zu viel Raum für Missverständnisse. Besser wäre es, Klarheit zu schaffen, aber das gelingt dem Abbrecher eben nicht.

Wie es scheint, gibt es keine eindeutige Antwort auf die Frage: »Reden oder schweigen?« Manchmal sind es der Worte zu viel, manchmal aber auch zu wenig, und nicht immer sind es die richtigen. Herrscht dann ein Mangel an Kommunikation oder an Schweigen?
Ich glaube, im Buch findet man reichlich Stoff, um darüber nachdenken zu können.
Und Wahrscheinlich ist es für jeden von uns eine Lebensaufgabe herauszufinden, was für einen selbst das Beste ist.

Wie kann verhindert werden, dass es überhaupt zu einer Funkstille kommt?
Kann so etwas wie Prävention geleistet werden?

Man kann vielleicht lernen, genauer hinzuhören, vorsichtiger mit Menschen umzugehen, achtsamer zu werden, wenn es um das Erkennen von Familienstrukturen geht, die eine Funkstille begünstigen. Sie kommt eben nicht aus dem Nichts, sondern hat viel mit unserer Gesellschaft zu tun, so wie sie nun einmal ist. Die Funkstille ist somit auch ein Zeichen unserer Zeit.

© Klett-Cotta Verlag, www.klett-cotta.de

Für weitere Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Klett-Cotta Verlags.

327 Gedanken zu „Thema: Kontaktabbruch

  1. Nach dem Lesen des Buches von Frau Soliman, den Kommentaren hier und der reflektion des Themas über einige Jahre nun, ist mir folgender Gedanke gekommen. (vielleicht könnte dieser ja sogar als Anregung für eine Fortsetzung bzw ein weiteres Buch über dieses wichtige Thema dienen).

    unser Leben so unbeschwert und glückbringend wie möglich leben, ohne dabei andere über Gebühr zu belasten – dies gilt als aller Menschen Grundrecht.
    für mehr Menschen als man meinen möchte, scheint die Interaktion mit engen Familienmitgliedern eine unerträgliche Belastung darzustellen.
    der Anfang eines psychisch gesünderen Lebens ist oft erst durch dauerhafte Beendigung jedweder Interaktion mit bestimmten Familienmitgliedern möglich.
    auch in augenscheinlich harmonischen Familien leben Mitglieder oftmals glücklicher, wenn der familienkontakt durch ‘äußere’ Umstände eingeschränkt wird
    (z.B. ‘berufsbedingter’ umzug in unerreichbare ferne; zeitaufwändige ‘hobbies’..)
    Auch graut es vielen Menschen vor schwer vermeidlichen Familientreffen wie z.B. Weihnachten.
    man muss sich fragen, welche Bedeutung den familienbindungen in der heutigen Zeit überhaupt noch beizumessen ist.
    vor nicht allzu langer Zeit galten Ehescheidungen noch als eine Art Unfall; eine möglichst zu vermeidende Ausnahme von der Regel.
    heute ist es eher die Regel, dass eine Ehe früher oder später geschieden wird.
    keiner würde mehr auf die Idee kommen, dass eine Ehe zwangsweise bestehen bleiben muß, wenn einer der Ehepartner gegen die Scheidung ist – vor wenigen Jahrzehnten war das ganz anders!
    viele Menschen haben keinerlei Verständnis für kontaktabbrüche. ‘verlassene’ fordern allgemeine Verachtung des Verhaltens der Kontaktabbrecher.
    wenn wir fremde Menschen kennenlernen, die sich als schädlich für uns herausstellen, dann ist es relativ selbstverständlich daß man den Kontakt zu diesen Leuten aufgeben sollte.
    vor langer Zeit waren Menschen für ihr überleben auf Familienmitglieder angewiesen. diejenigen, die in dieser Abhängigkeit Mißbrauch erleben mußten, mussten ihr Schicksal meist alternativlos ertragen.
    heute ist unser Leben unabhängiger geworden.
    immer mehr Menschen entscheiden, sich aus psychisch belastenden Familiensituationen durch kontaktabbruch zu entfernen.
    ich schätze, dass in baldiger Zukunft vollständige Kontaktabbrüche innerhalb von Familien genauso Gang und gäbe, und genauso akzeptiert werden müssen, wie es z.b. Ehescheidungen heutzutage sind.

    1. Hallo Umberto,
      gut auf den Punkt gebracht. Nur drängten sich mir da noch ein paar andere Gedanken auf: Jede positive hat auch eine negative Seite. Positiv ist unbenommen, dass die menschliche Unabhängigkeit gewachsen ist und der Mensch freier bestimmen kann, wie er lebt. Natürlich wird sich dann aber keiner freiwillig unangenehmen, belastenden Situationen stellen und jegliche Konflikten aus dem Weg gehen. Das heißt aber auch, dass irgendwann keine Kinder mehr geboren werden, denn Kinder zu haben und zu erziehen ist alles andere als nur angenehm und schön. Schon die Verantwortung ist riesig. Obendrein gehen sie heute mit diesem modernen Leben kaum zusammen. Job und Kinder – nicht möglich, es gehört ein Zweiter her. Das wäre dann aber wieder ein Partner, aber in Partnerschaften gibt es ja immer Konflikte. Ohne gibt’s nicht.
      Es kommt darauf an, WAS erträglich und zumutbar ist und was nicht und da hat jeder eine andere Definition. Unbenommen, ohne Diskussion, Misshandlungen jedweder Art, Entwürdigendes, gehört der Kampf angesagt. Die Tendenz geht heute aber sehr stark zu “schick und schön” und wenn nicht, weg damit. Obendrein ist der Fokus auf “mir” und “ich”. “MIR gefällt das nicht, also weg.”

      Das Leben als ein Geschenk zu betrachten, trotz auch mal weniger schönen Seiten, trotz Auseinandersetzungen, verschiedenen Meinungen, ist abhanden gekommen. “Was mir nicht 100 pro gefällt, wird entsorgt.”
      Freiheit und Selbstbestimmung ja, aber zu viel davon lässt ebenfalls wuchern, in die andere Richtung. Der Mensch wird sich aber nicht beschränken, wenn er einmal hat.
      Es gibt keine Lösung für dieses Problem, der Mensch ist geistig (noch) nicht so weit, ihm weniger angenehme Notwendigkeiten in eigenes Wollen umszusetzen. Er beschränkt sich nicht von alleine. Und so wird jeder nach Gründen suchen, warum ER sich eben NICHT selbst einschränken möchte. Und wer sucht, wird fündig.

      Herzliche Grüße
      Ruth

  2. Ich habe vor einem halben Jahr den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen.
    Meine Erziehung ist in weiten Teilen gewaltsam und menschenverachtend gewesen. Ich habe versucht mit meinen Eltern sachlich darüber zu reden. Doch sie haben sich bloß angegriffen gefühlt und gedroht, mir mein Studium nicht mehr weiter zu finanzieren. Das hat mir gezeigt, dass ihre Menschenfeindlichkeit noch immer da ist. Sie können es mir nur nicht mehr physisch zeigen, da ich mittlerweile körperlich überlegen bin.
    Auf die Drohung, mich finanziell fallen zu lassen (Unterstützung auf Bafög-Niveau, obwohl meine Eltern Millionäre sind), drohte ich, sie wegen Steuervergehen und Schwarzarbeit anzuzeigen – Das machen sie mit Stolz und schwingen Reden, wie dämlich doch unsere Republik und ihre Angestellten seien.

    Das war das erste mal, dass ich mich wirklich gewehrt habe seit 23 Jahren. Ich denke, dass das ein sehr wichtiger Schritt ist um mit diesem Thema abschließen zu können. Die Situation ist vergleichbar mit dem Kalten Krieg. Man braucht nur einen Knopf drücken, bzw. ein paar Briefe an die Behörden schicken und es ist aus. Man weiß aber auch, dass man verliert, wenn man diesen Schritt zuerst macht.

    Was ich Denen mitgeben möchte, die von ihrer Erzeugerfraktion ebenfalls misshandelt wurden: Mir hat es sehr geholfen, sämtliche Fotos, Gegenstände und Unterlagen zu löschen oder wegzuwerfen. Ich habe viele der Sachen digitalisiert und/oder fotografiert. Sie lagern nun in einem Bankschließfach auf SSDs. Selbst banale Dinge wie das zum Auszug mitgegebene Besteck wurden ersetzt.
    Meinen zweiten Vornamen (=Name meines Erzeugers) lasse ich streichen, der Nachname wird mit der Eheschließung in naher Zukunftabgegeben. Nichts soll und wird an die Täter erinnern.

    1. Hallo Michael,

      nachdem ich auch einige deiner anderen Beiträge gelesen habe, kann ich dich nur zu dem Schritt beglückwünschen. Wünsche dir alles Gute und schon mal eine schöne Hochzeit!

      Auch an alle und in Bezug auf deine Tipps:
      Ausmisten war auch das erste, was ich gemacht habe und habe dies ebenfalls als sehr hilfreich erlebt. Nach einer gewissen Zeit (und erst dann) fand ich persönlich es hilfreich, eine Liste mit guten und schlechten Eigenschaften und Verhaltensweisen meiner Eltern anzufertigen. Danach habe ich mir vorgestellt, die jeweils guten “mitzunehmen” für mein weiteres Leben und den Rest fallenzulassen. Das hatte keinerlei Auswirklungen auf mein äußeres Verhältnis zu ihnen, fand ich aber für mich hilfreich.

      Alles Gute nochmal und viele Grüße
      Leda

      1. Hallo Leda,
        danke für Deine Antwort.

        Der Kontaktabbruch kam nicht von heute auf morgen. Ihm gingen viele offene und unterschwellige Meinungsverschiedenheiten vorraus. Ich merke jedoch dass es mir gut tut. Das Thema gelangt in den Hintergrund. Ich bin wieder begeisterungsfähig und konzentrierter für mein Studium, meine Hobbies und mein Sozialleben. Einfach weil ich keine Zeit und Energie mehr für den Konflikt abstellen muss.

        Deinen Tipp mit der Liste werde ich mir merken. Im Moment ist es noch zu früh dafür und die auch vorhandenen positiven Eigenschaften werden zu stark von der Negativität überschattet.

        Zumindest weiß ich schon einmal, welche Fehler ich als Vater niemals machen werde. Weiterhin halte ich Augen und Ohren auf und höre jedem Kind zu mit dem ich zu tun habe. Vielleicht ist eines dabei, welchem ich helfen kann falls es in einer ähnlichen Situation ist.

        Liebe Grüße

    2. Hallo, Michael,

      mir wird nicht deutlich aus Ihrem Beitrag, was Sie unter einer „gewaltsamen und menschenverachtenden Erziehung“ verstehen. Das kann alles oder gar nichts heißen, damit kann ich nichts anfangen , das ist nicht konkret. Was genau werfen Sie konkret Ihren Eltern vor?

      Sie schreiben: „Auf die Drohung, mich finanziell fallen zu lassen (Unterstützung auf Bafög-Niveau, obwohl meine Eltern Millionäre sind), drohte ich, sie wegen Steuervergehen und Schwarzarbeit anzuzeigen“
      Ich weiß nicht, aus welchem Grund gedroht wurde, Sie finanziell fallen zu lassen, das geht aus Ihrem Beitrag ebenfalls nicht konkret hervor, aber Sie schossen doch auf mindestens gleichem Erpresser-Niveau zurück. Sie drohten gar mit einer Strafanzeige. Finden Sie das etwa in Ordnung, Ihren Eltern it einer Strafanzeige zu drohen? ? Und wenn ja, warum? Was hat das damit zu tun, ob
      diese Eltern, denen Sie drohen, Millionäre sind? Das verstehe ich leider überhaupt nicht.

      Meine Meinung dazu: Sie sind Ihren Eltern ähnlicher, als sie denken, sonst hätten Sie nicht mit noch übleren Erpressungen auf Erpressungen reagiert.

      Sie scheinen, wenn ich Ihren zweiten Absatz lese, die Beziehung zu Ihren Eltern als Krieg zu begreifen und Ihre Eltern zutiefst zu hassen. Wer hasst, ist nicht frei, wer hasst, ist verstrickt. Daran ändert auch nichts, wenn man seinen Namen ändert, seinen Vater als Erzeuger tituliert, Besteck und Gegenstände und Fotos wegwirft, heiratet oder auswandert. Das meiste davon ist m.E. ziemlich kindisch, und ich spreche da aus Erfahrung, weil ich dieselben Verhaltensweisen selbst praktizierte – das hat mich aber kein bißchen weitergebracht, im Gegenteil.

      Wer hasst, ist nicht frei, sondern innerlich gebunden, gebunden an das, was er hasst und daran ändert auch ein Kontaktabbruch nichts. Wer hasst wird sich immer erinnern und mit Gdgenständen hat die Erinnerung nichts zu tun.
      Freundlichen Gruß
      Solitaire

      1. Liebe Solitaire,
        ihr Kommentar liest sich, als wollen Sie die Täter in Schutz nehmen. Bei dieser Apologetik sollten Sie beachten, dass das durchaus sinnvoll ist, wenn sich zwei gleichberechtigte Menschen über einen Standpunkt streiten.
        Meine Situation bestand früher jedoch aus der schutzlosen Auslieferung gegen Verbrechen gegen die Menschenrechte.
        Die Situation ist durchaus mit einem Krieg vergleichbar. Ihr Gegner ist ihnen haushoch überlegen. Sowohl psychisch, als auch physisch. Sie werden jedoch von ihm angegriffen und müssen schauen, nicht vernichtet zu werden. Ihrer eigenen Vernichtung stehen sie jahrelang wehrlos gegenüber.
        Natürlich ist die Wortwahl mehr als hart, die Situation war es früher auch.

        Die Erwähnung dass sie Millionäre sind, ist sehr wichtig. Ich habe tiefsten Respekt vor jenen Eltern meiner Kommilitonen, welche hart und viel arbeiten, damit die Kinder studieren können. Das sind Eltern, die teilweise zum Mindestlohn malochen. Meine jedoch haben Geld und finden keine Verwendung dafür. Natürlich habe ich keinen Anspruch auf dieses Geld, jedoch ist es moralisch falsch wie sie handeln. Ich selber muss unglaublich viel Zeit von der Klausurvorbereitung abstellen um zu arbeiten um nicht zu hungern.
        Das ist für mich die sich fortziehende Misshandlung, die letzte Waffe die die Täter haben. Es zeigt weiterhin, dass sie keinen Respekt vor ihrer Gesellschaft und unserem Land haben. Seine Vorteile genießen? Gerne. Mit Steuern zum Fortschritt beitragen? Nein Danke.

        Natürlich wundere ich mich selbst über mein aggressives Verhalten den Tätern gegenüber. Ich verachte sowohl psychische, als auch physische Gewalt. Jedoch bin ich der Meinung, dass der Zweck das Mittel heiligen kann. Anders als die Täter, verstoße ich nicht gegen gültiges Recht (keine Kindesmisshandlung, kein Steuerbetrug). Moralisch ist das natürlich so eine Sache. Würden sie einen Tankwart verurteilen, der sich bewaffnet, weil er die letzten Jahre mehrfach ausgeraubt wurde? Würden Sie ein Land verurteilen, welches aufrüstet, weil sein Nachbar mehrfach einmarschiert ist?
        Wo Diplomatie scheitert, muss Abschreckung her. So traurig es ist, Menschen sind Raubtiere. Friss oder stirb. Leider.

        1. Tut mir leid, Sie sprechen die Sprache des Krieges. Wenn Sie 23 sind und Ihr Studium noch nicht beendet haben, sind Ihre Eltern zum Unterhalt verpflichtet und im Notfall kann man den Unterhalt zivilrechtlich einklagen. Das wäre jedenfalls eine sinnvollere Strategie, als mit Strafanzeige zu drohen.

          Was Sie mit “Verbrechen gegen die Menschenrechte” meinen, haben Sie immer noch nicht konkretisiert, Sie sprechen in Schlagworten. Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist ein Begriff aus dem Völkerstrafrecht, mit Misshandlungen im Elternhaus hat er überhaupt nichts zu tun. Sie scheinen zu meinen, dass, wenn Sie solche Schlagworte benutzen, die Sache klar sei. Mir ist gar nichts klar. Ich halte es, ehrlich gesagt, auch für möglich, dass Sie übertreiben. Wenn ich Ihre plakativen Begrifflichkeiten betrachte, die Sie noch immer nicht konkretisieren.
          Manch einer hält es schon für “Kindesmisshandlung” oder “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”, wenn die Eltern, die Sie als Erzeuger titulieren, nicht jeden Wunsch erfüllen. Das will ich Ihnen nun keineswegs unterstellen, aber so lange Sie nicht konkretisieren, was Sie unter Misshandlungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Ihrem Falle verstehen, ist jede Variante möglich.

          Wenn Sie tatsächlich keinen Anspruch auf Unterstützung durch die Eltern haben, ist das eben so. Ich habe mein Studium mit Arbeit verdient und habe, obwohl ich selbst fast totgeschlagen wurde in der Kindheit, als Verbrecher und Hure tituliert u.a.m. meinen Eltern trotzdem nie gedroht, sie wegen Steuerhinterziehung anzuzeigen. Wem soll das etwas nützen? Im Krieg gibt es nur Verlierer und die Sprache des Krieges gefällt mir nicht.

          Auch wenn Sie mir das anscheinend nicht abnehmen; Wer hasst und Krieg führt, ist nicht frei.

          Falls Sie Ihren Eltern gedroht haben sollten, sie wegen Steuerhinterziehung anzuzeigen, um diese zu Unterhaltszahlungen zu nötigen, zu denen sie nicht verpflichtet sind, und irgendwie klingt das so für mich, verstoßen Sie sehr wohl gegen geltendes Recht. Erpressung und Nötigung ist nach geltendem Recht nicht zulässig.

          Außerdem erscheint es mir so, dass es Ihnen wohl um Unterhalt geht – deshalb haben Sie doch Ihren Eltern mit einer Strafanzeige wegen Steuerhinterziehung gedroht und nicht wegen der “Verbrechen gegen die Menschenrechte” oder habe ich da etwas missverstanden:

          “Auf die Drohung, mich finanziell fallen zu lassen (Unterstützung auf Bafög-Niveau, obwohl meine Eltern Millionäre sind), drohte ich, sie wegen Steuervergehen und Schwarzarbeit anzuzeigen.”

          Ich will keineswegs “Täter in Schutz nehmen”, wie Sie mutmaßen, mir ist allerdings noch immer nicht klar, was Sie Ihren Eltern konkret vorwerfen, außer Steuerhinterziehung. Ich habe meinem Sohn das gesamte Studium (7 Jahre) finanziert, aber wenn er mich mit Strafanzeigen zu erpressen versucht hätte, hätte ich den Geldhahn rigoros zugedreht. Und es gibt durchaus noch andere legitime Gründe, dem Nachwuchs den Geldhahn zuzudrehen.

          Was meinen Sie, mit “vernichtet”? Haben Ihre Eltern versucht, Sie umzubringen?

          Herzlichen Gruß
          Solitaire

          1. Mit Kindesmisshandlung meine ich schon das, was per Gesetz als Kindesmisshandlung gilt. Es geht nicht um eine Playstation die ich gerne gehabt hätte, aber nie bekommen hätte. Sondern um Prügel, Erpressung, psychische Gewalt, Freiheitsberaubung, Beleidigung, usw. Ich werde diese Dinge nicht weiter ausführen.

            Konflikte sollte und muss man nach Möglichkeit immer diplomatisch lösen. Das spart eine furchtbare Ressourcenverschwendung. Wo Diplomatie nicht mehr möglich ist, ist es gutes Recht, sich gegen eine Fremdagression zu wehren. Tut man das nicht, so geht man daran zu Grunde. Man muss jedoch passende Verteidigungsmaßnahmen finden. Als Kind war mir das nicht möglich, die Drohung der Strafanzeige ist eine Waffe, die mich unangreifbar macht – ähnlich mit den Nuklearwaffen zwischen der Nato und der CCCP.

            Diese immer stehende Drohung schafft mir einen Schutzwall um mich herum hinter dem ich an einer Lösung des Problems arbeiten kann ohne permanent mit einer Agression rechnen zu müssen. Diese ist konkret: Studium abschließen, Job antreten. Das ist die einzige Möglichkeit, wie ich meine Eltern entwaffnen kann. Sie selber wollen es nicht. Nur diese Möglichkeit der Entwaffnung schafft mir selber den Frieden in absehbarer Zukunft.

            Natürlich ist die Drohung gemein, um es nett auszudrücken. Im Kontext der über 2 Jahrzehnte langen Misshandlung ist es jedoch eine Lapalie.

            1. Eine sehr interessante Diskussion, die durch Ihren Beitrag, Michael, wie auch von Solitaires Antworten in die Wege geleitet wurde.
              Ich selbst habe mich schon lange gefragt, wie man ein Kind, welches eben den geistigen Reifezustand eines Erwachsenen noch nicht hat, dazu erzieht, etwas ihn Schädigendes zu unterlassen (und das kann es selbst ja nicht wissen), ohne Zwang anzuwenden. Damit meine ich freilich keinen körperlichen, no go. Versage ich ihm etwas, um es zum Unterlassen anzuhalten, wäre es Erpressung bzw. würde garantiert vom Kind als solches empfunden.
              Diese Empfindung bleibt als Gefühl erhalten und selbst als Erwachsener ist es oft noch vorhanden. Nur das Empfinden, auch wenn der Verstand “versteht”. Weil es eine Art Ausgeliefertsein und Ohnmacht erzeugt.
              Damit wären und bleiben Eltern stets negativ behaftet. Und so meine ich, dass das Verhältnis Eltern – Kind bzw. rückwärts eines der schwierigsten überhaupt ist. Es hat sich noch nicht mal “erledigt”, wenn Kinder selber zu Eltern geworden sind, weil sich alles auf ihren Empfindungen damals aufbaut.
              Als Freiheitsberaubung könnte eine Zwölfjährige zum Beispiel auffassen, wenn man sozusagen als Eltern in der letzten Not “mit Macht” verbietet, dass es das Haus um 23 Uhr noch verlässt. Und eine Machtausübung ist immer auch psychische Gewalt.
              Erklären, wenn es das noch gar nicht verstehen KANN?

              In Ihrer Post wäre z.B. hilfreicher, um als unbeteiligter Dritter verstehen zu können, wenn Sie ganz konkrete Beispiele anführen würden, Michael. Insofern stimme ich Solitaire zu. Weil es normal ist, als beteiligtes und betroffenes Kind “genau so” zu empfinden. Viele andere, die hier schrieben, klagten an, aber Konkretes stand wenig darin und ein Unbeteiligter sieht oftmals “objektiver” (falls er seine Baustellen bearbeitet hat).

              Ich selbst war mal eine verlassene Mutter. Auch ich habe nicht gewusst warum. Ich hatte wie viele nach bestem Wissen und Gewissen erzogen, sogar Jahre allein. Bis ich begriff, dass ich zu viel erwartet hatte. Der Übergang von Mutter sein zu jemandem, den die eigenen Kinder einfach als den Menschen mögen, der er ist, braucht seine Zeit und oft auch Distanz, eine gewisse Zeit “des eigenen Lebens”. Dazu muss man aber auch als Mutter erstmal wieder zu diesem Menschen werden, der in erster Linie eben nicht “Mama”, sondern “ein Mensch ist”. Mit Wünschen, Vorstellungen, auch Befindlichkeiten, einer Seele und durchaus auch Forderungen, z.B. denen nach Würde. ICH hatte mich eines Tages gelöst, ohne mich auch nur ein mal als Mama zu benehmen, weil ich die nicht mehr bin, aber ein Mensch, der eine große Sache vollbracht hatte: Kindern Leben zu schenken und sie durchaus achtbar zu erziehen. Und plötzlich ging’s.
              Eine völlig andere Basis. Hier ich – du da. Es sind Erwachsene! Und SIE entscheiden, wie ihr Leben weitergehen soll.

              Mit herzlichen Grüßen
              Ruth

              1. Danke für Deine Antwort, Ruth.

                Selbstverständlich weiß ein Kind nicht was gut oder schlecht ist. Auch hat es keine Weitsicht. Nur daher kommen Aussagen wie “Schule ist doof” oder “Zahnarzttermine sind unnötig”.
                Solche Aussagen macht bestimmt jedes Kind. Ich ebenfalls, damals. Doch als jetzt erwachsene Person weiß ich dass das so nicht richtig war.

                Andersrum war es mit der Kindesmisshandlung. Als Kind fasste ich es als normal auf. Einfach weil ich keine Vergleiche hatte und auch zu eingeschüchtert war mich anderen Personen anzuvertrauen.
                Doch nun ist das anders. Ich kenne die Gesetze die hier gelten und gegen diese wurde durch meine Erzeuger während meiner Kindheit verstoßen.
                Das heißt meine Meinung ist nicht die eines 12 jährigen Kindes, das nicht um 23 Uhr ins Bett will, sondern die eines erwachsenen, mündigen Bürgers, der hinter den Menschenrechten und den Gesetzen steht, die hier gelten. Rechtsansprüche kann ich leider nicht stellen. Für einen Gefängnisaufenthalt würde es per Gesetz reichen, wäre da nicht die Problematik dass die Beweise fehlen und Aussage gegen Aussage stehen würde. Ich werde keine weiteren Details nennen.

                Man muss ein Kind mit Respkt erziehen und selber als positives Vorbild dienen. Man darf nicht auf das Kind eindreschen damit es spurt wie man will. Es gibt leider zu viele Eltern die Einschüchterung mit Respekt verwechseln.
                Diese Eltern säen Hass, welcher das Kind zerfrisst. Nur wenigen Kindern gelingt es, sich von diesem Hass zu befreien und sie fallen als Eltern selber in dieses Muster. Ich jedoch habe diesen Fehler erkannt. Ich habe meinen Eltern ihre Hasssaat zurück gegeben und ich weiß dass ich ihre Fehler niemals machen werde. Leid hat immer auch eine positive Seite, wenn man daraus für die Zukunft erkennt, welche Dinge geändert werden müssen. Wird nichts geändert und man gibt das Leid weiter, so wird man selber zum Täter. Das darf nicht sein. Wobei das Leid meiner Kindheit überflüssig war, denn auch der Gesetzgeber weiß schon lange, dass diese Dinge menschenverachtend sind.

                1. Lieber Michael,
                  danke für diese Antwort. Ich meine, ich kann mir nach diesen Zeilen nun ein besseres Bild bezüglich Ihrer Worte machen. Eine demnach vergiftete Kindheit, was mir sehr leid tut. Hatten Sie eigentlich noch Geschwister?
                  Es ist traurig, wenn auf der Seite Ihrer Eltern demnach Selbstgerechtigkeit vorherrscht. Aber dann wäre jede Minute zu viel, die Sie noch mit deren Leben verbringen. Sie sind erwachsen und ihnen nun nicht mehr ausgeliefert, können selbstbestimmt nach vorne schauen.
                  Es hatten viele keine guten Startbedingungen, so wie Sie ja demnach auch, ich denke da gerade an die Kriegsgeneration, und haben dennoch später ein recht gutes Leben führen können.
                  Den Zorn, den Sie verspüren, sollten Sie umwandeln und sich selbst zugute kommen lassen, denn das offenbart eine enorme Kraft, die Sie besitzen. Daraus ließe sich viel machen. Trauer ist normal und gesund, und dass Sie Ihnen nichts Gutes wünschen auch. Aktive Rache ist wieder etwas anderes.

                  Ich wünsche Ihnen eine glückliche Hand beim Entscheiden und für Ihr Studium alles Gute!
                  Ruth

              2. Sehr gute Gedanken, die Sie da äußern, Ruth.

                Wenn man den Gedanken z. B. in Bezug auf die “Freiheitsberaubung” zu Ende führt, sind ja angeblich alle Eltern Straftäter. Wenn sie z. B. Ihrem 12-jährigen nicht erlauben, die Nacht in der Disco zu verbringen und sich dort mit Alk zuzudröhnen. Und wenn sie die Einhaltung von Regeln einfordern, die für ein soziales und friedliches Miteinander unerlässlich sind, sind sie Erpresser und üben psychische Gewalt aus. Wie sie es auch machen, es ist sowieso immer falsch.

                Ich halte Grenzen und Konsequenz in der Erziehung allerdings für unerlässlich. Ohne Grenzen können Kinder kein soziales Miteinander lernen und wenn man ihnen alles abnimmt und sie grenzenlos verwöhnt, lernen sie nicht, mit Frustrationen umzugehen und erwachsen zu werden. Das sind dann die, die mit 35 noch von ihren Eltern erwarten, dass sie ihnen den Lebensunterhalt bezahlen und sie im Hotel Mama bedienen. Ich kenne solche Fälle viele. Auch ich habe da Fehler gemacht, es gelang mir leider nicht, konsequent zu bleiben, ich war durchgehend viel zu sehr überlastet als Alleinerziehende mit chronisch krankem Kind. Diese Krankheit in einen syptomfreien oder symptomarmen Zustand zu bringen, hat einen riesigen finanziellen und einen riesigen Zeitaufwand bedeutet. Ich war eigentlich fast durchgehend am Limit meiner Kraft. Und dazu noch viele andere sehr schwere Belastungen.

                Fehler in der Erziehung oder Misshandlung u. ä. hat mir mein Sohn bisher noch nie vorgeworfen. Ich habe eher den Eindruck, dass er mit sich selbst nicht zurechtkommt, und da spielt seine Krankheit eine große Rolle. Den Frust und die Aggressionen lädt er bis heute an mir ab.

                Als es einmal mit meinem Sohn Probleme gab, weil er leider keine ausreichende Frustrationstoleranz hat, als nach sechs Jahren Studium der erforderliche Praktikumsplatz nicht ohne größere Initiativen seinerseits zu finden war (er war nur noch am Dauer-Meckern und hat mindestens ein halbes Jahr sinnlos vor dem PC vergeudet, während ich geschuftet habe, wie ein Tier) und ich Druck machte, weil ich so angeschlagen war und immer noch bin, von all den schweren Lasten, die ich zu tragen hatte, und dringend eine Entlastung benötigt hätte (Reduzierung meiner Vollzeit-Arbeitszeit, ich kann nicht mehr, was aber nicht ging, solange mein Sohn nichts zur Entlastung beigetragen hat), hat er mir doch glatt vorgeworfen, ich sei schuld, ich hätte ihm ja das Taschengeld streichen können, dann hätte er ja arbeiten müssen. Als ich ihm sagte, kein Problem, das können wir ja jetzt noch nachholen, war es aber auch nicht recht. So habe er das nun auch wieder nicht gemeint, lol.

                @ Michael,

                jetzt reden Sie schon von Nuklearwaffen: “Als Kind war mir das nicht möglich, die Drohung der Strafanzeige ist eine Waffe, die mich unangreifbar macht – ähnlich mit den Nuklearwaffen zwischen der Nato und der CCCP.”

                Ich bin zutiefst schockiert.

                “Diese immer stehende Drohung schafft mir einen Schutzwall um mich herum hinter dem ich an einer Lösung des Problems arbeiten kann ohne permanent mit einer Agression rechnen zu müssen. ”

                Wo liegt eigentlich konkret Ihr Problem, das Sie lösen wollen – wenn Sie Ihre Eltern hassen, gehen sie Ihnen doch einfach friedlich aus dem Weg. Dann müssen Sie auch nicht mit Aggressionen rechnen, denen Sie mit Erpressung und Kriegsrhetorik begegnen. Nach eigener Aussage sind Sie Ihren Eltern körperlich überlegen. Diese können sie also nicht überfallen und körperlich misshandeln. Leben Sie einfach Ihr eigenes Leben. Sie sind nämlich erwachsen.

                Wenn Ihre Eltern Ihnen keinen Unterhalt mehr zahlen müssen, und freiwillig nicht zu Zahlungen bereit sind, ist das eben so. Nehmen Sie Ihr Leben als Erwachsener in die eigenen Hände. Das halte ich für erheblich sinnvoller, als seine Energie mit Krieg zu vergeuden. Ihre Kriegsrhetorik empfinde ich als extrem aggressiv.

                Worum geht es Ihnen eigentlich wirklich – um den Unterhalt oder die “Prügel, Erpressung, psychische Gewalt, Freiheitsberaubung, Beleidigung” in der Kindheit? Daran werden Sie nichts mehr ändern können, das ist Vergangenheit und Dinge, die man nicht ändern kann, muss man entweder akzeptieren oder sie vergiften das restliche Leben. Sie werden auch Ihre Eltern nicht zwingen können, so zu werden, wie Sie das erzwingen wollen oder das zu tun, wozu sie sie zwingen wollen. Andere Menschen kann man nicht ändern, wenn diese das nicht selbst wollen. Man kann nur sich selbst ändern. Ihre Eltern sind nicht mehr für Ihr Leben im Hier und Jetzt verantwortlich und sind Ihnen auch zu nichts mehr verpflichtet. Ob sie nun Millionäre sind, oder nicht. Sie haben m. E. nicht das Recht, sich zum Richter über die Moral Ihrer Eltern aufzuschwingen. Da ist etwas ziemlich durcheinandergekommen, finde ich.

                Ganz ehrlich, wenn mich mein Sohn mit einer Strafanzeige wegen Steuerhinterziehung erpressen würde, würde ich den Geldhahn zudrehen und gegebenenfalls eine Strafe wegen Steuerhinterziehung in Kauf nehmen. Erpressen lassen würde ich mich jedenfalls nicht.

                Mit freundlichem Gruß
                Solitaire

                1. Solitaire, das tut mir leid, dass Du meine Aussage nicht verstehst.

                  Meine Eltern sind per Gesetz verpflichtet, mir Unterhalt zu zahlen, bis zu meinem Abschluss.
                  Doch sie wollten mich erpressen, diese Zahlungen einzustellen, damit ich spure wie sie wollen.
                  Daraufhin habe ich die Gegendrohnung aufgestellt, wegen Steuerhinterziehung eine Anzeige ins Rollen zu bringen.

                  Schade, dass das trotz der Nuklearmetapher nicht verständlich ist. Es stehen sich schlicht zwei Parteien gegenüber, die sich gegenseitig zerstören könnten, es aber nicht tun, weil sie dann selber auch verlieren würden.

                  Meine Eltern interessieren mich nicht. Es ist verbrannte Erde. Die Drohung und Gegendrohung sind nur notwendig, da ich noch für kurze Zeit abhängig bin von denen. Danach ist mir das alles egal.

                  Man mag sich fragen, warum ich nicht einfach gleich mein ganzes Studium selber finanziere?
                  Das Studium ist sehr zeitintensiv, es ist kein BA soziale Arbeit in 12 Semestern, sondern vergleichbar mit Medizin oder Pharmazie. Daneben arbeite ich viel, 60 % der Ausgaben decke ich selber, nebenbei muss ich finanzielle Rücklagen bilden, falls doch von heute auf morgen kein Unterhalt kommt. Statt aus den letzten 2 Jahren einfach 4 Jahre zu machen und mehr zu arbeiten, ziehe ich das jetzt schnell durch. So schnell wie möglich raus aus der Abhängigkeit. Manchmal habe ich auch eine 40 Stunden Woche. Ich nenne es Ferien.

                  1. Lieber Michael,

                    dass ich Sie nicht verstehe, liegt daran, dass Sie sich leider sehr unklar ausdrücken.

                    Weiter oben haben Sie geschrieben;

                    “Natürlich habe ich keinen Anspruch auf dieses Geld, jedoch ist es moralisch falsch wie sie handeln.”

                    Jetzt schreiben Sie:

                    ” Meine Eltern sind per Gesetz verpflichtet, mir Unterhalt zu zahlen, bis zu meinem Abschluss.”

                    Was stimmt denn nun? Haben Sie Anspruch per Gesetz oder sind Ihre Eltern nicht verpflichtet?

                    An anderer Stelle schreiben Sie:

                    “Diese Eltern säen Hass, welcher das Kind zerfrisst. Nur wenigen Kindern gelingt es, sich von diesem Hass zu befreien und sie fallen als Eltern selber in dieses Muster. Ich jedoch habe diesen Fehler erkannt. Ich habe meinen Eltern ihre Hasssaat zurück gegeben und ich weiß dass ich ihre Fehler niemals machen werde.”

                    Ich sage Ihnen: Mit Ihrer Erpressung machen Sie genau dasselbe. Sie machen m. E. exakt dieselben Dinge, die Ihre Eltern machen und die Sie Ihnen vorwerfen. Welche Fehler Sie einmal machen werden, können Sie nicht wissen. Das weiß keiner, welche Fehler er in Zukunft machen wird.

                    Ob Ihre Eltern Sie misshandelt haben, weiß ich nicht, weil Sie das leider nicht mit Inhalt füllen. Aber was mir sehr deutlich geworden ist, ist, dass Sie genau dasselbe machen, was Sie Ihren Eltern vorwerfen. Halten Sie das tatsächlich für eine gute Idee, wo Sie doch nach Ihren eigenen Worten alles anders machen wollen?

                    Es gibt Familien, die gesund sind und in denen Konflikte auf friedliche Weise und konstruktiv gelöst werden. Und es gibt Familien, da zieht sich die Gewalt wie ein roter Faden durch alle Generationen. Diese zerstörerischen Muster kann man nicht durchbrechen, wenn man genau dasselbe tut.

                    Liebe Grüße
                    Solitaire

                    1. Ich möchte darauf hinweisen, dass alle Kommentare vom Admin mitgelesen werden. Die Kommentare haben zuletzt an Schärfe zugenommen. Alles, was verletzend ausgelegt werden kann, wird nicht freigeschaltet. Ich bitte, das zu beachten und sich an die Regeln der Netikette zu halten. Danke, der Admin.

                  2. Lieber Michael,

                    wie ich bereits erwähnte, war ich in meiner Kindheit brutalster körperlicher und psychischer Gewalt ausgesetzt, mein Vater hat mich halb tot geschlagen, mich nicht mit Namen angeredet, sondern mit Verbrecher und Hure. Ich hatte panische Angst vor diesem Mann, dem meine Mutter hörig war. Mit knapp 18, ich hatte gerade mein Abitur gemacht, früher, als im allgemeinen üblich war, habe ich die Gewalt nicht mehr ausgehalten und bin mit einem Koffer geflüchtet. Ich hatte weder eine Bleibe noch Geld und bin vorübergehend glücklicherweise bei einer Freundin untergekommen.

                    Mir war es wichtig, unabhängig von meinen Eltern mein Leben zu gestalten, und obwohl meine Eltern keine Millionäre waren, hatten sie durchaus ein Einkommen, das sie zu Unterhalt verpflichtet hätte. Genau deshalb, weil ich mich aus der Abhängigkeit von meinen Eltern befreien wollte, habe ich keinen Unterhalt verlangt, mein Vater hat sogar das Kindergeld für mich behalten. Ich habe mich während meiner Ausbildung selbst über Wasser gehalten und später auch mein Studium selbst finanziert. Und genau das hat mich stark und unabhängig gemacht. Und die Behauptung meiner Eltern widerlegt, ohne sie würde ich in der Gosse landen.

                    Mein Vater hatte seinerzeit übrigens Geld in Luxemburg gebunkert, auf die Idee, ihn anzuzeigen, bin ich aber nie gekommen, weil mir das nichts gebracht hätte in Sachen Unabhängigkeit und Autonomie. Als sehr viel später meine Eltern von mir verlangten, das Geld in Luxemburg abzuholen (es war die Zeit, als der Staat anfing, Steuer-CDs zu kaufen usw,) habe ich nein gesagt.

                    Ich habe meinen Vater auch nie als Verbrecher bezeichnet – was hätte es mir bringen sollen, Gleiches mit Gleichem zu vergelten? Gar nichts, finde ich. Ich bin einfach meinen eigenen Weg aus eigener Kraft gegangen und das hat mich stärker gemacht. Hätte ich Unterhalt verlangt, wäre ich weiter abhängig gewesen und hätte ich Gleiches mit Gleichem vergolten, hätte ich mich auf seine Stufe gestellt und den Krieg fortgesetzt. Das wollte ich nicht, ich habe lieber mein eigenes Leben in Angriff genommen aus eigener Kraft.

                    Das einzige, was mir damals zu schaffen machte, waren die Tränen meiner über alles geliebten Oma, ohne sie hätte ich vermutlich meine Kindheit nicht überlebt und ihr verdanke ich meine Stärke und dass ich bis heute eine starke Überlebende von Gewalt bin.

                    Unabhängig kann man m. E. nur werden, wenn man sich von allem frei macht, auch von der finanziellen Abhängigkeit und die Machtkämpfe beendet. Und das ist möglich, wenn man erwachsen ist – als Kind schafft man das natürlich nicht.
                    Herzlichen Gruß
                    Solitaire

                    1. Liebe Solitaire,
                      Ihr Schicksal zu lesen tut mir leid.
                      Wir sehen die Dinge einfach anders.

                      Ich selber bin nicht in der Lage, meinen Eltern noch etwas menschliches zu unterstellen, solange sie von Ihrem Standpunkt nicht abweichen. Doch dazu ist es mittlerweile auch zu spät. Ich sehe schlicht keinen Sinn darin, diese Menschen zu schützen und mir selber zu schaden. Wenn ich noch mehr arbeiten gehe, als jetzt schon, um keinen Unterhalt einfordern zu müssen, so nutze ich mich selber ab, indem ich noch mehr Zeit und Energie abstellen muss. Nicht einmal der Gesetzgeber sieht das vor. Ich bin bereit, mich der hier geltenden Gesetze zu bedienen um mein eigenes Überleben zu sichern. Würde ich das nicht tun, so wäre ich noch immer der Willkür der Täter ausgesetzt.

    3. es ist doch nicht notwendig, wenn man nach jahrelangem Kampf wg. unüberbrückbarer Differenzen kapituliert, und sich einfach nur sein Recht auf ein glückliches friedliches Leben nimmt, nicht mehr, nicht weniger. Warum wird denn hier von Flucht oder lodernden Vulkanen gesprochen, sehr reißerisch!
      In Wirklichkeit gibt es Menschen, die irgendwann an den Punkt gelangen, einzusehen, dass sie genug Energie investiert haben, und aber eine Lösung von zwei Seiten kommen muss und das ein alleiniges Weiterversuchen unrealistisch, zwecklos ist.
      Nur weil man verwandt ist, muss man nicht das Leben miteinander verbringen, man kann. Damit die Verletzungen heilen können, ist mindestens die Distanz für eine ausreichend lange Zeit notwendig. In dem Wissen, dass sich auf der Gegenseite nichts verändert hat, gibt man sich damit zufrieden, dass man seinen eigenen Frieden findet. Ich habe beschlossen, Menschen, die mir schaden und das auch zukünftig weiter tun würden, und nicht wollen (also keine Lösung finden zb.) aus meinem Leben auszuschließen.
      Natürlich kann ich meine Vergangenheit und das Erlebte nicht löschen, aber ich kann es verarbeiten, und ich werde dabei ruhiger, mein Leben erhält so eine andere Farbe. Ich beschäftige mich mit anderen Dingen, habe dafür endlich Energie frei, und muss mich nicht weiter mit Altlasten auseinandersetzen, da es verlorene Energie ist. Ich bin soweit, dass ich keinem mehr Vorwürfe mehr mache, solange… solange ich in Frieden leben kann, und meine Ruhe habe.

      Wenn die Gegenseite “nicht will”, dann muss es auch moralisch legitim sein, sich zurückzuziehen und damit für sich selbst eine Lösung zu finden. Auch nicht-verwandte zwischenmenschliche Beziehungen zerbrechen, weil man sich nichts mehr zu sagen hat, weil man sich uneins ist, weil man zu oft verletzt/enttäuscht wurde und das aller Voraussicht nach weiter so geschehen wird. Es ist legitim, egal ob verwandt oder nicht-verwandt, seinen eigenen Weg zu gehen, und negative Einflüsse hinter sich zu lassen.
      Alles kann, nichts muss. Wer nach einer Auszeit wieder zusammenfindet, ist in Ordnung. Wer das aber für sich ausschließt, um nicht unnütz seine begrenzte Lebenszeit mit unlösbaren Konflikten oder auch “uninteressanten” Menschen zu verbringen, ist ebenso in Ordnung. Ich entscheide ja selbst, was ich mir zumute.
      Mein Kontaktabbruch hat nach langer Odysee ca. ein Jahrzehnt gebraucht, ich sehe das nicht als Flucht, wie die Autorin das oben so polemisch beschreibt, sondern als Verantwortungsübernahme für das eigene Leben, sich zu schützen und sich ein Leben in glücklichen Umständen zu schaffen.
      —————————
      Realistisch betrachtet sollte klar sein, je älter ein Mensch ist, desto unwahrscheinlicher, dass man ihn ändern kann. Akzeptiere, was nicht zu ändern ist. Es gibt auch keine Verpflichtung, solche Menschen dann auszuhalten, und Kontakt mit ihnen zu pflegen. Es soll bloß niemand denken, dass man ein Recht auf Kontakt hat, weil man verwandt ist, egal wie rücksichtslos man sich verhält. Es sind doch nicht die rücksichtslosen Menschen, die den “plötzlichen” Bruch erzeugen. Zuvor haben diese “Raudis” schon ein paar Mal den Knall nicht gehört…

  3. Als selbst Betroffene habe ich das Buch gekauft und bin auf diesen Blog gestoßen – ich bin irritiert, wenn ich so manchen Beitrag mancher angeblich ohne Begründung und grundlos Verlassener durchlese. Da wimmelt es von Schuldzuweisungen, an denen, die angeblich grundlos verlassen haben, wird kein noch so klitzekleines gutes Haar gelassen, da wird öffentlich deren angeblich schlechter Charakter, ihre Persönlichkeitsstörungen und Undankbarkeit bis ins letzte Detail veröffentlicht, sogar deren angebliche Eheprobleme, die niemanden etwas angehen – das ist an Übergriffigkeit kaum zu überbieten und da kann man sich sehr gut vorstellen, aus welchen Gründen der Kontakt abgebrochen wurde und dass das nicht aus heiterem Himmel passierte. Wer will schon Kontakt mit Müttern/Eltern, die sich selbst zum Opfer ihrer missratenen Kinder stilisieren, sich selbst einen Heiligenschein verpassen, nicht auf die Idee kommen, sich auch mal selbst und ihren eigenen Anteil an dem Zerwürfnis zu hinterfragen und die Undankbarkeit der eigenen Kinder im Internet ausbreiten? Wo sie sie doch so “lieben” – eine sehr sonderbare Art von Liebe.

    Und da gibt es dann auch diejenigen, die noch als Erwachsene für alles ihre Eltern verantwortlich machen, was im Leben schief läuft. Die sind mit Schuldzuweisungen in manchem Beitrag genauso rasch bei der Hand. Die sehen nicht, dass ihre Eltern vielleicht Menschen sind, die selbst traumatisiert wurden und in ihrer Bedürftigkeit nicht in der Lage waren, den Kindern das zu geben, was sie gebraucht hätten. Ich denke schon, dass in einigen Fällen ein sang- und klangloser Kontaktabbruch sehr wohl eine bestrafende Komponente haben kann.

    Ich hatte selbst eine sehr traumatische Kindheit mit brutaler Gewalt, die ich versucht habe, mit langjähriger Therapie zu heilen, die Demütigungen gingen auch weiter, als ich erwachsen war. Ich habe mit beiden meinen Frieden gemacht, beiden verziehen, obwohl nie Gespräche möglich waren. Ganz heilen wird das nie, ich bin bis heute nicht in der Lage, eine Liebesbeziehung zu haben – aber das Hadern und die Schuldzuweisungen vergiften das Leben noch mehr und die Seele. In schwer gestörten Familien gehen die Muster über viele Generationen weiter, alle sind zugleich Opfer und alle sind Täter zugleich.

    Ich habe schon derart viele Frauen getroffen, die sich übergriffig in das Leben (nicht nur) ihrer Kinder einmischen, speziell in das der Töchter. Wenn das den Töchtern dann zu viel wird, und die den Kontakt abbrechen, machen sie (teilweise öffentlich) genauso weiter. Das hat geradezu epidemische Ausmaße . Ich selbst konnte aufgrund meiner Vorgeschichte und Überforderung keine Grenzen setzen. Damit war ich total überfordert, dazu kam noch eine schwere Belastung durch eine chronische Krankheit meines Sohnes. Erziehung bedeutet auch nicht, einen Input zu “investieren” und den erwarteten “Output” zu bekommen. Jedes Kind ist anders.

    Niemand hat schuld – aber jeder hat die Verantwortung für sich selbst so gut wie möglich zu sorgen. Notfalls mit therapeutische Hilfe. In meinem Fall ist die Kommunikation mit meinem Sohn nach so vielen Jahren mit nicht eingehaltenen Grenzen meinerseits derart gestört, dass ich die Notbremse gezogen habe. Das ist sehr schwer, loszulassen und jede Erwartungshaltung aufzugeben, wenn gar nichts mehr geht. Aber m.E. die einzige Chance, das Leben zu verbessern. Mich nimmt das sehr mit. Aber kein Mensch kann einen anderen Menschen ändern, und mit Schuldzuweisungen und Opferhaltung kann man Beziehungen nicht verbessern oder erzwingen. Nur zerstören.

    Ich hoffe und vertraue darauf, dass ich die Notbremse über kurz oder lang wieder vorsichtig öffnen kann. Manchmal ist eine Auszeit notwendig, wenn gar nichts mehr geht und die Verstrickungen sich nicht lösen lassen.

    Das sind meine Gedanken im Moment zu diesem Thema.
    Solitaire

    1. Hallo zusammen,

      habe gerade das Forum entdeckt und mit Interesse einige eurer Beiträge gelesen.

      Ich selbst habe vor fast 20 Jahren den Kontakt zu beiden Elternteilen abgebrochen. Damals war ich gerade so eben erwachsen und habe mich mit meiner Kindheit auseinandergesetzt, was extrem schmerzhaft war. Beide Elternteile habe ich damit konfrontiert. Es hat sich leider herausgestellt, dass mit keinem von ihnen ein neues Verhältnis auf Basis von Aufrichtigkeit und gegenseitigem Respekt möglich war. Daher bin ich als Notlösung diesen Schritt gegangen. Wenn man als “Kind” den Kontakt zu den Eltern abbricht denkt man, es sei so als würde man einen Körperteil von sich selbst abtrennen. In meinem Fall hat es sich allerdings extrem befreiend angefühlt und ich hatte den Eindruck, so viel Energie wie noch nie zu haben. Das, was für mich vor allem am Anfang schmerzhaft war, war nicht der Verlust meiner Eltern als Personen, sondern den Verlust der “Institution” Eltern. (Also solche Sachen wie Weihnachten zuhause feiern, ein finanzielles Netz, das einen im Notfall auffängt, anderen von seiner Familie erzählen können, …). Dieses Stück Normalität fehlt weiterhin und schafft eine Trennung zu anderen Menschen, die dies in der Regel besitzen. Trotzdem gibt es für mich auch nach dieser langen Zeit keine Veranlassung, meine Entscheidung von damals zu revidieren. Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass meine Eltern “alles” falschgemacht haben. Ich habe sogar einiges von ihnen übernommen. Allerdings halte ich es für wichtig, dass man als erwachsener Mensch selbst darüber entscheidet, welche Art von Beziehungen man eingehen und aufrechterhalten möchte.

      Das einzige was mich momentan noch daran stört (“belastet” wäre zu viel gesagt) ist, dass so gut wie kein Mensch mein Verhalten verstehen kann, der nicht die ganze Geschichte kennt oder eine ähnliche hat. Die persönliche Gestaltungsfreiheit, die vielen Menschen so wichtig ist, scheint genau da zu enden, wo das Verhältnis zu der Herkunftsfamilie berührt wird. Meiner Meinung nach sollte man sich und anderen gerade hier einen besonders großen Grad an Enscheidungsfreiheit zugestehen. Wir ändern so viele Dinge, die aus irgendeinem Grund nicht mehr zu uns und unserem Leben passen. Bei den meisten dieser Dinge waren wir selbst direkt oder indirekt der Urheber. Das einzige, woran wir in keinster Weise beteiligt waren, war in der Wahl dessen, wie wir als kleine Kinder von unseren Eltern behandelt wurden. Jede Art, die Beziehung zu den Eltern aktiv zu beeinflussen und sei es abzubrechen, verdient wie ich finde nur eines: Respekt.

      Viele Grüße
      Leda

      1. Hallo Leda und alle,
        ich bin 66 Jahre alt und bei einer lieblosen Mutter aufgewachsen. Sie ist jetzt fast 90 Jahre alt und immer noch nicht anders. Meine Besuche bei ihr sind für mich immer schlimm und werden noch schlimmer. Trotzdem schaffe ich es nicht, einen Schlußstrich zu ziehen. Sie tut mir leid, da sie auf Grund ihrer lieblosen Art keine Bekannten hat, mein Vater ist tot.
        Als Kind war ich ihr immer nicht schön genug, nicht schlank genug, nicht schlau genug. Ich durfte nicht ins Gymnasium, da ich ein Mädchen bin und ohnehin heirate. Da ist Abitur und Studium nur rausgeworfenes Geld. Sehr gerne hätte ich Medizin studiert.
        Mein Vater konnte oder wollte sich nicht durchsetzen. Bei ihm habe ich allerdings all die Liebe bekommen, die von meiner Mutter nie kam.
        Ich hätte sicher allen Grund, den Kontakt abzubrechen, auch schon vor Jahrzehnten. Ich habe es nie geschafft, da in meinem Kopf immer der Gedanke ist “sie ist meine Mutter”.

        Mein Sohn, heute 36 Jahre alt, hatte keine Probleme auf Grund von Einfluss von außen den Kontakt zu mir abzubrechen. Er hat viel Liebe bekommen, ich habe ihn alleine erzogen und ihm alles ermöglicht, was irgendwie ging. Er hat meinen Wunschberuf, durfte studieren.
        Mir tut der Verlust unendlich weh. Letztendlich habe ich aktzeptieren müssen, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben will. Warum, das konnte er mir bisher nie sagen.

        Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die das durchziehen und auf sich schauen, ohne Blick zurück (obwohl ich das wahrscheinlich garnicht behaupten kann, ich weiß es ja nicht).

        Ich habe es nie geschafft, ob es noch klappt bezweifle ich. Eines weiß ich aber, wenn meine Mutter nicht mehr da sein wird, wird es mir besser gehen und ich werde mich leichter fühlen. Vielleicht werde ich dann endlich auch leichter.

        Monika

        1. Liebe Monika,
          Sie leben Ihr leben.
          Sie stehen in keinster Weise in der Verantwortung anderen Menschen gefallen zu müssen. Lassen Sie sich das bitte nicht einreden.
          Ich kenne Ihr Umfeld nicht und möchte nicht, dass meine nachfolgende Aussage als Beldigung aufgefasst wird. Dazu habe ich zu viel Respekt vor Ihrem Alter.
          In meinem Umfeld (20-28 Jahre alt) wird es sicherlich verständlicher aufgefasst, als in Ihrem, wenn der Kontakt zu den Eltern abgebrochen wird. Lassen Sie sich nicht von gleichaltrigen einreden, sie würden gegen ungeschriebene Gesetze verstoßen wenn sie den Kontakt abbrechen. Die Moral anderer hat nicht über Ihr Glück zu entscheiden. Auch sollte einer Person die einem schadet kein Sonderstatus zugeteilt werden, nur weil man ein gemeinsames Erbgut hat.

          Ihnen alles Gute!

      2. “Das einzige was mich momentan noch daran stört (“belastet” wäre zu viel gesagt) ist, dass so gut wie kein Mensch mein Verhalten verstehen kann, der nicht die ganze Geschichte kennt oder eine ähnliche hat. Die persönliche Gestaltungsfreiheit, die vielen Menschen so wichtig ist, scheint genau da zu enden, wo das Verhältnis zu der Herkunftsfamilie berührt wird. Meiner Meinung nach sollte man sich und anderen gerade hier einen besonders großen Grad an Enscheidungsfreiheit zugestehen. Wir ändern so viele Dinge, die aus irgendeinem Grund nicht mehr zu uns und unserem Leben passen. ”

        Das klingt in meinen Ohren sehr nach Egotrip, tut mir leid. Ihre Eltern , die nach Ihren Worten “nicht alles falsch gemacht haben”, wie gnädig, “passen” nicht mehr zu Ihrem Leben und Ihrer “Gestaltungsfreiheit”? ? Und wenn “Dinge”, wie z. B. die Eltern “aus irgendeinem Grund” nicht mehr zu Ihrem Leben passen, werden Dinge, z. B. die Eltern entsorgt?

        Sorry, aber Eltern sind keine “Dinge”. Eltern sind Menschen. Gehen Sie so auch mit Ihren Freunden um, falls Sie welche haben?

        “Jede Art, die Beziehung zu den Eltern aktiv zu beeinflussen und sei es abzubrechen, verdient wie ich finde nur eines: Respekt.”

        “Respekt (lateinisch respectus „Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung“, auch respecto „zurücksehen, berücksichtigen“) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem ANDEREN Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution.” (Wikipedia)
        Respekt zollt man sich demzufolge nicht selbst für eigene Handlungsweisen. Den bringen einem gegebenenfalls andere Menschen entgegen. Bei Ihrer, wie ich finde, egozentrischen und Menschen entpersönlichenden (Dinge, Institution usw.) Einstellung wundert es mich aber nicht, dass Sie das, was einem per Definition andere Menschen gegebenenfalls entgegenbringen, sich selbst für Ihre eigenen Handlungen bescheinigen und sich darüber beklagen, “dass so gut wie kein Mensch [Ihr] Verhalten verstehen kann.”

        Etwas ähnlich Kaltschnäuziges, wie Ihre Dingebetrachtung im Falle Ihrer Eltern habe ich noch nie gelesen und noch nie von irgendjemandem gehört.

        ” Das einzige was mich momentan noch daran stört (“belastet” wäre zu viel gesagt) ist, dass so gut wie kein Mensch mein Verhalten verstehen kann, der nicht die ganze Geschichte kennt oder eine ähnliche hat. ”

        Das erstaunt mich gar nicht, so wie Sie ihre Eltern zu “Dingen” reduzieren, die nicht mehr zu Ihrem Leben und Ihrer Gestaltungsfreiheit passen. Äußerst kaltschnäuzig, finde ich und dafür habe ich genauso wenig wie “so gut wie kein Mensch” Respekt. Menschen mit einem Mindestmaß an Empathie, ohne die der Mensch eine leere Hülle ist, stellen ihre Eltern nicht auf eine Stufe mit “Dingen”, die nicht mehr zum Lifestyle und zur persönlichen “Gestaltungsfreiheit” passen.

        Ihre Wortwahl (vermisse “die Institution Eltern”) einschließlich der dazu gemachten Erläuterungen, was für sie angeblich “schmerzhaft” war, wie der Wegfall des von Ihnen erwähnten finanziellen Netzes, macht deutlich, dass Sie Menschen entpersonalisieren und auf deren Funktion zu Ihrem persönlichen Nutzen reduzieren.

        “Dieses Stück Normalität fehlt weiterhin und schafft eine Trennung zu anderen Menschen, die dies in der Regel besitzen. ”

        Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, bei andere Menschen, die dies nicht besitzen, z. B., weil die Eltern gestorben sind, wird durch das “Fehlen” keine Trennung zu anderen Menschen geschaffen. Ich jedenfalls habe keinerlei Trennungsgefühle zu anderen Menschen, weil mir “dieses Stück Normalität” fehlt. Das Schaffen einer Trennung dürfte m. E. eher auf Ihrer generellen Einstellung zu Beziehungen beruhen, die Sie hier äußern. Das ist m. E. der Grund, “dass so gut wie kein Mensch [Ihr] Verhalten verstehen kann.” Wer will schon als Mensch in Beziehungen auf den Status einer Sache gestellt werden und wer diese egozentrische Einstellung zu den Eltern hat, lebt sie vermutlich auch in anderen Beziehungen aus.

        Um solche Menschen mit einer solchen Einstellung würde ich einen weiten Bogen machen. Im realen Leben sind mir solche, wie ich finde krassen Einstellungen allerdings noch nie begegnet. Ich kenne jedenfalls niemanden, der die Trennung von den Eltern mit der Trennung von “Dingen” vergleicht, die nicht mehr zum Leben passen. Wie z.B. ein außer Mode gekommenes Smartphone oder ein veralteter PC. Das sind “Dinge”, Eltern sind (auch) Menschen.

        Solitaire

        1. Hallo Solitaire,
          da scheine ich einen wunden Punkt getroffen zu haben… Da Sie nicht wirklich eine Frage formulieren, halte ich eine ausführlichere Antwort nicht für nötig.
          Viele Grüße
          Leda

  4. Mein 1,5 Jahre jüngerer Bruder hat im Jahr 2001 den Kontakt zu mir abgebrochen. Er besuchte mich damals in meiner Studentenbude und verließ wortlos den Raum. Alle Bitten, mir zu sagen was los ist, was ihn stört, was ich anders machen kann haben keine Reaktion gezeigt. Er hat mich nichtmal angesehen, mir nur den Rücken zugedreht. Auch, als ich ihn aus meiner damaligen christlichen Gesinnung heraus um Vergebung gebeten habe. Ich habe mich jahrelang schuldig gefühlt, als hätte ich irgendetwas Schlimmes gemacht, was diesen Kontaktabbruch rechtfertigt. Er ist bis heute nicht darauf eingegangen, was eigentlich los war.

    Ich hab ihn trotz seines Verhaltens immer bei Familienfeiern beschützt, damit es nicht blöd aussieht, dass er nicht mit mir redet. Die Verwandten haben jahrelang gar nichts bemerkt. Ich habe das auch gemacht, da meine Mutter mit Selbstmord gedroht hat, falls wir uns nicht “vertragen”.

    Zwischenzeitlich hat er sich sehr verändert: Vom fetten Computernerd zu einem relativ attraktiven, kommunikativen Mann. Wenn wir bei den Eltern zusammen sind, erzählt er monologisierend davon, wie toll er ist. Er fragt mich nie, wie es mir geht. Wenn ich ihn nicht vor allen bewundere beschwert er sich sofort bei den Eltern, ich würde ihm seinen Erfolg nicht gönnen.

    Kürzlich hatte ich einen E-Mail-Verkehr dazu auf meine Initiative. Ich möchte wissen, warum er damals den Kontakt abgebrochen hat und wie er heute dazu steht. Er hat nur Ausflüchte gefunden und versucht zu diskutieren, wozu ich das überhaupt wissen wollte und so weiter. Ich hab sehr deutlich gemacht, dass ich mich nicht auf Diskussionen einlasse. Er meinte dann gleich, ich würde so sprechen, als hätte ich eine Autoritätsposition und dass wir wie zwei Erwachsene kommunizieren sollten oder gar nicht.

    Das ärgert mich, denn er ist auf meinen Wunsch, dass ich nicht diskutieren möchte ja gar nicht eingegangen, sondern hat versucht, die selbe Frage wieder und wieder zu stellen. Ich denke, er hat einfach nach einem Aufhänger gesucht um beleidigt zu sein und einen “guten” Grund zu finden, die Frage nicht zu beantworten.

    Ich möchte keinen Kontakt mehr zu ihm, aber die Eltern brechen regelmäßig in Tränen aus über die schreckliche Familiensituation. Von mir wird erwartet, dass ich mich an die Eigenheiten meines Bruders doch einfach anpassen solle. Seit ich angekündigt habe, dass ich dies nicht mehr will wollen die Eltern eine Familientherapie. Ich halte das für völlig aussichtslos, weil die Familie komplett zerüttet ist und von Seiten meines Bruders auch kein Kontaktwunsch zu erkennen ist, der über eine Bewunderung seiner Person durch mich hinausgeht. Allerdings gibt es FAmilienfeiern, bei denen mein Bruder sich dann auch immer ins Rampenlicht rückt und allen lautstark erklär, wie toll er ist. Wenn ich mich äußern möchte, wird mir ins Wort gefallen und wenn ich mich darüber beschwere, kommen so dämliche Kommentare, wie ich solle doch nicht so empfindlich sein….

    Ich finde diese Familiensituation so schrecklich, dass ich am Liebsten zu der kompletten Familie den Kontakt abbrechen würde.

    Gibt es hier Menschen, die auch mit so einem Geschwister und einer solchen Familiensituation konfrontiert sind??

    1. Hallo Betty,

      ich hab seit 2 Jahren keinen Kontakt mehr mit meiner Familie – meine Mutter brach den Kontakt zu mir ab und die meisten von meiner Ursprungsfamilie hielten zu meiner Mutter, was ich nicht ok fand. Ich hatte versucht alle zu nehmen, wie sie sind, aber irgendwann konnte ich es nicht mehr. Aber diese Trennung (mir bedeutete Familie sehr viel) war zu anfangs wie ein kleiner Tod und ich hab monatelang geweint, ja getrauert. Nicht direkt um die Personen, die ich nun nicht mehr sehen würde, sondern eher um die Tatsache, dass ich von Keinem gemocht oder geliebt war. Nicht mal von meinen Eltern ! Heute find ich es zwar traurig, wie alles gekommen ist, aber andererseits bin ich auch frei und habe endlich den Frieden und Harmonie in meiner eig. kleinen Familie, nach dem ich mich schon immer gesehnt hatte. Es ist keine leichte Entscheidung ! Aber heute bin ich der Meinung, dass es besser ist, sich von Leuten fernzuhalten, die einem nicht gut tun und uneinsichtig sind. Wünsch Dir alles, alles Gute ! Ich denke, Du wirst die richtige Entscheidung für dich finden….

    2. Hallo Betty,
      für mich sind Freunde wichtiger als Familie.

      Ich habe auch viel Ärger damit gehabt, nicht gesehen zu werden. Ich bin sensibel und in einem Umfeld aufgewachsen, in dem mir meine Sensibilität oft vorgehalten wurde. (“Stell Dich nicht so an. Sei nicht so empfindlich. Sei nicht so eine Mimose.”) Darunter habe ich sehr gelitten. Ich gehe mittlerweile Menschen aus dem Weg, die mich nicht so nehmen, wie ich bin. Daher habe ich mich auch vor 1/2 Jahr von meinem Vater getrennt, vor 15 Jahren von meinem Stiefvater und der Kontakt zu meiner Mutter ist auch weniger geworden. Der Kontakt zu meinem Bruder hat sich durch den Kontaktabbruch vor 3 Jahren verbessert. Wir haben mittlerweile einen offeneren Kontakt, früher habe ich immer über mich erzählt und von seiner Seite kam gar nichts. Ich fühlte mich immer sehr ausgefragt.

      Für mich ist ein Glaubenssatz sehr wichtig geworden: “Ich habe Mut, eine Lücke zu hinterlassen.” Wenn ich meine Grenze ziehe, dann bekommen auch die Anderen eine Chance, das Verhältnis zu mir zu überdenken. Wenn ich keine Grenze ziehe, dann trage ich das Familiensystem mit und nichts wird sich ändern.

  5. Meine Mutter hat an meinem 25. Geburtstag mit den Worten “du tust mir nicht gut” den Kontakt abgebrochen. Dem vorraus ging ein Streit um meinen Vater. Beide waren zu diesem Zeitpunkt 6 Jahre getrennt und meine Mutter warf mir immer wieder vor, dass ich den Kontakt zu ihm nicht abbreche. Sie konnte sich nicht erklären, warum ich meinen Vater immer noch vergötterte, ihm die Scheidung nicht übelnahm und besser den je mit ihm auskam. Als ich ihr sagte, dass sie sich professionelle Hilfe suchen sollte und nicht mehr mich und meine Brüder in die Trennung involvieren soll, nannte sie mich erbärmlich, schlug mich und bewarf mich mit Gegenständen. Ich gab ihr nach einigen Schlägen 2 kräftige Ohrfeigen und sagte ihr, dass sie mich und meine Brüder kaputt mache und verließ das Haus. Sie schrieb mir daruf hin einen Brief in dem sie mich aufforderte den Kontakt endgültig zu meinem Vater abzubrechen. Als ich dies verneinte, herrschte erst einmal 6 Wochen Funkstille und dann kam das Telefonat an meinem Geburtstag- das war vor 5 Jahren.
    Leider muss ich sagen,war das Verhältnis zu meiner Mutter immer distaniziert. Als ich ein Baby war hat sie für Stunden die Wohnung verlassen und mich mich selbst überlassen, dies ging meine gesamte Kindheit so weiter. Sie machte sich Selbständig als ich 6 war und verplante ihren Tagesablauf so, dass wir uns kaum begegneten (Arbeitszeiten von 11:00/ 14:00-20:00) und verbrachte noch viel Zeit bei ihren Eltern. Wenn ich frühs raus musste lag sie noch im Bett, wenn sie nach Hause kam lag ich schon in meinem. Manchmal haben wir uns 5 Tage nicht gesehen. Als ich mit 17 Jahren mit Freunden eine WG gründetet meldete sie sich nie, als ich sie darum bat mich doch ab und zu mal anzurufen , sagte sie “ich hätte ja nicht ausziehen müssen”. Als ich studierte wurde ich nicht finanziell unterstützt, Bafög bekam ich auch nicht, ab und zu erpresste sie mich noch mit meinem Kindergeld (“Dein Vater hat für deine Brüder keinen Unterhalt gezahlt, ich brauch das Geld- kümmer dich drum, dann bekommst du es auch wieder”). Trotzdem hat sie immer gern erzählt, dass sie mir das Studium finanziert hat. Als ich um Kosten zu sparen in den Semsterferien bei ihr wohnen wollte, warf sie mich nach nicht einmal 15 Stunden raus (9 hatte ich davon geschlafen). Sie sagte, ich wäre ihr in der Zeit zu faul gewesen. Ich wohnte dann bei einem Vater, was unsere Beziehung nur verbesserte. Ich weiß, dass meine Mutter mir nicht guttut. Ich war immer nur intressant, wenn ich für irgendwas zu bebrauchen war. An mir war sie eher wenig intressiert, trotzdem fehlt mir eine Mutter im Leben (wenn auch nicht meine) und ich habe den Wunsch Frieden zu schließen, aber ich befürchte, dass sie den nicht will :(

    1. Ohje, das tut mir sooo leid für dich! Ich kann dich gut verstehen! So eine Mutter braucht wirklich niemand! Zum Trost.., du bist nicht alleine! Meine hat mich zum Schluß sogar über meine Kinder :-( von ihrer Beerdigung ausgeladen! Versuche das Beste draus zu machen, Mütter sind auch nur Menschen und deine hat es einfach nicht begriffen was für ein Glück sie hatte dich zur Welt zu bringen! Ich wünsche dir alles liebe!

  6. Auch ich habe den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen. Sie haben ihre Fehler auch bei Gesprächsversuchen nie eingesehen und noch Sachen gesagt, wie “hat dir doch gut getan”. Es ist die eine Sache, Fehler nicht zu kennen, aber die andere Sache, sie zu verleugnen. Mein Vater wuchs in den 50ern im zerbombten Saarland auf, natürlich ging es ihm schlechter als mir, der in den 90ern geboren wurde. Das war seine Rechtfertigung, mir meine Würde zu nehmen. Ich habe letztens mit einem Cousin (3) gespielt, er hat mir sein Feuerwehrauto gezeigt und rumgeblödelt. Wenn ich mir vorstelle, wie man als Vater auf so ein Kind eindrischt, und man als Mutter daneben steht und nichts macht. Stattdessen diesem Gewaltverbrecher noch ein leckeres Abendessen kocht. Unfassbar. Solche Menschen kann ich nicht achten, auch wenn ich leider ihr Erbgut trage. Der Kontaktabbruch ist eine Erlösung, es geht mir damit besser, als ihre Gesichter ertragen zu müssen.

    m, 23

    1. Hallo Michael,
      es tut mir leid, was du erlebt hast. Es ist unfassbar, wenn ein Elternteil gewaltätig ist oder einen seelisch gequält hat und das nicht zugibt. Bei meiner Mutter war es genauso und sie stritt alles ab. Suchte oft das Gespräch, aber sie behauptete diese hätten nicht stattgefunden. Der Hammer – alle hatten mit Ihr immer ein Problem und hinterher haben sich alle gegen mich gewandt… meine Mutter brach letztlich den Kontakt ab mit den Worten “Wenn ich so ein rotes Tuch für Dich bin, ist es besser wir haben keinen Kontakt mehr” – ich konnte es nicht fassen ! Dabei war mir Familie immer so wichtig ! Aber oftmals ist es besser so, wenn man nur verletzt wird und immer nur kuschen soll, wie die Anderen wollen… – ich wünsche Dir und auch mir, dass wir es schaffen ohne Familie glücklich zu sein und unser Leben besser führen… Wünsch Dir FROHE WEIHNACHTEN und alles, alles Gute ! Grüße von Susanne

    2. Hallo Michael

      Eltern machen Fehler. Ich glaube auch nicht, dass es Eltern gibt, die fehlerfrei sind. Dennoch bin ich mir dessen sicher, dass deine Eltern dich lieben auch, wenn sie inzwischen sogar vielleicht wütend auf dich sind.
      Oscar Wilde hat mal gesagt: “Kinder beginnen damit, ihre Eltern zu verurteilen. Manchmal verzeihen sie ihnen”.
      Ich glaube, du wirst erst dann dein Leben gut (er)leben können, wenn du Frieden mit deinen Eltern gefunden haft und, vor allem, wenn du ihnen verzeihen kannst.

  7. Hier wird schon viel Verständnis gesäuselt mit denen, die verlassen wurden. Meine Meinung: Die Not muss schon sehr groß sein, bis ein Kind den Kontakt zu seinen Eltern abbrechen muss, weil es anders nicht mehr geht. Meine Mutter hat mich krank gemacht. Ich bin schwer erkrankt seelisch und körperlich. Sie hat mich stets kontrolliert, manipuliert, unter Druck gesetzt, bevormundet und überbehütet. Wahrscheinlich hat Sie selbst als Kind unter ihren Eltern gelitten, aber das rechtfertigt nicht den Missbrauch, den Sie ausgeübt hat. Sie hat ein Verbrechen an mir begangen. Nur haben Kinder eben keine Lobby und niemanden, der für sie einsteht – ich jedenfalls habe das nicht gehabt. Den Kontakt habe ich zu meinem Schutz abgebrochen, nicht um Sie zu bestrafen. Gruß Lissi

    1. Liebe Lissi,

      auch Deine Mutter ist nur ein Mensch und hat ihre eigene “Lebensgeschichte” die ihr Verhalten dir gegenüber bestimmt hat. Als junge Erwachsene sollte man nicht immer nur die Schuld der Mutter sehen, sondern versuchen ihre Beweggründe zu erforschen. Dazu gehören Vergebung, Verständigung, sowie gemeinsame Bewältigung des Vergangenen mit Hifle eines Therapeuten. Möchstest du wieder gesund und glücklicn werden, kann ich dir nur empfehlen eine spirituelle Therapeutin mit Traumabewältigungserfahrung zu suchen und dort vorzusprechen. Im Allgemeinen lieben alle Mütter ihre Kinder und sogar die vermeintlichen Fehler ihrerseits, die du aufgezeigt hast, sind ein Zeichen von Angst, um das Wohl des Kindes. Eine überängstliche und in sich selbst gestörte Mutter, tut es nicht um dem Kind zu schaden, sondern weil sie es nicht besser weiß. Wenn du innerlich wieder ruhig und sicher sein möchtest, gibt es nur einen Weg – die Vergebung und Liebe… und glaube mir – in dir ist beides, wenn auch ganz tief verschüttet, aus Selbstschutz, der aber in Wahrheit ein Angriff auf Dein Selbst ist, dass nicht zur vollen Entfaltung kommen kann und sich vor Schmerz krümmt. Die Aussöhnung mit dem sogenannten “Inneren Kind” Wenn du das geschafft hast, wirst du frei und unbeschwert von Altlasten leben können. Du musst unbedingt dieses Traumata bearbeiten, allles andere bringt keine “Erlösung” dazu ist es auch wichtig, falls du selbst selbst mal Kinder haben wirst, auch sie werden dann unter anderen Bedingungen deinen Schmerz zu spüren bekommen und vielleicht selbst Schaden nehmen. Diese “Störungen” werden oftmals von Generaton zu Generation weiter gegeben. “Normale” Therpeuten, gehen den Weg über Gepräche und Medikamente – dass kratzt aber nur an der Oberfläche. Daher musst du ganz tief gehen, durch das Tal der Tränen und des Schmerzes, es ist notwendig und vor allem heilend. Dein Gehirn ist nicht das Aussschlaggebende in dir, sondern dein Bewusstsein, dieses wird aber nicht vom Gehirn erzeugt, wie viele Wissenschafter es postulieren. Bewusstsein ist überall, auch außerhalb deines Körpers, auch wenn du und andere erst jetzt mal meinen ich spinne. Alles ist und kommt aus dem Geist und dieser wiederum steht weit über der Materie. Daher ist eine Bereinigung so wichtig für dich und alle die mit dir zu tun haben. Glaube mir, auch deine Mutrer leidet unsäglich und braucht Hilfe. Die kannst du ihr auch geben, indem du versuchst diesen Weg mit ihr gemeinsam zu gehen. vor allem vergebe und segne sie, damit auch sie heil werden kann.

      1. Liebe Elke,

        Ich bin nicht der Meinung, dass Lissi ihrer Mutter vergeben sollte. Sicherlich ist ihre Mutter Täter und Opfer zugleich, aber man darf niemals zu der Aussage kommen, dass sich die Mutter nicht dagegen hätte wehren können, die Gewalt an ihr Kind weiterzureichen. Die Mutter wurde im 20. Jahrhundert in einem der fortschrittlichsten Ländern dieser Welt geboren. Es ist grotek, anzunehmen, dass die Mutter nicht in der Lage gewesen wäre, sich vor Lissis geburt hilfe zu suchen. Sicherlich kann man verzeihen, aber manche Verbrechen sind unentschuldbar. So auch ein seelischer Mord. Wenn man sagt, ein Täter sei ein Opfer, dann nimmt man hin, dass man selber von diesem Täter misshandelt wurde, ohne dass dieser dafür etwas kann. Natürlich kann er das, und zwar nur der Täter.

      2. Liebe Elke, ich bin ganz deiner Meinung, du bringst es für mich auf den Punkt. Ich würde mich gern noch tiefer mit dir austauschen bist du evtl auf Facebook zu finden.

      3. Ich finde es nicht gut, ja sogar verantwortungslos, jemanden zu Kontakt zu drängen, der diesen zum eigenen Schutz abgebrochen hat. Manche Mütter sind tatsächlich toxisch und nicht fähig zu lieben und man kann nur flüchten, um sich selbst zu retten und fortan gut für sich selbst zu sorgen. Lissi, Sie haben mein vollstes Verständnis, bleiben Sie dabei und lassen Sie sich nichts anderes einreden. In Facebook gibt es auch sehr hilfreiche Gruppen für Töchter narzisstischer Mütter.

  8. Ich denke, man braucht dabei nicht mal so sehr in die Psychologie abzutauchen. Meiner Ansicht nach haben diese, weil zunehmenden, Kontaktabbrüche vielfach mit dem zu tun, was in der gesamten Gesellschaft mittlerweile üblich ist: Rücksichtslosigkeit und ich-ich-ich. So viele meinen, sie besäßen nur Rechte und Verpflichtungen hätten sie keine. Bei manchen Diskutanten kommt es auch so heraus. Eine unheimliche Zentrierung auf die eigenen Gründe, das eigene Leid, die eigenen Wünsche, die natürlich auch immer als „höherwertiger“ eingestuft werden, als das der anderen.
    Unterstützt wird es von dem herrschenden Wahn, dass nur der wertvoll und damit auch wichtig ist, inklusive seiner Bedürfnisse und Gefühle, der „seinen Beitrag zum Wachstum leistet“. Kranke und „Ausgediente“ fallen da nicht darunter. Insofern besitzen diese dann auch weniger Rechte. Wegwerfgesellschaft.
    Und solch ein Denken wird massiv unterstützt. Wieso sich dann noch Stress antun, sprich reden, diskutieren, auseinandersetzen, Tage, Wochen, gar Monate? *sarkasmusaus
    Ausgedient – das haben Eltern bei vielen Kindern zum Teil auch. Und dann wird eben „abgerechnet“, denn es müssen Gründe her. In manchen Fällen berechtigt, aber in ziemlich vielen, wie ich mitbekommen habe, nicht unbedingt. Da werden Dinge angeführt, die schlicht nur sehr einfach gemacht sind. So einfach wie möglich, ist das nicht ein weiteres Grundkonzept dieser Moderne?
    Um eine Gemeinschaft am Leben zu erhalten, MUSSTE mal geredet und „verhandelt“ werden! Aber Gemeinschaft ist heute ja nicht mehr gefragt.
    Abbrechen ohne ein Wort der Erklärung, Schweigen und Ignoranz basieren in meinen Augen auf mangelnder Achtung vor dem anderen und Selbstüberschätzung des Abbrechenden. Nämlich der zu glauben, dass man ohne Gemeinschaft alles zuwege brächte.
    Und so passt es auch irgendwie in den gesamten Kontext, dass man bei etlichen Abbrechenden feststellen kann, dass sie vollends davon überzeugt sind, niemanden zu brauchen. Und den, „der Stress macht“, indem er unbequeme Fragen stellt oder gar eine eigene, abweichende Meinung hat, sowieso nicht.
    Eine Selbstüberschätzung, die schon groteske Züge trägt und nicht selten eben zerstörerisch wirkt, aber nicht nur auf eine Seite.
    Ich meine mit diesem Geschrieben nicht jene Fälle, die stark unter Angehörigen oder Dritten gelitten haben. Durch Drogenmissbrauch, körperliche oder psychische Misshandlung, wozu meines Erachtens aber keine schlichten Differenzen gehören, die es immer gibt, wenn die Interessen mehrerer Menschen unter einen Hut gebracht werden sollen.

    1. Hallo Ruth,

      kann ich gut nachvollziehen. Leider habe ich als Sohn eben genau dieses Problem, was mir zu schaffen macht. Meine Mutter hat hier den Kontakt, nach dem Tot meines Schwiegervaters abgebrochen.

      Ich habe selber eine kleine Familie und kann es daher noch weniger verstehen, wie ein Mensch/Mutter so sein kann. Es müssen wohl selbstzerstörerische Züge geben oder eben gepaart mit narzisstischen/selbst überschätzenden.

      Was ich aber eigentlich in einer so elitären Gesellschaft noch weniger verstehe, sollten wir nicht mit einer eigenen Meinung, Standhaftigkeit, Mut und Zielorientierung durchs Leben schreiten? (so zumindest suggeriert es die Gesellschaft)

      Wo bleiben den dann die älteren Leute vorallem Angehörige/Familie später und wer wird hier verpflichtet? Ja die Kinder, die man von sich gestoßen hat.(kurzsichtig/naiv würde ich sowas nennen)

      Ich kann nur auf eine Einsicht mit dem Alter hoffen, bevor es irgendwann zu spät ist. Was mich hierbei aber besonders schmerzt, ist nicht mein Schicksal sondern das meiner Tochter und Enkelin, die bisher noch nie Ihre Oma gesehen hat (ist fast 4 Jahre).

      Grüße

      1. Hallo Loderon
        Es sind nicht immer die Eltern die den Kontakt abbrechen.
        Ich bin 32 Jahre Mutter und war immer für meine Kinder da ich habe alles getan ,hab alles stehen und liegen lassen wenn sie Hilfe brauchten nie aufgegeben immer für sie gekämpft. Zwei meiner Beziehungen sind kaputt gegeangen weil ich immer hinter ihnene gestanden habe. Ein Fehler? Vielleicht!
        Als es mir schlecht ging, ich Probleme hatte , mal an mich denken wollte , war das zuviel , dieses Recht hatte ich nicht das war zu unbequem .
        Da ist es besser den Kontakt abzubrechen zu dem Vater zu gehen.
        Ich bin so enttäuscht, frag mich immer was ich verkehrt gemacht habe.
        Es tut so weh. Falscher Stolz ? Ich weiß nicht . Kann man alles vergessen alles verzeihen? Wer hat Fehler gemacht ? Wer sollte ihn korregieren?
        Ich denke Kindererzeihung ist die schwierigste Arbeit die man haben kann. Was ist richtig was ist falsch.
        Ein Fehler kann das ganze Leben verändern. Dich einsam werden lassen. Manchmal ist es nur ein kleiner Moment der Schwäche , der Selbstfindung , ein kurzer Egoismus der alles verändern kann.
        Sind es immer die Eltern , die was falsch machen ? Wieso kann man in der Familie nicht über alles reden alles verzeihen .Wieso solch krasse Schritte und wie kann man sie überbrücken.
        Manchmal ist das nicht so leicht . Ein aufeinander zugehen wäre schön ohne Vorwürfe von beiden Seiten, denn ist wirklich immer einer allein Schuld ist es nicht schöner zu sagen Schwamm drüber wir fangen nochmal von vorne an.
        Ich würde mir das sehr wünschen.

    2. Liebe Ruth,
      Ich denke schon dass manch einer aus purem Egoismus Geschichten erfindet, die einen Kontaktabbruch rechtfertigen sollen. Als gerade einmal 24 jähriger halte ich jedoch nicht viel von Aussagen wie “früher waren die Menschen nicht so egoistisch” oder “früher war alles besser”.

      Viel eher werden die Menschen unabhängiger. Früher lebten die Menschen über Generationen zusammen. Schließlich hatten die Kinder den Hof oder das Handwerk zu übernehmen. Da kann es sich der Sohn auf keinen Fall leisten, den Vater zu verlassen, weil er ein agressiver Übeltäter ist.

      Erst das Wirtschaftswunder der 50er, dann die Revolution ab 68 und schließlich das Internet führten dazu, dass die Menschen heutzutage so unabhängig sind, wie nie zuvor. Niemals gab es mehr Wohlstand, mehr soziale Entfaltungsmöglichkeiten oder mehr Bildungs- und Karrierechancen, als heute. Kaum noch jemand ist gezwungen, seine Eltern ertragen zu müssen, wenn sich diese falsch verhalten.
      Nicht die Menschen wurden anders, sie haben heutzutage schlicht endlich die Freiheiten, IHR Leben zu leben. Und das ist gut so.

  9. Liebe Diskutantinnen und Diskutanten,
    da die Beiträge zuletzt hier wieder an Schärfe zugenommen haben, möchte ich darauf hinweisen, dass auch hier die Netikette gilt. Verletzungen und Beschimpfungen werden hier auf keinen Fall hingenommen und User mit entsprechenden Posts werden sofort gesperrt. Ich bitte um gegenseitige Rücksichtnahme!
    Danke, der ADMIN

  10. Hinweis: Dieser Kommentar stammt aus einem anderen Thread und musste aus technischen Gründen in einen neuen Thread umgezogen werden, um die Kommentarfunktion wieder ausführen zu können.

    Sina:
    Wenn man liest was ihr hier so von euch gebt kann ich sehr gut nachvollziehen warum eure Kinder den Kontakt zu euch abgebrochen haben. Ihr klingt ganz genau wie meine Mutter. Und ich bin oh so heil froh den Kontakt zu ihr abgebrochen zu haben. Seit dem fühle ich mich befreit, frei und glücklich. Ich könnte tanzen vor Glück.
    Menschen wie ihr werdet einfach nie begreifen worum es geht. Das es sehr wohl an euch liegt und das es sehr wohl Wunden gibt die ihr zugefügt habt. Aber eure Uneinsichtigkeit macht ein normales Verhältnis einfach unmöglich und führt einem diese Wunden immer wieder vor Augen. Es ist regelrecht respektlos. Blut ist nicht alles. Familie kann man sich sehr wohl aussuchen.

    1. Liebe Sina

      Schon in deinem ersten Satz stellst du alle Forenser an den Pranger mit einer Floskel.
      Habe doch den Mut Tatsachen zu benennen. Sprich sie aus! Hier ist ein anonymer Raum, nicht einmal da getraust du dich Dinge offen auszusprechen. Kann man einem solchen Menschen trauen – vertrauen? Das ist die Frage, die sich mir bereits nach deinem ersten Satz stellt.
      Es ist deine Entscheidung, den Kontakt zu deiner Mutter abgebrochen zu haben. Aber nenne hier in diesem anonymen Raum konkrete Beispiele, warum die Forenser klingen wie deine Mutter. Welche Aussagen sind es genau?
      Wie sollen wir und andere davon lernen, wenn die Dinge nicht beim Namen genannt werden.
      Wie sollen sich Eltern ändern, wenn sie nicht wissen, was ihnen vorgeworfen wird.
      Hast du dir schon einmal Gedanken über Demokratie gemacht?
      Warum wird die Zeit immer schlimmer da draußen? Weil nicht mehr geredet wird.
      Hast du dir Resozialisation von Gewalttätigen Jugendlichen angesehen?
      Warum sind die gewaltbereit? Sie reden nicht!
      Genau das machst du auch.
      Nein, Menschen wie wir werden es nie begreifen, worum es geht, wenn man wie du nur Angriffe startet, die keinen Inhalt haben. Die ohne jede Aussage sind. Wie sollen wir das begreifen? Mach dir mal Gedanken darüber.
      Vielleicht haben manche hier anderen Wunden zugefügt. Vielleicht hast du auch Wunden zugefügt. Zumindest jetzt und hier in diesem Forum.
      Wo ist Uneinsichtigkeit, erkläre das genau an Tatsachen, an Fakten, benenne diese.
      Dann kann aus Uneinsichtigkeit Einsichtigkeit werden.!
      Es gibt keinen Menschen, der nicht für andere Menschen verantwortlich ist. Also auch du für andere, zumindest hier im Forum, um nicht nur einen Pauschalrundumschlag zu starten, sondern um zu erklären.
      Ja, es ist regelrecht respektlos, hier einen Generalumschlag zu machen und keine Tatsachen und Fakten zu benennen.
      In diesem Sinne wünsche ich dir alles Gute und vor allen Dingen wünsche ich dir Mut, Mut und noch mal Mut, Dinge auszusprechen, die ausgesprochen werden müssen.

      1. “..sie reden nicht.”
        Frau Sternenwolke, ich habe vielfach hier im Forum
        so konkret wie möglich, und möglichst nichts unterdrückend geredet.
        Darauf kam von Ihnen der Vorwurf, daß meine Worte zu hart für Sie sind.
        Sie erklärten, daß Sie sich zu den Vorwürfen nicht weiter äußern wollten.
        Zu vielen Fragen und Vorwürfen von mir haben Sie keine Stellung bezogen.
        Jetzt sagen sie: “Warum wird die Zeit immer schlimmer da draußen? Weil nicht mehr geredet wird.”
        Erkennen Sie keinen Widerspruch in Ihren Äußerungen ?

        1. Lieber Umberto,
          ich kann mich nicht entsinnen, dass ich nicht offen wäre. Lesen Sie alle meine Beiträge. Sicherlich breche ich eine Unterhaltung ab, wenn sie unbegründet ist und unter die Gürtellinie geht, was ich bei Ihren früheren Beiträgen oft gelesen habe, die nicht mich betreffen, sondern auch andere Forenser.
          In der Zwischenzeit haben Sie ja auch ihren schriftlichen Sprachstil geändert, zu meiner und vieler anderer Freude.

          Ich sehe keinen Wiederspruch, denn ich bin immer zum Reden bereit.

          Ich habe nicht sie angegriffen!!!!
          Ich habe auch nicht Sina angegriffen!!!
          ich habe eine neutrale Stellungnahme zu Sinas Geitrag geschrieben.
          Dazu erwarte ich eine Stellungnahme von Sina.
          (und keinen unbegründeten Angriff von Ihnen)

          Wenn nun hier wieder eine Diskussion entsteht, die hier nichts zu suchen hat, dann kann nach 10 Beiträgen wieder keine weitere Antwort reingestellt werden. Somit erwarte ich Respekt und hoffe, dass Sina Stellung nimmt, zu der dann jeder seine Meinung äußern kann, darf und soll.
          DANKE FÜR DAS VERSTÄNDNIS

          1. Wären Sie denn bereit, z.B. über meinen Kommentar vom 31. Dezember 2014 um 18:35 zu reden? (auf diesen habe ich eine Stellungnahme von Ihnen vermißt)

        2. @umberto

          Auf Vorwürfe würde ich auch grundsätzlich nicht reagieren, egal von wem sie kommen. Das ist für mich keine Basis einer Unterhaltung. Ebenso muss niemand irgendwem Erwartungen erfüllen. Finden Sie sich damit ab, dass andere Menschen die Freiheit geniessen, nicht auf jeden Beitrag zu antworten.

          oder um es mit Ulrich Schaffers Worten zu sagen:

          [..]
          Du hast das Recht,
          still bei Dir selbst zu bleiben
          und das Leben nicht als Gegnerschaft,
          sondern als Begegnung mit anderen
          zu sehen.

          1. Woraus schlußfolgern Sie denn, daß Frau Sternenwolke darüber nicht reden will ?
            Sie sagte soeben, sie ist immer zum Reden bereit..

      2. “Schon in deinem ersten Satz stellst du alle Forenser an den Pranger mit einer Floskel. Habe doch den Mut Tatsachen zu benennen. Sprich sie aus! Hier ist ein anonymer Raum, nicht einmal da getraust du dich Dinge offen auszusprechen. Kann man einem solchen Menschen trauen – vertrauen? Das ist die Frage, die sich mir bereits nach deinem ersten Satz stellt.”

        Alle Forenser habe ich damit sicherlich nicht angesprochen. Was dir nach der Anmerkung des Admins eigentlich klar sein sollte. Dein ersten Satz hingegen sagt schon viel über deinen Charakter aus. Du unterstellst mir etwas und sprichst mir gleichzeitig die Fähigkeit ab eine eigene, begründete Meinung zu haben indem du meine Aussage als Floskel bezeichnest. Dein zweiter Satz sagt mir, dass du nicht zuhörst. Dein dritter Satz ist wieder eine Unterstellung sowie nicht zuhören”…nicht mal da getraust du dich…”. Nicht mal da? Woher weißt du das? Kennst du mich? “…offen auszusprechen…” Wie offen brauchst du es denn noch? Womit wir zu diesem Satz kommen:

        “Wie sollen sich Eltern ändern, wenn sie nicht wissen, was ihnen vorgeworfen wird.”

        Wenn sie das nicht wissen mangelt es ihnen eindeutig an Selbsterkenntnis, Selbstreflexion- und -kritik, sowie an Empathie. Solche Eltern neigen gerne zu Unterstellungen, hören nicht zu/hören nicht was man ihnen mitteilt und picken sich aus dem Gesagten gerne das heraus was sie hören wollen damit sie das Gesagte dann umdrehen/verdrehen können um sich bloß nicht für ihr eigenes Fehlverhalten rechtfertigen zu müssen.

        ” Aber nenne hier in diesem anonymen Raum konkrete Beispiele, warum die Forenser klingen wie deine Mutter. Welche Aussagen sind es genau?
        Wo ist Uneinsichtigkeit, erkläre das genau an Tatsachen, an Fakten, benenne diese.”

        –> “Es nervt, wie in den Foren meist die Eltern dafür verantwortlich gemacht werden, dass ein Kind den Kontakt abbricht. Kinder, einmal aus dem Säuglingsalter hinaus, “sind so kleine Hände” nicht immer! Respekt- und schamlos, tobsüchtig, gierig, brutal, verantwortungs- und eifühlungsunähig… Man muss sich nur einmal auf youtube ansehen, wie diese ach so verletzlichen Kinder auch sein können”

        –> “Wie schon einmal hier erwähnt,
        das, was unsere “Kinder” im Erwachsenenalter machen hat nichts mit uns zu tun. Wir gaben unser BESTES.
        Unsere Kinder haben nicht gelernt zu entbehren, da wir so viel entbehren mussten, haben wir sie zu sehr verwöhnt. Nun sind aus ihnen Monster geworden. Machtbesessene Monster. (womit wir nichts zu tun haben, denn wir haben in Liebe erzogen)”

        …Die Quintessenz dieser Aussagen ist, dass die Eltern schuldfrei sind und sich nichts vorzuwerfen haben. Das Kind ist das böse Monster. Das Kind ist Schuld.
        Wo ist da bitte die Selbstkritik? Wo das Anerkennen von eigenen Fehlern?

        Und was mich angeht? Meine Mutter ist eine selbstherrliche, manipulative Narzisstin wie sie im Buche steht. Ohne Gefühl für persönliche Grenzen und Bedürfnisse ihrer Kinder und ohne Einsicht (das war nicht so, das stimmt nicht, du bist hypersensibel, das ist doch kalter Kaffee, du warst ja auch so schwierig, du musstest ja immer das letzte Wort haben, du hast mich bewusst provoziert, du widersprichst mir nur um des widersprechen willens). Es gab nie Lob, sondern eine Mängelliste. Geschlagen hat sie uns auch regelmäßig und ich rede hier nicht von einer kleinen Ohrfeige. wenn ich hier die Gründe für meinen Abbruch aufzählen sollte wäre ich morgen mittag noch nicht fertig. Aber ich könnte es, wenn ich die Lust dazu hätte. Das beide Kinder unabhängig von einander den Kontakt abgebrochen haben, sollte als Bestätigung genügen.

        Dein letzter Satz ist im Übrigen auch wieder so eine Unterstellung. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht wie ich mich fühle und habe angesprochen was mich stört. Aber nun ja. Da wären wir wieder bei der Sache mit der Uneinsichtigkeit.

      3. Bravo, Sternenwolke, du hast es auf den Punkt gebracht. Gerade durchlebe auch ich mit meiner Tochter wieder mal, den absoluten Horror, der plötzlichen, vorangegangenen Aggresion, Demütigung, Abwertung und Beleidigungen, alles per Telefon, wir wohnen 600 km entfernt, der absoluten Funkstille. Am schlimmsten ist, dass auch meine 6 jährige Enkelin, nicht mehr mit mir sprechen darf und ich nicht mal mehr ein Paket schicken darf und obwohl ich sie als Baby schon betreute und wir uns ab gotisch lieben. Wie grausam ist das denn von meiner Tochter? Sie wurde mir gegenüber schon handgreiflich und ließe mich mal ohne ersichtlichen Grund, von der Polizei von ihrem Grundstück entfernen. Fragte ich sie nach den Gründen, habe ich genau wie bei Sina, dasselbe Wischiwaschi, also, noch nie was Konkretes gesagt bekommen.
        Darum empfinde ich dasselbe wie du Sternenwolke auch. Immerzu auf einen einknueppeln und nichts aussagen. Ich mache das mit diesen schlimmen Phasen schon seit fünf Jahren mit und bin wegen der Enkelin, die ich nun nicht mal über Weihnachten sehen oder sprechen kann, ein seelisches Wrack. Ich tippe bei meiner Tochter schon auf Borderline. Immer bin i c h alles schuld, weiss aber nicht, was. Außerdem verdreht sie alle Tatsachen. Bin gespannt, ob sie irgendwann die Funkstille wieder aufhebt. Mit so jemandem kann man gar nicht befreundet sein. Freundinnen hat sie auch schon vergrault.

        Also Sina, nicht immer nur austeilen, denn dann, muss man selbst auch einstecken können…..

        1. Liebe Monika, das ist ja richtig übel, was du da mitmachst. Es tut mir sehr Leid. Wir verlassenen Mütter wissen, wie groß und schmerzhaft dieses Leid ist. Ich kann mitfühlen mit dir. Fühl dich mal von mir in den Arm genommen und gedrückt.
          Wenn ich dir einen guten Rat geben darf, probier mal keinen Kontakt zu ihr zu bekommen. Lass mal ein Jahr vergehen.
          Dann sende ihr nette DVDs, mit einem Schlaflied, z.b.
          https://www.youtube.com/watch?v=p_cdXNWD1VY
          Das habe ich gemacht, für jetzt zu Weihnachten. Ich dachte es wandert sofort in den Müll, aber es ist anders gekommen. Meine Tochter hat sich bei meiner Mutter gemeldet und ihr erzählt, dass sie 1/2 Stunde geweint hat.
          Dazu kam natürlich noch ein Beisatz: weil ich ihr das erste Mal keine Vorwürfe gemacht habe. Das stimmt natürlich nicht. Ich habe ihr nie Vorwürfe gemacht. Wirklich nie. Das einzige was ich wollte und auch mein Mann, war eine Erklärung.
          Wir haben sie immer nur bewundert und ihr größt möglichen Respekt entgegen gebracht. Wir haben ihr immer wieder gesagt, dass wir stolz auf sie sind.
          Warum sie Vorwürfe empfindet weiß ich nicht, mein Mann auch nicht. Vielleicht bringt das Borderlinbe mit sich, oder auch eine andere Persönlichkeitsstörung.
          Wenn du der Meinung bist, deine Tochter hat Borderline, dann lass sie mal eine Zeit lang vollkommen in Ruhe, verlange auch keine Erklärung.
          Die Enkelkinder werden leiden, und eines Tages von ihr eine Erklärung verlangen. Dann wird sie ein Problem haben.
          Schick ihr nur so DVDs die du selber brennst mit wunerschönen Liedern und Texten. Auch von Enya, z.b.
          https://www.youtube.com/watch?v=UcmABa7fpPM
          (das hab ich meiner Tochter auch mal gebrannt und geschickt.)
          Der Text und die Melodie sind wunderbar.
          Vielleicht kommt sie dann zum denken.
          Wir haben keine andere Wahl als zu warten.
          Vielleicht tröstet dich das, dass eine Schulfreundin nun seit 20 Jahren keinen Kontakt zu ihrer Borderline-Tochter hat. Auch sie hat einen Sohn geboren, den meine Freundin noch nie gesehen hat.
          Ich wünsche dir viel Kraft.
          Ich persönlich habe mich spirituel orientiert. Dort habe ich Halt und Kraft gefunden. Trotzdem werden die schlimmen Tage immer wieder kommen, wo wir ganz tief unten sind und uns die Frage nach dem warum stellen.
          Ich persönlich erwarte mir von meiner Tochter keine Antwort mehr darauf.
          Sei lieb gegrüßt und verbringe Weihnachten mit anderen, positiven Gedanken, Gedanken die dich nicht runterziehen. Das wünsche ich dir von Herzen.

          1. Hier mal ein Link dazu, wie eine Borderline-Persönlichkeitsstörung entsteht. Und dann nur ein Satz: Die Person in der Familie, der man gern ein Problem anlastet, ist der Symptomträger. Will heißen: es ist nicht nur der Symptomträger verantwortlich für die Ursache sondern jene, die ihn damit allein lassen, indem sie ihn in die Schublade des “Kranken” hineinstecken. Und wer davon davonläuft, für alle das Problem zu sein… nun ja, da seien jedem seine eigenen interpretationen zugestanden. http://www.borderline-borderliner.de/borderline/ursachen-borderline.htm

            1. Das kenne ich auch. Ich war immer die Schuldige. Seit ich mich dagegen auflehne und über meine Depression spreche, werde ich noch weniger ernst genommen, als vorher. Denn nun bin ich ja die Kranke. Klar…

    2. Liebe Sina
      Du klingst sehr verletzt , vielleicht bist du das auch . Vielleicht hast du auch einiges schlimmes erlebt.
      Kindererziehung und Kinder großzuziehen , ist meiner Meinung nach die undankbarste und schwierigste Aufgabe der Welt. Jede Mutter versucht das beste daraus zu machen , nicht jeder ist dieser Aufgabe gewachsen , macht Fehler , schwerwiegende Fehler und kann sie auch nicht rückgängig machen.Viele stellen sich das viel leichter vor als es ist sind schnell überfordert , werden ihren Aufgaben nicht gerecht. Aber glaub mir , man sagt manchmal etwas was man nicht so meint. Jede Mutter liebt ihr Kind . Jeder auf seine Weise. Auch die Kinder machen Fehler , sind oft nicht so wie man es sich als Mutter wünscht. Aber so ist das halt.
      Fehler macht jeder , selten ist es einer allein der etwas falsch macht, meist haben beide Parteien Fehler gemacht. Seine Fehler einzugestehen, Größe zeigen auch mal nachgeben . Deine Mutter hat dich geboren, dir das Leben geschenkt Viele , viele Sachen getan die dir geholfen haben dich groß werden zu lassen . Vielleicht hat sie was falsch gemacht. Hast du immer alles richtig gemacht ? Ich empfinde das als egoistisches Verhalten. Ich hoffe du hast mal eigene Kinder und machst keine Fehler . Ich hab auch mal so gedacht . Ich wollte es besser machen aber du nimmst vieles mit ob du willst oder nicht und dann stehst du irgnedwann vor einem Scherbenhaufen und sagst : Ich hab alles anders gemacht wollte es besser machen , war immer da eine Löwen mutter , gekämpft und aufgeopfert für deine Kinder . Das nützt gar nichts . Ein Fehler reicht und du wirst als Mutter in Frage gestellt. Kontakt abbrechen ? Ich finde das feige aber so ist das als Mutter must du funktionieren tust du das nicht hast du verloren. Fehler kann sich eine Mutter nicht leisten
      Aber die Kinder ja? Ich bin der Meinung , das das nicht der richtige Weg ist den Kontakt abzubrechen. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

  11. ich habe heute diesen Link bekommen.
    Die Kinder der Kriegskinder
    Weitergabe von Traumata in an die Nachkriegsgeneration.

    Ich denke, das sollten die erwachsenen Kinder lesen die den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen haben. Vielleicht möchte sich der eine oder der andere ja doch einmal mit der Geschichte der Eltern und Großeltern befassen. Die Traumatas der Eltern und der Großeltern werden leider unterschätzt.

    http://www.deutschlandfunk.de/die-kinder-der-kriegskinder.1148.de.html?dram:article_id=180943

    1. ..Zitat aus besagtem Link:

      >>Entscheidend war es für ihn, zu erkennen, dass der Vater ihm unrecht tat. >>

      Die Heilung steht und fällt mit diesem einzigen Umstand:

      Die Erkenntnis:
      Der Vater TAT IHM UNRECHT.
      Das Verhalten des Vaters ist NICHT RECHTENS gewesen;
      ein durch nichts zu rechtfertigender Gewaltakt,
      ein Terror-Angriff auf die Psyche des Sohnes.

      Solange solch ein Vater sein Unrecht nicht einsieht,
      muß ihm dies kompromißlos VORGEWORFEN werden !

      Die ‘Gehirnwäsche’ und andere schlimme Dinge,
      die der Vater selbst erleiden mußte, sind ein anderes,
      schlimmes Thema-

      Das Unrecht gegenüber seinem Sohn wird dadurch nicht geschmälert !
      Seine Schuld gegenüber seinem Sohn wird dadurch nicht geringer !

      1. “”………Solange solch ein Vater sein Unrecht nicht einsieht,
        muß ihm dies kompromißlos VORGEWORFEN werden !

        Die ‘Gehirnwäsche’ und andere schlimme Dinge,
        die der Vater selbst erleiden mußte, sind ein anderes,
        schlimmes Thema-“”…….

        Sollte man die Dinge auch einmal von dem Asekt der Selbsterziehung sehen?
        Es gibt eine Zeit, in der Verzeihung wichtig ist. Verzeihung auf allen Ebenen. Mir selber verzeihen und meinen Schuldnern verzeihen. Nur dann kann ein Leben beginnen, das schuldlos ist und zur Erfüllung führt. Wenn ich nicht verzeihe, Trage ich einen schweren Rucksack mit mir herum. Das belastet mein Leben so lange, bis ich verziehen habe.
        Zu dieser schweren Arbeit gehört die Geschichte der Eltern betrachten, da ich sonst nicht verzeihen kann. Wenn ich die Geschichte meiner Eltern betrachte, kann ich auch in gewissenm Maße zur Einsicht gelangen.

        Glaub mir Umberto, das war ein jahrelanger Prozess. Der hat nichts mit vergessen zu tun. Die Taten bleiben bestehen, aber verzeihen führt zur Freiheit.
        Mein Vater hat erst am Totenbett eingesehen, was er an mir verbrochen hat.
        Trotzdem habe ich ihm verziehen, weil mein Leben sonst nicht zur Freiheit geführt hätte. Meine Tochter hätte nie einen Großvater gehabt. Und Sie liebte ihn. Hätte ich ihr das verwehren sollen?

        Es gibt immer 2 Seiten die zu betrachten sind!

        1. “[] dann kann ein Leben beginnen, das schuldlos ist []”

          Was bei mir mit diesem Satz mit anderen Worten ankommt:

          ‘indem ich “verzeihe”, kann ich erwarten, daß MIR verziehen wird’!?
          (für Unrecht, was ich eventuell getan hab)!?

        2. @ Sternenwolke

          Ich danke Dir für diesen Kommentar.

          Ich habe mich auch mit der Geschichte meiner Väter (richtiger und Stief..) befasst und Ihnen vergeben. Mit dem Stiefvater treffe ich mich nicht mehr. Mein richtiger Vater hat, nachdem ich ihm vergeben / verziehen habe, eigene Fehler zugegeben.

          Mit meinem richtigen Vater treffe ich mich wieder.

          Es geht, meiner Ansicht nach, nicht um Schuld, sondern um Verantwortung übernehmen. Es muss die Vorwurfskette durchbrochen werden. Das kann gelingen durch Vergebung.

          1. “”…Es muss die Vorwurfskette durchbrochen werden. Das kann gelingen durch Vergebung.!!!!!

            Das hast du nicht nur schön, sondern auch richtig gesagt.

            Wunderbare und richtige Worte. DANKE dafür.

          2. @JanW:

            Beiden Vätern haben Sie vergeben.
            Der leibliche Vater gab Fehler zu;
            Mit ihm ist Kontakt wieder möglich,
            mit dem Stiefvater nicht.
            Darf ich fragen, ob der Stiefvater keine Fehler einsieht,
            und ob das der Grund sein kann, daß mit ihm weiterhin
            kein Kontakt möglich ist ?

            1. @umberto

              Genau. Der Stiefvater sieht seine Fehler nicht ein. Muss er aber auch nicht. Mir ist heute wichtig, dass ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr in eine zu nichts führende Angelegenheit in der Vergangenheit stecke. Ich kann die Vergangenheit nicht verändern, aber die Gegenwart. Ich muss mich mit den Angelegenheiten, mit denen ich mit ihm zu tun hatte, nicht mehr konfrontieren. Als ich ihm vergeben habe, war mir das nicht so klar (ist schon ein paar Jahre her). Aber heute sehe ich das so. Ich habe dadurch meinen inneren Frieden gefunden. Ich kann mich voll und ganz auf mein jetziges Leben konzentrieren. Ich hänge nicht mehr in der Vergangenheit fest.

              1. “”….sieht seine Fehler nicht ein. Muss er aber auch nicht””….

                Ja, JanW.
                So geht es mir auch. Ich habe den Kontakt zu meinem Vater nie abgebrochen, trotz der Peinigungen. Auch ich habe meinen inneren Frieden gefunden durch den Akt der Vergebung.
                Das war ein hartes Stück Arbeit. Es hat Jahre gedauert. Und auch ich konnte die Vergangenheit ruhen lassen. Was ich auch als Folge der Vergebung sehe.
                Wenn ich ständig an der Schuldzuweisung hänge und auf Entschuldigungen warte, lebe ich nicht im JETZT, finde auch keinen Frieden.

                1. Ich gratuliere Dir zu Deiner Entscheidung. Ich bin 64 Jahre alt und habe auch mit meinen Eltern gehadert, aber nie den Kontakt verloren, obwohl es mir Kraft gekostet hat. Was wir denken und tun hängt von vielen Faktoren ab. Heute bin ich dankbar für das, was sie für mich getan haben. Es gibt Dinge, die wir nie wieder rückgängig machen können und deshalb bin ich jetzt stolz darauf, dass ich sie bin zum Tod begleitet habe.

              2. @JanW:

                Das Eröffnungsthema dieses Threads ist
                die Weitergabe von Traumata.
                Der Mann im verlinkten Artikel hat sich sein ganzes Leben
                Selbstvorwürfe gemacht.
                Er hat böses Leid durch diese Selbstvorwürfe erfahren.
                Bis es ihm gelang, die Ursache seiner Selbstvorwürfe
                zu finden im Verhalten seines Vaters,
                welches ungerecht war.
                Heilung geschah ihm DURCH DIESE ERKENNTNIS.

                Vielen Menschen ergeht es heute jetzt und hier ähnlich.
                Sie leiden unter schweren Selbstvorwürfen, Minderwertigkeitskomplexen, zermartern sich oft bis in den Tod.
                Wenn Menschen wie dem Protagonisten aus dem verlinkten Artikel Glück haben, finden sie eines Tages heraus,
                daß sie sich diese Selbstvorwürfe zu Unrecht machen,
                und daß diese stattdessen den Leuten gebühren,
                die Ihnen früher Unrecht zuteil haben werden lassen.
                Diesen Zusammenhang herauszufinden ist oft nicht leicht.
                Es wird einem durch die Gesellschaft zusätzlich erschwert,
                z.B. durch das bedingunslose Gebot:
                “Du sollst Vater und Mutter ehren”.
                Insbesondere erschwert wird es durch Mitglieder der Gesellschaft, die Leuten einreden wollen,
                nicht ständig über ihre Vergangenheit herumzugrübeln;
                ‘im hier und jetzt, und nicht im Gestern zu leben’, usw.
                Sie schreiben:

                “Mir ist heute wichtig, dass ich meine Aufmerksamkeit nicht mehr in eine zu nichts führende Angelegenheit in der Vergangenheit stecke. Ich kann die Vergangenheit nicht verändern, aber die Gegenwart. Ich muss mich mit den Angelegenheiten, mit denen ich mit ihm zu tun hatte, nicht mehr konfrontieren.
                [] Ich hänge nicht mehr in der Vergangenheit fest.”

                Damit haben Sie den Kern des verlinkten Artikels verkannt,
                und schlagen weiterhin in genau die Wunde weiter ein,
                um die es in dem Artikel geht –
                bitter unter Selbstvorwürfen leidende Menschen
                werden erneut bewußt demotiviert,
                sich mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen;
                die Beschäftigung mit ihrer Vergangenheit wird als etwas
                nicht erstrebenswertes dargestellt.

                Um Vergebung geht es in dem Artikel nicht,
                das ist ein völlig anderes Thema.

                Erkennen Sie die Aussage des Artikels an,
                und dessen immense Bedeutung für das psychische Wohlergehen unzähliger leidender Menschen,
                statt sie noch mit Füßen zu treten.

                1. Lieber Umberto,
                  a) ich weiss nicht, auf welchen Artikel Sie sich beziehen
                  b) ich schrieb über meine eigene Geschichte, so wie es jeder hier tut ;)
                  c) ich schreibe mit meiner Aussage niemandem vor, wie er zu leben hat oder wie er sich verhalten soll
                  d) jeder Mensch ist für sich, so er denn körperlich und geistig in der Lage ist (Kinder ausgenommen) für sich und sein Leben selbst verantwortlich
                  e) wenn Ihnen meine Ansicht nicht gefällt, bilden Sie sich eben eine Andere. Nur Mut. ;)

                  1. Lieber Umberto,
                    so nun habe ich den Artikel gelesen.

                    Ich kenne die Thematik der Selbstvorwürfe und des angeblichen Nichtrichtigseins sehr gut. Denn es ist auch Teil meiner eigenen Geschichte.

                    Jedoch bringt mich die Schuldzuweisung an meinen Stiefvater persönlich nicht weiter.
                    a) weil er es nicht wahrhaben will
                    b) weil er seine Fehler nicht zugibt
                    c) weil er seine eigene Geschichte nicht reflektiert
                    d) weil er möglicherweise dazu nicht in der Lage ist

                    Ich verbaue mir, mit meinem Festhalten am alten Schmerz, lediglich die Gegenwart und nehme mir selbst das Lebensglück.
                    Mein persönliches Motto: Raus aus der Opferhaltung und Depression, rein ins pralle Leben.

                    1. Der Mann in dem Artikel fühlte sich nicht in der Opferrolle – die “Strafen”, die er von seinem Vater bekam, führten dazu daß er sich als bösen, minderwertigen TÄTER fühlte, dem immer Strafe gebührt –
                      Heilung konnte für ihn beginnen durch die Erkenntnis,
                      daß er nicht Täter – sondern eben OPFER (von Unrecht) ist!
                      Die Leistung, überhaupt erst in die Opferrolle hineinzukommen, darum geht es in dem Artikel.

                      Wenn es möglich ist, alle alten Wunden tatsächlich zu heilen, überhaupt keine Spätfolgen mehr wirken,
                      man also tatsächlich kein Opfer mehr ist,
                      und somit der Opferrolle allumfassend entsteigen kann – und Sie dieses geschafft haben –
                      dann ist Ihnen natürlich zu gratulieren !
                      (wobei mir die Vorstellung schwerfällt,
                      wie jemand vollständig geheiltes den Drang verspüren könnte, sich mit Themen / in Foren wie diesen noch auseinandersetzten zu wollen..)

                      Ich denke daß viele leidende Menschen überhaupt schon daran scheitern, in eine “Opferrolle” hineinzukommen.
                      Durch Ihre Erziehung fühlen sie sich ständig als schlechter, mieser, böser Mensch – als TÄTER.
                      Ich denke daß dieser kleine feine Unterschied allgemein nicht genug Beachtung erhält.

                      Hier im Forum werden ja Abbrecher von vielen als ‘Täter’ gesehen.

                      Vielleicht geschieht der Abbruch, weil der Abbrecher immer in der ‘Täterrolle’ war – (z.B. auch durch subtile Vorwürfe o.ä.), bis ihm eines Tages klar wurde,
                      daß er in Wirklichkeit Opfer von (auch subtilem) Mißbrauch ist, und er durch diese neue Deutung
                      seiner Situation überhaupt erst in die Opferrolle hineinschlüpfen kann.

                      Ich kann mir vorstellen, daß mancher Abbruch wie ein stummer Hilfeschrei gewertet werden könnte:
                      “Ich bin nicht Täter, ich bin Opfer !” –
                      und wenn die Verlassenen dies nur inständig anerkennen würden,
                      daß dann eventuell wieder Kontakt möglich wäre.

                2. Lieber Umberto,

                  “… werden erneut bewußt demotiviert,
                  sich mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen;
                  die Beschäftigung mit ihrer Vergangenheit wird als etwas
                  nicht erstrebenswertes dargestellt.”

                  Ich verstehe nun, worauf sie hinaus wollen …
                  JA, ich habe mich mit der Vergangenheit “beider” Väter gründlich beschäftigt, bevor ich Ihnen vergeben habe. Und das war ein Prozess über Jahrzehnte.

                  1. Vielleicht war Ihnen immer klar,
                    daß Ihre Väter Ihnen Unrecht angetan haben.
                    In dem Fall wären sie vielen Menschen viele Schritte voraus.
                    Viele Leute beschäftigen sich so wenig mit ihrer EIGENEN Verganengenheit / haben Schlüsselerlebnisse / Mißbrauch so sehr verdrängt,
                    daß sie sich kaum oder überhaupt nicht erinnern
                    (und erst Heilung erfahren können, SOBALD sie sich an Mißbrauch / Unrecht mehr oder weniger konkret erinnern).

                    Besonders schwere Kindheitstaumata wurden von der Psyche der Betroffenen oft so stark verdrängt,
                    daß sie erst mit Hilfe von Hypnose wieder in Erinnerung kommen, wenn überhaupt !

                    Im Sinne von solchen Betroffenen wünsche ich mir,
                    daß die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit
                    als etwas definitiv erstrebenswertes betrachtet wird,
                    und auf keinen Fall andersherum
                    (was einem aber leider an jeder Ecke in unserer Gesellschaft passiert..)

                    1. Lieber Umberto,
                      ich habe es selbst erlebt, wie ich von meinem Stiefvater ständig zum Täter gemacht wurde und mich als Opfer fühlte und das über ca. 20 Jahre. Es war auch für mich ein langer Weg, zu begreifen, was da los war.

                      Dazwischen lagen noch 2 Psychotherapien, das Lesen jeder Menge von Büchern über psychische Themen, der Austausch mit einigen Freunden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und zu guter Letzt: Gemeinschaftsbildung nach Scott Peck.

                      Ich fühle mich nicht vollständig geheilt. Denn ähnliche Situationen passieren mir auch heute noch. Daher schreibe ich auch in diesem Forum.

                      Die Frage ist für mich nur, wie gehe ich heute mit ähnlichen Situationen um? Wie verhalte ich mich heute, wenn mich jemand zum Täter / Opfer machen will?

                      Lasse ich es zu? Oder zeige ich klar meine Grenzen?

                      Ich reflektiere mein Handeln und meine Entscheidungen, so gut es eben geht. Auf diesem Weg bin ich ein Suchender.

                      Ich denke auch, dass ein Abbrecher gleichzeitig Täter und Opfer sein kann. Und auch ein Verlassener kann Täter und gleichzeitig Opfer sein.

    2. Es werden Traumata von der Kriegsgeneration an die Kinder weiter gegeben.
      Man sollte jedoch nicht in die Apologetik fallen und alles auf den 2. WK schieben.
      Wenn jemand mit 35 Kinder bekommt, liegen zwischen der Abkopplung aus dem eigenen Elternhaus und der Geburt des eben ersten Kindes 15 Jahre(!). Das ist viel Zeit um sich mit sich selbst zu beschäftigen.

      Wenn man ein Kindheitstrauma erlitten hat und in sich trägt, wartet es nur darauf an die eigenen Kinder weiter gegeben werden. Dann steht man jedoch in der Pflicht sich ärztlich bzw. psychologisch helfen zu lassen.

      Grotesk die Vorstellung zu wissen, was in der eigenen Kindheit falsch lief und jegliche Maßnahme unterlassen, die noch nicht geborenen, eigenen Kinder davor zu verschonen!

  12. Ein wirklich interessanter Artikel; vor allem rückt er einem Thema auf die Pelle, das ansonsten kaum zu fassen ist.

    Einer meiner besten Kumpels ist ein Abbrecher. Wir sind jetzt seit über 8 Jahren befreundet. 8 Jahre, abzüglich an die 3 Jahre Kontaktabbruch. Dabei rede ich nicht von einem einzelnen Kontaktabbruch, sondern von unzähligen. Konflikte laufen immer nach einem ganz bestimmten Schema ab: Ausflippen und Kontakt abbrechen, immer und bei jedem.
    Ich weiß nicht was los ist, warum das immer wieder sein muss, denn er redet nicht darüber.
    Wir hatten bereits Streit, weil ich zu langsam ging, zu schnell ging, erschrak, weil er niesen musste – im Gegenzug allerdings nicht erschrak, als ein anderer geniest hatte…es ist ermüdend und unmöglich dem auszuweichen. Wobei ich meine, dass diese Anfälle immer dann auftreten, wenn er nur ansatzweise erahnt, er könnte übergangen worden sein. Aber was will man dagegen als Außenstehender unternehmen? Ich kann mich nicht unterwerfen, mal davon abgesehen, dass es ohnehin aussichtslos wäre, unser Gehirn müsste gleichgeschaltet sein.
    Gleichzeitig ist es sehr schade, denn eigentlich ist er ein toller Mensch, nur wenn er diese Aussetzer hat, erkenne ich ihn nicht mehr wieder.
    Das ist einfach bitter. Es ist ihm bewusst, dass er ein Problem hat, das ihn bislang zahlreiche Freunde kostete und manchmal ist er furchtbar traurig deswegen.
    Tja, manchmal…aber er ändert nichts.

    Seit einem Jahr herrscht nun wieder einmal Funkstille, der Grund: Ich sagte, ich würde mich in unserer Freundschaft unwohl fühlen. Peng, wortloser Kontaktabbruch. Na schön, wenn er meint…
    Nachdem das wirklich zur Routine geworden ist, denkt man sich nicht mehr viel dabei, wobei ich damals, als ich noch ein Junge war, völlig verzweifelt reagierte, denn so etwas hatte ich noch nie erlebt. Ich glaubte wirklich, etwas ganz Schlimmes getan zu haben und bettelte um Verzeihung, ohne überhaupt zu wissen, wofür überhaupt. Es war furchtbar, ich fühlte mich ausgeliefert und hatte keine Ahnung, wie mir geschah. Urplötzlich war alles kaputt und das weil…weil…ich wusste es nicht.

    Das Verheerendste war, dass wir wirklich diese Momente hatten, in denen wir uns ganz nahe waren. Es schien etwas Besonderes in dieser Freundschaft zu liegen, man hatte das Gefühl, etwas Seltenes vor sich zu haben, das beschützt werden musste. Es schien, als hatten wir eine dieser Hollywood-Freundschaften, etwas, das man als Jugendlicher im Fernsehen bewundert, aber ja doch nie erreicht.
    Allerdings war dieses Schöne furchtbar fragil, es ging ständig von 0 auf 100 und wieder zurück, immer so, wie er es gerne haben wollte. Man getraut sich überhaupt nichts mehr, weil man einfach nicht weiß, was nun okay oder viel zu viel ist. Ich muss zugeben, ich war abhängig von der Hoffnung auf Nähe.
    Und deswegen bettelte ich, schickte Geschenke, woraufhin er meinte, dass es nicht genug wäre, ich bettelte weiter, er ließ sich darauf ein und drohte mir anschließend noch über Wochen bei jeder Neckerei mit “Ganz dünnes Eis, erlaube dir ja nichts mehr”. Nun ja, er hatte mich ganz gut im Griff.

    Heute sehe ich das eher entspannt, seine Masche ist abgedroschen. Er soll sein Leben leben, allerdings darf er nicht damit rechnen, dass ich ihn noch ein einziges Mal nahe an mich heran lasse. Ich weiß genau, dass er irgendwann wieder ankommen wird, keine Ahnung, wie ich darauf reagieren soll, mir fällt dazu einfach nichts mehr ein. Irgendwo ist es auch einfach zu unwichtig, ich möchte ihm keine Macht mehr zugestehen.

  13. Zufällig bin ich auf diese Seite gestoßen und möchte meine Erfahrung schildern.

    Ich habe den Kontakt zu meiner damaligen Fernbeziehung vor 4 Jahren komplett abgebrochen.
    Wir waren 4 Jahre lang zusammen und haben uns in der gesamten Zeit 3 Monate lang persönlich gesehen (Grund: extrem weite Entfernung -> anderes Land). Die restliche Zeit verbrachten wir per Skype und Webcam.

    Die Entfernung war nie das Problem in der Beziehung.

    Es war nur so, dass dieser Mensch ständig von mir verlangte, Dinge an mir zu ändern: ob das jetzt bestimmte Vorlieben, Verhaltensweisen, die Art zu sprechen oder meine Zukunftswünsche waren. Immer hat er versucht mitzubestimmen, wie ich gefälligst zu sein habe. Ich habe immer mein Möglichstes getan, um ihm bestmöglich zu gefallen, da ich mit der Zeit herausgefunden habe, dass er bei Nichtbeachtung seiner “Tipps” sehr aufbrausend und gereizt werden konnte. Mir, als eher schüchterner, nervöser, weinerlichen und ruhigen Person stieß sein Verhalten auf Unverständnis. Oft konnten wir kein vernünftiges Gespräch führen, weil er in einen Konflikt über irgendwelche Kleinigkeiten mit mir geriet, die ihm nicht an mir passten. Hinterher entschuldigte er sich wieder und tat so, als wäre nichts geschehen.

    Auch in den 3 Monaten, als ich ihn in seinem Land besuchte war das nicht viel anders. Ein Mal habe ich ihn mit irgendeiner Banalität so sehr in Rage versetzt, dass er die Hand gegen mich erhob. Das hat mich sehr erschrocken und ich kann ihm dies bis heute nicht verzeihen. Vor allem nicht, als er dies ein weiteres Mal tat, obwohl er mir versprach, es nicht wieder zu tun.
    Ein anderes Mal hat er mich verbal so sehr unter Druck gesetzt, dass ich kein Wort mehr herausbrachte aus Angst vor seiner aufbrausenden Reaktion. Das führte ihn dazu, dass er einen Eimer kalten Wassers über mich schüttete. In diesem Moment war das für mich die ultimative Demütigung und Bestrafung. Ich zog mich ins Badezimmer zurück und weinte lange.

    Zurück in Deutschland und vor der Webcam wollte er, dass ich ihm täglich Fotos von mir schicke (ganz normale Fotos). Ich hingegen mag es überhaupt nicht, mich selbst zu fotografieren und mich selbst darzustellen – auch wenns bloß für ihn ist. Ich kam mir dabei unheimlich blöd vor, da ich kein großes Selbstbewusstsein hatte.
    Es hat ihn regelmäßig stinksauer gemacht, wenn ich keine oder zu wenige Fotos gemacht habe. Irgendwann habe ich als Ausrede benutzt, dass der Akku meines Fotohandys kaputt sei. Und um überhaupt nicht mit ihm reden zu müssen, floh ich oft in Ausreden, wie, dass mein Internet nicht ginge, oder ich zu müde zum Reden sei (was nur selten der Wahrheit entsprach).

    Mit der Zeit merkte ich, dass es Überhand nahm – sowohl seine Forderungen, wieder zu ihm zu kommen (obwohl ich wegen meiner Ausbildung keine Zeit dafür hatte, länger als 2 Wochen zu ihm zu kommen) und Fotos zu schicken, sowie meine Ausreden, um nicht mehr mit ihm sprechen zu müssen.

    Meine Gefühle für ihn namen stetig ab, da er seine Forderungen auch immer auf eine solch drängende Art äußerte, dass ich regelrecht Angst vor ihm hatte.

    Irgendwann zog ich einen Schlussstrich und löschte mein Skype, antwortete weder auf seine Mails, noch wenn er mich aufs Handy anrief. Jeder seiner Kontaktversuche verursachte anfangs Panik in mir, doch mit der Zeit merkte ich, dass ich das Richtige tat und mich gelöst und befreit fühlte. Ich war nicht länger seine Gefangene (so fühlte ich mich oft).

    Auch heute bereue ich es nicht.
    Ich habe bis heute keinen Kontakt mehr zu ihm und bin froh darüber.

    Seit einem Jahr nun führe ich eine glückliche Beziehung (ohne weite Entfernung) und habe sehr viel an Selbstbewusstsein gewonnen.

      1. Vielen Dank.

        Auch wenn es in meinem Text so scheinen mag, war nicht alles negativ an ihm. In den 3 Monaten in seinem Land habe ich vieles gelernt und hatte auch viele tolle Erlebnisse. Er war ein sehr intelligenter Mensch, der auch gute Ratschläge für mich hatte. Nur wurden diese positiven Aspekte mehr und mehr vom Negativen überschattet, zumal er mir zum Ende hin drohte sich das Leben zu nehmen, wenn ich mich von ihm trennen sollte (Hauptgrund, weshalb ich die Beziehung dann noch aufrecht erhielt).

  14. Ich gehöre zu den wohl Vielen die verlassen wurden. Wortlos, mehr oder weniger. Und nach langer Zeit der Auseinandersetzung mit der Situation, auch mit therapeutischer Begleitung, lernt man mehr oder weniger, damit umzugehen.

    Bleibt letztendlich die Frage nach dem “Warum”, die sich wohl nie beantworten wird….aber ich habe doch gespürt, dass etwas nicht stimmte, habe versucht mit dem mir so eigenen Gespür eine Brücke zu bauen. Himmel, da steht man vor einem wortlosen Menschen, der dann lügen muss, um sich aus einer für ihn so beklemmenden Situation zu befreien.

    Ich habe Ihren Artikel gelesen und es ist, wie wenn ich diese Situationen Stück für Stück über eine lange Zeit so erlebt hätte…hab ich auch….Schweigen, wortloses sich zurückziehen…Hilflosigkeit, Angst….und dann mit einem Mal erscheint eine neue Frau….das Glück schlechthin, die wie man mir sagte “mich endlich versteht”…..was ???? Man kommt sich vor wie emotionales Monster, welches wohl über Jahre irgendeinen Psychoterror veranstaltet haben muss???? Ja ich hätte gerne gewusst, was ich falsch gemacht habe, hätte gerne gewusst, warum man mich hat so belügen müssen, warum meine Worte und Gefühle so ins Leere gingen….ja bis zu diesem Tag.

    Man steht da-einfach nur leer. Wieso ist die eigene Angst um so viel größer als der Wunsch eine Beziehung fair zu beenden? Wie ticken diese Menschen, die es fertig bringen einen Lebenspartner bei Nacht und Nebel einfach ohne eine Wort stehen zu lassen. Ist der Druck zu seinen Gefühlen zu stehen so groß gewesen, dass nur noch die Flucht nach Vorne als Lösung hilfreich erschien.

    Ich bin so unendlich traurig darüber in dieser Weise versagt zu haben. Einem Menschen in Not nicht genug Kraft geben zu können, dass er vertrauensvoll mir gegenüber zu seinen nicht mehr vorhandenen Gefühlen steht. Es hätte so Vieles leichter sein können. Jetzt gibt es gar keinen Kontakt mehr und ich werde wohl nie erfahren, was da eigentlich passiert ist.

    1. “Ich bin so unendlich traurig darüber in dieser Weise versagt zu haben. Einem Menschen in Not nicht genug Kraft geben zu können, dass er vertrauensvoll mir gegenüber zu seinen nicht mehr vorhandenen Gefühlen steht. Es hätte so Vieles leichter sein können. Jetzt gibt es gar keinen Kontakt mehr und ich werde wohl nie erfahren, was da eigentlich passiert ist.”

      Ja – so ist es, wir werden es nie verstehen, das ist unser gemeinsames Schicksal.
      Was ich daraus nach so vielen Jahren des Kontaktabbruchs unserer einzigen und geliebten Tochter gelernt habe ist:

      E s h a t n i c h t s m i t m i r z u t u n ! ! !

      1. Liebe Sternenwolke, auch ich bin von einem Kontaktabbruch durch meine Tochter betroffen. Aus diesem Grunde habe ich bei Fb eine Funkstille Gruppe gegründet. Mit Zustimmung von Frau Soliman darf ich hier einen Link zu dieser Gruppe posten. Es ist eine sehr achtsame und respektvolle Gruppe mit mittlerweile über 600 Mitgliedern.
        Zudem habe ich eine weitere Gruppe nur für Verlassene Mütter bei Fb gegründet, weitere Informationen können Sie gerne bei mir über eine Facebooknachricht erhalten.
        https://www.facebook.com/groups/Funkstille.Kontaktabbruch/
        Ich würde mich freuen Sie in der Gruppe begrüßen zu dürfen.
        Herzliche Grüße
        Ute R.

        1. Hallo Monika,
          auch wenn Ihr Eintrag schon etwas her ist … mir geht es genauso mit meiner Tochter. Allerdings wohne ich noch weiter weg als Sie, aber diese Anschuldigungen ohne wirklich etwas auszusagen lassen eigentlich nur zwei Moeglichkeiten zu: entweder am Ball bleiben und hoffen, dass sich die Situation aendert oder aber es dabei belassen und sich auf das eigene Leben konzentrieren (was als Mutter ganz sicher nicht leicht – wenn ueberhaupt durchfuehrbar- ist).
          Ich wuensche Ihnen alles Gute und dass sich die Situation zum Guten kehrt!

    2. Hallo Gundula
      Warum hat jemand nicht den Mut den Abbruch zu erklären? Die Gründe sind oft schwer zu belegen – Vorwürfe und Rechtfertigungen bringen nichts – aber das Ziel ist klar: Befreiung. Denn jede Bindung ist eben, was sie ist: Bindung, Verbundenheit, Verbindlichkeit. Man will sich von Unterdrückung/Gewalt, Kontrolle, von Schuld- und Schamgefühlen, von Verantwortung usw. befreien. Selbst wenn man noch gar nicht weiss, was mit der Freiheit anzufangen ist. Partner, die eine Beziehung so abbrechen, suchen sich sogar meist wieder einen ähnlichen Typ. Und brechen auch dort ab – bis sie die Lektion gelernt haben. (Daneben gibt es Menschen, die sowieso jede Bindung als Fessel empfinden und lieber allein wursteln) Freundschaften habe ich selten und ungern von mir aus abgebrochen – und kommentarlos erst recht nicht. Einige sind allerdings einfach “eingeschlafen”. Funkstille bei Familienangehörigen ist indes noch was anderes: da kann man lang kreischen “du bist nicht mehr meine Mutter/mein Vater/mein Sohn/ meine Tochter” – man bleibt es eben trotzdem: vor dem Gesetz und biologisch/archetypisch. Ein Gesetz kann, wenn die Menschen das wünschen, geändert werden, das andere nicht. Es gibt eine griechische Geschichte, wo eine Frau ihren Bruder statt ihren Mann vor dem Ertrinken rettet mit der Begründung: Einen andern Mann kann ich immer finden, einen Bruder nicht. Freunde findet man immer wieder!

  15. Was mir als Person, zu der der Kontakt abgebrochen wurde, die Situation erleichterte, war die Beschäftigung mit nicht-gewaltsamer Kommunikation, was nicht nur Kommunikation mit den Mitmenschen bedeutet, sondern ganz besonders auch mit sich selbst.
    Stichworte “nonviolent communication” oder “Marshall Rosenberg” auf youtube oder Google.
    Mit den besten Wünschen an alle, die hier schreiben.
    B.F.

    1. Liebe B.F., auch ich bin von einem Kontaktabbruch betroffen. Aus diesem Grunde habe ich bei Fb eine Funkstille Gruppe gegründet. Mit Zustimmung von Frau Soliman darf ich hier einen Link zu dieser Gruppe posten. Es ist eine sehr achtsame und respektvolle Gruppe mit mittlerweile über 600 Mitgliedern.
      https://www.facebook.com/groups/Funkstille.Kontaktabbruch/
      Ich würde mich freuen Sie in der Gruppe begrüßen zu dürfen.
      Herzliche Grüße
      Ute R.

  16. Ich brach den Kontakt zu der Familie meines Mannes ab, weil sie Druck auf mich ausübte und mich versuchte zu zwingen, ihre Sichtweisen anzunehmen und mich dazu noch heruntermachte und beschimpte. Ich war aus Selbstschutz gezwungen, Handy-Nummer, E-Mail auszuwechseln und sogar wiederholt schriftlich den Kontaktabbruch zu verlangen.

    Mir erschien ihr Verhalten hatte narzisstische Züge: eigene Fehler nie integrieren können, das Gegenüber zwingen und unterwerfen wollen. Nach jahrelangem Drängen, welches zeitenweise sogar die Kriterien von Stalking aufwies, brach ich ab.

    Auch ich und meine Familie wurde dann mit meinem Verhalten im weiteren Umfeld der Familie kritisiert, man kapsle sich ab, man sei nicht bereit zu vergeben. Sogar die Vergebung wollte man einem aufzwingen.

    Es glich einer totalitären Gruppe, die einen jagte. Es gibt Leute, die haben ein übertriebenes Ehrgefühl und ein übertriebenes Anspruchsdenken. Solchen fällt es schwer, die Meinung und Ansichten anderer zu respektieren.

    IN der Tat ging es um Geld und um Platzkämpfe

  17. Hallo zusammen…
    Ich bin eine Abbrecherin.

    Ich habe vor ca. zwei Jahren die Beziehung zu einem Freund (Freund im Sinne von Freundschaft, nicht von Partnerschaft) abgebrochen.

    Nein, ich bin nicht misshandelt und auch nicht missbraucht worden, sondern in einem liebevollen Elternhaus groß geworden. Meine Eltern waren bzw. sind sehr hilfsbereite Menschen, die immer für andere da sind – denen es jedoch schwer fällt, sich abzugrenzen und “nein” zu sagen. Und dieses Verhalten habe ich wohl “geerbt”.
    Ich bin dazu erzogen worden, immer lieb und nett zu sein, allen zu helfen, immer für andere da zu sein und sich zu kümmern und immer ein offenes Ohr zu haben und andere wieder zu ermutigen.

    Das war auch wahrscheinlich genau der Wesenszug, den dieser “Freund” so an mir geschätzt hat. Immer konnte man sich auf mich verlassen, immer war ich da und zur Stelle und habe mir seine Probleme angehört. Das war am Anfang auch ok. Aber dann nahm das Ganze von seiner Seite aus Überhand. Fast täglich hatte ich Mails oder Briefe im Postfach. Es blieb jedoch nicht dabei, dass er mir sein Herz ausschüttete, sondern er fing auch an, meine Verhaltensweisen “durchzuanalysieren” und verstieg sich immer mehr in wüste Therorien über mich. Wenn ich dann mal keine Zeit oder Lust auf ein Treffen hatte, konnte er das nicht verstehen (“du hattest doch sonst immer Lust”) und ich hatte das Gefühl, mich ihm gegenüber rechtfertigen zu müssen. Ich habe ihm mehrmals gesagt, dass mir seine fordernde Art zuviel wird, aber er konnte einfach nicht locker lassen.

    Es ist nicht so, dass der Abbruch von meiner Seite aus aus heiterem Himmel kam. Ich habe es mit Worten versucht, mich verständlich zu machen. Immer und immer und immer wieder. Habe unzählige Gespräche gesucht und versucht, mich zu erklären – bin dabei aber immer wieder an einer Wand des “nicht-verstehens” abgeprallt und gescheitert.

    Und irgendwann war dann einfach der Punkt da, wo ich nicht mehr konnte und auch nicht mehr wollte. Nach gefühlten hundert Gesprächsversuchen hatte ich einfach keine Kraft mehr für diese “Freundschaft” übrig. Ich wollte mich nicht mehr erklären – nur um dann doch wieder nicht verstanden zu werden. Es hat mich regelrecht ausgelaugt.

    Ich habe mich zunächst erst für kurze Phasen zurückgezogen – und wurde dann sofort von ihm pathologisiert. Von Borderline über Hypersensiblität bis hin zur Depression wurde mir von ihm so einiges an Krankheitsbildern unterstellt.

    Aber ich war nicht krank (und nein – ich verleugne da jetzt nichts, ich hatte mir schon Hilfe beim Psychologen gesucht, weil ich zunächst erst selber glaubte, das mit mir etwas nicht stimmt, aber das war es gar nicht). Ich war auch nicht psychisch labil oder ähnliches… Das einzige was neu war war, dass ich endlich – nach viel zu langer Zeit, ich hätte es schon viel eher tun sollen – angefangen habe, Grenzen zu setzen. Ich habe es gewagt, “nein” zu sagen, zu mir selber zu stehen und mich abzugrenzen. Und das konnte er nicht verstehen. Ich war ja sonst immer da, immer ansprechbar, stand immer zur Verfügung. Und plötzlich tat ich das nicht mehr.

    Nein, ich habe keine Schuldgefühle, weil ich den Kontakt abgebrochen habe. Es war letztendlich das letzte, einzige Mittel, um mich selbst nicht zu verlieren und ganz vereinnahmen zu lassen. Und seit der Kontakt abgebrochen ist, fühle ich mich regelrecht befreit.

    Ich habe zwischendurch auch noch einige Male vorsichtig versucht, den Kontakt zu ihm wieder aufzunehmen, aber jedesmal hat er sich auf jede kleinste Regung von mir regelrecht gestürzt und sofort wieder mehr und mehr und mehr von mir eingefordert. Da blieb mir dann letzten Endes nichts anderes übrig, als den Kontakt ganz abzubrechen.

    Es ist auch nicht so, dass ich vor einem möglichen Konflikt davonlaufe – solche Konfliktlösungsgespräche habe ich immer und immer wieder gesucht. Aber wenn das Gesagte beim Gegenüber nicht ankommt, nicht verstanden wird…

    Das Einzige, was ich mir vorwerfen kann ist, diese Grenzen nicht schon viel früher gesetzt zu haben (aber da spielen dann wohl die erlernten Verhaltensmuster eine Rolle). Das hätte ich sicher tun sollen.

    An alle Verlassenen:
    Liebe und Fürsorge, aber auch das Bedürfnis nach Nähe kann, wenn es zuviel ist, erdrücken. Lasst eurem Gegenüber Luft und Raum zu atmen!!
    Und wenn euer Gegenüber den Kontakt abgebrochen hat – dann tut erstmal gar nichts und lasst ihn in Ruhe. Dieser Abbruch kann ein Schutzraum sein, ein Raum, in dem man in aller Ruhe, ohne Einflüsse von außen, auf die eigene Stimme hören und zu sich selber finden kann. Und dann kann aus einer neuen Situation und Position heraus später vielleicht noch einmal eine erneute Kontaktaufnahme stattfinden.
    Wenn ihr andauernd drängelnd nachfragt, nachhakt und der Beziehung “hinterherlauft” und Nähe einfordert, macht ihr die Sache nur noch Schlimmer, drängt den Anderen in eine Ecke und erschwert ein erneutes Aufeinander zugehen.
    Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung aus Abbrecher-Sicht.

    Ich hoffe, dass ich euch ein bisschen Verständnis für die Abbrecher-Seite nahebringen konnte und glaube trotz allem daran, das ein sich wieder annähern möglich ist – wenn man sich gegenseitig genug Luft und Raum lässt, um zu sein!

    1. Liebe Cara,

      dein Beitrag ist grandios.
      Ich ahne wie viele zermürbende Diskussionen du mit deinem platonischen Freund hinter dir hast,
      wie oft deine Grenzen von ihm missachtet und überschritten wurden,
      wie selten deine Neins akzeptiert wurden
      und wie oft dir deine eigenen Worte zu einem Strick gedreht und dir um den Hals gelegt wurden.
      Du warst bestimmt eine sensationell gutmütige, hilfsbereite und verständnisvolle Freundin und hast bestimmt mehr an Energie, Kraft und Zeit gegeben als dir zur Verfügung standen, statt vielen Dankeschöns und revanchierenden Hilfsdiensten, kamen lediglich: Gib mehr, ich hab noch nicht genug, wieso machst du nicht mehr, mit dir stimmt was nicht, weil sonst würdest du ja…
      Du Arme, ich kenne diesen Typ Mensch und diese Tortur.
      Es ist schwierig nach so einer zwischenmenschlichen Verbindung, wieder in seine volle Kraft zurück zu kommen, denn man wird regelrecht ausgesaugt und fühlt sich ausgebrannt, leer und schlapp.
      Ich wünsche dir ganz viel Entspannung, Ruhe und Stille, Unmengen von freudigen Momenten und Menschen die deine liebenswürdige Art zu schätzen wissen und auch dir mit Geduld und Liebe zur Seite stehen.
      Dein Kontaktabbruch war purer Selbstschutz, ein Nein zum seelischen ausgebeutet werden und ein Ja zur Selbsterhaltung.
      Dieser Kontaktabbruch ist vollkommen berechtigt, du hast deine Sichtweise vorab unzählige Male deinem Freund mitgeteilt, du hast ihm unzählige Chancen gegeben, du hast dein dir Menschenmögliches getan.
      Es gibt einige Kontaktabbrüche bei denen es wie bei dir absolut berechtigt ist dies zu tun, leider gibt es viele Fälle wo der Verlassende kein krankhaft fixierter Seelenausbeuter ist, sondern ein bemühter, liebender Mensch der von heute auf morgen, ohne Vorwarnung, schweigend verlassen wird, ohne Abschied, ohne Erklärung und die Verlassenden schwanken dann abwechselnd zwischen Sorge, Sehnsucht, Sinnfragen, Selbstzerfleischung.
      Es gibt so unsagbar viele Motive den Kontakt abzubrechen,
      einige sind wie deine berechtigt und notwendig,
      andere sind unnötig und zerstörend.
      Ich freue mich sehr über deinen Post, da ich ähnliches wie du erlebt habe, aber auch die andere Seite der Medaille kenne, fast daran drauf zu gehen, weil das Schweigen und die Ungewissheit einen kaputt machen.
      Wichtig ist es bei jeder Art des Verlassens und Verlassen werden, immer den eigenen Anteil in gleichen Mengen anzusehen wie den Anteil des verlassenden oder verlassenen Gegenübers, man selbst trägt immer 50 % Anteil und sei es nur, dass man etwas zulange geduldet hat und keine Grenzen zum Selbstschutz gezogen hat, meistens liegt das an der eigenen Vergangenheit, Kindheit, irgendwo findet man immer die Ursache für den eigenen Anteil an der Geschichte und wenn man ihn gefunden hat, kann man ihn erlösen und langsam lernen bewusster und aufmerksamer in Beziehungen zu sein, nicht nur dem Anderen sondern auch sich selbst gegenüber.
      Alles Liebe euch allen, irgendwann ergibt alles Sinn!!!

      1. Liebe L.N.,
        vielen Dank für deine verständnisvollen Worte. Ich gebe dir Recht, dass ein Gehen und Schweigen ganz ohne Erklärung wirklich grausam ist. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass viele andere Abbrecher, wie ich, im Vorfeld schon viele Signale gesendet haben, die dann aber leider nicht gehört und nicht wahrgenommen wurden – und über diesem “nicht-verstanden-werden” fast verzweifelt sind, so dass der Kontaktabbruch die letzte Lösung war. Für die Verlassenen kommt das dann natürlich wie aus heiterem Himmel – für den Abbrecher hat sich das meist aber schon lange innerlich angestaut.

        Irgendwie bin ich diesem “Freund” aber auch ein Stück weit dankbar – er hat mich dazu gebracht, endlich zu mir selbst zu stehen und es endlich zu wagen, auch mal nein zu sagen und Grenzen zu setzen. Dies hätte ich schon viel früher tun sollen und ich denke, genau das ist auch mein Anteil der Geschichte – nicht früh genug “Stop” gesagt zu haben, zuviel hingenommen zu haben und in meiner Grenzsetzung vielleicht immer noch nicht deutlich genug gewesen zu sein. Ich sehe es als eine Möglichkeit für “Lernen aus Erfahrung” und als Anreiz, in Zukunft früher und genauer auf meine individuellen Grenzen zu achten und diese auch deutlich zu kommunizieren.

        Danke für deine lieben Worte und dein Verständnis.
        Cara

        1. Wie bereits oben geschrieben liebe Cara, JA die von dir erlebte Variante ist eine häufige Ursache für Kontaktabbruch, aber definitiv nicht die einzig möglich Erlebbare. Es gibt viele Facetten des Kontaktabbruchs, es gibt Fälle da wird der Wunsch des “Beziehungsende” sogar mehrmals deutlich kommuniziert, jedoch einfach überhört, es gibt aber auch die tragische Version des Himmel auf Erden und eines Tages ist die Person ohne jegliche Signale, Vorankündigung oder Abschied verschwunden, natürlich gibt es auch dafür Gründe, in den meisten Fällen handelt es sich bei dieser schrecklichen Variante, um Dinge die der Flüchter sich nicht traut auszusprechen, hängt meistens überhaupt nicht mit der Beziehung zum Verlassenen oder dem Verlassenen zusammen sondern einzig und allein mit dem Leben des Flüchters, oft wird so versucht etwas geheim zu halten, um die/den Verlassenen nicht zu verletzten, oft ist es auch Angst die die Flüchter wegtreibt, auch diese Form ist furchtbar tragisch, denn hier ist es umgekehrt, der Verlassene glaubt ewig etwas falsch gemacht oder gar verbrochen zu haben, doch in Wahrheit liegen die Gründe ganz wo anders. Es gibt eben nie nur eine alleinige und allgemeingültige Ursache für etwas, man neigt oft dazu zu glauben, wenn man eine Sache vom Gesichtspunkt A erlebt hat, dass wahrscheinlich nur diese A-Version den häufigsten Grund darstellt, aber so ist das nicht, es gibt immer mehr als man selbst erlebt hat. Es war mir jetzt ganz wichtig, dass hier nochmals detailliert darzustellen, damit sich hier kein aus heiterem Himmel Verlassener (das gibt es öfter als man glaubt) nicht noch unnötig in seiner Ungewissheit mit weiteren Selbstvorwürfen zerfleischt. Ich weiß, liebe Cara, dass du es so erlebt hast und dass es viele so erleben wie du, auch ich kenne diese Form der Grenzüberschreitung und diesen zwingend notwendigen Kontaktabbruch, aber es gibt eben auch andere Formen des Kontaktabbruchs, plötzlich, unvorhersehbar, wenn dir ein Mensch vom Schicksal weggerissen wird, wie vom Tod, manchmal hat man keine Möglichkeit herauszufinden ob der Verlassende lebt, manchmal hat man das Glück wenigstens das irgendwie in Erfahrung zu bringen. Alles erdenklich liebe, dir Cara auf all deinen Wegen!

    2. Liebe Cara,
      ich habe gerade deinen Bericht gelesen und ich hoffe, du liest den meinen.
      Du schreibst, dass du eine “Abbrecherin” bist, dass du den Kontakt zu einem Freund abgebrochen hast.
      Mein 22jähriger Sohn hat den Kontakt zu mir abgebrochen. Vorausgegangen sind viele Monate des Gesprächs und seiner Vermutung, dass er Burn-out hat (er hat begonnen zu studieren und sich höchstwahrscheinlich übernommen, zu viel von sich verlangt, war sehr gut aber für seine Vorstellungen nicht gut genug usw.) Zudem hat er mehrfach Suizidgedanken geäußert und auch, dass er glaubt, dass er Hilfe braucht.
      Er hat knallhart den Kontakt abgebrochen, mir per Computerstimme-SMS- am Telefon sagen lassen, dass er mich hasst und ich nie wieder Kontakt mit ihm aufnehmen soll.
      Ich bin unendlich traurig darüber. Ich wollte ihn nicht verlieren. Natürlich muss er seinen Weg gehen (er war monatelang in Australien, dort ging es ihm gut und ich habe wochenlang nichts von ihm gehört).
      Aber was veranlasst ihn, mit seiner ganzen Familie (außer seinem leiblichen Vater) zu brechen? Der Abbruch schließt meine gesamte Familie und seine beiden jüngeren Schwestern mit ein.
      Liebe Cara, glaubst du als Erfahrene, dass es einen Hoffnungsschimmer gibt? Ich habe meinem Sohn oft gesagt, dass ich ihn liebe und immer für ihn da bin, aber ich habe das Gefühl, dass ihn das geradezu “verjagt” hat.
      Was meinst du?
      Liebe Grüße Nadine

      1. @Katharina Aigner
        hab eine ähnliche Situation und bin schon weiter – systemische Aufstellungen ( google Prof. Franz Ruppert ) sind der direkteste Weg . Würde gerne mit Dir Kontakt aufnehmen für Tips, Gruppe, Austausch – die Redaktion kann Dir meine email geben und mir die Deine , ich frag mal an .

        1. Hallo Katharina,

          kann auch ich an Deinen Tips, Gruppe Austausch teilhaben?
          Das Muster des Abbrechens und ‘Abgebrochen-Werden’ findet sich auch in meiner Biographie wieder. Ich arbeite auch mit der ‘gewaltfreien Kommunikation’ und bin fortgeschrittener darin, mich mit mir selbst zu verbinden.
          Näheres im Detail würde ich gerne per Mail mitteilen.

          1. Hallo liebe Julia

            auf der homepage http://www.franz-ruppert.de
            findest Du Infos über systemische Aufstellungen – das ist der beste und direkteste Weg – er dauert, aber man kommt bei sich an , blickt es und alles wird besser :-) .
            Lass dir von Prof. F.Ruppert per email die Liste mit den Gruppen in Deutschland senden – ist nicht teuer .
            Auch die Bücher von Franz Ruppert kann ich Dir empfehlen.
            Wenn Du magst – kann der ADMIN Dir gerne meine email mitteilen.
            Alles Gute und viel Glück auf Deinem Weg
            Isabella

    3. Hallo,

      ich bin ein Verlassener…

      Meine Freundin und ich lebten gerade eine junge, frische Liebe aus und alles war gut.Von einem Tag auf den anderen hörte ich nix mehr von ihr.Auf mehrmaliger nachfrage meldete sie sich einen Tag später mit der Mitteilung das ihre beste Freundin verstorben wäre und sie derzeit niemanden sehen oder sprechen wolle.Es täte ihr leid aber sie müßte dies erst auf die Reihe bekommen und denke aber das es bald wieder besser wäre.Ab und an schrieb ich ihr dann das ich an sie denken würde, ohne Rückantwort.Nach 4 Wochen hielt ich es nicht mehr aus und rief sie an, man macht sich ja Sorgen.Mit genervter, kalter Stimme fragte sie was ich wolle und ich meinte wie es ihr denn ginge.Sie sagte wie soll es schon gehen, sie lebe ja noch.Sie könnte auch nicht verstehen warum ich nicht kapieren würde das sie momentan keinen sehen und sprechen wolle, dabei geriet sie so in Rage das sie das kurze Gespräch mit den Worten, wir sind fertig miteinander, beendete.Bin wie vor den Kopf gestoßen.Dies ist nun 2 Monate her ohne wieder was von ihr gehört zu haben.Bin total durch und denke pausenlos nach was denn hier abgelaufen ist.Kann es nicht verstehen.
      Gruß Ronny

      1. Hallo Ronny,
        das klingt echt hart für Dich.

        Jedoch den Verlust ihrer Freundin wird sie nicht so ohne Weiteres wegstecken, auch nicht nach 2 Monaten. Und jeder trauert anders.

        Und vielleicht ist es genau das, was sie Dir gesagt hat: “Sie braucht Zeit.”

        Meine Erfahrung ist, den Frauen einfach nur genau zuhören, hilft weiter.

        Trotzdem Dir alles Gute.

        1. Danke für deine Worte.

          Es ist nur wahnsinnig schwer für mich, man möchte ja beistehen und Trost spenden.Leider weis ich nicht wie sie sich fühlt und ev ist dann diese Liebe auch erst mal unpassend für sie in dem Moment der Trauer bzw hat es sich so heraus gebildet.Mir wäre aber leichter ums Herz dieses auch so von ihr zu hören, versteht ihr mich, damit ich weis das es nicht an mir liegt.Bekomme dieses Gefühl nicht los.Hatte ihr dann nur noch eine SMS geschickt wo drinn stand das ich für sie da bin falls sie mich braucht.Will ihr ja nicht auf den Keks gehen, hab aber großen Bammel das sie nie wieder was von sich hören lässt.

          1. Hallo Ronny,
            ich verstehe Deine Ängste und das das schwer ist.

            Die Ungewissheit nicht zu wissen, was sein wird, ist am schlimmsten. Wenn sie wenigstens gesagt hätte, wann sie damit fertig ist.

            Und leider kann nicht nicht das Gegenteil behaupten, dass alles gut würde.

            Wichtig ist jetzt, dass Du Dich ganz auf Dich besinnst. Auch wenn es schwer ist.
            Mach Sport. Power Dich aus. Unternimm viel mit Freunden.

            Lass sie in Ruhe. Nerv’ sie nicht. Dann steigt auch wieder Dein Ansehen.

            Manchmal kann verliebt sein auch wie eine Droge wirken. Ist der Andere weg, fühlt man sich, wie ein Drogensüchtiger auf Entzug.

            Es kann eine gute Möglichkeit sein, sich mit diesen schmerzenden Gefühlen auseinanderzusetzen und da durchzugehen. Das stärkt Dich für die Zukunft.

            Ich habe so etwas ähnliches gerade hinter mir. Ich hatte starke Verlustängste und habe mich bewusst damit auseinandergesetzt. Zeitweise hat es sich wie sterben angefühlt und ich habe es überlebt. Und fühle mich jetzt wesentlich besser.

            1. Wer ich machen, viel mehr bleibt mir ja auch nicht übrig.
              Versuche auch mich so gut es geht ab zu lenken, aber solche Phasen der Sehnsucht kommen halt immer wieder durch.

              Ich kann ja keinen zwingen mich gern zu haben und nerven werd ich sie sicher nicht mehr nach den harten Worten von ihr…

              mal schaun

  18. So sehr ich auch daran arbeite,
    dich zu vergessen,
    mein Leben zu gestalten,
    ohne einen Gedanken an die Vergangenheit zu verschwenden,

    desto bewußter wird mir tag täglich,
    dass du ein unverzichtbarer Teil meines Lebens bist und bleibst.

    Wenn ich nur wüßte, was geschehen ist ……………..

    1. Sternenwolke,
      eines Tages wirst du es verstehen,
      es hat seinen Grund,
      es ist deine Bestimmung, dein Schicksal dies jetzt zu erleben,
      das Tal, welches du nun durchwanderst,
      ist dunkel und kalt,
      ein weiter Wanderweg durch die Tiefen der Trauer,
      doch wenn du die Strecken durch deinen Schmerz fertig zurück gelegt hast,
      wirst du aus dem Leid neu hervor gehen,
      es gibt keinen größeren Lehrmeister wie die Tragik des Lebens,
      du wirst eine innerseelische Transformation durchmachen,
      die dich zu deinem höchstmöglichen Potential führt
      und wenn er oder sie, ich nehme an er,
      Teil deiner Bestimmung ist,
      was ich stark vermute
      und wenn deine Liebe kein bisschen verblasst,
      dann wird er eines Tages in irgendeiner Form wieder Teil deines Lebens sein,
      dann wenn die Zeit reif ist,
      verlier den Glauben und die Hoffnung nicht,
      die Sehnsucht der Seele ist immer der Wegweiser zur Wahrheit!
      Eines Tages ergibt es Sinn, eines Tages verstehst du, eines Tages weißt du wieso!
      Alles Liebe!
      L.N.

      1. @L.N.
        danke für deine lieben und esoterischen Worte, die ich verstehen kann, weil ich nach diesem Trauma den Weg in die Esoterik gefunden habe.
        Trotzdem kann ich vieles nicht verstehen.

        “”doch wenn du die Strecken durch deinen Schmerz fertig zurück gelegt hast, wirst du aus dem Leid neu hervor gehen,””

        Weißt du dass ich seit meiner Geburt ein Trauma nach dem anderen erlebe, durchlebe. WARUM

        “”es gibt keinen größeren Lehrmeister wie die Tragik des Lebens,..””

        Warum immer wieder, ein Trauma nach dem anderen? Ich kann keinen Lehrmeister finden, außer die Angst, die mir geblieben ist.

        ER oder Sie ist meine Tochter, mein einziges Kind, und es war ein Wunder, dass ich sie bekommen konnte, nachdem was alles passiert ist und wo die Folgen heute nach 50 Jahren noch erkennbar sind.

        “”Eines Tages ergibt es Sinn, eines Tages verstehst du, eines Tages weißt du wieso!””

        Nein, Sinn kann es nicht geben,
        verstehen werde ich es auch nie,

        akzeptiert und respektiert habe ich es schon lange.

        1. Liebe Sternenwolke (das ist übrigens ein ganz entzückend gewählter Name),

          ich spüre bei dir ganz viel Sehnsucht, Trauer, Ungewissheit und Verzweiflung.
          Eine ungeheuer blutende und schmerzende Wunde in der Seele hat dieser schreckliche Verlust in dir hinterlassen.
          Das ist sehr schwer zu verarbeiten und zu verdauen,
          vor allem wenn man wie du von Geburt an eine Kette von traumatischen Erlebnissen an Leib und Seele erfahren musste.
          Dennoch glaube mir bitte, liebe Sternenwolke.

          Auch wenn du den übergeordneten Sinn dahinter jetzt noch nicht verstehen kannst, eines Tages wirst du es verstehen, ganz sicher,
          du musst allerdings beginnen, den Blick nach INNEN zu richten, hinein zu dir, statt nach außen, dein Fokus verharrt noch im Außen, du suchst die Gründe im Außen, du versuchst das Außen zu verstehen, das hat auch seine Berechtigung, ist ein ganz natürlicher und menschlicher Umgang mit der Situation, doch ich rate dir, wenn du im Außen nicht weiter kommst, wenn sich da immer eine Mauer des Widerstands auftut oder du in Ungewissheit und Verzweiflung stecken bleibst,
          RICHTE DEINEN BLICK NACH INNEN, dort findest du vorerst die einzigen Antworten auf all deine unbeantworteten Fragen und vor allem die ALLERWICHTIGSTEN ANTWORTEN.
          Blicke zurück auf dein Leben, kannst du einen roten Faden des Verlust erkennen?
          Was war dein 1. Verlust? Welche Wunden sind von dieser ersten Schmerzerfahrung noch offen? Was muss hier noch genauer angesehen werden? Konntest du bereits in Erfahrung bringen, warum du als Baby/Kind/Jugendliche verlassen wurdest? Kannst du dieser/n Person/en verzeihen?
          Hat diese erste Verlusterfahrung oder die Reihe deiner traumatischen Erlebnisse, dich vielleicht zu einem ängstlichen Menschen werden lassen, mit ganz viel Verlustangst?
          Es wäre ganz plausibel und verständlich wenn dem so wäre,
          doch oft erzeugt ein Mensch mit Verlustangst unwissentlich massiven Erwartungsdruck beim Gegenüber.
          Kann es sein, dass du aus Angst vor dem Allein-sein geklammert hast bei deinem über alles geliebten Kind?
          Kann es sein, dass du dein wundervolles Kind überbehütet hast?
          Kann es sein, dass du immer nur das Beste für dein Kind wolltest, aber es leider nicht das Beste für dein Kind war?
          Bitte versuch dich zu erinnern, an deine Kindheit, deine Jugend, die Beziehung zu deinen Eltern oder Erziehungsberechtigten, die Beziehung zu deinen ersten Partner, die Beziehung zu deinem Kind im Babyalter, die Entwicklung der Beziehung zu deinem Kind über all die Jahre/Jahrzehnte, wo gab es erste gröbere Differenzen und warum?
          Vielleicht werden dir bei der Rückschau auch deine eigenen Anteile zu dem Gesamtgeschehen bewusst?!
          Je mehr du deinen Blickwinkel nach Innen richtest, je mehr du dich auf die Innen- und Rückschau konzentrierst, desto mehr wirst du verstehen.
          Und dann wenn dir vieles Verdrängte bewusst wird,
          empfehle ich dir einen Brief an dein Kind zu schreiben, schreib dir alles von der Seele, all deine Erkenntnisse, dein Bedauern, dein Leid, deine Wünsche. Wenn du deinem Kind bereits öfters in der Zeit des Kontaktabbruchs einen Brief oder Nachrichten geschrieben hast, dann wäre es besser, diesen Brief nicht zu verschicken, sondern in ein Kuvert zu stecken, an einen besonderen Platz aufzubewahren und die Seele deines Kindes zu bitten, zu fühlen und zu hören, was du in diesem Brief geschrieben hast, du kannst den Brief auch in Gedanken deinem Kind vorlesen, die Seele deines Kindes, werden deine Zeilen eines Tages erreichen.
          Nimm dir bitte meine Zeilen zu Herzen, ich habe mir Zeit für dich genommen um dir zu helfen, nicht um dich anzugreifen.
          Lass meine beiden Nachrichten in Ruhe auf dich wirken.
          Du brauchst nicht antworten.
          Wichtig ist, dass du beginnst, den Blick nach INNEN zu richten,
          das ist das FÖRDERLICHSTE was für dich und dein Kind tun kannst!
          L.N.

          1. Liebe/r L.N.
            Ja, du süprst richtig, “Eine ungeheuer blutende und schmerzende Wunde”
            die immer wieder zu heilt, aber die Narbenstellen immer wieder einmal aufbrechen. Ich habe dir schon geantwortet, dass ich einen spirituellen Weg eingeschlagen habe. Das ist der Weg nach innen, trotzdem lebe ich im Hier und Jetzt und nicht nur im Innen. Ohne diesen Weg hätte ich es überhaupt nicht ertragen. Ich habe nur noch an Suizid gedacht. Hab mir dazu auch alles besorgt.
            So viel ich auch meinen Blick nach innen richte, eine Antwort habe ich dort noch nicht gefunden. Was mir geschenkt wurde war ein Nahtoderlebnis. Das war eine wunderbare Erfahrung, die nur wenige Menschen machen dürfen. Trotzdem hilft das nicht auf die Dauer weiter, es ist ein Anker in der Tiefe, doch das Leben ist an der Oberfläche.
            Ich wußte dann aber, dass das einen ungeheuerlichen Schmerz in meiner Tochter hinterlassen würde und mich zum Weiterleben entschlossen, da ich das nicht verantworten känne und mir selber noch ein schlechtes Karma aufladen würde.

            Die Wunden der ersten Schmerzerfahrung sind Hospitalismus. Das wurde vor 65 Jahren nicht erkannt, ist unbehandelt geblieben.

            “Kannst du dieser/n Person/en verzeihen?”
            Ja, schon lange habe ich allen Personen verziehen, sonst hätte ich nicht weiter leben können, auch meinem Vater, meinem langjährigen Peiniger habe ich verziehen. Sonst hätte meine Tochter keinen Großvater gehabt. Auch dem brutalen Vergewaltiger habe ich verziehen. Es war eine Arbeit von vielen Jahren. Aber ich habe verziehen. Auch meiner Tochter habe ich verziehen. Ich habe wirklich allen Menschen verziehen auch mir selber.

            Natürlich ist das die Folge der vielen Traumatas, dass ich ein ängstlicher Mensch geworden bin.

            “doch oft erzeugt ein Mensch mit Verlustangst unwissentlich massiven Erwartungsdruck beim Gegenüber.”
            Ja, das muss wohl so sein. Es war und ist mir nicht bewußt, denn ich habe ja nur die Wünsche meiner Tochter erfüllt.
            Mir wurde in meinem Leben kein einziger Wunsch erfüllt. Ich musste für mich selber da sein und zusehen, wei meinen Geschwistern die Wünsche erfüllt wurden.
            Mein Ehemann hat mir nicht einmal geholfen, obwohl ich immer wieder laut um Hilfe gerufen habe, als mein Bruder mich brutal niederschlug, so, dass der behandelnde Arzt die Polizei rief die mir dann sagte, dass ich eine Anzeige machen muss. Ich war am ganzen Körper schwarz und blau. Meine Eltern haben mir dann noch Vorwürfe gemacht, weil man aus der Familie niemand anzeigt. Es hätte ihm ja seine Karriere kosten können. Die hat es ihm dann später auch gekostet, als er eine Frau sexuell missbrauchte.

            Dass ich geklammert habe, glaube ich nicht, denn ich wußte das, von meinem Studiuzm her, dass ich das nicht darf. Ich habe sie zu einem selbständigen, eigenverantwortlichen, denkenden Menschen erzogen.
            Auch das sprachliche war mir sehr wichtig, denn all diese Eigenschaften wurden in mir ja zerstört.
            “Heute” ist es so, dass sie mich dominiert, dass sie Macht über mich ausübt. Sie ist mir sprachlich weit überlegen. Und gibt es eine größere Machtausübung als Kontaktabbruch ohne einen Grund dafür anzugeben?????

            “…überbehütet hast?””
            Ja, das kann sein!

            “dass du immer nur das Beste für dein Kind wolltest”
            Ja, so ist es!
            und dass es nicht das Beste für das Kind war, das weiß ich nicht, dazu fällt mir nichts ein, was schlecht für sie gewesen sein sollte.
            Ich war immer für sie da, hab ihr immer den Rücken gedeckt, und wenn sie Träume für die Zukunft hatte, mit uns Eltern zusammen in einem Doppelhaus, dann habe ich das immer als Traum bezeichnet und nie als einen eigenen Wunsch deklariert.

            “…wo gab es erste gröbere Differenzen und warum?”
            DAs war, als ich bemerkte, dass sie mir nicht mehr die Wahrheit sagte, sie hat mit 12 Jahren mit Hasch begonnen.
            Ich konnte es ihr nie nachweisen, aber ich bemerkte es an ihren Augen.
            Auch die Erziehungshilfe hat mir nicht weitergeholfen.

            “….und die Seele deines Kindes zu bitten, zu fühlen und zu hören, was du in diesem Brief geschrieben hast, …”

            Ich sende der Seele meiner Tochter Liebe und Frieden, jeden Tag.
            Und dazu, ihr einen Brief zu schreiben muss ich sagen, dass das nicht möglich sein wird. Sie hat gesagt: Eine Mutter weint nicht vor ohrem Kind!!!!!
            Das sagt doch alles. Der Brief würde ungeöffnet in den Müll wandern.

            Ich danke dir herzlich und innig für deine Zeilen. Ich weiß das sehr zu schätzen, dass du dir dazu viel Zeit für eine Unbekannte genommen hast. Ich habe mir das auch kopiert und ausgedruckt. Als Angriff kann das wohl niemand sehen, da müsste man schon Geisteskrank sein.

            Wenn du Psychologe bist,
            kann ich vielleicht bei dir eine Therapie machen?
            Du bekommst die Email -Adresse vom Webmaster (glaube ich sagt man dazu) Ich hab schon einmal von betroffenen die Emailadresse bekommen, wenn beide das wollen.

            Weißt du, ich mach ja eigentlich nichts anderes als das, wozu du mir geraten hast, seit dem Abbruch.
            Ich habe Alpträume, wie mich meine Tochter dominiert und Macht über mich ausübt.
            Genau wie ich früher Alpträume hatte, dass ich sie geschlagen hätte, obwohl ich das nie getan habe. Ich hatte diese Alüträume deswegen, weil ich mir oft nicht mehr zu helfen wußte, was ich tun soll, wie ich reagieren soll, bei ihren Machtspielen.
            Mein Mann, ihr Vater hat sich rausgehalten, war als materielle Hülle da, aber nicht als Mensch/Vater/Person.
            So war ich alleinerziehend, trotz der Anwesenheit eines Vaters.

            NOCHMAL VIELEN HERZLICHEN DANK!!!

  19. Was ich gerade gelesen habe, möchte ich allen hier,
    den Abbrechern und den Verlassenen
    mitgeben zu bedenken um daran arbeiten zu können:

    Wenn Ihr es Euch zur Gewohnheit gemacht habt,
    Eure eigenen Bedürfnisse zu ignorieren,
    wird dies immer zu Verstimmung und Unmut führen,
    was Eure Beziehungen langsam aber sicher zerfressen wird.

    1. Ich bin gerade dabei einen persönlichen Abstand zu meiner Mutter und meinem
      Sohn herzustellen, indem ich aus meinem Elternhaus ausziehe. Dies ist für mich
      eine Möglichlichkeit einen vernünftigen Abstand zu allen betroffenen zu bekom-
      ohne daß man immer wieder sinnlose Diskusionen führen muß.
      Ich ziehe aus, um mit fast 65Jahren meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr igno-
      rieren zu müssen, sondern mein ich zu leben.

      1. halo Ingrid,
        Ich finde gut was du machst. Irgendwann muss man auch auf sich selber schauen. Nur eine Frage, gehst du ohne eine Erklärung abzugeben oder sagst du den beiden deinen Grund?
        Ich persönlich finde, dass die zurückgelassenen ein Recht auf Erklärung haben.
        Ich habe auch den Kontakt zu meiner Schwester abgebrochen. Ich habe es ihr gesagt warum. Sie hat eine hochgradige Narzisstische Persönlichkeitsstörung. Das konnte ich nach so vielen Jahren nicht mehr ertragen. Ich bin im gleichen Alter wie du. Meine Worte waren:
        Du hast mir Zeit meines Lebens keinerlei Wertschätzung entgegengebracht, das ist der Grund, warum ich nun den Kontakt zu dir abbreche. Ich wünsche auch keine Telefonanrufe mehr.
        Ingrid, ich wünsche dir alles erdenklich Gute auf deinem Lebensweg.

      2. Wow, ich finde es großartig, dass Du Dich aus welchen Gründen auch immer, dazu entschlossen hast, Dein eigenes Ich zu leben.

  20. was mir noch auffällt:
    die Themen Kontaktabbruch, Funkstille, NSP narzisstische Persönlickeitsstörung, Borderline, Verletzte, etc. nehmen besonders in den letzten Jahren in unserer Gesellschaft derart überhand , dass man sagen sollte :
    unsere Gesellschaft ist krank.

    Und weshalb ist unsere Gesellschaft krank?
    Weil das ganze “Hamsterrad”-System in dem wir leben krankmachend ist.
    Es gibt kein Richtiges im Falschen.

    Truman hat es erkannt und gehandelt
    ” guten Tag – guten Abend – gute Nacht ” :-)

    1. Der sozialen Marktwirtschaft die Schuld geben? Bitte?

      Sie hat dafür gesorgt, dass in den 50ern jeder zu Wohlstand kam.
      In den 90ern setzte sich das Internet durch, sodass jeder binnen microsekunden auf das gesamte Wissen der Menschheit zugreifen kann.
      Nie waren die Menschen so frei, unabhängig und gebildet, wie jetzt.

      Depressionen, PTSD usw gab es immer schon. Ab 1939 sicherlich auch mehr, als jemals danach.
      Die Leute trauen sich heutzutage schlicht einfach mehr, es ihrem Umfeld mitzuteilen. Das haben wir den 68ern und allem was danach kam, zu verdanken.
      Und das ist gut so. Nie ging es den Menschen besser als heute.
      Als wenn sich vor 1968 auch nur ein einziger Mann getraut hätte, zuzugeben, dass er psychische Probleme hat. Er wäre sofort als “unmännlich” geächtet worden.

  21. Kontaktabbruch tut weh – und ist manchmal notwendig, aber eben nur manchmal.

    Ich habe hier bereits einmal geschrieben, dass ich selbst den Kontakt zu einem Menschen abbrechen musste. Ein Mensch, der ein Betrüger war und ist und das nicht nur in beziehungstechnischer Hinsicht. Ein Mensch der bereits mehrfach im Gefängnis saß und mit mir ein doppeltes Spiel spielte.
    Ich verstehe auch, dass es andere Gründe gibt, den Kontaktabbruch zu vollziehen. Gewalt, Misshandlung, endloses Nerven und nicht einsehen wollen, …

    Ich habe mich selbst einmal von einer Person zurück gezogen, weil ich mit ihrem Verhalten, das sich aus Depression und psychischer Störung ergab, nicht mehr klar kam. Einen Kontaktabbruch gab es hier aber nie. Jahre später kam sie von sich aus auf mich zu und kämpfte um meine Freundschaft.

    Nun muss ich selbst einen Kontaktabbruch ertragen, aushalten und damit leben. Ein Exfreund hat, nachdem er ursprünglich mit mir befreundet bleiben wollte und alles tat um den Kontakt aufrecht zu erhalten, den Kontakt abgebrochen. Von heute auf morgen, ohne für mich erkennbaren Grund.
    Nein, ich bin ihm nicht hinterher gelaufen, habe nicht gebettelt, mich nicht ständig gemeldet. Wenn er etwas wollte, habe ich geantwortet, ansonsten habe ich ihn in Ruhe gelassen und mein Leben ohne ihn gestaltet. Ihm war es wichtig, die Freundschaft zu erhalten, auch wenn er eine Beziehung nicht mehr wollte, diese Entscheidung hatte ich, wenn es mir auch sehr schwer fiel – akzeptiert.

    Nun muss ich auch die Funkstille akzeptieren, es fällt schwer, es tut weh und es ist ungerechtfertigt. Ja, ich könnte es einfacher akzeptieren, wenn er mir einmal nur deutlich sagen würde: pass auf ich will aus dem und dem Grund keinen Kontakt mehr. Das wäre einfacher, als vor dem Nichts zu stehen. Nun leben wir auch nicht gerade in einer großen Stadt, in der man sich nie über den Weg läuft, nein, es gibt genügend Situationen, in denen wir uns sehen müssen. Das macht es nicht einfacher.

    Eines allerdings wird zumindest vorübergehend durch die Funkstille und den Kontaktabbruch einfacher: nämlich mein Leben ohne ihn zu leben. Dadurch, dass kein Kontakt besteht und er mich auch aus seinen sozialen Netzwerken im Internet entfernt hat, er quasi gar nicht mehr da ist, fühle ich mich unbeobachteter und freier.
    Das löst kein Problem, es schiebt alles nur auf und ist für mich auch nicht der richtige Weg. Aber wenn er diesen Weg für sich als richtig ansieht oder die Stille für sich braucht, dann nehme ich das ihm zu liebe hin.

    1. … nimms lieber dir zu liebe hin.
      Für mich klingt es, als hättest du immer noch sehr an ihm gehangen und konntest nicht loslassen. Die direktere Variante einer Trennung würde ich auch bevorzugen, leider fällt die dem, der abbricht auch nicht immer leicht, sonst würde sie vermutlich öfter benutzt werden.

  22. Kürzlich fiel mir folgende Webseite auf,
    die möglicherweise etwas Aufschluß geben kann
    in Bezug auf Kontaktabbrüche:

    http://www.psychologie-info.org/Missbrauch/missbrauch.html

    Ich vertrete folgende Ansichten:

    -Die Folgen psychischen Kindesmißbrauchs werden in unserer Gesellschaft gewaltig unterschätzt.

    -Psychischer Kindesmißbrauch kann so subtil auftreten, daß die Täter / Eltern sich selber gar nicht bewußt sind, daß sie ihn betreiben.

    -Die betroffenen Kinder erinnern sich (wie im verlinkten Artikel beschrieben) mitunter überhaupt nicht direkt an Situationen, die sie als Mißbrauch erlebt haben (Sie haben diese verdrängt).
    Im Verlauf ihres Lebens erfahren sie jedoch Momente, die sie unbewußt an das Leid des Mißbrauchs erinnern.
    Sie können sich dann nicht erklären, warum sie sich plötzlich schlecht fühlen.
    Diese Momente können aus subtilen Dingen bestehen;
    z.B. bestimmte Ausdrucksweisen (oder sonstige Verhaltensweisen),
    die vielleicht während ihres Mißbrauchs ebenfalls zur Geltung kamen.

    -In unserer Gesellschaft ist die Annahme verbreitet, daß man in der Kindheit erlittenen Mißbrauch (oder auch einfach nur sehr unangenehme Erlebnisse)
    mit der Zeit vergißt (“darüber hinwegkommt”).
    Diese Annahme ist falsch.
    Die Realität ist, daß man niemals darüber hinweg kommt.
    Das Leid kann jedoch gemindert werden im späteren Leben,
    wenn man es schafft die Erlebnisse aus der Verdrängung zurückzuholen
    und sie neu verarbeitet / neu bewertet.
    (Mildes) Beispiel: Jemand fühlt sich ständig gehetzt und bekommt eine Krise, wenn jemand auf ihn warten muß.
    Dann erinnert er sich eines Tages, daß seine Mutter ihn oft ermahnte:
    “Beeil dich..was brauchst du denn so lange..ständig,
    immer müssen alle auf dich warten..komm jetzt endlich..”
    (Nachhaltiger noch gemacht durch anschließende schlechte Laune / ablehnendes, verachtendes ‘schmollendes’ Verhalten der Mutter gegenüber dem Kind).

    Dann im hier und jetzt bewertet die Person die Situation wie folgt neu:
    Die Mutter war im Unrecht, sich ihm als Kind gegenüber so zu verhalten.
    Er hat vielleicht sogar gute Gründe gehabt, länger zu brauchen.
    Aus seiner Sicht hat ihn die Mutter jedoch mit Liebesentzug bestraft.
    Ein Kind muß sich jedoch IMMER geliebt fühlen,
    und Liebesentzug ist keine akzeptable Strafe. Sie traumatisiert das Kind.
    Sie ist psychischer Mißbrauch.

    -Beteiligte Parteien im Zusammenhang mit Kontaktabbruch tun selten gut daran,
    “über etwas nicht mehr zu reden”; “Vorwurfsfrei miteinander zu Reden”.
    Nur das bohren in der Vergangenheit; das Finden im unterbewußten, verdrängten kann Heilung bringen.

    -Vorwürfe / Selbstvorwürfe gegen die Eltern sind in solchen Fällen in der Tat angebracht.
    Sie müssen aber nicht als das Ende der Welt angesehen werden.
    Kein Mensch ist perfekt; sicher machen alle Eltern viele Fehler in der Erziehung.
    Heilung kann jedoch nur stattfinden,
    wenn Eltern als Ursache solcher späteren Lebensprobleme ihrer Kinder klar erkannt werden.
    Wenn die Eltern dies ebenfalls einsehen,
    kann der Kontaktabbruch vermieden oder sogar rückgängig gemacht werden.

    Erkennen jedoch nur die Kinder die Eltern als Ursache
    und können mit den Eltern nicht darüber sprechen
    (oder die Eltern sind uneinsichtig),
    dann kann eventuell die Heilung nur stattfinden,
    wenn der Kontakt zu den Eltern abgebrochen wird.

    Diesen Personen ist zu wünschen,
    daß sie für den zu ihrer Heilung notwendigen Kontaktabbruch genug Kraft haben,
    ihn aufrecht zu halten,
    zumindest solange von den Eltern weiterhin keine Bereitschaft vorhanden ist,
    über traumatische Kindheitserlebnisse zu sprechen
    und spezifische Fehler in der Erziehung (aufrichtig und umfassend) einzugestehen.

    -Es wird viel davon gesprochen, man würde Heilung erfahren,
    indem man ‘verzeiht’.
    Da viele Menschen davon sprechen, deren Meinung ich sehr schätzte,
    gehe ich davon aus das da irgendwas dran sein muß,
    was in mir drin jedoch bisher an einer unsichtbaren Granitwand abprallt.

    Eines Umstandes bin ich mir jedoch sicher:
    Verzeihen führt zu nichts, solange derjenige,
    dem falsches Verhalten verziehen werden soll,
    sein eigenes falsches Verhalten nicht einsieht,
    oder sogar dieses Verhalten noch immer an den Tag legt !

    (Etwas anderes wäre,
    wenn man eine als traumatisch erlebte Situation neu ‘versteht’,
    also später selber eine andere Sicht der beteiligten Verhaltensweisen erlangt,
    und z.B. jetzt sieht daß ein bestimmtes Verhalten gar kein Liebesentzug war,
    sondern fälschlicherweise als solcher aufgefasst wurde
    und die Gründe dafür nun erkannt werden.

    In dem Fall ist aber kein verwerfliches Verhalten zu ‘verzeihen’,
    sondern die Situation neu zu verstehen.
    Ich bin der Meinung,
    daß zwischen ‘Verzeihen’ und ‘Verstehen ein Himmelweiter Unterschied besteht,
    und die Beiden nicht untereinander ersetzbar sind !)

    Ich für meinen Teil zumindest ‘verstehe’ heutzutage,
    warum meine Mutter dieses und jenes Verhalten
    an den Tag gelegt hat mir als Kind gegenüber;
    daß sie dieselbe Art Traumata in ihrer eigenen Kindheit erlebt haben muß;
    daß sie sich ‘nicht anders zu helfen wußte’,
    daß sie überfordert war,
    daß sie (aus meiner Überzeugung, ohne daß ihr dies je offiziell bescheinigt wurde) schwer psychisch gestört war und ist.

    Nichtsdesto Trotz habe ich meine Kindheitstraumata
    durch ihre ‘Hand’ erfahren müssen, SIE ist deren Ursache.
    Als Kind war ich ihrem Verhalten hilflos ausgeliefert;
    mein Verhalten ist nicht verantwortlich für meine Traumatisierung –
    das Verhalten meiner Mutter ist jedoch sehr wohl verantwortlich dafür,
    auch wenn sie ihre leidvollen Gründe dafür hat !

    Meine Vorwürfe erschwerend kommt hinzu:

    -Unser Hausarzt hat ihr wiederholt zu einer psychischen Untersuchung geraten,
    die sie jedoch vehement abgelehnt hat.
    Sie hat es nicht nur unterlassen,
    Rat und Hilfe zu ihren Erziehungsproblemen aktiv zu suchen,
    sondern hat solche von außen an sie herangetragene stets abgelehnt
    und sogar starken Anstoß daran genommen
    (“Niemand dürfe wagen, sich in diese ihre Angelegenheiten einzumischen”).

    -Der Eindruck einer harmonischen Familie gegenüber anderen Leuten
    war ihr stets wesentlich wichtiger als das psychische Wohlbefinden ihres Sohnes.

    -Trotz ihrer eigenen gleichartigen Kindheit muß ihr Klar gewesen sein,
    daß sie mich als wehrloses Kind verwendet hat,
    um ihren Frust und ihre Aggression an mir zu kompensieren,
    und das dies gegenüber mir eine schwere Ungerechtigkeit dargestellt haben muß.
    Der Gedanke:
    “ich selbst und viele Andere haben in unserer Kindheit auch viele Ungerechtigkeiten erlebt; das war schon immer so und deshalb kann ich das auch so machen”,
    diese Tatsachen machen das Verhalten nicht weniger ungerecht !
    (und nicht weniger ursächlich für mein lebenslanges Leid !)

    Meine Mutter sieht auch heute keinerlei Erziehungsfehler ein.
    Über solche Fehler bei ihr zu sprechen ist ein Tabu-Thema.

    Bisher halte ich einen Kontakt zu meinen Eltern aufrecht
    (der auch hauptsächlich auf mein Betreiben hin viele Tabu-Themen enthält).

    Ich kann aber nicht ausschließen,
    daß ich es in der Zukunft zu meinem eigenen psychischen Wohl
    für notwendig erachten könnte, den Kontakt vollständig abzubrechen.

    Wenn ich an die Menschen denke, die aus ähnlichen Umständen
    den Kontakt abgebrochen haben, dann wünsche ich ihnen Kraft,
    diesen Weg in Richtung größtmögliche Heilung weiter zu beschreiten!
    Sie müssen ZUERST an ihre eigene psychische Gesundheit denken,
    nicht an die ihrer Peiniger !

    Außerdem wünsche ich,
    daß eine Umkehr der Sichtweise großer Gesellschaftsteile stattfindet
    (Sowie der betroffenen Eltern):

    Viele bezichtigen die Kontaktabbrecher,
    daß der Kontaktabbruch ein unakzeptables, Leidbringendes Verhalten sei –
    natürlich bringt er Leid –
    der Abbruch geschieht nicht als Geste des Wohlwollens gegenüber einem Peiniger !

    Allerdings muß die Berechtigung des Abbruchs trotz des darin enthaltenen Leids anstandslos akzeptiert werden !
    Es obliegt keinem Menschen irgendeine moralische Verpflichtung,
    gegenüber irgend einem anderen Menschen
    den Kontakt freiwillig aufrecht zu erhalten,
    wenn er diesen Kontakt für seine psychische Gesundheit für abträglich hält !
    (Der Kontaktabbrecher leidet übigens selber auch !)

    Von den Eltern hört man oft,
    sie würden durch den Kontaktabbruch von anderen als ‘schlechte Eltern’ gesehen, bzw fühlen sich als solche.
    Nehmen wir als übertriebenen Vergleich mal einen Mörder:
    Dieser hat auch seine Gründe für sein morden (vielleicht sogar verständliche);
    Andere Menschen hätten vielleicht auch so gehandelt wie er
    wenn sie sein vorangegangenes Schicksal geteilt hätten.
    Dennoch kann sich ein Mörder kaum beschweren, wenn er als ‘schlechter Mensch’ angesehen wird.

    Für mich ist der Eindruck / Vorwurf, ‘schlechte Eltern’ zu sein bei Kindern,
    die den Kontakt abbrechen, berechtigt.
    Auch sie haben sich auf eine Weise verhalten,
    auf die sie sich nicht hätten verhalten sollen !

    Leben sie damit, wenn sie ihre Fehler schon nicht einsehen können oder wollen !
    Sie verdienen für die Erziehung ihrer Sprößlinge wahrscheinlich keine Lohrbeeren !

    Unterlassen Sie es, den Kontaktabbruch durch ihre Kinder als Bosheit zu bezichtigen !
    Die Bosheit, die dazu geführt hat, haben sie selber begangen!
    Ihre Kinder versuchen endlich nur, die Folgen davon zu mildern,
    und müssen durch den Abbruch auch leiden !

    Ich hoffe, daß die Gesellschaft künftig mehr Verantwortung bei Eltern sieht
    für Charakter und psychisches Leid von deren Kindern.

    Bisher wird im Großteil der Gesellschaft jämmerlich wenig Zusammenhang gesehen zwischen Kindes-Charakter und dem Verhalten der Eltern;
    oft werden die Eltern verteidigt,
    wenn diese ‘Probleme’ mit ihren Kindern haben.
    Ich hoffe daß die Gesellschaft sich dahingehend wandelt,
    die Eltern als wahrscheinliche Ursache solcher Probleme zu identifizieren !

    (Wenn Eltern kleiner Kinder mehr Kritik ausgesetzt werden,
    dann fangen diese vielleicht endlich an,
    sich mehr Gedanken über das psychische Wohl ihrer wehrlosen Sprößlinge-
    und über ihr Erziehungsverhalten als Ursache für das Verhalten des Kindes
    zu machen)

    1. so einfach kann man da nicht urteilen .
      man kann herausfinden was was war bzw. ob die Eltern mißbraucht haben oder ob es sich etwa um traumatisierte Eltern handelt – und oder Übertragungen der Kinder – und Traumatisierungen müssen nicht Mißbrauch sein – bzw das Wort Mißbrauch wird allzugern mißbraucht

      google mal Familienstellen Bert Hellinger und oder Prof. Franz Ruppert

    2. viel Gerede, Rechtfertiugung, unterdrückte und offene Wut und … vor allem … erschreckende Unfähigkeit zur Kommunikation und auch zur Gelassenheit. Jede Menge Rachsucht.
      Als Sozialwissenschaftlerin glaube ich bei vielen Abbrechern in der Tat an eine genetische Disposition oder auch erworbene ‘Notwendigkeit’, so zu handeln. Oft sind Kontaktabbrecher extrem störbare Borderliner-Typen. Unbd da gibt es viele unterschiedliche Varianten.
      Auf jeden Fall sind sie destruktiv und ihr Verhalten ist dem, was sie kritisieren, oft nicht angemessen.
      Sie sollten sich behandeln lassen …

      1. @Hanna
        ja das sagen die Therapeuten die ich gesprochen habe auch .
        Mein Sohn ist Borderliner , wurde zwischen mir und “Oma” zerissen , ich war jung und alleinerziehend, Vater hat das gemeinsame Sorgerecht nie praktiziert und als mein Sohn 14J ist der Kontakt total abgebrochen . Als mein Sohn 4J war hat sein Vater und dessen neue Freundin meinen Sohn “entführt” ( sie kauften ihm anstelle Mama einen 1,20m großen teddybären) – 2 Jahre lang kämpfte ich im Alter von 26 um mein Kind , das zuvor Tag für Tag mit mir zusammen war – der Vater oft weg oder betrunken.
        Die Oma war wie verrückt nach meinem Sohn – hat ihn bis ins Jugendalter regelrecht gierig vefolgt an ihm gezerrt – oft hinter meinem Rücken , wenn ich bei der Arbeit war . Hab mich jahrelang gewehrt , aber sie hat dann erst recht weitergemacht. Mein Sohn hat es irgendwann gechecked aber dann war es zu spät . Er blieb passiv, kein Job usw. aber großartig und schnell verurteilend, Therapie lehnt er seit Jahren ab. Ich bin die einzige in der Familie die therapeutische Hilfe angenommen hat.
        Alles hier zu schreiben ergäbe ein Buch ……
        Heute bin ich an dem Punkt , herzkrank, Burnout, beruflich am Limit , dass ich mich entschlossen habe noch 1-2 Versuche zu machen und dann zu gehen , auszusteigen, auszuwandern und das Leben zu leben das ich mir für die Zeit ab 50 immer vorgestellt habe . Das Problem ist nur , wenn meines Sohnes Freundin ( sie arbeitet, er findet seit Jahren keinen Job) eines Tages sagt “sorry aber…..” , dann , ja dann wird es heftig und dann wäre ich ja gern da für ihn , besonders da die Zeiten heutzutage schwieriger werden.

      2. “als Sozialwissenschaftlerin glaube ich an eine genetische Disposition”

        Glauben entspricht nicht den Grundsätzen der Wissenschaft.
        Sozialwissenschaft ist keine Genetik.

    3. Das ist doch wirklich zu viel Verallgemeinerung!!! Das gewichtige Wort “Mißbrauch” sollte nicht für alles genannt werden. Ich weiß aus eigener Erfahrung was körperlicher und emotionaler Mißbrauch ist.
      Auch erwachsene Kinder können tiefe Wunden mit Aussagen schlagen, es sind nicht immer nur die Eltern schuldig!

      1. Ich glaube nach wie vor:
        Kinder, die wahrhaft liebevoll und gerecht erzogen wurden,
        können KEINE tiefen Wunden bei ihren Eltern schlagen.

        Das Verhalten und der Charakter von Kindern entsteht durch die Art und Weise,
        wie deren Eltern sich in der Erziehung Verhalten haben.
        Sie schreiben: “es sind nicht immer nur die Eltern schuldig!”
        Können Sie diese Aussage begründen, oder zumindest indizien dafür anführen ?

        Sie kritisieren an meinem Beitrag “zu viel Verallgemeinerung”.
        Können Sie diese Kritik konkretisieren? WAS genau ist zu viel Verallgemeinert, und WARUM Ihrer Meinung nach?
        Für was genau sollte das Wort “Mißbrauch” nicht genannt werden?
        Was genau wollen Sie uns mitteilen mit dem Satz “Ich weiß aus eigener Erfahrung was körperlicher und emotionaler Mißbrauch ist” ?

        Es wird hier von einigen Diskussionsteilnehmern viel durch die Blume angedeutet; zwischen den Zeilen versucht zu sagen; aus der hohlen Hand und ohne konkrete Indizien behauptet.

        Solches Diskussionsverhalten wird auch von Leuten benutzt,
        die ‘Dinge unter den Tisch kehren’ wollen; die Tatsachen und Realitäten verschleiern, verwischen, verdrehen, unterdrücken wollen.

        Von einer ernstzunehmenden Diskussion jedoch erwarte ich Konkretheit.

        1. @ Umberto
          Zitat:
          “”Ich glaube nach wie vor:
          Kinder, die wahrhaft liebevoll und gerecht erzogen wurden,
          können KEINE tiefen Wunden bei ihren Eltern schlagen.

          Das Verhalten und der Charakter von Kindern entsteht durch die Art und Weise,
          wie deren Eltern sich in der Erziehung Verhalten haben.”””
          Zitatende

          Serh geehrter Herr Umberto,
          da stimme ich vollkommen zu, aber es beginnt die Erziehung von außen, ab der Schulzeit, zumindest ab der 6. Klasse, wenn die Kinder in die Pubertät kommen. Dann beginnt eine sogenannte Verführbarkeit. Wenn Kinder in dieser Zeit mit Drogen in Berührung kommen, dann verändert sich das Gehirn, da es noch nicht fertig ausgebildet ist. Somit sind Probleme auf beiden Seiten vorprogrammiert.
          Mit Recht können Sie nun sagen, siehe oben, doch würden Sie ihr Kind 24 Stunden am Tag kontrollieren?
          Auch wenn ein Kind mit absoluter, allumfassender, unumschränkter, bedinngungsloser Liebe erzogen wurde, kommt es früher oder später mit der Lüge in Kontakt. Glauben Sie nicht, dass geliebte Kinder nicht der Lüge verfallen.

          Fazit ist für mich, dass das VErhalten und der Charrakter der Kinder nicht nur durch die Eltern entsteht, sondern auch durch die Umwelt. Dazu gehören Lehrer und Freunde, in näheren Umfeld, es geht aber auch noch weiter. Außerdem gehören dazu auch zu einem großen Teil die Gene.

          Sehr geehrter Herr Umberto,
          Sie schreiben mit so schrecklich harten Worten. (wobei ich nicht weiß, wer damit gemeint ist)

          Tatsache ist doch nunmal, dass Eltern ihre Kinder lieben.
          Tatsache ist doch auch, dass Kinder ihre Eltern lieben.

          Und dann passieren Dinge, die beide Seiten aus der Bahn werfen.
          Und dazu kommt noch, dass das Gespräch dabei fehlt.

          Ich persönlich möchte niemand anklagen,
          jede Person hat ihre Geschichte. Wie weit man offen ist und wie weit man verschlossen ist, mag ich nicht zu beurteilen; woher kommt das???

          Wissen tu ich mit Sicherheit:
          nur das Gespräch klärt auf, sonst nichts!!!
          Eine Funkstille birgt Schmerzen, das ist keine Lösung. Auch das wird im Rucksack mitgeschleppt und verursacht ein schlechts Gewissen.
          Wenn beide Seiten erwachsen sind, sollte ein Gespräch stattfinden können. Zumindest im Beisein eines Mediarors.

          1. Es gibt Eltern, die ihren Kindern mit gewaltigem Haß entgegentreten.
            Die ihre Kinder verwenden, um sich groß und stark zu fühlen.
            Manche töten sogar ihre Kinder.

            In Anbetracht dessen interessiert mich, wie Sie zu der absoluten Aussage kommen:

            “Tatsache ist doch nunmal, dass Eltern ihre Kinder lieben.”

            Könnte es sein, daß Ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit unser Gesellschaft anders ist als meine?

            Weiterhin schreiben Sie:

            “Ich persönlich möchte niemand anklagen,
            jede Person hat ihre Geschichte.”

            Wenn ich höre, jemand ist z.B. überfallen, verprügelt und ausgeraubt worden, dann möchte ich die Täter anklagen und verurteilen !
            Wenn ich höre, jemand ist von seinen Eltern mißbraucht worden,
            dann möchte ich die Eltern ebenfalls angeklagt und verurteilt wissen !

            Mich interessiert, warum sie niemanden anklagen möchten ?

            1. Sehr geehrter Umberto,
              unsere Weltanschauung geht meilenweit auseinander.
              Sie sprechen von Dingen, die öffentlich diskutiert werden sollen.
              Sie selber stellen Behauptungen unhinterfragt hier ins Forum. Das nur nebenbei.
              Zu meiner Weltanschauung:
              Ich gehe einen spirituellen Weg. Ich glaube an Reinkarnation und an Charma. Ich habe das hier auch schon mehrmals geschrieben.
              Zu Ihrer persönlichen Aufklärung nocheinmal eines:
              Jede Seele sucht sich einen Körper, lange bevor sie in diesem Körper inkarniert. Sie sucht sich genau diese Eltern aus, wo sie eben das erfahren kann, was noch zu ihrer Erfahrung fehlt.
              Eine Seele inkarniert so oft, bis sie es geschafft hat rein göttlich zu werden. Dann hat sie den Zustand erreicht, um in der Alleinsheit zu bleiben, im ewigen Licht, in der bedingungslosen Liebe.
              Ich spreche nicht Dinge nach, die Gurus, etc. schreiben oder predigen. Ich habe es selber erfahren durch ein Nahtod Erlebnis vor geraumer Zeit.
              Sie lieber Umberto haben eine Art an sich, die einem Prediger ähnelt. Darum ist es für manchen hier schwierig Ihnen weiter zu folgen.
              Zitat:
              “””Sonne
              20. Februar 2015 um 17:39
              Das gewichtige Wort “Mißbrauch” sollte nicht für alles genannt werden.”””
              Dem muss ich mich voll anschließen.
              Weiter möchte ich nun dazu nichts mehr sagen.
              Ich wünsche Ihrer Seele Frieden und Liebe, Licht und Sonne im Herzen.

              1. Es war mir klar, dass nun so ein “spiritueller” Kommentar folgt, der ganz offensichtlich Realitäten und Tatsachen verdreht und verleugnet. Herr Umberto, ich stimme mit Ihnen überein.

    4. Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern vor zwei Jahren abgebrochen, da ich als Kind und Jugendliche misshandelt wurde und meine Eltern sich nicht dafür entschuldigen können. Mir geht es nach dem Abbruch wesentlich besser. Für eine Entschuldigung bin ich aber immer offen. Nur damit hätte ich die Kraft einer Annäherung an meine Eltern. Ich bin durch die Hölle gegangen und werde die Schuld, die ich 34 Jahre auf mich lud, niemals wieder auf mich nehmen.

      1. Liebe Frau Winkler,
        das tut mit sehr leid und weh.
        Möchten Sie nicht mehr darüber erzählen.
        – Was für Misshandlungen waren das denn?
        – Sind sich Ihre Eltern der Musshandlungen bewußt,
        – haben Sie darüber gesprochen?
        – Wissen Ihre Eltern, dass Sie auf eine Entschuldigung warten?

        Es sind 1000 Fragen offen, wenn man so etwas liest.

        Von was für einer Schuld sprechen Sie denn, wenn Sie diese so viele Jahrzehnte auf sich geladen haben.
        Danke schon mal im voraus, für Ihre Offenheit hier im Forum. Trotzdem ist da noch vieles verborgen, was ans Tageslicht sollte. So sehe ich das zumindest.
        Ich gehe davon aus, dass Offenheit nicht nur aufklärt, sondern auch tröstet und damit der Weg nach vorne erst möglich wird.
        Viel Mut und Liebe für Sie

        1. @sternenwolke
          Winkler sagt da was ganz wichtiges : die Misshandelten nehmen die Schuld auf sich , weil sie ihnen eingeredet wird von den Tätern , das geht bis zu Mobbing in Familie und Umfeld. Da die Täter in der Familie oder in intimen Beziehungen zu einem stehen – machen die Opfer die Übertragung der Schuld-und Schamgefühle unterbewußt auf sich – weil der Schmerz der Wahrheit zu schlimm ist. Die Übertragung spüren wiederum deren Kinder ..( aber auch andere!!!) … unheilvoller Kreislauf . Über Aufstellungen kann man das mit der Zeit auflösen.

          1. @Isabella
            Ich wurde als 15 jähriges Mädchen, unaufgeklärt und jungfräulich auf brutalste Weise vergewaltigt. Ich konnte meinen Eltern nicht darüber berichten, weil ich wußte, dass mein Vater mir die Schuld daran geben würde.
            Ich wurde von meinem Vater und dessen Bruder (ich war 4 jährig) sexuel mißbraucht.
            Bin ich eine Ausnahme, dass ich mir die Schuld daran nicht gegeben habe?

          2. @ Isabella
            Ist misshandelt und missbraucht in diesem Fall ein Unterschied?
            Sprechen misshandelte Kinder von Schuld, missbrauchte Kinder nicht??
            Oder bin ich aine Ausnahme?

            Danke für euere Sicht, die ihr dazu Stellung nehmen wollt.

            1. @sternenwolke
              dass mit dem Schuldgefühl läuft unterbewusst , egal ob Misshandlung oder Mißbrauch. Wenn das im Kleinkindalter anfängt bist Du dafür prädestiniert – schau, selbst Deine Tochter “dockt” daran an.
              Aber Du kannst es ändern: mach Aufstellungen google Prof. Franz Ruppert und lass Dir die Empfehlungsliste senden.

              Auch Wirtschaft und Politik sind voller Narzissten google Prof. Dr. Volker Faust “Narzissmus und Macht /Politik ”
              Narrzissmus ist ne weltweite Seuche
              LG

              1. @Isabella
                erst mal danke für deine liebe Mühe, die du dir machst.
                Weißt du, ich habe schon eine Aufstellung gemacht, habe viel Geld dafür bezahlt und es ging voll in die Hose. Die Dame wollte nicht, dass ich das Thema “behandle”, sondern hat aus mir ein anderes Thema herausgezwungen und das aufgestellt, was dann auch zu diesem Thema überhautp nichts brachte. Nur dass der Geldbeutel dieser Dame schwerer wurde und meiner leichter. :))
                Trotzdem habe ich nun dort hingeschrieben und nach Kontaktadressen angefragt.
                Du gehst also davon aus, dass die sexuellen Übergriffe im Alter von 4 Jahren bei mir dazu führten, dass unsere Tochter eine narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickelte. (??)
                Danke nochmal und einen schönen Tag für dich, mit Sonne im Herzen, Liebe und Licht.

                1. ich möchte da auch noch ein Buch anfügen: Die narzisstische Gesellschaft, Hans Joachim Maaz … sehr lesenswert

                  … aufgrund der eigenen Störungen in der Kindheit, braucht man mitunter den Narzissmus, um überhaupt lebensfähig zu sein …

    5. Ihr Schreibstil und Ihre Aussagen sind sehr hart, für Sie ist es in Beton gegossen, dass immer !!! die Eltern schuldig sind, ergo bin ich zu keinerlei Erklärungen mehr bereit! Ich lasse mich auch nicht mit der Aussage “unterm Tisch fegen, weil es etwas zu verheimlichen gibt” provozieren. So ist leider kein Austausch , für mich, möglich.

      1. Daß Menschen nicht mehr miteinander Reden möchten ist ein schlimmes, hartes Thema !
        Mache Menschen töten aufgrund dieses Themas in ihrem Leben !
        Ich spreche für eine Bestimmte Art von Kontaktabbrecher,
        deren “Verlassene” eine ausgesprochen starke Uneinsichtigkeit für Ihr Verhalten zeigen, welches nicht mehr zu ertragen war !
        Solchen Personen kann man mit Worten kaum hart genug versuchen klarzumachen, was man aussagen möchte.
        Die Diskussion dieses Themas kann kein liebes Ringelrein; kein Streichelzoo sein.
        Härte in meinen Äußerungen ist beabsichtigt !
        Ich denke daß Eltern zwangsläufig immer einen besonders großen Einfluß auf deren Kinder Schicksal haben; perfekte Eltern gibt es wahrscheinlich nicht, aber wenn es sie gäbe, dann denke ich daß deren Kinder niemals den Kontakt abbrechen würden.
        Aber obwohl die Eltern das ‘psychische Fundament’ für das Kind legen, hat die Gesellschaft zweifelsohne auch großen Einfluß. Wie weitreichend der sein kann, das wäre ja gerade interesannt zu debattieren.
        Deshalb habe ich sie eingeladen, Ihre Stellungnahme näher zu begründen bzw mit Indizien auszukleiden.
        Daß Sie Ihre vage Kritik an meinem Kommentar und Ihre in den Raum gestellten Darlegungen nicht konkretisieren möchten, und stattdessen keinen weiteren Austausch möglich finden, bedauere ich.
        Allerdings halte ich die Diskussion nur für sinnvoll, wenn sie sachlich und mit konkreten Argumenten und möglichst ohne Andeutungen oder unbegründete Behauptungen geführt wird.

    6. Deine Worte könnten von mir sein. Vielen Dank dafür. Auch ich habe den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen, nicht weil die Bereitschaft zum Reden von mir nicht da gewesen wäre, sondern viel mehr aus Schutz vor weiterem seelischen Missbrauch sowie der fehlenden Bereitschaft seitens meiner Mutter Gefühle ernst zu nehmen oder sie für wahr halten zu können. Ich möchte sie damit weder bestrafen noch eine Reaktion von ihr herbeiführen. Ich habe allerdings gemerkt, dass es für mich die bessere Lösung ist, denn eine Einsicht lässt ihr Narzissmus nicht zu.

  23. Hallo,
    durch Zufall bin ich hier gelandet.
    Als Mutter einer 21 jährigen Tochter, die den Kontakt abgebrochen hat, zieht es mir den Boden unter den Füßen weg.
    Ich dachte nach Weihnachten und im neuen Jahr wird es besser, aber der Schmerz scheint oftmals schier unerträglich.
    Diese quälende Frage nach dem WARUM…
    An manchen Tagen ist es eine wahnsinnig anstrengende Trauerarbeit, ich habe keine Vorstellung davon, wie man das verarbeiten und aushalten kann.
    Es ist eine Zeit, in der ich mich fürchterlich hilflos und ohnmächtig fühle.
    Es ist das Grausamste, was ich je erlebt habe…

    1. Liebe Sabine, wenn ich Deinen Beitrag lese, zieht es mir auch die Füße weg, weil ich Deinen Schmerz spüre. Manchmal habe ich auch starke Schmerzen der Verlustangst.

      Dann hilft es mir zu meditieren. Wenn es mir zu hart würde, würde ich mir professionelle Hilfe in Form eines Psychotherapeuten suchen.

      Es ist zu überleben.
      Es braucht seine Zeit.
      Fühle Dich gehalten.

      1. Liebe/r JanW,
        vielen Dank für die lieben, mutmachenden und tröstenden Worte.
        Momentan begreife ich einfach nicht, wie man so radikal handeln kann.
        Ziehe mich aus dem Alltag zurück, habe zwei Monate nicht arbeiten können. Als Mutter wird man immer wieder auf das Kind angesprochen, wie geht es ihrer Tochter, was macht das Studium, ich habe ihre Tochter schon lange nicht mehr bei ihnen gesehen….und …und..und.
        Ich vermute, dass das dem Abbrecher erspart bleibt, wann werden Kinder – wenn auch erwachsen – nach dem Befinden der Eltern befragt.
        Zudem wird nach meiner Erfahrung immer wieder ein Versäumnis, insbesondere bei der Mutter im Verhältnis zur Tochter vermutet. Ich spüre, dass es da gesellschaftlich immer in die eine Richtung geht, was haben die Eltern falsch gemacht, dass es zu so einem Verhalten des Kindes kommt.
        Gibt es eigentlich ein Forum, oder hat hier vielleicht jemand ein Forum zu dem Thema entdeckt?
        Viele Grüße
        Sabine

        1. Liebe Sabine,
          gerade habe ich etwas gefunden, dass vielleicht hilfreich ist: http://www.medizin-im-text.de/blog/2014/10753/vorgestellt-selbsthilfegruppe-verlassene-eltern/
          Es gab lange Zeit eine deutschlandweite Gruppe “Verlassene Eltern”, die sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Leider hat sich diese Gruppe – die auch im Internet aktiv war – aufgelöst bzw. sie existiert nicht mehr oder jetzt vielleicht wieder neu. Ich würde mich auch sehr freuen, wenn es die Möglichkeit gäbe, mit anderen Betroffenen zu schreiben und Erfahrungen auszutauschen oder auch einfach nur den Schmerz auszudrücken.
          Im Alltag ist das nicht möglich, häufig treffe ich auf Unverständnis und die stille Frage “was hast du falsch gemacht”. Oft werde ich nach meinem Sohn gefragt und habe mir inzwischen angewöhnt zu sagen, “er hat den Kontakt abgebrochen, ich weiß nichts”. Dann schweigen alle und das Thema ist beendet.
          Im Bekanntenkreis meines Sohnes kennt mich niemand. Manchmal habe ich die Befürchtung, es weiß niemand, dass es mich überhaupt gibt.

          Zur Zeit beschäftigt mich das Thema wieder sehr stark.
          Heute hatte ich einen kleinen Lichtblick: Eine ehemalige Kollegin, 28 Jahre alt, hat mich besucht, kam heute zum Mittagessen und einem Schwatz. Ihr Grund: Sie mag mich sehr gerne und kommt auch sehr gerne. Also kann ich doch garnicht so übel sein. Auch zur 1. Freundin meines Sohnes habe ich noch jetzt nach über 15 Jahren Kontakt. Das hilft mir dann, die “Schuld” nicht immer bei mir zu suchen.

          für heute liebe Grüße
          Monika

    2. Liebe Sabine,
      das kann ich gut nachvollziehen. Mein Sohn hat mir vor 3 1/2 Jahren kurz nach der Geburt seiner kleinen Tochter gesagt, dass er keinen Kontakt mehr haben möchte. Warum? – das weiß ich nicht, dazu hat er nichts gesagt. Den Schmerz konnte ich am Anfang kaum aushalten, wurde schwer krank und hatte das Gefühl, dass ich tatsächlich an gebrochenem Herzen sterben könnte. Es war grauenhaft. Meine Arbeit, mein Beruf haben gelitten, ich konnte lange nicht am sozialen Leben teilnehmen, habe unglaublich viel geweint, bin nachts oft weinend aufgewacht – der Schmerz war schrecklich. Ein Psychologe und gute Freunde haben ein wenige geholfen.
      Er ist noch da der Schmerz, er gehört jetzt zu meinem Leben. Ich habe viel gelesen zu diesem Thema, andere Menschen gefunden, denen es ebenso geht und mich entschieden, meinem Sohn die Freiheit zu lassen, die er offensichtlich braucht. Die Hoffnung, dass es irgendwann mal anders wird, er wieder kommt, ich auch Kontakt zum Enkelkind in normalem Maß bekommen kann, gebe ich nicht auf. Allerdings bin ich fast 64 Jahre alt und dass macht mich eben manchmal auch traurig, da ich denke, allzu lang sollte er sich nicht Zeit lassen, wenn ich die Familie noch genießen möchte. In einer Woche kommt das 2. Enkelkind, ob ich das kennenlernen werden?
      Kopf hoch, auch wenn das jetzt abgedroschen klingt, der Schmerz wird irgendwann erträglicher.
      Liebe Grüße und eine Umarmung
      Monika

      1. Liebe Monika,
        deine Zeilen haben mich sehr berührt.
        Mir erschließt sich zur Zeit der Sinn dieses Handelns nicht, auch wenn es Beweggründe geben mag, finde ich das Verhalten des Kindes/der Kinder radikal, enorm kränkend und verletzend.
        Wir haben hier unsere Tochter 20 Jahre in allem unterstützt, waren auch zu Beginn des Studiums Tag und Nacht für sie erreichbar, immer helfend zur Stelle all die Jahre und dann…
        Ich mag momentan einfach keinen Sinn in ihrem Verhalten sehen, denn es hätte sicherlich einen anderen, moderaten Weg gegeben.
        Einem Konflikt/dem Sprechen in der Form aus dem Wege zu gehen, ist einfach nur grausam.
        Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass dein Sohn den Weg zurück findet, du vielleicht deine Enkelkinder sehen kannst.
        Das Gefühl, es läuft die Zeit für eine Versöhnung davon, kenne ich nur zu gut. Auch das beschäftigt mich sehr, auch das Gefühl daran schwer zu erkranken und zu zerbrechen ist mir sehr vertraut.
        Es gibt Tage, an denen ich akzeptieren kann wie es ist, an anderen Tagen zerreißt es mir das Herz und der Schmerz bohrt sich tief in meine Seele.
        Hast du dir psychologische Hilfe geholt?
        Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg und fühle dich ebenso still umarmt.
        Sabine

        1. Liebe Sabine

          Ich bin nun erst seit 2,5 Jahren eine verlassene Mutter. Meine Tochter wurde jetzt vor ein paar Tagen 34. Ich wollte eine Selbsthilfegruppe gründen, habe aber die Erfahrung gemacht, dass die Eltern nicht kommen, weil sie unerkannt bleiben möchten. DAs Schamgefühl ist bei und Eltern groß, hingegen bei unseren Kindern offensichtlich gering(er). Weiterhin habe ich die ERfahrung gemacht, unter den Kontakten, die ich dadurch kennen gelernt habe, dass es immer die Partner sind, die unsere “Kinder” unter Druck setzen.
          So hat zu einer mir sehr lieb gewordenen Mutter, jetzt Freundin, der Sohn und die Schwiegertochter gesagt:” Wir sehen doch nicht ein, dass du mit unserem Kind glücklich werden sollst. “Das waren die letzten Wsorte, die gesagt wurden und sie hat seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr weder zum Sohn noch zu den Enkelkindern. Ich habe eine Schulfreundin in Paris, sie hat weit 17 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter. Dort ist es allerdings ein Borderline-Problem.
          Unsere Schmerzen sind groß. Ich kann seit dem niciht mehr schlafen. Der Schlafentzug steht mir im Gesicht geschrieben. Ich bin arbeitsunfähig geworden. DAs einzige was ich noch schaffe ist der Haushalt. eine Therapie hat mir ein klein wenig geholfen.
          Und nun muss ich mir das einreden, was dir schon ein Vorredner mitgeteilt hat. Loslassen, sie sind erwachsen und haben sich das >Leben so ausgesucht. Wir haben nicht das Recht dazu, sie vor eventuellem Unheil zu bewahren. Ich meditiere auch viel, manchmal hilft es und der Schmerz lässt nach.
          Für uns Mütter ist es nochmal schmerzhafter, als für die Väter, denn sie waren ja 9 Monate in uns festgewachsen.
          Was ich auch immer noch reflektiere: habe ich meine Tochter zu einem großen Egoisten erzogen? Vielleicht zu einem Menschen, der für andere kein Mitgefühl hat?
          Sie ist mein einziges Kind, ich hätte sie nicht bekommen können ohne die Hilfe eines wunderbaren Arztes. Ich hätte nie ein zweites Kind austragen können. Bei mir wurde alles zerfetzt in meinem Unterleib, als ich 15 war und auf brutalste Art und Weise vergewaltigt wurde. 2 Jahre danach hatte ich Krebs, da wurde auch noch viel rausgeschnitten.
          Ich bin jetzt 63 und hoffe jeden Tag, dass sich unsere Tochter meldet. Gestern habe ich meine Freundin (58) verloren. Das war wieder so eine schlaflose Nacht mit Gedanken, was wird sie machen, wenn sie an meinem Grab steht, kommt dann ihr Schmerz, der sie den Rest ihres lebens belasten wird?
          Ich wünsche allen verlassenen Eltern und allen die ihre Eltern verlassen Liebe, Liebe und nochmal Liebe in ihre Herzen.
          Sternenwolke

          1. Liebe Sternenwolke,
            leider schaffe ich es erst heute dir zu antworten.
            Deine Geschichte hat mich tief bewegt, ich lese den anhaltenden Schmerz in deinen Worten.
            In den letzten Tagen habe ich sehr viel gegoogelt und mich auf die Suche nach einem Forum, einem Ort des Austausches im Internet.
            Hier vor Ort hat es mal Bemühungen um eine Selbsthilfegruppe gegeben, diese ist aber wohl aus den von dir genannten Gründen nicht zustandegekommen.
            Ich muss gestehen, dass es nicht leicht ist, mit diesem familiären Schicksal umzugehen und nach außen damit ehrlich zu sein. Meiner sehr subjektiven Erfahrung nach wird der Kontaktabbruch mehr den Müttern als den Vätern zugeschrieben, es gibt keine Ausdrücke für die männliche Form der Rabenmutter, klammernden Mutter etc.
            Da ich im Internet überhaupt so garnichts gefunden habe, auch nicht bei Facebook, habe ich dort eine Gruppe vor zwei Tagen gegründet.
            Allerdings bin ich mit der Gestaltung noch nicht weitergekommen.
            Ich kann hier vielleicht einfach mal den link posten, weiß aber nicht, ob es hier veröffentlicht bzw. freigegeben werden kann.
            Sicherlich wäre es eine Möglichkeit, sich über die gemachten Erfahrungen, die jetzige Situation und das Umgehen damit auszutauschen.
            Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand über diese Seite darauf aufmerksam würde, aller Anfang ist ja bekanntlich schwer.
            Erst einmal wünsche ich dir einen trotz allem halbwegs schönen Sonntag und einen guten Start in die kommende Woche.
            Hier einmal der Link zu der Gruppe.
            https://www.facebook.com/groups/332271226966878/
            Bitte nicht davon irritieren lassen, dass mein Name hier auf dieser Kommentarseite aus Persönlichkeitsschutzgründen von mir geändert worden ist.
            Liebe Grüße
            Sabine

    3. was Du da erlebst ist ein Trauma !!! kenn ich nur zu gut , braucht viel Zeit wieder auf die Beine zu kommen und gesundheitlich ist es eine Katastrophe gewesen.
      Besonders brutal wenn einem der Grund nicht gesagt wird – ist feige und unfair. Ich war immer fair in der family , dafür hielten mich die anderen wohl für den Fußabtreter .
      Helfen können u.a. Aufstellungen : google mal Prof. Dr. Franz Ruppert

    4. Liebe Sabine, auch mit hat es nicht nur den Boden unter den Füßen weggerissen, somit kann ic h dich sehr sehr gut verstehen und nachempfinden. Ich hatte auch ein eißkaltes Loch an der Stelle, an der das Herz sitzt. Das war fast unerträglich und ich musste wegen Burnout, wie es heute bezeichnet wird, (Nervenzusammenbruch) lange ärztlich behandelt werden. Dann habe ich eine psychotherapeutische Behandlung unternommen. Anschließend habe ich mich mit der Esoterik befasst und nun da mein Thema gefunden, das mich ausfüllt.
      Ich weiß, es ist am Anfang schwer, an etwas anderes zu denken. Heute kann ich sagen, Ich habe meiner Tochter den Körper gegeben, den sich ihre Seele ausgesucht hat. Ich bin überzeugt davon. Ihre Seele wußte schon bevor sie in den Körper eingezogen ist, was sie in dieser Inkarnation erleben will. Mich trifft keine Schuld. Ich habe mehr als andere Mütter für meine Tochter getan. Siewurde und wird nur geliebt. Auch hilft mir heute die Meditation. In der Zwischenzeit bin ich Meditationslehrerin geworden. Es gibt wunderbare Meditationen und eine davon ist, dass ich ihr täglich Liebe sende. Ich bin sicher, dass sie das erreicht und sie davon berührt wird.
      Schuld gibt es nicht, ich trage keine Schuld, sie trägt keine Schuld. Das kann ich mit Überzeugung heute sagen. Aber es war ein Weg von 2 Jahren und 7 Monaten.
      Ich wünsche dir alles erdenklich Gute, Mut und Kraft für dich selber etwas zu tun. Fühle dich von mir zärtlich in den Arm genommen und mitfühlebnd gedrückt.

    5. Hallo,
      vielen lieben Dank für die zwischenzeitlich hier noch geschriebenen, mutmachenden Zeilen. Ja, man fällt in ein sehr tiefes und schwarzes Loch, wenn der Kontaktabbruch aufgrund von Einflussnahmen von außen vollzogen wird. Meine Tochter ist ein absolutes Wunschkind, wurde sehr fürsorglich und liebevoll erzogen…Leider ist immer noch Funkstille, an manchen Tagen gut, an manchen Tagen kaum auszuhalten, mir hilft die Facebook Gruppe sehr, die ich vor ca. vier Wochen an den Start gebracht habe, ausdrücklich für Verlassene und Abbrecher. Vielleicht mag ja jemand auch aus dieser lieben Runde dort reinschauen, dort findet man mich unter meinem realen Namen als Gruppengründerin und Admin und darf mich gerne auch per Pn anschreiben. Wünsche allen hier einen trotz allem guten Start in die Woche.
      Sabine
      https://www.facebook.com/groups/332271226966878/

  24. Ich wünsche allen verlassenen Eltern ein frohes Weihnachtsfest
    und mögen unsere Kinder sich heute besinnen,
    an ihre Eltern denken, die sie lieben
    und mögen sie den Mut aufbringen zu reden.
    Ich wünsche mir und euch allen ein vorwurfsfreies Zuhören und Sprechen.

    1. Vielleicht geht dieser schöne Wunsch für mich in Erfüllung. Mein Sohn hat sich gemeldet und kommt mich am 2. Feiertag besuchen – so hat er es geplant. Nach Jahren der Funkstille kommt so eine Überraschung. Ich freue mich riesig und hoffe sehr, dass es ein wenig besser wird und ein Kontakt bestehen bleiben kann. Auf jeden Fall ist es eine wunderschöne Weihnachtsüberraschung.

      1. Liebe Monika,
        ich freue mich für dich sehr!
        Wichtig ist, dass von deiner Seite keine Vorwürfe kommen und wenn er dir welche mcht, dass du nicht auf diese Schiene aufspringst und ruhig und gelassen bleibst mit Bemerkungen wie: ach so siehst du das, aber ja nicht Erklätungen etc abgeben, wenn er sie nicht explizit verlangt.
        Ich wünsche dir viel Freude, Geduld und Gelassenheit.

      2. … ich war ganz gerührt.
        Ich schliesse mich Monika an. Cool bleiben. Nicht verwickeln lassen. Auf Vorwürfe nicht reagieren und keine Vorwürfe machen. Offen bleiben für Erfahrungen allerlei positiver Art.

        Alles Gute,

        JanW

    2. Mein Sohn war da! Einen schönen harmonischen Nachmittag haben wir miteinander verbracht. Es wurden keine heiklen Themen angesprochen. Daher bin ich so schlau wie vorher. Mir geht es aber sehr viel besser. Er hat viel erzählt, ich auch. Der Höhepunkt: Im Januar kommt mein 2. Enkelkind auf die Welt. Mal sehen, wie es weitergeht.

      1. liebe Monika, ich freu mich für dich und mit dir. Eine Begründung ist momentan unwichtig. Genieße es einfach, dass er da war und der Tag stimmig war. Alles erdenklich Gute für deinen zweiten Enkel. Ich hoffe sehr, dass sich bei dir eine weitere Annäherung anbahnt.

        Ich habe von meiner Tochter nichts gehört. Keine karte, kein SMS, keine Mail, einfach nichts! Im Januar wird sie 34.
        Es ist wie es ist, und so wie es ist, ist es gut.
        Sie wird schon wissen, was für sie das richtige ist.
        Ich stelle nur fest, dass in mir etwas stirbt, oder sogar schon gestorben ist.
        Und ich kann nicht sagen, ob das jemals wieder zum Leben erwachen wird.

  25. Wenn ein Herz Trauer trägt, hat man ihm das genommen
    was es zum Leben braucht, die Liebe.
    Die Liebe ist der Motor des Herzens,
    das was den Menschen am Leben hält.
    Läuft dieser Motor nicht „rund“, trägt das Herz Trauer.
    Wenn ein Herz Trauer trägt, bleibt die Trauer nicht nur im Herzen.
    Die Trauer überzieht irgendwann den ganzen Körper,
    langsam kriecht sie in alle Sinne, befällt alle Organe.
    Wenn ein Herz Trauer trägt, wollen die Augen nichts mehr sehen,
    die Hände nichts mehr fühlen, der Mund nichts mehr reden,
    der Kopf nichts mehr denken, die Ohren nichts mehr hören,
    die Beine nicht mehr laufen.
    Wenn ein Herz Trauer trägt, mag man nichts mehr essen,
    nichts mehr trinken, nicht mehr atmen.
    Das einzige was man möchte ist:
    Schlafen und nicht mehr aufwachen.
    Wenn eine Herz Trauer trägt, fehlt dem Herzen die Liebe.
    Ohne die Liebe existiert kein Leben.

  26. Wenn Deine Seele Trauer trägt und Dein Herz vor Leid nur schlägt
    Wenn Deine Augen tränenleer Und Du keinen Mut hast mehr
    Wenn Gefühle Dich zerreißen und Dein Innerstes zerfleischen
    Wenn die Lieb´ in Dir gestorben und Du nicht mehr glaubst an morgen
    Wenn tief in Dir etwas zerbrochen und Du Dich fragst: “was hab ich nur verbrochen?”
    Wenn Du dann denkst, dass das Leben Dir nichts mehr gibt
    dann weißt Du eins Du hast geliebt!!!!

  27. Nun kommt Weihnachten und ich bin unendlich einsam, traurig und allein.

    warum schaue ich traurig ins leere,
    warum weine ich Tränen wie Meere,
    warum sind in meinem Herzen Risse?
    Warum?
    Weil ich dich so sehr vermisse!

    das ist für meine über alles geliebte Tochter die ich erst dann verstehen kann,
    wenn sie bereit ist zu sprechen. Sprache erklärt nicht nur, sie klärt auf.

    1. Hallo sternenwolke,

      Du sprichst mir aus der Seele.
      Auch meine geliebte Tochter vermisse ich schon seit 15 Jahren.
      Sie ist nicht bereit mit mir zu sprechen , die Frage nach dem Warum wird
      nicht beantwortet.

    2. Hallo Sternenwolke,
      es tut immer weh, schon seit Jahren. Weihnachten ist es besonders schlimm. Die Frage nach dem Warum habe ich nie beantwortet bekommen. So versuche ich in diesem Zustand irgendwie zu überleben.

  28. Was mir hier in diesem Forum fehlt, ist der Hinweis auf die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Der Kontaktabbruch und die “Funkstille” gehören zum “natürlichen” Repertoire der davon Betroffenen, zu ihrem Handwerks- und Rüstzeug. Paradoxerweise tun diese armen Seelen in (Liebes-)Beziehungen alles dafür, diese nach und nach durch extremes und selbstschädigendes Verhalten zu zerstören. Der ehemals “geliebte” Mensch wird am Ende systematisch aus dem Leben getilgt, unter Umständen selbst geschädigt durch den Borderliner (Belügen, Betrügen, Bestehlen), wobei die einstigen Partner fassungslos und ohne Erklärung zurückbleiben. Am Ende ist der liebende Partner aus dem Leben getilgt, und damit ist das eingetreten, was der Borderliner am allermeisten befürchtet: nämlich allein zu sein. Das kann er nämlich wahrlich keine vier Minuten, auch wenn er enorm viel Energie aufwendet, um nach außen hin den gegenteiligen Eindruck zu erwecken. Dahinter steht die frühkindliche Erfahrung der Borderliner, von der Mutter nicht geliebt und angenommen zu sein. Sie internalisieren dadurch das Lebensgefühl, dass sie es nicht wert sind, geliebt zu werden, dass sie ja irgendwie böse sein müssen, und wiederholen dieses Drama im Erwachsenenalter in einer Beziehung nach der anderen. Ich würde jedem, der so etwas erfahren musste, empfehlen, sich insbesondere mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. Dies zu verstehen, kann das Verlorene zwar nicht wiederholen, denn Borderline ist nicht heilbar, aber den Zurückgelassenen kann es Trost bieten.

    1. Borderline kommt hier nicht in Frage. Zumindest kann ich es mir nicht vorstellen, da ich für meine Tochter alles getan habe, was nur möglich ist. Es gab nur einen einzigen Vorfall, wo ich Nachts aus dem Haus gegangen bin, Meine Rochter war 6 Jahre alt und ich habe es ihr mitgeteilt und ihr gesagt, wann ich zurück bin. Sie konnte mit 3 1/2 die Uhr lesen und ich sagte ihr, dass ich in 1/2 Stunde wieder da bin.
      Kann daraus Borderline entstehen, wenn sie ansonsten ihr ganzes Leben sehr behütet war und alles bekommen hat, was sie wollte. Für mich war es ein Wunder, dieses Kind austragen zu können. Ein weiteres wäre unmöglich gewesen.
      Ich habe Erziehungswissenschaften, Psychologie und Pädagogik studiert. Immer habe ich darauf geachtet, dass dem Kind ja nichts abgeht, dass keine Fehler gemacht werden, die dem Kind schaden könnten. Sie hat einen IQ von über 140

      1. ‘..für meine Tocher alles getan, was nur möglich ist’..’sehr behütet und immer alles bekommen, was sie wollte’..’..immer darauf geachtet, daß dem kind nichts abgeht, keine fehler gemacht werden’..

        Man kann auch “ZUVIEL” für ein Kind tun; ihm auch ZUVIEL geben, ZUVIELE Wünsche erfüllen..das Kind ZU SEHR beschützen, Über-behüten; zu sehr “Fehler vermeiden wollen”.
        Dem Kind nicht genug Freiheit geben; es nicht lernen lassen, Gefahren, Mängel, Probleme selber zu erkennen und damit umzugehen.
        Ihm ausreichende Gelegenheiten WEGNEHMEN, für sich selber denken, planen, fürsoge treffen zu lernen.
        Man kann ein Kind mit Liebe, Zuneigung, Aufmerksamkeit, Schutz usw. ersticken wenn diese zu stark sind!
        Solches Verhalten kann Grund für Kontaktabbruch sein.

        1. … man kann ein Kind nicht mit Liebe ersticken … ich gebe Dir Recht mit Missbrauch (Überbehütung, Verwöhnung etc.) schon, aber dann ist es keine Liebe mehr …

        2. Ich hab sie vielleicht mit Liebe erstickt, aber ich habe sie zu einer selbständigen Person/ Persönlichkeit erzogen, sie hat schon früh Verantwortung für sich selbst übernommen. Ich habe Psychologie und Pädagogik studiert. Ich habe das gemacht, was ich gelernt habe und dazu bekam sie Liebe, denn ich hätte kein weiteres Kind bekommen können.
          Sie wurde gefördert in allem wo sie Förderung wollte, sie wurde zu nichts gezwungen. Sie hat ein Medizinstudium in der Regel-Studienzeit gemacht.
          Sie hat einen IO von 148
          Sie hat bereits mit 12 in unserer Ausbauwohnung gewohnt und sie ist mit 18 ausgezogen, da hatte sie noch nicht einmal das Abi in der Tasche, auch das haben wir ermög.icht.
          Ich hab sie nicht an mich gefesselt, im Gegenteil, als sie die letzte Zeit jäglich 5 mal anrief und 3 Mal rüber kam zu mir, wurde es mir schon zuviel, ich hab dazu aber nichts gesagt, weil ich sie niciht enttäuschen wollte.

          1. Danke, dass auch mal Fakten auf den Tisch kommen! Bei mir war es ähnlich: unsere Tochter ist zwar erst mit 23 ausgezogen, aber mehr als Hotel Mama war da eh nicht. Sie kam und ging, wann sie wollte, studierte, was und wie sie wollte, traf sich mit wem sie wollte – weigerte sich jedoch, sich an Hausarbeiten zu beteiligen, sich an gewisse Regeln/Abmachungen zu halten und sagte mal in pubertär-trotzigem Ton: “Ich bin volljährig, ich muss dir nicht mehr gehorchen, ich kann machen, was ich will!” (Haha, als ob sie früher gehorcht hätte! Das ging nie ohne Protest und mühsame Diskussionen) Wenn ich sagte, sie könne ja gehen, verfiel sie in ein Lamentieren, ich würde sie erpressen damit! Sie kommandierte schon als Kind gern andere herum und schte sich nur unterwürfige oder bewundernde Freunde/Freundinnen. Äusserungen: “Dass Papa dich verlassen hat, ist mir ja egal, aber dass er mich verlassen hat, das verstehe ich nicht” Es nervt, wie in den Foren meist die Eltern dafür verantwortlich gemacht werden, dass ein Kind den Kontakt abbricht. Kinder, einmal aus dem Säuglingsalter hinaus, “sind so kleine Hände” nicht immer! Respekt- und schamlos, tobsüchtig, gierig, brutal, verantwortungs- und eifühlungsunähig… Man muss sich nur einmal auf youtube ansehen, wie diese ach so verletzlichen Kinder auch sein können (supernanny, tata, oder auch private Filmchen) Ich führte seit der Kindheit Tagebuch und kann deshalb ohne Deckerinnerungen und Uminterpretationen mein eigenes plötzliches Verschwinden mit 19 und meinen ganzen Hass auf “sie” nachlesen: nach drei Tagen schickte ich Mutter eine Postkarte, sie brauche sich keine Sorgen zu machen, es sei gut so. Nach ein paar Monaten meldete ich mich zurück, vermied aber jeden Kontakt: Tüten mit frischem Obst, die sie vor die Tür meiner Mansarde stellte, wanderten in den Müll – ich schäme mich heute noch dafür! Wir konnten später über manches (Teppichklopfer als Erziehungs-Druckmittel) sogar lachen, aber diesen abgrundtiefen Hass habe ich ihr im Detail nie mitgeteilt: wozu auch? Was kann sie dafür, dass ich sie nicht lieben konnte?! Denn die eigentlichen Gründe, die in einer Psychoanalyse zutagetraten, waren irrational, infantil, neurotisch. Deshalb nervt es eben, wenn jemand dieses “innere Kind” dauernd verhätschelt und bedauert statt es endlich erwachsen werden zu lassen. Niemand hat Schuld: es ist, wie es ist und es war, wie es war. Wir können nur unsere Einstellung verändern, um einen Sinn im Vergangenen zu erkennen. So sehr ich nach der Funkstille meiner Tochter den Enkel vermisse, so gut kann ich auf die aggressiven Diskussionen mit ihr verzichten. Als ich mal fragte, warum sie bei jeder Bemerkung meinerseits – und seis übers Wetter – sofort eine Gegenposition einnehme, man könnte doch auch einfach freundlich plaudern, meinte sie”soo langweilig!” Es freut mich zwar, wenn es ihr gut geht und sie Erfolg hat, aber wenn ich mir vorstelle, sie wäre irgendeine Nachbarin statt unsere Tochter: ich glaube kaum, dass ich gerne mit ihr Kontakt hätte, das wäre mir zu heftig. Als Kind jedoch war sie fröhlich, kreativ, phantasievoll und erstaunlich vernünftig gewesen, ein ganz liebenswertes Kind, wenn mir auch einige Dinge auf den Geist gingen, wie das Machthabenwollen (sich nicht unterordnen Können) und Kontrollieren anderer (auch der Eltern), das sie heute in ihrem Beruf aber nutzbringend ausleben kann. Jeder Mensch wird mit gewissen Charakter- und Temperamentsanlagen geboren, die nicht immer harmonieren, die einen aber auch etwas lehren können.

            1. “das Machthabenwollen (sich nicht unterordnen Können) und Kontrollieren anderer (auch der Eltern), ”

              Ja, so war und ist es bei unserer Tochter auch. Nur zu unterordnen würde ich einordnen ( in eine Gesellschaft, ein Team, ) sagen
              Kontrolliert hat sie uns auch, sogar mit einem Babyphone, was ich vuiel später erst erfahren habe.

              Aber wie hier schon einmal gesagt,
              es hat nichts mit uns zu tun.

              Die “Kinder” sind erwachsen, integriert in der Gesellschaft, da muss die Selbsterziehung greifen.

              Außerdem ist es von der Politik so gewünscht, dass Kinder zu Eltern keine Beziehung haben. Nicht umsonst sind die Kinderkrippen aus dem Boden geschossen. Wenn Neugeborene von den Müttern getrennt werden, können sie später nie eine dauerhafte Bindung eingehen. Das ist Fakt. Auch wenn es vielleicht hier im Forum Menschen gibt, die das versuchen zu widerlegen.
              Ich glaube an mein gelerntes in meinem Studizm.

              Wie schon einmal hier erwähnt,
              das, was unsere “Kinder” im Erwachsenenalter machen hat nichts mit uns zu tun.

              Wir gaben unser BESTES.
              Unsere Kinder haben nicht gelernt zu entbehren, da wir so viel entbehren mussten, haben wir sie zu sehr verwöhnt. Nun sind aus ihnen Monster geworden. Machtbesessene Monster. (womit wir nichts zu tun haben, denn wir haben in Liebe erzogen)

              Es wird die Zeit kommen, dass sie bereuen, und dann wird es in vielen Fällen zu spät sein. Damit müssen sie dann leben, ganz alleine sie.
              Das klingt nun alles HART. Ja, die Lebensschule ist hart. Viel härter als die Schule im Elternhaus.

              1. Danke für die Antwort. Ja, ich denke auch, dass es das Leben selbst ist, das uns alle lehrt. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Ehe meiner Tochter vor allem dadurch zusammengehalten wird, dass die Beiden gegen aussen kämpfen können; nichts verbindet ja so sehr wir gemeinsame Feinde. Und wenn ich als Feindbild dazu beitrage – ja, warum nicht!? Es ist mir schon bewusst, dass ich meine Tochter “verwöhnte” (was auch von Aussenstehenden bemerkt wurde) : Ich half immer, wenn sie das verlangte, setzte nur eher “niederschwellige” Grenzen, (z.B. Tischmanieren) weil sie sofort zum Überschreiten provozierten, und ich nicht streiten will. Meine Türen zuhause waren immer offen, sie durfte meine Sachen benutzen/ausleihen, sie kannte meine Pins und Codes, sie hat immer noch Schlüssel zu meinen Wohnungen , also ein sehr einseitiges Vertrauen. Sie jedoch hatte von klein auf ein grosses Bedürfnis nach Abgrenzung, beschriftete sämtliche Gegenstände/Spiele/Kassetten/Comics mit ihren Initialen, damit der Bruder sie nicht etwa ungefragt ausleihen konnte. Dazu musste er sogar eine “Karte” lösen, kurz, Kontrolle, Machtdemos und eine gewisse “Streitsucht” (positiver: Kampfeslust) waren schon immer ein Charakteristikum. Wenn sich ein kleines charmantes Mädchen so verhält, reizt das auch eher zu Belustigung als wenn eine bestandene Frau die eigene Mutter (und ihren Ehemann) kontrollieren/beherrschen will. Da muss wohl eine rechte angst dainterstecken – aber das würde sie nie eingestehen: das widerspricht ihrem Selbstbild: für Schwäche hat sie nur Verachtung übrig. Manchmal tröstet mich Astrologie: unsere Sternzeichen sind nun wirklich alles andere als kompatibel! Und was den Enkel betrifft (leider der erste und bislang einzige): einmal 18 geworden, kann er mich besuchen, wann immer er will. Hm, schon etwas lang, die Zeit… aber was kann ich sonst tun? Lieben Gruss!

                1. “nichts verbindet ja so sehr wie gemeinsame Feinde. Und wenn ich als Feindbild dazu beitrage – ja, warum nicht!? ”

                  Nun, genau so ist es, und war es auch bei uns. Trotzdem hat unsere Tochter nun auch ihren Mann verlassen, wie ich erfahren habe. Wer weiß warum. Ich werde den Schwiegersohn nicht aufsuchen und befragen.
                  Alles dwas du schreibst, kann ich unterstreichen, genau so war es bei uns auch. Unsere Tochter war uns heilig, das hatte Gründe in meiner Vergangenheit, die ich hier schon einmal beschrieben habe.
                  Bei unserer Tochter ist es auch eine Streitsucht, die dann einsetzt wenn sie ihre Macht nicht ausüben kann. Sogar über Fremde. Da hätte sie beinahe einmal von einem Mann eine Ohrfeige bekommen, in dessen Geschäft sie sich aufgeplustert hat und meinte, er muss das tun was sie will.

                  “Da muss wohl eine rechte angst dainterstecken – aber das würde sie nie eingestehen: das widerspricht ihrem Selbstbild: für Schwäche hat sie nur Verachtung übrig. ”

                  Auch das klingt zu 100 % nach unserer Tochter.

                  Und ich weiß, dass es ihr nicht gut geht, (!!)
                  aber das würde sie nie zugeben und ihr Stolz würde es nicht erlauben zurückzukommen um Wärme und Geborgenheit zu finden.

                  Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!

                  Was den Enkel betrifft, so kann ich dir da keine großen Hoffnungen machen, dass er mit 18 die Großeltern aufsuchen wird. Bindungen entstehen in den ersten Lebensjahren, ganz besonders im ersten Lebensjahr. Sein Fazit wird dann sein:
                  Die haben sich nicht um mich gekümmert, als ich klein war, jetzt brauch ich sie nicht mehr.
                  Wenn du das nicht hinnehmen willst, musst du ein Umgangsrecht mit dem Enkel einklagen, du hast ein Recht auf den Umgang mit dem Enkel und der Enkel hat ein Recht auf den Umgang mit seiner Oma. Somit würdest du den Prozess gewinnen.
                  Aber willst du das als Mutter deiner Tochter? Die weiteren Zerwürfnisse sind vorprogrammiert.

                  Ich gehe einen spirituellen Weg, bin dadurch viel ruhiger und gelassener geworden. Ich schicke meiner Tochter täglich Liebe und Erkenntnis in einer Meditation. Mehr kann ich für sie nicht tun.
                  Meine Oma sagte immer: Hochmut kommt vor dem Fall.
                  Ich wünsche ihr bei Gott keinen Fall, aber der wird kommen, das beweisen die karmischen Gesetze.

                  1. guten Tag
                    nun muss ich doch einmal schreiben, wie sehr mir diese – wenn auch bloss verbal und im Internet – Diskussionen/Foren geholfen haben, mich nicht mit Fragen zu zermartern! Ich habe zwar im Freundeskreis u.a. auch schon darüber gesprochen, aber hier haben Menschen das gleiche Problem und das tröstet eben auch. Dein Hinweis bezüglich einordnen/unterordnen stimmt genau: Entscheidungen, die wir in der Familie gemeinsam (so nach Gordon) treffen wollten, endeten in der Regel damit, dass sie mit dem Kompromiss nicht zufrieden war, sondern nur dann, wenn sie den Löweanteil bestimmte. Mein “Fehler” ist meine Harmoniebedürftigkeit – und da bin ich natürlich manipulierbar. Den Enkel habe ich seit er ein paar Monate alt war, jede Woche ein-bis zweimal beaufsichtigt – und da er auch eher friedlich ist, verstanden wir uns immer sehr gut. ich denke, dass da schon was geblieben ist an guten Erinnerungen! Gerichtlich würde ich nie vorgehen wollen – das würde unserer Tochter nur noch mehr Kampfgelegeneheit geben! ;-)
                    Also nochmal vielen Dank dir und allen Schreibern! Ich fühl mich wieder (fast) versöhnt mit den Tatsachen. Danke, Danke! Gruss Lisa

                    1. Wenn man liest was ihr hier so von euch gebt kann ich sehr gut nachvollziehen warum eure Kinder den Kontakt zu euch abgebrochen haben. Ihr klingt ganz genau wie meine Mutter. Und ich bin oh so heil froh den Kontakt zu ihr abgebrochen zu haben. Seit dem fühle ich mich befreit, frei und glücklich. Ich könnte tanzen vor Glück.
                      Menschen wie ihr werdet einfach nie begreifen worum es geht. Das es sehr wohl an euch liegt und das es sehr wohl Wunden gibt die ihr zugefügt habt. Aber eure Uneinsichtigkeit macht ein normales Verhältnis einfach unmöglich und führt einem diese Wunden immer wieder vor Augen. Es ist regelrecht respektlos. Blut ist nicht alles. Familie kann man sich sehr wohl aussuchen.

            2. Kinder haben ein natürliches Bedürfnis
              Regeln akzeptieren zu lernen.
              Wenn ein Kind keine Regeln gesetzt bekommt,
              will es evtl. diese erzwingen,
              indem es mehr und mehr “rebelliert” und
              ‘nicht tun will was es soll'; “Machthaben will”..
              dieses Kindsverhalten ist ein Hilfeschrei:
              ‘Bitte zeig mir meine Grenzen auf!
              Bitte diszipliniert mich und zeigt mir endlich,
              daß ihr mein stetes Übertreten eurer Regeln nicht akzeptiert;
              daß ihr die mir gesetzten Regeln als solche respektiert
              und darum notwendigerweise meine Übertretung SANKTIONIERT!’
              das Kind muß auch lernen, mit Konflikten umzugehen.
              dazu ist es notwendig, daß das kind bei Regelübertretung
              Konflikte ‘erlebt’.
              Will man als Eltern jedoch partout keine Konflikte zulassen
              und ununterbrochen ein ‘Harmoniebedürfnis’ befriedigen,
              so entzieht man dem Kind einen Lernprozess,
              der für das Kind im Leben sehr wichtig ist.
              Der Mangel an diesem Lerprozess kann schwerwiegende Folgen haben.
              Folgen, wie sie von Ihnen beschrieben worden sind an Ihren Kindern.
              Sie erwähnen selbst ‘Supernanny” als Beispiel, wie rebellisch Kinder sein können.
              In jeder ‘Supernanny’-Folge wird die kindliche Rebellion (Machthaberei) befriedet,
              indem sich gegenüber dem Kind ANDERS VERHALTEN wird (dem Kind klare Regeln aufgezeigt werden,
              und ein Verstoß gegen diese mit KONKRETER SANKTION belegt werden).
              Mit der Durchsetztung ihres “Harmoniebedürfnisses”
              und der Verweigerung von Konflikten
              begehen viele Menschen in Wirklichkeit einen Akt von Aggressivität.
              Aggressive Vorenthaltung von Lernvorgängen,
              deren Mangel für das Kind schwerwiegende Folgen für das ganze Leben haben wird.
              Es nervt, daß viele Menschen hier trotzdem glauben,
              sie haben ja “nichts Falsches / Schlechtes / Böses” getan in der Erziehung (sondern sie haben ja nur immer ‘geliebt’!)
              DOCH!
              Sie HABEN!
              (Liebe und Sanktionen widersprechen sich übrigens nicht.
              Das Respektieren und Sanktionieren von Regeln ist auch Teil von Liebe.)

              1. Lieber Umberto,
                ich gebe ihnen zu einem hohen Prozentsatz Recht.

                Bei mir war es leider so, dass ich von meinem Vater sehr verprügelt wurde. Ich war meistens voller blauer, schwarzer und grüner Flecken. Das bis zu meinem 21. Lebenshaht. Meine Mutter hat dabei zugesehgen, und seine brutale Schlägerei sogar noch unterstützt.
                Mein Vater hat in mich eingeprügelt, bis er sich abreagiert hatte. Dazu kam noch Inzest.
                Durch eine brutale Vergewaltigunhg mit 15 Jahren bekam ich Krebs und hätte nie ein Kind bekommen känne, wenn nicht dieser wunderbare Arzt in mein Leben getreten wäre.

                Nun wollte ich alles anders machen. Mein Kind sollte NICHT geschlagen werden. Ich habe diese Herausforderung oft nur sehr sehr schlecht ertragen, hatte Alpträume, aber ich war der Meinung ich muss die Tradition in unserer Familie durchbrechen. Denn auch mein Vater wurde misshandelt und auch seine Mutter.
                Diese Erbsünde galt es zu durchbrechen. Das habe ich geschafft!
                Und was letztlich daraus entstanden ist, Kontaktabbruch!

                Was ich damit ausdrücken will,
                jede Familie hat ihre Geschichte. So kann man nicht alles über
                einen Kamm scheren.

              2. @Umberto
                Danke, das finde ich im Prinzip auch; aber wenn eine streitbare Person auf eine trifft, die es gerne friedlich (für die:”langweilig”!) hat, sind Konflikte vorprogrammiert. Meine Mutter und meine Tochter sind sich in dieser Hinsicht recht ähnlich: Spass an Diskussionen, wo nur einer “Recht hat”, ein Flair für Dramatisches, Regeln vorgeben, viel Kontrolle, Berechnung etc. Ich weiche dem bewusst und instinktiv aus, will weder kommandieren noch rumkommandiert werden, suche Kompromisse, besänftige, giesse eher Öl auf Wellen als ins Feuer! Man nennt das heut Harmoniesucht – ich sehe es eher als Kompromissbereitschaft. Unsere Beziehung war zuvor schon von ihrer Seite aus eher distanziert. Sie meldete sich nur, wenn sie etwas brauchte oder was organisierte, sehr formell) und wenn ich mich meldete, hatte ich stets das Gefühl, ich störe oder ängstige sie sogar, obwohl ich selten direkte Fragen stellte. Der Kontaktabbruch hat weniger mit dem Fehlen von Sanktionen früher zu tun, sondern mit ihrer „niemand hat mir etwas zu befehlen“-Haltung, die sie schon als kleines Mädchen übte und die wohl auch der Grund war, warum sie erst so spät einen (dazu ziemlich jüngeren) Partner fand. Als ich ihr mal klarmachen wollte, da war sie etwa vier, dass es immer Leute gebe, denen man gehorchen müsse, zum Beispiel Eltern, Lehrer, später im Leben Chefs, und die müssten ihren Chefs gehorchen, meinte sie begeistert. „Dann will ich der oberste Chef werden“. Vielleicht hätte ich da nicht lachen sollen…

                1. @ Lisa
                  … der oberste Chef-Position soll sehr einsam sein … las ich mal irgendwo …

                  Jedoch, wenn Du es ihr erklärtest als sie 4 war … welches Kind soll mit 4 solche Zusammenhänge verstehen?

                  Ein Kind in dem Alter ist mit sowas schlicht überfordert.

                  Meine Meinung ist, die Vergangenheit ruhen lassen, Menschen Entwicklung und Veränderung zutrauen.

                  Harmoniesüchtig war ich auch. Es brachte mich nicht weiter. Manchmal muss man Grenzen ziehen und darf manchen Konflikt auch niemandem ersparen. Denn aus Konflikten kann man lernen und zwar ziemlich schnell sogar. Vielleicht sind es auch eher die fehlenden Grenzen, die Deine Tochter gebraucht hätte. Die sie nun einfordert … auf ihre Art.

                  1. @JanW
                    “Vielleicht sind es auch eher die fehlenden Grenzen, die Deine Tochter gebraucht hätte. Die sie nun einfordert … auf ihre Art.”
                    Ja, so sehe ich es heute auch, nach einem langen Leidensweg.
                    Menschen sind nicht perfekt, eine perfekte Erziehung gibt es nicht, leider. Ich hatte den Anspruch an eine erfekte Erziehung, da ich das studiert habe. Somit wollte ich keinen Fehler machen.
                    Resultat: Fehler geschehen, ob man will oder nicht! Wir sind Menschen und nicht Gott.
                    Auch unsere Kinder, die uns verlassen haben machen Fehler und werden immer Fehler machen.

                    1. Liebe Sternenwolke
                      das mit den fehlenden Grenzen mag tatsächlich stimmen: ich habe meinen Raum nie abgegrenzt, weils mich einfach nicht ängstigt, wenn mir Menschen zu nahe kommen: wenns mir zuviel wird – also etwa bei offensichtlicher Ausnutzung – sage ich dann schon ein klares Nein. Ich wurde genau wegen dieser Fähigkeit zur Nicht-Abgrenzung in der Geburtsabteilung für problematische Neugeborene eingesetzt (Schreckhaftigkeit, Trinkfaulheit u.a.). Meine Kinder haben meine Kontendaten, Schlüssel zu meiner Wohnung etc. – ich ihre jedoch nicht und sie wissen vermutlich mehr über mich als ich über sie. Sie pflegte sogar meine e-Mails zu lesen, bis ich das Passwort änderte. Andere kontrollieren, aber über sich selbst nichts erzählen!Sie hatte stets ein grosses Bedürfnis nach Geheimniskrämerei und sich Abgrenzen, was wir in der Familie aber immer – teils wohlwollend, teils als unvermeidliche etwas belächelte Marotte – akzeptiert haben: ihre “Grenzen” wurden respektiert, meine – wie soll ich sagen… – irgendwie gar nicht wahrgenommen. Und wenn ich deutlich wurde und ein “so nicht” forderte, “strafte” sie mich mit “Funkstille”(n). Die jetzige jedoch tut weh, weil sie eigentlich ihren Sohn damit “straft”, zumindest mehr als mich: Ich kann michr problemlos anderen Kindern zuwenden, es gibt ja so viele, die einen brauchen- aber meinem Enkel wird einfach die Oma „entfernt“. Naja, wenn ich gestorben wäre, hätte er ja auch keine, aber ob das durch den Willen des Schicksals oder den einer eigensinnigen Tochter geschah, macht für mich schon einen Unterschied. Ach herrjeh, als ob es nicht genug Übel auf der Welt gäbe! LG

                  2. @Jan W
                    Zu den “eingeforderten Grenzen ” siehe meine Antwort an Sternenwolke. Das hat schon etwas, aber nur, dass ich selbst kaum welche setze, nicht, dass meine Tochte Grenzen verlangen würde: Kontakabbrüche sind meiner Meinung nach immer Befreiungsschläge: Bei ihr Befreiung von Verantwortung und von (völlig unnützen!) Schuldgefühlen, was wohl zusammenhängt: ich hab wirklich viel für unsere Kinder getan – wie wohl die meisten Eltern! – und ich hatte eine guteZeit mit ihnen als sie Kinder waren, folglich brauchen sie sich nicht schuldig zu fühlen und sich in ihrer Phantasie weiss der Herrgott was für Verpflichtungen auszumalen. Meine Mutter verlangte oft “Dankbarkeit” , bzw. beschimpfte uns pubertierende Kinder als undankbar – zumindest diese Offenheit habe ich geschätzt: so viele Eltern behaupten, sie erwarteten keinen Dank. Das ist unehrlich sich selbst gegenüber: Wozu haben wir das Wort “Danke”? Wenn Kinder sich schuldig fühlen, ist das ihr Problem, nicht das der Eltern. Ein schlichtes Dankeschön kostet weniger als die Forderungen des Kreditinstituts! Ich habe mit meiner – eher schwierigen! – Mutter trotz allem viel gelernt und unser Verhältnis ist heute sehr gut. Es ist mir auch keine unerträgliche “Verpflichtung” mit ihr was zuunternehmen etc. – ich bin ein ausgesprochener “Familienmensch” und mag den Kontakt mit allen: Geschwistern, Onkeln, Tanten, Kusinen. Aber nicht jeder hat die gleichen Wertvorstellungen: meine Tochter sagte mir mal “meine Familie sind meine Freunde” – was mich etwas befremdete. Aber vielleicht ist sie eben einfach “modern” – Huxleys Brave New World geht ja in diese Richtung. Wer das mag…

    2. Liebe(r) Schnurz,

      eben gerade habe (s.o.) von Borderlinern gesprochen. Guter Hinweis. Borderline-VH ist nicht ausschließlich erworben. Es könnten auch genetische Faktoren mitspielen.

  29. Lebt euer Leben!

    Das Thema Kontaktabbruch war und ist heute noch immer ein Tabuthema, besonders, wenn es um die Eltern-Kind-Beziehung geht.

    Die Entwicklung unserer Gesellschaft brachte es aber mit sich, dass ein Erwachsener heutzutage keine Familie mehr braucht, um zu überleben.

    Daraus ergibt sich für mich, dass Beziehungen in der Zukunft viel stärker auf einer freiwilligen Basis bestehen. Auch und gerade, wenn es Eltern sind. Es kann nicht sein, dass man in die Welt geboren wird und den Eltern ein Leben lang “etwas” schuldig bleibt. Genauso umgekehrt: Man ist auch als Eltern den Kindern nichts schuldig, wenn man sich um das Kind bis es 18 Jahre alt ist und voll rechtsfähig ist, einigermaßen liebevoll gekümmert hat.

    Damit eine Beziehung hält, muss sie gepflegt werden. Dafür haben beide in der Beziehung stehende Verantwortung.

    Jeder Mensch hat meines Erachtens das Recht und die Pflicht, sein Leben zu leben, wie er es möchte. Er braucht sich nicht schuldig fühlen, wenn er alles in seiner Macht Stehende versucht hat, die Beziehung positiv zu leben.

    Niemand hat das Recht, einen anderen zu quälen, zu missachten, zu schlagen oder in irgendeiner Form zu demütigen.

    Jeder hat daher das Recht, den Kontakt abzubrechen- Mit allen Konsequenzen, die damit evtl. verbunden sind.

    Daher: Macht euch frei von allen Fesseln und lebt das Leben, das ihr leben möchtet- Ihr habt nur eines!

    1. Beide Seiten schulden sich allerdings Respekt und das unabhängig vom Alter. Das jeder Mensch sein eigenes Leben lebt, ist auch richtig, nur das eine schließt das andere doch nicht aus. Irrtum, dass Eltern sich nur bis zum 18. Lebensjahr für ihre Kinder verantwortlich sehen, es bleibt immer der Wunsch sein “Kind” glücklich zu sehen.

      Auch richtig, dass niemand das Recht hat zu quälen, zu schlagen oder zu demütigen, aber umgekehrt hat auch niemand das Recht, seine Eltern mit Kontaktabbrüchen zu bestrafen, wenn diese nicht immer so wollen wie sie sollen!!! Da geht es um Machtgehabe, wenn dann auch noch zur Strafe der Kontakt zum Enkelkind verboten wird.

      Erwachsenen Kinder fällen die Entscheidung, die Kinder haben da kein Mitspracherecht ob sie die Großeltern weiterhin sehen möchten. Die Verlierer sind ganz klar auf beiden Seiten zu finden.

      1. @Ursula

        “Auch richtig, dass niemand das Recht hat zu quälen, zu schlagen oder zu demütigen, aber umgekehrt hat auch niemand das Recht, seine Eltern mit Kontaktabbrüchen zu bestrafen, wenn diese nicht immer so wollen wie sie sollen!!!”

        … das Eine kann man ja nun nicht mit dem Anderen in einen Topf hauen.

        Natürlich habe ich das Recht, Kontakte abzubrechen, die mir nicht gut tun. Das kann auch der Kontakt zu den Eltern sein.
        Ich habe den Kontakt zu meinem Stiefvater abgebrochen, weil es mir einfach nicht gut tat. Und nicht weil ich irgendwen bestrafen wollte.

        Es ist halt auch leichter, in der Opferrolle zu sein und den anderen Machtkampf zu unterstellen, als bei sich selbst zu schauen, was man selbst falsch gemacht hat. Und wenn man nichts falsch gemacht hat, dann kann man dem Anderen doch trotzdem das Recht zugestehen, eigene Entscheidungen zu treffen.

        Natürlich sind Kontaktabbrüche bitter, weil sie eine schmerzende Lücke hinterlassen ( habe mehrere selbst schon erfahren). Dennoch muss ich mich fragen: Warum tut es so weh? Was sollte der Andere bei mir ausgleichen?
        Meine Einsamkeit, meine Sehnsucht, meine Lebensangst?

        Wenn dabei der Kontakt zum Enkelkind verloren geht, ist das sehr traurig. Und natürlich wäre es ein erwachsenes Handeln, dem Enkelkind selbst die Entscheidung zu überlassen, ob es Oma und Opa sehen will. Naürlich nur solange keine Gefahr des Kindeswohls besteht. Ansonsten kommt auch ein Enkelkind irgendwann in das Alter, dass es eigene Entscheidungen treffen kann.

        Ich glaube, man muss Kontaktabbrüche sehr viel differenzierter sehen, von Fall zu Fall sozusagen.

        1. @Jan

          Kontaktabbrüche zur Bestrafung, weil ich meiner Schwiegertochter nicht so zur Verfügung stand wie sie es gerne gehabt hätte, waren über Jahre bei uns traurige Wirklichkeit. Vor über drei Jahren habe ich, nachdem ich wieder abgestraft wurde mit den Worten: Wir bestimmen wo es lang geht und ihr habt euch danach zu richten, endlich den Mut gehabt und den Kontakt zu meinem Sohn und der Schwiegertochter eingestellt. Ich sehe mich nicht als Opfer, sondern im Gegenteil, ich habe mich aus der Rolle befreit. Den Enkelkindern den Kontakt zu den Großeltern und zur Tante zu verbieten, ohne dass das Kindeswohl in irgend einer Weise gefährdet wäre, ist sehr wohl eine Machtausspielung auch den eigenen Kindern gegenüber.
          Ja, man sollte die Kontaktabbrüche wirklich viel mehr differenzierter betrachten!

      2. Kontakt abzubrechen ist ein uneinschränkbares, undiskutables Grundrecht.
        Dieses Recht infrage zu stellen, ist für mich bereits eine unakzeptable Respektlosigkeit. Wie kann jemand dieses Recht infrage stellen? Das bedeutet doch, dieser Mensch möchte dem anderen (dessen Abbruchsrecht er bestreitet) Kontakt / Kommunikation “aufzwingen”, bzw sähe er ihn zum Kontakt genötigt / gezwungen ?! Für mich befindet sich jemand nach so einer Aussage bereits in der Schublade “narzistisch gestört / mangelnde Achtung / Respekt vor der Freiheit des Anderen”.
        Dieser Eindruck wird nur noch bestärkt, indem ein Anspruch auf Kontakt zu den Enkelkindern erhoben wird.
        Meines Erachtens ist Selbstverständlich, daß die Eltern von minderjährigen Kindern allein und frei zu entscheiden haben, ob die Kinder Kontakt zu irgendwelchen weiteren Verwandten haben oder nicht.
        Ein Verwandter, der ihnen diese Freiheit absprechen bzw ihre diesbezügliche Entscheidung kritisieren möchte, begibt sich meines Erachtens ebefalls direkt in die Schublade der narzißtischen, -um-mich-dreht-sich-alles-und-die-Freiheit-aller-Menschen-um-mich-unterliegt-immer-meinem-Veto- Persönlichkeiten.
        Nur ein narzißtisch gestörter Mensch empfindet das Verlassenwerden als “Strafe”, denn Teil seiner Krankheit ist SUCHT nach der Aufmerksamkeit, der (von ihm subtil dominierten) Kommunikation mit seinem Umfeld.
        Ein nicht-narzißtisch gestörter Mensch sieht Verlassenwerden nicht als Strafe.

        1. Sie können all das auch umdrehen und auf den Abbrecher anwenden. Das Grundproblem ist KOMMUNIKATIONSUNFÄHIGKEIT !!
          Meist auf Seiten des Abbrechers mehr. Und zudem haben die dein gravierendes Problem, mit SICH SELBST zu kommunizieren.
          Dann ist diese Art von Kommunikationsende äußerst aggressiv und infantil.
          Diese kriegerische Welt sieht so aus wie sie eben aussieht, weil friedliche Verhandlungen schwerer sind als kriegerische.
          Sehr traurig!!

          1. Das Grundübel in der Welt ist meiner Ansicht nach, dass so Mancher glaubt, den Anderen be-/verurteilen zu dürfen/ zu müssen, anstatt zu nachzufragen, warum der Andere so oder so handelt.

              1. @JanW
                ja, das sehe ich auch so. und da fällt mir ein Satz ein von einem wunderbaren Mann, der leider in unserer heitigen Zeit in Vergessenheit geraten ist.

                “”Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken””

                Dietrich Bonhoeffer

                1. Ja, lieber Jan W., das in den Anderen oder das Gegenüber einfühlen bleibt heute oftmals auf der Strecke, aber wenn man bei sich selbst anfängt und man von Menschen umgeben ist, die diese Gabe an einem zu schätzen wissen, gelingt eine Veränderung im Kleinen und das ist manchmal etwas ganz großes.
                  Auch an dieser Stelle lade ich einfach mal zu meiner vor 4 Wochen gegründeten Fb Gruppe ein, dort ist ein Austausch über die Gruppe per Posting aber auch per Pn möglich und es liest nicht die breite Öffentlichkeit mit. Es ist eine geschlossene Gruppe, d.h. Beiträge können nur von Gruppenmitgliedern gelesen werden. Ich bin sehr froh über die beiden Bücher die Idee dazu bekommen zu haben. Liebe Grüße. Sabine

                  1. Liebe Sabine,
                    Wie heißt denn deine FB Gruppe?
                    Ist es möglich diese hier zu benennen?
                    Muss ich dazu eine eigene FB Seite haben?
                    Danke und herzliche Grüße

                    1. Sorry, das war zu früh.
                      hab soeben die Nachricht mit deiner FB-Adresse bekommen. :-)) <3

                  1. :)
                    gern geschehen :)
                    Dietrich Bonhoeffer hatte viele wunderbare Gedanken. Ich verehre ihn sehr, denn ich finde immer wieder Halt und Mut in seinen Worten und wenn ich dann daran denke, was er ausgehalten hat bis zu seinem Tod, dann denke ich nicht mehr an meine eigenen Sorgen und Nöte.

                2. Ich finde es wichtig herauszufinden, WARUM einen die kleinen Gedanken ärgern !

                  Die Wirklichkeit besteht aus vielen Details,
                  wenn wir die unangenehmen aus unserer Wahrnehmung ausblenden wollen,
                  könnten wir schnell die Wirklichkeit verkennen.

          2. Ich kann Ihrem Kommentar keine klare Aussage entnehmen.
            Was genau wollen Sie kommunizieren?
            An anderer Stelle sagen Sie, Sie sind Sozialwissenschaftlerin.
            In meinem wissenschaftlichen Studium mußte ich lernen,
            mich KONKRET zu äußern und KLARE AUSSAGEN zu machen.

  30. Wenn ich Schweige, ist das eigentlich ein lautloser Schrei. Wenn ich schweige, weiß ich nicht wie ich meine Gefühle, Gedanken, Ängste oder Befürchtungen mit Worten ausdrücken kann. Es ist eine Hilflosigkeit, die sich nicht in Worte fassen lässt. Und die Angst, bzw. die sichere Gewissheit, ausgelacht zu werden, wenn ich sage, was in mir vorgeht. Nicht verstanden oder ernst genommen zu werden.

    Ich habe ein einziges mal in meinem Leben den Kontakt zu einer anderen Person komplett abgebrochen und werde ihn niemals wieder aufnehmen und auch auf keinen Wiederaufnahmeversuch dieser Person reagieren.
    Ich habe diesen Menschen geliebt und ihm vertraut, habe an das Gute in ihm geglaubt und musste heraus finden, dass dieser Mensch ein Betrüger ist, mehrmals verurteilt wurde und oft aus Mangel an Beweisen einer Verurteilung entkam. Diese Person führte ein Doppelleben – mit einer erfundenen Geschichte, innerhalb von einem Gespinnst aus Lügen. Das Schlimmste aber waren die Manipulation und das Spiel mit meinen Gefühlen.

    Ich werde nie erfahren, warum dieser Mensch mir das antat. Er spielte mit mir. Doch nicht wie eine Katze mit einer Maus, die nur das Spiel ohne bösen Hintergrund sieht, sondern auf eine böse Art, wie nur Menschen es können. Ohne Rücksicht, mit Spaß, mit dem Bewusstsein und der puren Lust daran, mich langsam zu zerstören.

    Diese Person setzte Schweigen als Waffe gegen mich ein – wusste sie doch, wie wirkungsvoll es ist, wenn man auf einmal nichts mehr von sich hören lässt und der andere im Dunkeln tappt. Schweigen: Ist sie sauer? Lebt sie noch? Habe ich was falsches gesagt oder getan?

    Mein Leben lang war ich der Überzeugung, dass es niemanden gibt, dem ich nicht irgendwann verzeihen kann. Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Dass es bloßer Selbsterhaltungstrieb ist, diesen Menschen komplett und für immer aus meinem Leben auszusperren. Es gibt keine Entschuldigung, keine Erklärung, keine Chance und selbst wenn es der letzte Mensch wäre, der mit mir auf einer einsamen Insel wäre… Nein.

    Funkstille kann fürs Überleben notwendig sein.

    1. Das ist ja eine grausame Geschichte und tut mir sehr leid.
      In diesem Falle gibt es wohl auch keine andere Art damit umzugehen, auch wenn ein Verzeihen es immer wert sein sollte. Aber hier hilft wohl auch nicht die Zeit. In diesem Fall hilft es Ihnen vielleicht selbst zu verzeihen, dass man es nicht eher beenden konnte.

      Ich für meinen Fall habe Fehler unabsichtlich begangen. Mir fehlte für eine Zeit die Erkenntnis, dass es möglich ist etwas zu ändern und meine Intension war Gutes zu tun. In Beziehungen sollte man aber in jedem Falle mehr reden, als zu mutmaßen. Das ist für beide Partner ein Gewinn.

      Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Kraft von Herzen.

    2. Es gibt diverse Arten und Gründen von Schweigen.- Ich persönlich habe nicht leise geschrien… – ich habe einfach beschlossen, dass das Spiel mir nicht mehr gefällt, meine chips genommen und den Roulette Tisch verlassen.- bei mir fand der “Kontaktabbruch” (der keine war) mit meinen Eltern statt. – sie haben sich mir gegenüber respektlos verhalten und ich war verletzt. – was an sich noch nicht dramatisch ist. – aber.. wenn man jemanden verletzt, kann man sich entschuldigen. – so wie ich es auch schon viele male gemacht habe. – tja.. Der Anruf kam einfach nie.- noch nicht mal eine Frage, was denn ist, oder OB was ist. und die Zeit war wie der Wellengang und schwappte über den Sand. – am Anfang tat es weh und dann.. stellte ich irgendwann fest, dass ich klarer und freier denken kann, weil nur noch meine eigenen Gedanken sind in meinem Kopf..- das genieße ich. – Zurück will ich nicht mehr. – Verzeihen würde ich, aber um verzeihen zu können,muss man da auch nicht drum gebeten werden? sei es drum. – man kann auch ohne Böses zu wünschen das Schweigen wählen, wenn Reden einfach nichts bringt. was soll ich erklären, wenn meine Eltern imstande wären, mein Gesagtes zu verstehen (was ich oft genug gesagt habe),,… wäre die Situation gar nicht passiert. – so.. mögen sie gerne glücklich leben und ich hoffentlich auch. – kein Krieg, keine böse Wünsche, nur .. Frieden, Freiheit und Klarheit. anders wäre es vielleicht schöner, aber das Leben ist ja nun mal kein Wunschkonzert.

      1. @ pedo

        so eine Geschichte mit den Eltern kenne ich auch. Um zu verzeihen, muss man nicht drum gebeten werden, dass kann man auch so tun, indem man sich in die eigenen Eltern hineinfühlt und überlegt, woher sie ihre Lebensweisheiten und Erfahrungen haben, wie sie aufgewachsen sind und erzogen wurden. Und warum sie so gehandelt haben, wie sie gehandelt haben. Und dann kann man auch guten Gewissens mit dem Thema abschliessen und sich überlegen, ob man sie nocheinmal besucht oder nicht. Denn Verzeihen beinhaltet für mich nicht, dass man sich weiterhin komischen Situationen aussetzen muss. Mein Stiefvater hat mich als Kind/ Jugendlicher jahrelang emotional missbraucht, es hat etwa 25 Jahre gedauert, bis ich es begriffen habe. Und dann nach dem Kontaktabbruch nocheinmal 10 Jahre. Heute habe ich ihm vergeben, aber besuchen tue ich ihn nicht mehr. Und lebe damit gut.

  31. Es ist einfach traurig, dass man immer erst nach dem Ende einer Beziehung die eigenen Fehler bemerkt. Ich selbst habe die Beziehung zu meinem Partner beendet und es bereut.
    Mein Partner hat nicht reagiert und ich denke auch ihn zu verstehen. Die Liebe ist eventuell noch vorhanden, meinerseits schon, aber er ist ja so oft von mir verletzt wurden, nicht zuletzt, durch das Ende der Beziehung. Es ist wohl seinerseits verständlich so zu reagieren. Ich hoffe sehr, dass er irgendwann bereit sein kann mir zu verzeihen. Und ich wünschte mir auch noch einmal von vorne beginnen zu können. Auf jeden Fall sollte auch die eigenen Fehler mit beachtet werden. Das betrifft aber sicher nicht alle hier erwähnten Berichte. Manche Verlassene konnten ja wirklich nichts dafür. Das tut mir besonders leid.

  32. Ich bin gerade in der Situation, daß ich den Kontakt zu meiner Oma abbrechen möchte. Meine Oma ist wie meine Ersatzmutter gewesen. Heute ist sie sehr schwer krank (Krebs, seit ein paar Monaten). Ich wohne am anderen Ende des Bundeslandes wie sie. Für mich ist es sehr schwer damit umzugehen. Ich weiß, daß mir der Kontakt zu ihr nicht gut tut. Ich muss an mich denken, weil ich in den letzten Jahren so viel Streß hatte, daß mein Körper anfängt zu streiken. Im letzten halben Jahr lag ich 4x wegen unterschiedlichen Dingen im Krankenhaus und wurde 2x davon an verschiedenen Stellen operiert. Ich weiß der Kontakt zu ihr schadet mir ungemein. Selbst nur selten telefonischen Kontakt zieht mich jedesmal so runter. Ich brauche meine Kraft für mein besonderes Kind. Ich erhalte nur Ablehnung und versuche mich immer wieder zu erklären, aber seit Jahren ist es zwecklos. Meine Wünsche kommen nicht an.

    Ich habe Angst, daß ich den Kontaktabbruch bereue, wenn meine Oma am Krebs stirbt. Denn dann ist es zu spät…

    1. Swanheart, Ihre Großmutter ist alt und sehr krank, da würde ich besser den Kontakt nicht mehr abbrechen, so schwierig es auch sein mag. Auch ich bin eine ”Abbrecherin”, doch in so einem Fall würde ich es nicht tun, denn ich glaube, dass Sie das dann bestimmt Ihr ganzes Leben begleiten wird und Sie vielleicht nicht mehr zur Ruhe kommen. Mir wurde ebenfalls viel Unrecht angetan, trotzdem habe ich meine Mutter viele Jahre gepflegt, bis sie dann ruhig und friedlich gestorben ist. Heute stehe ich mit einem guten Gewissen vor ihrem Grab und das gibt mir sehr viel.

      Liebe Grüße von Hildegard

    2. Sie sagen, der Kontakt zu Ihrer Großmutter schadet Ihnen ungemein. Aus welchem Grund halten Sie ihn aufrecht?
      Ich glaube, wir sind hauptsächlich so erzogen, als müßten wir nicht UNSER leben leben auf dieser Erde, sondern Erwartungen ANDERER menschen zunächst entsprechen. Früher wurden Menschen durch Kirche und Gesellschaft empfindlich sanktioniert (“sowas macht man nicht.” “Man ist seiner Großmutter Rede und Antwort schuldig”).
      Ob es zum Guten oder Schlechten ist, diese Zeiten sind vorbei !
      Wir müssen uns damit abfinden daß wir in der heutigen Zeit das Recht und die PFLICHT haben, UNSER EIGENES Leben zu leben, und nicht das unserer Großmütter, Mütter, Schwestern, wessen auch immer !

  33. ich war 5 Jahre in einer glücklichen und sehr liebevollen Beziehung.
    In diesen ganzen Jahren hatten wir nur ein einziges Streitthema: seine Frauengeschichten. Er betrog mich mehrfach, ich verzieh ihm. Er beteuerte stets seine Liebe zu mir und dass er sich ändern würde. Die Frauengeschichten wurden zwar weniger, doch was bedeutet das.
    Zahlreiche Gespräche, mit meiner Bitte offen und ehrlich zu sein und alles transparent zu halten
    Es hört sich wirklich blöd an, aber wir haben uns geliebt. Keine Probleme ansonsten und ein wundervolles Leben.
    Letztes Wochenende kamen in der Nacht 2 SMS rein, von seiner EX Freundin aus USA die ihr Kommen ankündigte. Er musste mir gegenüber dann zugeben dass er seit Monaten Kontakt zu ihr aufgenommen hat und sie gefragt hat ob sie Mal nach Deutschland kommt.

    Nach soviel Jahren sprechen, reden und bitten meinerseits alles transparent zu halten ist das für mich wieder ein Vertrauensbruch. Er hat mir etwas Wichtiges verheimlicht und das kommt einer dicken Lüge gleich. Auf die Frage warum er es mir verheimlicht hat, bekam ich keine Antwort.
    Ich habe alles versucht, so viele Jahre. Jetzt mag ich nicht mehr und reden hat nichts gebracht. Ich habe mich für einen Kontaktabbruch entschieden und werde diesen durchhalten.
    Isabella

  34. Nun sind es schon 4 Jahre ohne meine Eltern und ich vermissse sie noch immer sehr. Erste heute Nacht bin ich weinend aufgewacht – weil wir uns im Traum versöhnt haben.

    Oft ist es in Ordnung, man hat sich daran gewöhnt, aber oft vermisse ich sie einfach immer noch. Als mein Opa im Krankenhaus lag, haben wir uns zufällig nach 3 Jahren auf dem Flur des Krankenhauses gesehen. Sie grüßten übertrieben freundlich, marschierten aber direkt weiter. Es tat weh sie zu sehen und machte auch wieder wütend.
    Inzwischen kommt einem der ganze Streit, oder was immer es war soweit weg vor und so elendig nichtig, dass man sich fragt, ob das alles wirklich sein musste. Aber würden sie nicht den Kontakt zu mir suchen, wenn sie ihre Tochter tatsächlich vermissen würden?
    Sie sind jetzt 57 und 60 Jahre alt – kommen nicht langsam Zeiten, wo es schön wäre Kinder im Rücken zu haben? Wie kann man nur aus falschem Stolz heraus (oder Verbohrtheit) für ein lebenlang mit 2en von 3 Kindern brechen? Ist die Liebe zu eigenen Kindern tatsächlich vergänglich?

    Vor ein paar Wochen ist mein Schwiegervater gestorben. Das war eine schwere Zeit. Und es ist kein schönes Gefühl plötzlich so gänzlich vaterlos zu sein…

    Aber es ist wie es ist und man kommt nicht umher, das Leben einfach so zu nehmen wie es ist. Man stellt immer wieder fest, wie sehr man sich in einigen Personen getäuscht hat. Traurig bleibt es dennoch…

    1. Guten Tag einsames Kind,

      ich habe gerade Ihren Eintrag gelesen. Ja, ich kann verstehen wie schlimm es für Sie gewesen sein muss, als Ihre Eltern sie zwar grüßten aber dann an Ihnen vorbei gingen.
      Sie schreiben, dass Sie selber nicht mehr so recht wissen, was der Auslöser für den Kontaktabbruch war. Vielleicht nehmen Sie sich ein Herz und schreiben Ihrer Mutter mal einen Brief, indem Sie ihr mitteilen, wie Sie inzwischen die Situation sehen. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Mutter sich dem verschließen könnte.
      Ein Kontaktabbruch, egal von welcher Seite er erfolgte, bringt immer großes Leid, auch für den oder die Abbrecher! Manchmal ist er nötig um seinen Seelenfrieden wieder her zu stellen und weil viele jahrelange Gespräche ins Leere liefen.
      Ich habe ganz viele, leider erfoglose, Gespräche über Jahre geführt und dabei meine Gesundheit und Selbstachtung eingebüßt. Allerdings wäre ich immer bereit zu einem neuen ehrlichen Gespräch, wenn mein Sohn es mit mir führen möchte.

      Ich hoffe, Sie finden einen Weg um Ihren Frieden wieder zu finden.

      Herzliche Grüße

      Trauri-Mutter

      1. Liebe Traurig-Mutter,

        jetzt gibt es doch Probleme mit Ihrem Mail-Server.
        Leider kann ich Ihnen im Moment keine Nachricht senden.

        Liebe Grüße,

        Selaja

    2. entschuldige bitte, ich kann nicht vertehen, warum du deiner Mutter unterstellst, sie wäre übertrieben freundlich…
      Hast du, als erwachsene Person nicht einmal in Erwägung gezogen, dass auch deine Mutter verunsichert ist, wie sie sich dir gegenüber verhalten soll, nach so einem Kontaktabbruch? Eine Mutter liebt ihr Kind. Nur in ganz seltenen Fällen ist das nicht der Fall.
      Mit sehr großer Gewissheit und sogar mit Sicherheit kann ich dir hier sagen, dass dich deine Mutter vermisst!!
      Dass sie sich dir nicht überschwänglich glücklich zeigt, beweist nur, fass sie dich und deinen Entschluss akzeptiert und respektiert. Was erwartest du dir, wie sich eine verlassene Mutter verhalten soll? Es wäre sehr schön für alle verlassenen Mütter, hier ein Rezept zu erhalten. Glaube mir, sie wünscht sich den Kontakt zu dir, aber durch die Funkstille ist ihr die Möglichkeit genommen worden, den Kontakt zu suchen.
      Sollte es wirklich falscher Stolz oder Verbohrtheit sein, dann denke ich, dass diese “Unterstellung” ausgesprochen werden sollte um auf beiden Seiten Klarheit zu bekommen. Schweigen vermittelt keine Klarheit. Vielleicht sieht auch sie in dir diese Verbohrtheit und den falschen Stolz.
      Und glaube mir, die Liebe zu einem Kind ist nie vergänglich. Sieh das auch mal aus der anderen Sicht. Auch sie muss sich schützen. Sicher weißt du auch nicht, wie leidvoll es für eine Mutter ist, wenn sich ihr Kind abwendet. Es ist ein Trauma, das zu beweltigen ist. Vielleicht hat sie es immer noch nicht beweltigt, sondern hat gelernt zu funktionieren.
      Vielleicht hat auch deine Mutter den Krieg erlebt, oder hatte Eltern die vom Krieg trtaumatisiert waren. Auch das kann eine Möglichkeit sein, warum sie sich dir nicht auf eine “normale” Art nähern kann.
      Ich kann dir nur raten, suche den Kontakt, schaffe eine Basis der Diskussion, ohne Vorwürfe und ohne Verletzungen, vielleicht im Beisein eines Therapeuten.
      Glaube mir, deine Mutter leidet genauso wie du.
      Ich wünsche dir Kraft und Mut, Licht und Sonne in dein Herz und die Möglichkeit dein Herz zu öffnen.

      Sternenwolke

      1. in poesie, philosophie, entertainment..sind unklare sätze angebracht.
        In Konfliktbezogener Kommunikation ist jedoch unerläßlich, daß die Kommunikation so klar, unmißverständlich, unzweideutig, deutlich, direkt und detailliert ist wie es nur geht.
        Jeder Fetzen falsch interpretierbarer Worte muß aus der Kommunikation herausgenommen werden.
        Leicht findet sonst mißkommunikation statt.
        Subtile Manipulation kann sich auch der unklaren, indirekten Äußerungen bedienen, bzw. darin kann die Manipulation versteckt werden.
        “Glaube mir, sie wünscht sich den Kontakt zu dir..” So ein Satz mag schon viele Aussagen für den Angesprochenen enthalten: “Glaube mir”..der Angesprochene hört sich aufgefordert, dem Redner zu glauben. Dem Redner zu glauben, ist normalerweise jedoch selbstverständlich. Explizit dazu aufgefordert zu werden muß also bedeuten, daß der Redner den Angesprochenen entweder für ungläubig (uneinsichtig, unbelehrbar, dumm) hält; oder der Redner schätzt seine eigene Glaubwürdigkeit sehr niedrig ein.
        “..sie wünscht sich den Kontakt zu dir”. Der Redner behauptet zu wissen, was die Mutter des Angesprochenen will. In diesem Fall ist der Redner nicht jemand, der selber Kontakt hat zur Mutter, sondern jemand völlig fremdes.
        Woher sollte der Redner dieses Wissen haben? Er kann es nicht haben. Es muß eine Vermutung sein. Da eine Vermutung als Tatsache dargestellt wird, wird der Angesprochene sich unzulässig belehrt fühlen von dem Satz. Er wird den Redner als besserwisserisch empfinden.
        in Klartext übersetzt könnte der Satz z.B. folgendermaßen empfangen werden:
        “Ich halte dich für uneinsichtig/unbelehrbar/ dumm, und ich weiß es besser als du.”

        “Sicher weißt du auch nicht, wie leidvoll..” Dieser Satz schlägt in die selbe Bresche und ist dabei noch deutlicher: Woher will der Redner Kenntis haben davon, was der Angesprochene nicht weiß? Und das verstärkt noch mit “sicher”? Der Angesprochene kann gleich darunter verstehen “ich bin sicher daß du unwissend / dumm / ein idiot bist”. Er wird sich oberlehrerhaft erniedrigt, respektlos angesprochen fühlen.

        “entschuldige bitte, ich kann nicht vertehen, warum du deiner Mutter unterstellst, sie wäre übertrieben freundlich” Die ersten 2 Worte der Ansprache bringen bereits verunsicherung: warum soll der Redner entschuldigt werden? handelt es sich doch um einen Dialog, in dem Erörterungen erwartet werden, und nicht entschuldigt zu werden müssen.
        die Worte “Entschuldige bitte” können bereits aufgefaßt werden als ein Angriff. Als sollte der Redner annehmen, daß er dem Angesprochenen gegenüber auf eine Weise auftreten würde, die über seine Erwartungen hinaus gehen würden. Für die der Angesprochene im Redner eine “Schuld”, einen ‘Vorwurf’ sehen könnte.
        Wenn man jemandem etwas vorwerfen möchte, sollte man das auch so nennen. “Ich werfe dir xyz vor”.
        “..warum du deiner Mutter unterstellst, sie wäre übertrieben freundlich…”
        Es kann doch nirgends anders als im Empfinden des Angesprochenen liegen, ob er jemanden als ‘übertrieben freundlich’ empfunden hat.
        Außer ihm kann niemand sein empfinden beurteilen.
        Der Redner deklariert das Empfinden des Angesprochenen als “Unterstellung”. Der Redner stellt also dem Angesprochenen sein eigenens Empfinden in Frage, bzw spricht ihm das Recht auf seine eigene Wahrnehmung / sein Empfinden ab.
        Dieses Recht gehört jedoch zu seinen Grundrechten und wenn es ihm angezweifelt / abzusprechen versucht wird, so muß er dies als groben Angriff auf seine Persönlichkeitsrechte auffassen. So eine Aussage könnte auf ihr wirken wie eine verbale / psychische / seelische Vergewaltigung.

        Abschließend fällt noch folgender Umstand auf:
        Der Redner geht in dem Beitrag davon aus, daß der (die) Angesprochene den Kontakt zur Mutter abgebrochen hätte.
        Im vom Redner kommentierten Beitrag wird jedoch m.E. unmißverständlich und wiederholt deutlich, daß der Kontakt nicht vom Kind, sondern von der Mutter (bzw den Eltern) zum Kind abgebrochen wurde.
        Der Angesprochene muß also zu den oben erwähnten empfundenen Respektlosigkeiten und vielfach wiederholten verbalen Kampf-Attacken noch merken, daß man ihm nicht zugehört hat.
        So wenig zugehört, daß nicht einmal der fundamentalste Inhalt seiner Kommunikation wahrgenommen wurde (daß er / sie von den Eltern verlassen wurde, statt umgekehrt).
        Meines Erachtens ist es diese Art von Kommunikation und Umgang miteinander, häufig ausgehend von Müttern zu ihren Kindern, durch die die Angesprochenen sich unerträglich angeriffen und verletzt sehen,
        und deshalb Kontakt abbrechen.
        Solche Verletzungen zu begrenzen / heilen / verhindern könnte durch detaillierte Erörterung erreicht werden.
        Dieses Wird von den Tätern oftmals verhindert, indem eine detaillierte Erörterung als “kleinlich / pingelig / lange her / komm da endlich drüber weg / das ist doch nun egal / darüber reden wir jetzt nicht mehr / stell dich nicht so an usw., abgetan wird. Gesellschaft, Kirche usw. haben auch bereits ein ungesundes Fundament gelegt, daß sich die so angegriffen fühlenden meist nicht trauen, eine detaillierte Analyse des gegen sie getätigten verbalen, psychischen, seelischen Mißbrauchs durchzuführen.
        Ich appelliere an alle, die sich wiedererkennen als soche Mißbrauchsopfer:
        Es ist nicht egal ! Solange Dir etwas nicht egal ist, hat niemand das Recht, dir zu sagen, was DIR EGAL zu sein hat !
        Es ist nicht zu lange her ! Ein auf Sand gebautes Haus sitzt auch nach 100 Jahren noch im Sand. Mit der Psyche ist es GENAUSO !
        Du brauchst über nichts einfach so “drüber weg” zu kommen !
        Ob und wie und wie lange Dich ein Dir angetanes Unrecht belastet,
        darüber hat kein Mensch auf der Welt zu befinden AUßER DIR SELBST !
        Zum Schluß noch ganz wichtig, eine von den Kirchen leider Gottes wohl seit tausenden Jahren betriebene billigende Inkaufnahme aller Arten des Mißbrauchs an wehrlosen Schutzbefohlenen: Das unsägliche, unnötige Gebot “Du sollst Vater und Mutter ehren”. Die Natur selbst sorgt dafür, daß Kinder ihre Eltern ehren und lieben – sofern die Eltern keinen Mißbrauch an ihren Kindern betrieben haben.
        Mit der richtigen Liebe erzogene Kinder werden Ihren Eltern immer dankbar sein, dafür sorgt schon das Gesetz der Natur.
        Denken Sie mal an von ihren Eltern übel Körperlich mißhandelter, mißbrauchter, vergewaltigter Kinder. Dort ist der Fehler sichtbar. Würden Sie sich vor solche Kinder stellen wollen und Ihnen ins Gesicht sagen: Du sollst Vater und Mutter ehren?
        Jeden Menschen, der Dir Unrecht angedeihen läßt, kannst, sollst, mußt Du in Regreß nehmen ! Dazu hast Du vor Dir Selber die Pflicht, vor Deiener Eigenen Würde, Deiner Seele ! Und zu diesen ‘Jeden’ Menschen gehören selbstverständlich die Eltern wie jeder andere Mensch der dich Ungerecht behandelt. Auch wenn die Kirche etwas anderes behauptet !

        1. Danke für diese Analyse! Ich hatte beim Lesen des von Ihnen analysierten Beitrages ganz ähnliche Empfindungen.
          Generell fällt mir auf, dass es beim Thema “Kontaktabbruch” sehr häufig um verlassene Eltern geht, nicht aber um verlassene “Kinder”. In meinem Fall ist es so, dass meine Eltern den Kontakt abgebrochen haben – sowohl zu mir als auch zu ihren eigenen Eltern und Geschwistern. Warum, das wissen wir alle nicht, auf Kontaktversuche reagieren sie nicht. Gleichzeitig nehme ich aus meinem Umfeld teilweise Signale wahr, dass ich doch was tun solle, dass der Kontakt wieder wird. Ganz im Sinne von “Eltern müsse man schließlich ehren”. Wie, das weiß ich leider nicht. Im Grunde wäre ich dazu bereit, meine Eltern halt leider nicht, und das, obwohl es in meiner Kindheit und Jugend Ereignisse gab, die einen Abbruch meinerseits gerechtfertigt hätten – und nicht umgekehrt.

        2. Umberto, Sie sind mir wieder zuvorgekommen. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Ja, viele Menschen sind sich vollkommen “sicher”, anderen in den Kopf gucken zu können.

  35. Ich finde den Artikel sehr treffend und ausgewogen, danke. Ich glaube aber nicht recht, dass einem Kontaktabbruch keine Informationen vorausgehen, was genau man nicht ertragen kann. Sie werden wohl eher nicht gehört oder weggeleugnet. – Ich selber habe meinen Eltern fünf Jahre lang zu erklären versucht, dass ich ihre Mischung aus emotionaler Erpressung und narzisstischer Abwertung nicht ertragen kann. Das sah konkret so aus, dass sie vorneherum von mir Freundlichkeit einforderten (unter Androhung einer Strafe Gottes, wenn ich das 4.Gebot nicht halte) und hintenrum über mich pausenlos lästerten. Irgendwann hat es mir einfach gereicht und ich wollte mich nicht mehr ärgern, auch um meine seelische Gesundheit wiederzuerhalten, und habe den Kontakt abgebrochen. Seither geht es mir seelisch und körperlich deutlich besser und ich würde das nicht mehr anders haben wollen. Ich finde, aus schädlichen Beziehungen muss man sich lösen.

    1. Auch ich finde, dass man sich aus einer schädlichen Beziehung befreien muss. Ich habe den Kontaktabbruch zum eigenen Sohn und Schwiegertochter nach einer langen Leidenszeit, wo alle Gespräche verpufften, vollzogen. Vorher wurde ich durch die Androhungen und immer wieder neue Kontaktabbrüche seelisch so unter Druck gesetzt, dass ich in einer ständigen Angst lebte. Nun sind es fast drei Jahre ohne irgendeinen Kontakt, aber das Loslassen habe ich noch nicht ganz gelernt. Einzig die Erleichterung, dass der Druck weg ist und dass meine körperliche Gesundheit wieder besser ist, gibt mir die Hoffnung auf eine stille Trauer. Eine stille Trauer, die da ist, aber nicht mehr zerstörerisch ist. Natürlich denke ich immer wieder an meinen Sohn und die Enkelkinder, das wird wohl auch immer so bleiben.

      1. Liebe Traurig-Mutter,

        ich suche den Austausch mit einer Frau, die auch keinen Kontakt zu ihrem Sohn und der Schwiegertochter mehr will. Bei mir kam die ganze Geschichte durch die Enkelin, die ich kaum sehen durfte, ins Rollen.
        Einzelheiten erzähle ich ihnen gerne, schön sind sie nicht.

        Vielleicht haben Sie ja Lust mir zu schreiben. Meine Adresse bekommen Sie über online@klett-cotta.de

        Liebe Grüße,

        Selaja

        1. Hallo Selaja,

          ich habe heute im Internet nach einer Selbsthilfegruppe gesucht für dieses Thema und bin dabei auf diese seite gekommen.Es ist sehr tröstlich für mich mit meinem Problem nicht allein dazustehen.
          Ich bin im Begriff den Kontakt zu meinem Sohn anzubrechen, weil er und seine Freundin mir mit Mißachtung begegnet, egal was ich auch versucht habe.Leider hat er sich in den letzten 3 Jahren auch sehr negativ verändert und unsere Kommunikation ist recht angestrengt geworden.Ich darf auch keinen engeren Kontakt zu meiner Enkelin haben, sie ist jetzt 18 Monate alt und ich kenne sie gar nicht. Mehr will ich erst einmal gar nicht schreiben.Mir gehts nur sehr schlecht mit dieser Situation und ich habe Angst daran zu zerbrechen.Ich habe meine beiden Kinder allein erzogen und liebe meine Kinder, ich habe mir das Alles so ganz anders vorgestellt. Sicher hat die Freundin meines Sohnens in mir eine Projektionsfläche gefunden sonst hätte sie mich nicht so verletzen können. Ich will mir aber auch nicht Alles gefallen lassen und stehe nun vor der Frage was ich noch tun könnte. Ich will die Position des notwendigen Übels nicht, ich will nicht dass die Dinge unter den Teppich gekehrt werden und wir uns mit falscher Freundlichkeit begegnen.. ich will Ehrlichkeit, Fairness und Freundlichkeit im Umgang, mein Sohn wird 32.Es ist nicht so dass ich den Kontakt ohne Vorwarnung abgebrochen habe, ich denke, ich habe mich verständlich gemacht. Es erfolgt aber keine Art von Entschuldigung, das Schweigen geht von meinem Sohn und vor Allem seiner Freundin aus und ich sehe mich jetzt gezwungen gerade um mir meine Selbstachtung zu bewahren, mich nun auch zurück zu ziehen…….naja da ist soviel passiert und mit Sicherheit habe auch ich einen Anteil aber wie geht man mit Ungerechtigkeit, Unfairness um? Wie geht man mit einem Sohn um der spiegelt, Mutter, Du bist mir egal und Du bist selber dran schuld? Mir hat es bald das Herz zerissen und es hat in den letzten 8 Monaten mein eigenes Leben sehr überschattet.Ich möchte da jetzt raus und suche Mütter/Väter/Eltern zum Austausch.

      2. Alles nicht so einfach, auch ich habe den Kontakt zum Sohn und Schwiegertochter so git wie abgebrochen, die haben mir beide zu viel Leid angetan und sicher ist, dass ich mich auch nicht immer richtig verhalten habe- ich neige dazu, dann schriftlich eben was zu schreiben, über das was ich denke, kommt nicht so gut an.
        Ich war nicht auf deren Hochzeit, obwohl eingeladen- ich konnte nicht und der Vater von meinem Sohn, wir sind geschieden- keinen Kontakt- Männer neigen ab und an eben auch dazu, ihre Ex Frauen schlecht zu machen , kam auch nicht. Das alles hat eine sehr lange Vorgeschichte, schade das man keinen zu reden findet. Seither ist Funkstille! Es liegt am Verhalten der Schwiegertochter auch, mit der kann ich nicht mehr!
        Was soll es? Es ist fast befreiend für mich, die beiden los zu sein als immer eine drauf zu bekommen oder dieses Gefühl ” müssen wir mal dorthin zu ihr, aber wir mögen sie nicht so”, vor allem das dumme Weib . Der Spaß wurde ganz hübsch, als ich dann berufsunfähig wurde und begrenze Mittel hatte. Habe meinen Sohn früher zu sehr verwöhnt, auch materiell, mir ging es nach der Wende gut, aber ich musste auch sehr hart arbeiten, bis 80 Stunden die Woche. Den Knaben allein groß gezogen ab 11 Jahre, der hat auch alles mitgenommen an Streichen. Mit der sogenannten großen Liebe wurde dann der Vater wichtig, der mehr Geschenke machen konnte und ich weggedrängt etwas, ich habe es zu spüren bekommen, bin nicht das Geld Ei mehr. Der Mohr hatte seine Schuldigkeit getan. Frau Schwiegertochter- eine kleine Angestellte -sprach die ganzen Jahre kaum mit mir, vom Vater kamen flotte Geschenke, aber mit dem sind auch entzweit jetzt und nun ist Schluss mit dem Spaß. Ganz schlimm wurde es, als ich mal auch paar Euro vom Sohn brauchte, das Weibchen in Luxus verpackt, wie mit der Mutter gewohnt. Da gab es ein Vorkommnis, das ging unter die Gürtellinie. Das alles liegt hinter mir jetzt. Die sollen ihrer Weg gehen alle beide. Man kommt an einen Punkt, da tut es nicht mehr weg, muss ich einem 33 jährigen Sohn hinterher laufen?
        Aber man hat nicht gerappelt und getan und gemacht und geschuftet auch die das Gör, durfte nie umfallen, nie versagen, damit man im Alter einen tritt bekommt, wenn der falsche Partner da ist. Insofern tut es schon auch weh. Wir werden sehen! Die müssen sich auch noch beweisen, das Leben ist nicht nur Konsum und Party und Spaß.

    2. MariG, meine ganz eigene Meinung ist, dass nur „wirklich“ Betroffene eine wahre und ehrliche Antwort geben können. Ich habe schon mehrfach hier geschrieben, meine Geschichte begann im Jahr 1991 und es waren leidvolle und schmerzliche Jahre, bis ich mich lösen konnte. Als ich loslassen konnte, damit der Schmerz mich nicht umbringt, wurde es von Jahr zu Jahr besser. Heute, im Jahr 2014, inzwischen lebe ich im letzten Abschnitt meines Lebens, geht es mir gut. Es tut nicht mehr weh, manchmal ist ein wenig Traurigkeit vorhanden, doch ich bin gesund geworden, weil der Schmerz mich nicht mehr lähmt. Es ist so, wie es ist, es ist gut so, ich sterbe ich im Frieden, weil es eben mein Schicksal ist und war. Ich tröste mich damit, dass es auch noch schlimmer hätte kommen können.

  36. Ich stamme aus einer fundamentalistischen katholischen Familie und bin mit 18 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Meine Eltern können dies bis heute nicht akzeptieren und sind nicht in der Lage, meine Religionsfreiheit zu respektieren. Der Kontaktabbruch war die einzige Möglichkeit, den zwangsläufig stattfindenen Streitereien zu entgehen, denn alle Versuche einer friedlichen Koexistenz gegensätzlicher religiöser Auffassungen scheiterten am Sendungs- und Bekehrungsauftrag, den meine Eltern zu verspüren glauben. Lange Jahre war ich der Auffassung, ich müsse nur tolerant genug sein und sie würden es irgendwann akzeptieren lernen. Heute weiß ich jedoch, dass sie der ehrlichen inneren Überzeugung sind, meine Seele retten zu müssen und dass sie als meine Eltern meine Gottlosigkeit nicht akzeptieren dürfen.

    Lebenszeit ist zu kostbar, um sie im Streit mit intoleranten Menschen zu vergeuden.

  37. Hallo zusammen,
    ich habe hier vor ein paar Monaten schon mal ein Posting hinterlassen und von meinem Kontaktabbruch zu meinen Eltern berichtet (was weiterhin bestand hat und auch gut so ist da ich eine Annäherung in diesem Leben einfach nicht mehr möchte). Immerhin habe ich Ihnen die Gründe mehrfach erläutert, aber sie wollen das einfach nicht respektieren. Das ist dann allerdings ihr Problem, sie bleiben aber zumindest nicht ohne Begründung zurück. Umgekehrt mache ich in schöner Regelmäßigkeit die Erfahrung plötzlicher Funkstille ausgesetzt zu werden und kann einfach nicht begreifen was so unheimlich schwer daran sein soll mir die Gründe dafür zu nennen. Ich bin selbst seit Jahren in therapeutischer Behandlung wegen Dysthymie gepaart mit narzisstischen Zügen aber habe dennoch nicht das geringste Problem mich mitzuteilen wenn ich nach den Gründen für einen von mir ausgelösten Kontaktabbruch gefragt werde. Welchen Zacken bricht man sich dabei aus der Krone? Die Abbrecher in meinen Fällen sind überwiegend Frauen zu denen ich einen emotionalen Bezug habe (Ex-Frau, Ex-Freundin, Affären usw. aber auch einfach nur ehemalige gute Freundinnen). Ich bin jetzt 40 und dieses Muster zieht sich seit mind. 20 Jahren wie ein roter faden durch mein Leben. Es ist immer dasselbe, plötzlicher Kontaktabbruch, oft noch einhergehend mit Beschimpfungen. Auf Nachfrage keine Reaktion. Selbst wenn ich Jahre später mal wieder Kontakt aufnehme bleibt eine Reaktion aus. Immer! Mir ist klar, jeder der das hier liest vermutet jetzt wohl dass ich mich in irgendeiner Weise ungebührlich gegnüber diesen Menschen verhalten hätte. Habe ich aber nie, zumindest nicht bewusst. Meine Therapeutin ist der Ansicht dass ich sehr subtil andere Menschen abwerten würde und inzwischen habe ich auch erkannt dass sie nicht ganz Unrecht hat. Den meisten Fällen der Funkstille ist aber nichts vorangegangen das auch nur annähernd geeignet sein könnte als Abwertung empfunden zu werden. Vielleicht nehme ich es aber auch gar nicht wahr…!? Beispiel: Vor einiger Zeit bin ich einer bis dahin flüchtigen Bekannten etwas näher gekommen und wir haben uns gegenseitig bekundet den Anderen sehr interessant zu finden. Nach ein, zwei Begegnungen sind wir schließlich etwas intimer geworden, haben es dann aber dabei belassen. Sie ging mir aber nicht mehr aus dem Kopf, also habe ich ein oder zwei weitere Wochen später meine Empfindungen für sie in Form einer Karte samt Blume an Ihrem Auto hinterlassen (ich kannte nur ihre Arbeitsstelle, mehr leider nicht). Dann Funkstille. Bis auf eine kurze SMS nachdem ich Wochen später dann doch mal intensiver nachgehakt habe (inzwischen hatte ich Ihre Nummer von einer Bekannten) kam nichts. Sie ging mir aus dem Weg und wich mir aus. Eine Abwertung o.ä. kann ich in diesem und fast allen anderen Fällen aber einfach nicht erkennen. Natürlich könnte man für diesen Einzelfall leicht eine Erklärung finden, nur wiederholt sich dieses Verhaltensmuster eben immer und immer wieder, so dass ich kaum mehr an einen Zufall glauben kann. Ohne böse Worte oder erkennbaren Konflikt Funkstille! Es geht mir gar nicht um die Rückzüge an sich sondern eher um die Radikalität dieser und das beharrliche Schweigen auf Nachfrage nach den Gründen, als gäbe es zwischen Zuneigung und Abneigung keine Grautöne. Noch nie gab es die Bereitschaft der Abbrechenden mit mir darüber zu reden. Das verletzt mich zunehmend, wenn es nicht sogar schon längst zum Trauma geworden ist. Meine besten Freunde welche allesamt sehr empathisch sind haben auch keine Erklärung dafür außer dass ich mir “eben die falschen Frauen aussuchen würde”, aber woran ich bitte Richtig oder Falsch erkennen soll vermag mir auch niemand zu sagen. Irgendetwas wird es schon mit mir zu tun haben, aber was? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und Erkenntnisse gewonnen welche sich für mich möglicher Weise einfach noch in einer Art “Black-Box” befinden? Für jede Anregung bin ich dankbar.

    Grüße, gromit

    1. Hallo Gromit,

      sorry für meine ehrlichen Worte – ich habe durch das was du schreibst auch den Eindruck, dass irgendwas an dir zu den häufigen Kontaktabbrüchen führt.

      Sehr gut finde ich, dass du das erkennst und ändern möchtest!!!

      Ich weiß nicht, ob dir die “Black-Boxen” anderer weiter helfen – ich denke es ist ein sehr individuells Problem und wird meist sehr unterschiedliche Ursachen haben.

      Hast du den Frauen schon einmal gesagt, dass du das gerne wissen möchtest, weil dir das immer wieder passiert – du dich selbst reflektieren und ändern möchtest?

      Ich kann mir gut vorstellen, dass die ein oder andere dann schon ehrlich sein wird. Ich würde aber auch gleich sagen, dass es nicht der erneuten Kontaktaufnahme dient. Auch würde ich nicht für ein persönliches Gespräch anfragen sondern meine Mailadresse mit der Bitte um ehrliche Worte zu kommen lassen und es auch dabei belassen wenn keine Antwort kommt.

      Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, dass “narzisstische” Menschen äußerst subtil abwerten. Meine Mutter und großmutter haben eine mehr oder weniger stark ausgeprägte NPS. Das Ansprechen von Abwertungen habe ich aufgegeben. Entweder sie können sich nicht mehr erinnern oder ich sei zu empfindlich und sie können es nicht nachvollziehen.

      Ich denke auch nicht, dass bewusst oder mit Absicht abgewertet wird, weshalb es mich auch nicht wundern würde, dass dir das überhaupt nicht bewusst ist.

      Ich weiß nicht wie sich die narzisstischen Züge in deinem Verhalten auswirken und möchte es deshalb auch nicht darauf schieben.

      Meine Mutter beispielsweise neigt dazu, immerzu über sich zu reden. Sobald das Gesprächsthema mal in eine andere Richtung geht, spürt man richtig, dass sie daran keinerlei Interesse hat, außer sie kann sich in irgendeiner Weise wieder “hervorheben”.

      Ich selbst habe chronische Depressionen, bzw. immer wieder Episoden mit schweren Depressionen – in schlimmen Zeiten haben sich auch einige von mir abgewandt. Ganz klar – es ist für andere unheimlich anstrengend wenn man ständig pessimistisch, zynisch und negativ redet.

      Auch wenn ich selbst nur zu gut weiß wie es ist – wenn es mir gut geht, mache ich einen großen Bogen um Menschen, sobald ich solche Denkweisen wahrnehme, da es einfach nervt, abschreckend und unheimlich anstrengend ist.

      Ich weiß nicht in wie weit dich deine dysthymia pessimistisch denken und verhalten lässt. Vielleicht ist da auch der Haken?

      Ohne dich zu kennen und genau zu wissen wie was ablief, kann ich dir nicht mehr sagen.

      Hoffe, ich konnte dir zumindest einen Anstoß in die ein oder andere Richtung geben konnte.

      Liebe Grüße

  38. Nun sind es inzwischen ca. 2 Jahre her, dass ich den Kontakt zu meinem Sohn und seiner Frau abgebrochen habe.
    Dieser Abbruch war für mich eine Notwendigkeit um mich aus emotionalen Erpressungen (z. B. wir brechen den Kontakt ab wenn du nicht … / immer wieder Kontaktabbrüche und dann wieder Kontaktaufnahmen ca. 8 X in 10 Jahren) zu
    befreien.
    Nun bin ich zwar immer noch in einer Trauerphase, aber habe auch eine innere Ruhe
    gefunden. Das Schwert, welches man immer über mir schweben ließ, hat keine Macht mehr und ich fühle mich einfach nur frei!!!
    Natürlich hätte ich gerne meine zwei Enkelkinder aufwaschsen sehen, aber ich nehme
    mein Schiksal an und sage mir: es ist wie es ist und es kommt wie es kommt!

    1. Ich fühle mit Ihnen, bei mir es es aber schon länger her. Auch ich habe durch dieses Loslassen meinen inneren Frieden und gesundheitliche Stabilität gefunden. Bin auch nicht traurig, betrübt, wütend oder böse, ich habe ebenfalls mein Schicksal angenommen. Es ist, wie es ist und die Frage nach dem Warum stelle ich mir auch nicht mehr.

      Tröstende Grüße von Talvella

      1. Hallo Talvella,
        danke für die Mitteilung :-).
        Wie lange hat es bei Ihnen gedauert bis die Trauer nachgelassen
        hat? Ich stehe zu meinem Schritt aber die Trauer darüber überrollt mich immer wieder, mal mehr oder weniger heftig.
        Gerade heute, mein eines Enkelkind hat Geburtstag, ist es mal wieder besonders schlimm.

        Gedanken zum Geburtstag meines Enkelkindes: Ich bin in Gedanken bei dir und wünsche dir, dass du so angenommen wirst wie du bist. Das es für dich im Leben immer einen Menschen gibt, der zu dir steht ohne den Versuch dich zu verbiegen. Du bist und bleibst in meinem Herzen.

        Sonnige Grüße

        Traurig-Mutter

        1. Hallo Traurig-Mutter!

          Der Schmerz und die Frage nach dem Warum haben nachgelassen, als ich bereit war loszulassen und meinen eigenen Weg zu gehen. Ich merkte, dass ich auch in gesundheitlicher Hinsicht sehr abbaute, ich hatte einfach keine Kraft mehr, gegen Windmühlen und die vielen lieblosen Bemerkungen zu kämpfen. Meinen Enkel habe ich auch den größten Teil nicht aufwachsen sehen, hätte es wahrscheinlich dürfen, wenn ich weiterhin kräftig meine Geldbörse geöffnet hätte. War jedoch nach einer gewissen Zeit nicht mehr bereit, mir Zuneigung durch ständige Geschenke zu holen. Für mein Kind sind finanzielle Aspekte viel wichtiger als der Tatsache, dass ich die Mutter bin und ich habe die Vermutung, durch ein Ereignis vor ca. 2 Jahren, dass mein Enkel auch in dieses Fahrwasser geraten ist.

          Ich lebe bereits im letzten Abschnitt meines Lebens, will die Zeit, dir mir noch bleibt, in Ruhe verbringen und nicht ständig auf Zuneigung hoffen zu müssen. Ich habe wirklich Ruhe gefunden, als ich bereit war, loszulassen und in gesundheitlicher Hinsicht hat mir es auch geholfen. Meinen Enkel, der inzwischen fast 21 Jahre ist, wünsche ich wirklich aus ganzem Herzen nur das Beste, natürlich auch seinen Eltern. Ich habe meinen Frieden ohne sie gefunden und das ist gut so.

          Vielleicht darf ich Ihnen noch an Herz legen, dass es viele Kinder mit Eltern gibt, die keine Großmutter haben und glücklich wären, eine Ersatzoma zu bekommen. Vielleicht würde so eine Tätigkeit Ihren Schmerz etwas lindern und die Zeit überbrücken, bis Sie bereit sind, ganz loszulassen.

          Liebe Grüße Ihre Talvella

          1. Hallo Tavella,

            also habe ich noch nicht richtig losgelassen, weil ich noch Trauer in mir habe?!
            Werde darüber nachdenken und vielleicht löst sich dann der Knoten.
            Sie schreiben, dass Sie sich Zuneigung nicht erkaufen wollten. Mir ging es ähnlich, die Wünsche der Schwiegertochter waren groß, aber dann kam von ihr der Satz: “Du willst dir nur Liebe erkaufen.” Aua, das tat sehr weh!
            Ihr Tipp mit der Ersatzoma ist sehr lieb gemeint, nur das habe ich schon probiert. Es gab eine nette kleine Familie, die Mutter der jungen Frau war leider schon verstorben und der Vater schon recht alt und krank. Sie und ihre Kinder fanden mich als Ersatzoma prima. Der Vater aber wollte keine “fremde Person” in seiner Familie haben, obwohl seine Eltern die Großelternrolle auch nicht übernehmen wollten. Er meinte, dann ist das eben so in unserer Familie. Die junge Mutter war sehr traurig und ich merkte, dass auch bei mir ein zartes Pflänzchen (Hoffnung) zerbrach.
            Nun ja, alles hat seine Zeit im Leben.
            Ich habe ja auch noch meinen Sonnenschein meine Tochter, wir haben ein schönes Mutter-Tochter-Verhältnis.
            Ihnen wünsche ich weiterhin ein ruhiges und gesundes Leben.

            Es grüßt Sie herzlichst

            Traurig-Mutter

  39. Hallo zusammen,

    Auch ich gehöre zu jenen, die den Kontakt zur Herkunftsfamilie abbrechen wollen, habe aber vorläufig mit Rücksicht auf meine sehr kranke Mutter den Kontakt mit meinen Geschwistern auf ein kleinstmögliches Maß reduziert und muss sagen, dass je weniger ich von ihnen höre, desto besser fühle ich mich. Auch das Verhältnis zu meiner Mutter wird dadurch entspannter.

    Ich bin das jüngste von vier Kindern, und wir sind in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen (Vater Alkoholiker mit den üblichen hässlichen Nebenerscheinungen, vor Jahren verstorben).

    Meine Geschwister grenzen mich bei Familientreffen regelmäßig aus, was sich in gezielten Sticheleien und sonstigen Gehässigkeiten äußert. Auch haben sie meiner Mutter oft schon verdrehte „Wahrheiten“ über mich erzählt, was dazu führte, dass ich von meiner Mutter angeschrieen wurde und sie auf meine Gegendarstellungen gar nicht einging. Diese Angriffe haben sich verstärkt, seit ich selber eine Familie habe und sind für Außenstehende kaum erkennbar, da sie nur dann stattfinden, wenn eben keine Außenstehenden in der Nähe sind. Auch mein Mann wollte lange nicht an diese Attacken glauben, bis dann auch unser Sohn zur Zielscheibe wurde. Mein Mann reißt sich ebenfalls nicht um diese Familientreffen, da er von meinen Geschwistern links liegengelassen wird.

    Seitdem wir Ostern und Weihnachten zu Hause bleiben und die Mutter einfach im „Alleingang“ danach besuchen, werde ich immer wieder mit Fragen und Vorwürfen konfrontiert, warum wir nicht mehr kämen, die Situation belaste die Mutter sehr usw. Für mich aber sind diese Treffen eine Qual und verursachen Schlafstörungen. Entsprechende Meinungsäußerungen meinerseits werden überhaupt nicht geduldet und mit Aussagen wie ich sei halt wahrscheinlich zu empfindlich, ich würde zu sehr der Vergangenheit anhängen (obwohl ich jeweils von der Gegenwart spreche) etc. etc. abgeschmettert. In einer solchen Situation hat es wirklich keinen Sinn, noch irgendetwas zu sagen. Dank der Familie meines Mannes habe ich gelernt, dass Verwandtschaft anders (positiv!) funktionieren kann, und je länger ich diese Familie kenne, desto mehr stößt mich meine Herkunftsfamilie ab.

    Mein Rückzug bedeutet nicht „Feigheit“ oder „Machtdemonstration“, sondern Schutz für mich und meine Familie. Auch für diese sind meine Geschwister eine erhebliche Belastung, vor allem deren gehässigen, vorwurfsvollen und belehrenden Telefonanrufe, bei denen kein Einwand geduldet wird. Ich sehe mich auch nicht als Egoistin, denn mein Mann und ich haben wirklich alles versucht, der Familie entgegenzukommen, haben sie zu unseren Familienfeiern eingeladen und für unseren Sohn eine meine Schwestern als Patin gewählt, und trotzdem wurde das Verhalten meiner Geschwister immer mühsamer und verletzender. Wenn Gespräche nicht möglich sind, muss man eben handeln. Mit schroffen, rechthaberischen Familienmitgliedern lässt sich mit bestem Willen nicht diskutieren, was Menschen aus intakten Familienverhältnissen leider oft nicht nachvollziehen können.

    1. Ahhh, wie wohltuend, Ihren Kommentar zu lesen!!! Mir geht es haargenau wie Ihnen, nur dass ich die Älteste von drei Geschwister bin… Ich bin auch keine “klassische” Abbrecherin, ich habe den Dialog mit meinen Eltern immer wieder gesucht— es gibt keinen! Seit gut zwei Jahren habe ich selber eine Familie. Ich glaube, diese Tatsache verändert die Prioritäten drastisch. Ich habe mich jahrelang mit den Problemen meiner Herkunftsfamilie auseinandergesetzt. Ich bin weiss Gott nicht davon gelaufen. Aber ich mag nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich bin müde… Ich habe immer wieder erfahren, dass meine Worte ins Leere fallen, gar nicht gehört werden. Und: ist es wirklich ein Kontaktabbruch, wenn die Eltern den Kontakt zur Tochter gar nicht suchen? Ausser an Ostern und Weihnachten, um heile Familie zu spielen????? Mein Vater hat mich in den letzten Zehn Jahren vielleicht einmal angerufen… All das ist so traurig, ich bin selber Mutter und kann es einfach nicht verstehen. Ich weiss nicht einmal, ob meine Eltern überhaupt gemerkt haben, dass ich mich nicht mehr bei Ihnen melde. :(((

  40. Hallo
    ich habe meine Mann verlassen auf eine sch…. Art..Ich hatte mich in einen anderen Mann verliebt und bin immer heimlich hin.Ich weiss das es sch….. war,man hätte es anderes machen sollen.Jedenfalls hatte ich keine Ahnung was los ist.Sind 17 Jahre verheiratet und haben zwei Söhne.Ich ´habe mich mehr über meine neue Beziehung konzentriert wie auf meine Familie..Ich ahbe aber auch viel gefallen lassen von meinem Mann..Und viel geduldet.Und zum, schluss waren wir beide mehr für freunde da als für uns.Unsere Kinder habe ich zum Training und wo sie hin wollten gebracht und jetzt heisst es ich hatte nie zeit..war nur für andere da.Das ist doch nicht wahr.Und jetztwollen sie nix zu tuen haben mit einem..erfahre kaum was..vorallem weiss ich das ich ihnen fehle ,bloss sie geben es nicht zu,aIch weiss auch nicht was ihr Vater ihnen alles erzählt hat.Sie wohnen in meinem Elternhaus und auf kosten meines Vaters.Und ich darf nix..Ich kann doch mehr nicht sagen das ich für sie da bin wenn was ist..wie kann ich denn den kontakt denn wieder herbekommen,..sie fehlen mir..ich habe von meiner neuen Beziehung ein Kind bekommen und es wird ja auch nicht akzeptiert genau wie der neue partner.Aber die Freundin vom Vater die ist das beste und wohnt mit im Haus…Und ich muss auf Miete wohnen…Ich weiss es nicht wie es wieter geht.Habe a´ngst das meine beziehung dadurch auch n knack bekommt..weil dann hat der vater meiner kinder es geschafft ,was er mir angedroht hat..keine familie,keiune freunde und du stehst alleine da..und selbst wenn du unter der brücke schläfst…sag welche ich bringe dir noch mehr ärger…

  41. Mein Sohn ist 20 Jahre alt und wir waren bereits 10 Jahre verheiratet als er geboren wurde.Unsere Freude war riesengroß. Leider enhielt sein und unser Leben reichliche Tiefen, bedingt durch etliche Krankheiten. Allergien, Asthma und ADS sind bis heute noch vorhanden. Bis zum Wechsel aufs Gymnasium war er ein fröhliches selbstbewusstes Kind, was sich änderte als 2 Lehrerinnen ihn aufgrund seines ADS (zurückhaltend, unkonzentriert) schikanierten, ihm einredeten dass aus ihm nichts würde, ihn sogar von seinen Freunden und Klassenkameraden fernhielten, indem er immer allein sitzen musste und Klassenkameraden, die Partei ergriffen bekamen den Unmut der Lehrerinnen auch zu spüren, so dass er am Ende der sechsten Klasse aus der Gemeinschaft ausgegrenzt war und die Schule wechselte. Doch Lehrer kennen sich untereinander und er hatte es auch weiterhin nicht leicht. Er wurde sogar Opfer von Cybermobbing und wechselte wieder die Schule. Laut Aussage seiner Psychologin steht ihm wohl “Opfer” auf der Stirn. Schlussendlich hat er in der Oberstufe hingeschmissen. Dann hat er sich gehen gelassen, lag bis Mittags im Bett, wurde nachts aktiv, Hielt sich an keine Regeln, an keine Vereinbarungen, kümmerte sich nicht um einen Ausbildungsplatz oder Job.Adressen suchte ich raus, besorgte ihm jemand der mit ihm Bewerbungen schrieb, da er es mit mir nicht wollte, kümmerte mich um seinen Schriftverkehr . Zwischendurch immer wieder Zoff wegen seiner Untätigkeit, seiner Gleichgültigkeit, seiner Unzuverlässigkeit. Gespräche und gemeinsame Mahlzeiten lehnte er ab. Mitte Dezember lernte er in einer 60 km entfernten Stadt ein Mädchen kennen, welches er 3 Wochenden besuchte. Deren Eltern sind reich. Als es Mitte Januar wieder zu einer Auseinandersetzung wegen seines Nichtstuns kam, wurde er verbal ausfallend, beschimpfte mich, sagte mir dass ich ihn schon lange ankotzen würde, ich ihn nicht lieben würde, nie was für ihn gemacht hätte (obwohl ich mich immer für ihn eingesetzt habe und wahrscheinlich ihm zu oft die Steine aus dem Weg geräumt habe und immer wieder versucht habe ihn aufzubauen) Er hat sofort etliche Klamotten gepackt und wollte 1-2 Wochen zu diesem Mädchen um Abstand zu haben. Er meldete sich einmal, um mir mitzuteilen dass dort 3 Badezimmer sind, die Mutter ihm mal eben 100€ für einen Kosmetikbesuch gegeben hat,er das ganze Haus sauber macht, dem Vater in seiner Reinigungsfirma hilft, für die Familie kocht, mit deren Hunden Gassi geht (alles Sachen, die er zu Hause generell einfach nicht gemacht hat)Heute kam er und hat fast alle seine Sachen geholt und uns in Kenntnis gesetzt, dass er vorerst bis zum Sommer bei der Familie des Mädchens einzieht. Er kennt diese Leute ( deren Namen und deren Adresse und Telefonnummer wird nicht kennen) gerade mal 4 Wochen und tut so, als wenn es seine neue Familie wäre. Alles was diese tun und sagen ist für ihn das Amen in der Kirche. Er hat weder einen Job, noch eine Ausbildungsstelle oder einen Praktikumsplatz. Ich bin maßlos enttäuscht, fühle mich hilflos, verstoßen und muss ständig weinen, weil der Schmerz über sein Verhalten und den Verlust nicht aufhört.Auf die unbekannte fremde Familie habe ich eine tierische Wut. Zu diesen Sorgen kommt noch, dass meine weit entfernt wohnende Mutter schwer erkrankt und mich dies bereits belastet. Was mache ich jetzt nur?

    1. So schwer und bitter es auch ist, ich erlaube mir zu empfehlen, einfach loszulassen. Es war mein Weg, den ich wählte und für mich ist er auch heute noch richtig. Auch ich wurde in die Ecke gestellt, mal herausgeholt, wenn es sich finanziell gelohnt hat. Es hat viele Jahre wehgetan, dann habe ich mich zurückgezogen und das ohne Zorn oder Wut. Bin meinen eigenen Weg gegangen, ich wollte diese Kränkungen nicht mehr hinnehmen. Gesundheitlich ging es mir dann viel besser, auch heute noch und geblieben ist nicht mehr viel. Jedoch keine Wut, die mich vielleicht aufgefressen hätte, ich habe einfach akzeptiert, dass die angeheiratete Familie jetzt wichtiger ist. Ich glaube nicht, trotz meines hohen Alters, an den Satz, dass „Blut stärker als Wasser ist“, denn ich habe viel mehr Wärme und Zuneigung von Freunden bekommen als vom eigenen, erwachsenen Kind. Ich war auch bis jetzt, und das sind nun über 19 Jahre, nicht erpressbar mit den Drohungen, dass ich das Enkelkind nicht oder nicht so oft sehen dürfte. Das hat bei meiner Mutter, also der Groß- und Urgroßmutter gut funktioniert, bei mir jedoch nicht. Auch Kinder haben kein Recht ihre Eltern zu erpressen, um sich finanzielle Vorteile zu verschaffen.
      Ich verstehe Ihre Traurigkeit, doch denken Sie bitte auch mal an sich. Es gibt leider Situationen, die lassen sich nicht ändern und manchmal hilft es vielleicht, loszulassen. Was gut ist, kommt zurück und wenn nicht, sollte sich niemand als Verlierer fühlen. Ich bewundere intakte Familien, mir war dieses Glück nicht hold, trotzdem werde ich in Frieden sterben, denn ich habe meinen Frieden gefunden. Ich habe losgelassen, weil es für mich das Überleben bedeutete.
      Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, sich um Ihre erkrankte Mutter zu kümmern und ihr den Abschied aus dieser Welt durch Zuneigung zu erleichtern. Mir hat das sehr geholfen, ich habe meine Mutter über Jahre bis zu ihrem Tod versorgt. Das ist ein gutes Gefühl und jedes Mal, wenn ich am Grab stehe, bin ich froh, dass sie so einen sanften Tod haben durfte.

    2. Es ist wirklich schwer und bitter was sie erleiden müssen gerade.
      Aber vllt hilft ihnen die Tatsache, das er jetzt vllt aus seiner Lethargie herauskommt? Sie haben nichts falsch gemacht, sie waren immer für ihn da und haben alles versucht um ihn zu unterstützen. Seine schwere schulzeit soll da keine Entschuldigung für sein, aber ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist als Außenseiter das nötige Selbstbewusstsein, das für’s Leben einfach nötig ist, zu erlangen. Er hat sich gehen gelaßen, und konnte nicht sehen wie sehr sie unter all dem gelitten haben.

      auch wenn es sie jetzt doppelt trifft, das Mädchen gibt im Bestätigung, die von außen kommt! Das ist wichtig für ihn, und er versucht jetzt sein Leben alleine auf die Beine zu bekommen. Sicher waren es harte, verletztende Worte die er ihnen gesagt hat und die man zu seiner Mutter niemals sagen sollte! Aber vergessen sie dabei nicht, das sie immer die “Nörglerin” waren. Weil er nicht sehen konnte sie sehr es ihnen weh tut, und er alles abgeblockt hat, sind sie im Moment (zu Unrecht) der “Buhman”. Geben sie ihm Zeit, geniessen sie ihr Leben, so schwer es auch ist, jetzt erstmal und achten sie auf sich. Dazu kommt ihre Mutter, schenken sie ihr die Kraft die sie haben und ihre Dankbarkeit wird ihnen dabei gleichermassen neue Kraft geben.

      Ihr Sohn wird seinen Weg finden, und ich bin mir sicher das er irgendwann seinen Fehler einsehen wird wenn er genug Abstand gewonnen hat von allem, und sein Blick klarer wird und nicht von selbstzweifeln zerfressen ist.
      Manchmal brauchen Junge Menschen ein wenig länger als andere, um zu erkennen was Wichtig und Richtig ist im Leben. Gerade in der heutigen Zeit ist es schwer sich zurecht zu finden als junger Mensch….

    3. Hallo,

      ich war in ähnlicher Situation wie Ihr Sohn. Ich bin mit 19 Hals über Kopf zu meinem damaligen Freund, dessen Geschwister und seiner Mutter gezogen.

      Auch habe ich eine ähnliche Vergangenheit – ich litt schon in frühester Kindheit an Depressionen zusätzlich an einer körperlichen chronischen Krankheit. War ebenfalls Opfer von Mobbing und auch sonst lief lange sehr vieles schlecht für mich.

      Der Umzug zu meinem dmaligen Freund war definitiv das aller, aller beste was mir passieren konnte.

      Einerseits kann ich schon etwas nachvollziehen, warum Sie so sehr traurig sind. Andererseits finde ich es schade, dass man kein bisschen Freude über seine doch eigentlich sehr positive Entwicklung raus hört? Es ist doch toll, dass er dort im Haushalt hilf und ist doch prima, dass er dem Vater in der Firma hilft – das heißt doch, dass durchaus noch Chancen für Entwicklung bei ihrem Sohn vorhanden sind die er derzeit nutzt. Vielleicht kann er eine Lehre in der Firma machen oder die Eltern der Freundin können ihm über Vitamin B einen Ausbildungsplatz verschaffen? Das ist doch toll!

      Stellen Sie sich vor ihr Sohn wäre jetzt noch zu Hause bei Ihnen. Wie würde der Alltag aussehen? Jeden Tag Streit und Diskussionen?

      Für einen jungen Menschen ist es unheimlich wichtig selbstautonom zu werden, eigene Entscheidungen sich von den Eltern zu lösen. Im Moment tut ihr Sohn das. Vielleicht auf eine sehr extreme Art aber es ändert sich etwas.

      Ich kann nun nur von meiner Vergangenheit sprechen – auch in der Familie meines Freundes musste ich Beiträge leisten. Putzen, Kochen etc. Zu Hause habe ich es mit dem Helfen auch nicht sehr ernst genommen (wie vermutlich die Merheit aller jungen Menschen) Die Situation zu Hause war auch viel zu verfahren. Zu Hause hätte sich vermutlich nichts geändert. In der Familie meines Freundes konnte ich erkennen, dass auch andere Familien “gestört” sind und ich meine Pflichten für ein funktionierendes System erfüllen muss.

      Heute bin ich 26, habe eine Ausbildung, einen Job und lebe mit meinem Partner zusammen und es geht mir gut – es wäre ganz sicher nicht so gut verlaufen, wäre ich weiter zu Hause geblieben.

      Versuchen Sie es als Chance für Ihren Sohn in die Normalität zu sehen und auch wenn es schwer ist – nehmen Sie es nicht persönlich. Ihm wird überhaupt nicht bewusst sein, was Sie für Ihn getan haben und dass er Sie verletzt hat. In ein paar Jahren vielleicht kann er es erkennen, aber derzeit definitiv nicht. Ich an Ihrer Stelle würde versuchen von Vorwürfen abzusehen, mich zurückzunehmen und meinen Sohn eigene Erfahrungen machen zu lassen.

      Ich möchte Sie nicht mit meiner Mutter vergleichen (sie ist psychisch krank) aber letztlich hätte Ihr post auch der meiner Mutter sein können. Allerdings würden dann wichtige Details fehlen wie z.B. psychischer und physischer Missbrauch Seitens meiner Mutter. Meine Mutter würde nicht erwähnen, wie oft sie mich beschumpfen hat. Sie würde nur in den Mittelpunkt stellen, was ich alles schreckliches getan habe. Kein Wunder – Sie kann sich ja “nicht mehr” erinnern was Sie so getan hat.

      Ich möchte Ihnen NICHTS unterstellen und Sie sicher nicht mit meiner Mutter vergleichen. Ich möchte Sie nur dafür sensibilisieren, dass es vielleicht auch möglich ist, dass auch Sie sich das ein oder andere Mal falsch verhalten haben und nicht nur Ihr Sohn. Auch darauf sollten Sie für sich schauen und ehrlich zu sich sein.

    4. Ich fühle so mit dir. (Siehe meinen Beitrag ganz oben). Ein echtes ADHS-Kind ist schwer durchs Leben zu (er-)tragen. Man selbst ist dauernd über der Grenze des Belastbaren. Das Kind ist Anfeindungen ausgesetzt, man rennt von Lehrer zu Psychologen, etc. Kaum sind die Kinder durch die Pupertät und sie haben durch die Hormonumstellung alles in geordneten körperlichen Bahnen verstehen Sie uns, die sich immer bis zur Erschöpfung eingesetzt haben, nicht. Von ganzem Herzen wünsche ich dir gutes durchhalten. Ich werde für dich und dein Kind beten.

  42. Habe auch auch mit großem Interesse die Seite hier gelesen, und muß sagen das ich auch nicht damit übereinstimme das man die Opfer und Täterrolle so einfach auseinander halten kann.

    Kurz meine Situation dazu:
    Vorweg einige Informationen: Ich 35, Sie 33, Sie Essgestört (Bulimie oder Bing-Eating-Störung)

    Habe vor 8 Monate eine Frau kennengelernt, die ich zuerst nicht interessant fand. Sie mich anscheind schon, und sie hatte dann den Kontakt aufgebaut. Ich bin mit drauf eingegangen, da es einen sehr guten Grund gab (Hochzeit von gemeinsamen Freunden). Nach der Hochzeit hatten wir weiterhin Kontak, der immer Intensiver wurde. Viele Nachrichten (eigentlich von morgens bis abends), dazu Telefonate die irgendwann dazu kamen, teilweise über 8-9 Stunden lang. Wir haben viel übereinander erfahren, so das ich irgendwann dachte “die Frau löst Gefühle aus, die du lange nicht hattest”.

    Nach ein paar Wochen kam der Knallv on ihrer Seite aus, und sie sagte mir klipp und klar das sie keine Beziehung möchte. Sie mag das platonische, sich austauschen und mitteilen können, aber mehr wolle sie nicht. Okay, abgehackt und so weiter gemacht. Habe ich eben einen lieben Menschen gefunden, der mein Leben auch so bereichert.
    Wiederum 4 Wochen später kam es dann nach einer anderen Veranstaltung dazu (wir wohnen nicht in der selben Stadt), das wir uns näher gekommen sind. Ab da waren wir dann zusammen!

    Zuerst war alle gut, wobei einige Zeichen klar ausgedrückt haben das sie arge Probleme hat. Zb kam als Antwort, wenn es um “die Zukunft in 2-3 Monaten ging”, die Aussage “wir wissen ja gar nicht ob wir da noch zusammen sind”. Sie sei ja nicht mehr extrem krank, sondern habe das alles sehr gut im Griff usw. In den ersten Monaten war das auch so, wobei sie mit Gefühlsregungen von ihrer Seite sehr sparsam war. Nach 2-3 Monaten ging sie wieder in ihr altes Schema zurück, Fressen und später kotzen. Die Zuneigung die ich ihr gegenüber äusserte wurden ignoriert, oder ich wurde teilweise angefahren das man sowas nicht immer sagen müße oder gar mit den Worten abgeschmerttert “ich habe dich nicht lieb, ich mag dich aber sehr”.

    Kurzum, sie belügt sich selber. Projeziert ihre Ängste, Wünsche und Sehnsüchte auf mich und setzt mich emotional extrem unter Druck. Versuche mit ihr darüber reden scheitern ganz einfach, weil sie die Sache einfach umdreht und nicht sie die Probleme hat, sondern ich. Es ging soweit das sie sogar sagte ich würde in der Beziehung nie meine Gefühle gezeigt haben für sie, und das wäre der Grund für ihr entfernen.

    Seitdem Schluß ist, wollte ich ihr weiter beistehen und habe ihr das auch gesagt. Nur ist das ganze jetzt sehr einseitig geworden. Sie macht sich Sorgen um mich, versucht mir einzureden ich sei Gefühlsblind usw, baut Druck in jede Richtung auf. Will an meinem Leben weiter teilhaben, aber von ihrem Leben erfahre ich nichts mehr, außer das sie nach dem Schluß machen sagte sie liebt mich (was vorher nie der Fall war) und das sie ja immer noch “Meins” sei.

    Diese Umstände machen es mir unmöglich, mit ihr zu reden weil sei mich einerseits “anfüttert” und wenn ich einen Schritt auf sie zugehe zieht sie sich zurück. Durch ihr selbstbelügen macht sie mich kaputt und ich sehe nur noch den Ausweg den Kontak einfach abzubrechen. Ich hoffe, dass sie dadurch erkennt wie schwer ihre Erkrankung wirklich ist, und erkennt das sie etwas ändern muss wenn sie wirklich irgendwann mal ihre sehnlichsten Wünsche erfüllt bekommen will (ein Kind, stabile Beziehung usw). Ich vertrete normal auch eher das “letzte mal reden” als den anderen einfach “stehen zu lassen” aber in diesem Fall weiß ich einfach (auch von Freunden), dass es von ihr einfach nicht gehört werden würde.

    Verzeiht die Rechtschreibfehler, das ganze ist spontan und mit wenig Zeit entstanden.

    1. Zusatz: Meiner Meinung nach hat sie zudem Bindungsangst und Verlustangst zu gleich. Was ihr ganzes Verhalten angeht mit dem “ich will mich nicht einlaßen, aber ich laße dich auch nicht gehen”

  43. Hallo,
    ich habe hier nur einige Antworten gelesen. Viele sind hier wohl die “Opfer”, zu denen der Kontakt abgebrochen wurde.
    Wenn deine Beziehung (egal ob als Partner oder Kind zu Eltern) für dich unterträglich wird (Überbehütung und ständige Einmischung in dein Leben ist auch eine Form von Missbrauch) und all dein REDEN nichts nützt, bei dem anderen entweder Verletztheit auslöst, weil deine Abgrenzung persönlich genommen wird oder aber immer wieder Einsicht und Verständnis geäußert wird, aber jegliche Veränderung fehlt, wenn du immer und immer wieder geredet hast, immer wieder nach einem Zusammenbruch JA zur Beziehung gesagt hast und es ändert sich nichts, was bleibt dir dann außer SCHWEIGEN?

    1. dann könnte man auch überlegen, ob man selbst ehrlich an diese Beziehung herangegangen ist. Oder die eigenen Erwartungen realistisch waren !? Vllt. zu sehr Ich-bezogen.

  44. Meine Söhne haben beide den Kontakt zu mir abgebrochen. Diesem Schritt gingen mehrere kleine Trennungen und Versöhnungen vorraus. Diesmal scheint es endgültig zu sein. Es ist das emotional schlimmste Erlebnis, was ich als Mensch zu verarbeiten habe. Was mir besonders schwerfällt, ist die die ewig gleiche Frage nach dem “Warum”? Ich spekuliere herum und wünschte mir mehr als alles andere auf der Welt, dass sie mir wenigstens diese Frage beantworten. Ich möchte, dass es ihnen gut geht und scheinbar tut es das eher ohne mich. Das muss ich lernen zu akzeptieren.

    1. Ich fühle mit dir und kenne den Schmerz, wenn das Kind einen fallen.
      lässt. Leider kann man das nicht beeinflussen und muss es so hinnehmen, was unheimlich schwer und schmerzlich ist. Es vergeht kein Tag, ohne dass ich daran denken muss und mich frage: Warum? Warum passiert uns das? Was habe ich falsch gemacht? Habe ich überhaupt etwas falsch gemacht? Aber auch: Warum ist er so gemein? so undankbar? so verletzend? so abweisend? Ab und zu meldet er sich, teilt mir ein paar Brocken seines jetzigen Lebens mit, aber hinterher fühle ich mich noch schlechter und sinke noch tiefer in ein Loch. Hoffe, dass ich irgendwann mit der Situation leben kann und es zu akzeptieren lerne.

  45. Hier ist eine verlassene Mutter.

    Nach vielen Jahren Eemütigung in erster Ehe zog meines Mannes Freundin in unser Haus. Ich habe es nach 14 Jahren Ehe verlassen und mein Sohn war gerade 6. Er hatte auch die Oma gerade durch Tod verloren und wurde eingeschult. Ich stand also mit einem riesen Chaos da und mein Sohn kam in der Schule nicht zu Recht. Ich habe eine Kinderärztin aufgesucht, die mir eine psychologische Kur anriet. Ich setzte diese durch, konnte aber wg. der Versicherung nicht mit. Also immer hingefahren. Später heiratete ich wieder und mein Sohn boykottierte zuerst den Mann. Als er nach 5 J Ehe verstarb dachte ich wir (dieser Sohn damals 14 und mein 4jähriger) hätten ein nahes Verhältnis entwickelt. Der leibliche Vater war kaum ein Wochenende vorhanden, übernahm keine Ferien, etc. Mein Sohn hat schweres ADHS und war in klinischer Behandlung als er 10 J war. Als er in eine fremde Familie gegeben werden sollte, habe ich zwei Jahre um ihn gekämpft. Damals hat er mich das erste mal schon angebrüllt “ich hasse dich”. Der Vater wollte ihn wegen seiner zweiten Frau (die in mein Haus zog), nicht zu sich nehmen. Auch mit dem Unterhalt war das ein furchtbares Thema. Plötzlich nun mit Anfang 17 meinte nun der Sohn, dass er mich auch wie Dreck behandeln könnte. Z.B. “Dreh’ dich um und geh’ sterben.” Oder legte das Handy auf. Meine Wohnung glich einer Müllhalde und der Egoismus von Badezimmerbesetzung etc. nahm kein Ende. Zur Rede gestellt, blieb er einfach eine Nacht weg, plötzlich stand der Vater vor der Tür, der Sohn ließ alles zurück. Ich saß da mit den 1-jahr-alten Möbeln, die nun für den Entrümpeler waren. Wusch, sortierte, organisierte Umzugskartons, packte, etc. 2x wurde abgeholt, der Rest steht hier. Ich wurde und werde nicht über das Mindeste, wie Umzugsmeldung, etc. informiert. Nur der Unterhalt ist pünktlich erwünscht. Ich komme mir nur ausgenutzt vor. Jetzt, wo man nicht mehr bei einem kranken Kind bleiben muss, keine Ferienbetreuung zahlen, keine Nachhilfekosten mehr anfallen, etc. da wohnt er beim Vater und wenn er am Ort (2xWoche) beim Fußballtraining ist, da meldet er sich nicht. Ich frage mich nun wirklich, was ich gemacht habe, dies zu verdienen. Ich habe immer versucht, den Kindern eine Woche Sommer- und Skiferien zu ermöglichen, Vereine aufzusuchen. Was möglich war. Es blieb ja nicht nur ich zurück sondern auch sein kleiner Bruder. Ich hatte ihn zwar einige male gebeten, den Bruder um 16.00 Uhr von der Schule zu holen und dann nach Hause zu bringen, aber das war anscheinend auch zu viel verlangt. I-Phone, I-Pod, etc. wurden von Vater gekauft. Ich bin ohne eigene Familie und Mittel. Vielleicht hat das Geld gelockt. Den nichtabgeholten Rest wie Feuerwehrmelder, PS3 und Spiele braucht er offensichtlich auch nicht. Ich frage mich wirklich täglich was ich wohl falsch gemacht habe.

    1. Hey (:
      ich habe deinen Beitrag auf der Seite Funkstille-bruch.de enttdeckt & dieser hatte mich ziemlich ergriffen.
      Es tut weh wenn man für eine person jahrelang vieles gibt & diese das scheinbar nicht einmal sieht oder zeigt das sie es zu schätzen wusste sondern einen einfach so stehen lässt.
      ich wollte mal fragen ob sich jetzt vielleicht schon i-etwas an der situation gebessert hat oder einfach obs dir besser geht ?

      1. Liebe Julia,
        danke für deine Nachfrage. Es ist ein wenig besser, aber nie mehr das Selbe. Auf einen bösen Brief des Anwalts des Vaters habe ich geantwortet. Da musste er sich endlich mit mir und der Situation auseinandersetzen. Anscheinend hat der Anwalt auch mit dem Sohn gesprochen, denn dieser zog sofort zu seinem Opa (Vater des Vaters). Jetzt kommt er mich Weihnachten besuchen. Mit dem Opa ist es m.E. eine gute Lösung. Der Sohn ist nicht mehr dem gesamten Einfluss des Vaters ungefiltert ausgesetzt. Da ich den Unterhalt zahlte, konnte ich meine Zahlungsvereinbarung gegenüber dem Finanzamt nicht einhalten. Diese haben mir am 21.12.2012 das Konto gesperrt. Da ist Weihnachten finanziell eine Katastrophe, aber ich habe wenigstens beide Kinder.
        Gesegnetes Fest für dich und danke der Anteilnahme

        1. Der Kontakt ist sporadisch da, aber die Herzlichkeit fehlt. Das Letzte, was er sagte, war, dass er Zeit für sich brauche und auch keinen Kontakt zu Freunden habe. Es hat also nicht nur mit mir zu tun. Ich schließe ihn und alle betroffenen ins Gebet ein.

  46. Was soll ich tun wenn meine “Freundin” nicht mehr mit mir zsm sein will aufgrund das meine “perverse” vergangenheit sprich dumme sprüche geklopft usw sie anekelt und jetzt sagt sie lass nur freunde bleiben obwohl ich 9 monate dafür gekämpft habe ..

    1. hallo rany! warum nur du ?sie hat auch gekämpft.hast du ihr nicht richtig zugehört?warum?:war es dir nicht wichtig?:du immer nur du das ist ein egoistisches verhalten.!!!!vieleicht kann auch sie nicht mehr.vieleicht ist das ein hilferuf!!!!!vieleicht will sie dir auch die zeit geben über dein verhalten nachzudenken .und dich mit deinen proplemen auseinander zusetzen!unferarbeiteten traumen !sie kampft immer noch um euch!!Du auch ?

    2. hi reny!entschuldigung!!ich wollte dich auf keinster weise belehren .ich bin auch in dieser situation.!habe mich durch dich selbst erkannt, lieben gruss marion

  47. Ich finde es offen gestanden erschreckend, dass weder in den Kommentaren noch im Artikel (das Buch habe ich nicht gelesen) darauf eingegangen wird, dass ein Kontaktabbruch oft nicht primär aus einer Unverstandenheit o.ä. heraus entsteht. Ich für meinen Teil habe den Kontakt zu meinen Eltern weitestgehend abgebrochen, weil mein Vater mich zehn Jahre lang missbraucht hat. Das hatte weder eine narzisstische Komponente noch sonst irgendetwas – es war schlicht und ergreifend Selbstschutz und die Möglichkeit auf ein Leben, in dem ich mich mit meiner Vergangenheit auseinandersetzen kann, weil ich nicht permanent den Täter vor Augen habe und mit ihm interagieren muss. Interessanterweise wurde ich nicht einmal nach den Gründen gefragt – Schweigen erzählt doch vieles. Ich liebe meine Eltern trotzdem und ich vermisse sie. Doch es gibt Situationen, in denen man sich für Dinge entscheiden muss, die einem zuwider sind. Leider. Schade, dass solche Aspekte hier scheinbar ausgeklammert wurden.

    1. …leider wollen das therapeuteh meiner meinung nach auch kaum als wahrheit annehmen! das schlimme ist, dass man einfach nur als krank, bekloppt, asozial oder sonst etwas hingestellt wird, der doch bitte die pflicht hat, sich zu ändern!

      1. Also die Erfahrung habe ich bisher nicht gemacht.

        Eher im Gegenteil.

        Habe immer an meine Eltern “geklammert” und wurde von verschiedenen Seiten regelrecht dazu gedrängt zu brechen.

        Die eigenen Eltern kann man nicht ändern
        Man MUSS SICH ÄNDERN um ein zufriedenes Leben zu führen. Es bringt nichts ein Leben lang depressiv, frustriert zu sein und sich immerzu in schrecklichen Erfahrungen und Erinnerungen zu suhlen.

        Irgendwann muss man akzeptieren was war, aufstehen, laufen und leben lernen. Nach vorne und nicht nach hinten schauen. Aufhören Verständnis zu haben, aufhören zu Beschuldigen. Einfach außenvor lassen. Los gelöst und unabhängig von den LEIDER KRANKEN Eltern sein.

        Die Welt ändert sich für einen, sobald man sich selbst ändert…

  48. Servus ihr Leidgenossen,

    ich heiße Leila und wurde zum 1. Mal im Alter von 2 Jahren mit Schweigen konfrontiert, als mein Erzeuger nach einem Streit mit meiner Mama nie mehr wieder kam, da dieses Thema nach wie vor nicht ganzheitlich erlöst ist, habe ich das besondere Glück auch auf partnerschaftlichen Ebene Männer anzuziehen, mit denen alles wunderbar tiefgehend ist, bis zu dem Tag an dem auch sie sich schweigend, ohne jegliche Vorwarnung vom Anker machen, ich möchte hier Schuldzuweisungen und Selbstmitleid vollkommen auslassen, denn in jeder Beziehungsdynamik sind beide Individuen eigenverantwortlich und tragen jeweils ihren Verantwortungspart am jeweiligen Geschehen. Ich beschäftige mich bereits sehr lange mit dem Thema Schweigen, da es mich einfach recht früh betraf, dennoch zieht es sich nach wie vor wie ein roter Faden durch mein Leben, solange bis mein Ursprungsthema, sprich der frühe Verlust von meinem Erzeuger erlöst ist, die Erlöstung eines Traumas bedarf Akzeptanz und Verzeihen, beides scheine ich noch nicht hinreichend zu beherrschen, sonst bliebe mir die Wiederholung des Themas bereits erspart.
    Wie dem auch sei, unlängst habe ich für meine Freude ein paar bewusstseinserweiternde Fragen zum Thema Schweigen ausgearbeitet, diese möchte ich gerne mit euch teilen, vielleicht helfen sie ja dem einen oder anderen unter euch.
    In diesem Sinne wünsche ich euch ganz viel Durchhaltevermögen, Geduld, Hoffnung, Kraft, Mut und Stärke auf all euren Wegen,
    eine mitfühlende Leila

    ~~~

    S C H W E I G E N
    S chutz & Sicherheit
    C haos & Chemie
    H andlungsunfähigkeit & H ilfe
    W ehr (Ab- Wehr & Not- Wehr)
    E insamkeit & E ntfaltung
    I solation & I rritation
    G laubensfrage & Grenzgänge
    E rleichterung & E rkenntnis
    N egativität & N achhaltigkeit

    SCHWEIGEN
    Nomen est Omen – Leila, arabisch: eine Nacht (nicht die Nacht, eine Nacht, eine von vielen, aber das ist ein anderes Thema)
    Sollte es mich – Leila – wahrlich wundern, warum ich mit so viel Dunkelheit, Kälte & Stille, Zeit meines Lebens konfrontiert werde ?
    Nun, wenn mich das Schweigen bereits seit Anbeginn meiner Existenz begleitet, dann verfolge ich einmal frech das Schweigen, rein thematisch, natürlich – wobei allein die bildliche Vorstellung das personifizierte Schweigen zu verfolgen, erfüllt mich mit Heiterkeit und Stärke, Leila mit Axt und Säbel jagt das schwarze Schweigen mit Kapuzen-Tarnung, vor mir flüchtend, was sonst, dennoch einfach zu witzige Imagination – um zum Ernst des Themas zurückzukehren (hier werde ich meinem aus der ehemaligen Tschechoslowakei stammenden Familiennamen gerecht – navratit‘se: zurückkehren) und verschaffe mir mit dem Rationalisieren des Erlebten einen Sicherheits-spendenden Überblick, hilfreich um aus der hilflosen Rolle in die verstehende Haltung auf allen Ebenen hineinwachsen zu können. Das Gefühlte strukturieren, Ordnung ins Gefühlschaos bringen.
    Wie lautet die Definition von Schweigen ?
    Reaktionsverweigerung ? Taktische Stille ? Abwehrende Ruhehaltung ? Verbaler Erstickungstod ?
    Was wäre das Pendant zu Schweigen ?
    Auditive Zwangsbeglückung ? Reagierendes Echo = Rückhall ? Orale Reizäußerung ?
    Ist es respektvoll Schweigen zu vermeiden ?
    versus
    ist es respektvoll eine potentiell verletzende Wahrheit mit Schweigen zu ummanteln ?
    Gegenfrage:
    Welche schmerzende Wahrheit der Welt wäre verletzender als der reine Akt des Schweigens
    versus
    Wäre der reine Akt des Schweigens wirklich zumutbarer als die pure verletzende Wahrheit?
    Ist Schweigen ein Ausdruck eines inneren Gefängnis ?
    versus
    ist Schweigen ein Ausdruck von ultimativer Freiheit in Form von grenzenloser Autnomie ?
    Ist Schweigen eine Waffe
    versus
    Ist Schweigen ein Waffenabwehrschutz ?
    Ist Schweigen eine Strafe, die der Schweigende dem Angeschwiegenen erteilt
    versus
    Ist Schweigen eine Strafe, die der Schweigende sich selbst auferlegt ?
    Ist Schweigen eine Fluss hemmende (Re-) Aktion
    versus
    Ist Schweigen eine den Fluss erst aktivierende Maßnahmensetzung ?
    Ist es für den Schweigenden schmerzvoller zu schweigen
    versus
    Ist es für den Angeschwiegenen schmerzvoller das Schweigen anzunehmen, auszuhalten und zu ertragen ?
    Das Fehlen von Schweigen, die Anwesenheit von verbaler Reaktion ist ein orientierender Reiz im Außen, ein richtungsweisender Impuls, eine Grenzsetzung, eine Rahmenbedingung, ein Alarmsignal, eine Kundgebung von Wünschen und Bedürfnissen, schlicht und einfach eine Information, die lebensrettend sein kann.
    Die Abwesenheit von Information erzeugt Angst, Enttäuschung, Hilflosigkeit, Kränkung, Misstrauen, Nervosität, Ohnmacht, Planlosigkeit, Ra(s)tlosigkeit, Selbstkritik, Trauer, Unbehagen, Verzweiflung, Wut, Zweifel.
    Bin ich Schweigender so muss ich mir überlegen, ob ich die breite Gefühlspalette von Angst bis Zweifel in meinem Gegenüber erzeugen will, wenn ja warum, wenn nein, mir adäquate Alternativlösungen zum Schweigen überlegen.
    Bin ich Angeschwiegener, also der/die Angeschissene (verzeiht, ich konnte mir die Artikulierung dieser Gedanken-Assoziation nicht verbeißen und das wiederum reimt sich auf sch*issen, STOP LEILA, genug ist genug -> zurück zum Faden du Logorrhoe-Patient), also bin ich Angeschwiegener, so muss ich das fehlende Echo im Außen unter Einsatz von enormen Energie- und Zeitaufwand selbst in mir produzieren, Analysen, Interpretationen und Spekulationen verhelfen über den ersten Schock des Schweigens, Akzeptieren des Schweigens ist die langfristige Variante, oft geht ein Kämpfen um Erhörung und Antwort zuvor, meistens scheitert man damit erfolgreich, also muss ich mir als Angeschwiegener überlegen, was in mir geht in Resonanz mit dem Schweigen im Außen ?
    Meine innere Resonanz zum Schweigen im Außen erfragen/ergründen:
    Verschweige ich mir selbst etwas ?
    Bringe ich meine Bedürfnisse/Gefühle/Wünsche zum schweigen ?
    Schweige ich über mein wahres Selbst ?
    Schweige ich über ein dunkles Geheimnis ?
    Schweige ich wenn es um meine Pflichten geht und bin nur rebellisch aufmüpfig wenn es um meine Rechte geht ?
    Bestrafe ich meinen Körper mit Schweigen, in dem ich nicht auf ihn höre, seine Signale im Keim ersticke ?
    Bin ich in Wahrheit ein heimlicher Fan von Schweigen, weil mich das konditionierte Herdentiere-Geplapper ankotzt, weile ich an dem immer wiedergegebenen Einheitsbrei ersticke und Luft zum Atmen brauche ?
    Messe ich mit zweierlei Maß wenn es ums Schweigen geht ?
    Bin ich innerlich so Reiz-überflutet, dass das Schweigen im Außen nur eine übergeordnete Schutzmaßnahme für meine Psyche ist ?
    Was ist deine Resonanz zum Schweigen ?
    Wo schweigst du ?
    Gibt es vielleicht jemanden, der auf ein Lebenszeichen von dir wartet, eine Reaktion, eine Antwort ?

    (c) Leila Navratil

    1. Leila danke! Ich habe Deine Gedanken und Überlegungen über das Schweigen sehr genossen! Ich habe mich von einer toxischen Beziehung durch Schweigen befreit. Ich fühle mich nicht schuldig. Manche Sachen kann man nicht ändern, man muss einfach weg und ohne Erklärungen. Alles Gute! Anastasia

  49. hallo zusammen,

    eine psychotherapeutin schrieb ein buch worin es um seelische gewalt geht. darin werden auch sogenannte “schweigearten” erwähnt.
    in ihrem buch ist viel die rede von perversen agressoren, die so ihre opfer quälen. auch narzisten brechen kontakte ab, nicht nur “opfer” schrecklicher eltern.
    das buch nennt sich” die masken der niedertracht”. einfach geschrieben sodass jeder der es liest erkennen kann, ob er opfer von narzisten ist, die mit ihrem schweigen leute bewusst quälen wollen um etwas durchzusetzen.
    man kann nicht nicht kommunizieren. ja, schweigen ist auch eine art kommunikation, doch ob sie menschlich ist? meines erachtens haben wir die sprache erhalten um sie einzusetzen. auch sind wir wohl die einzigen lebewesen welche schreiben können. was uns schwerfällt ist oft, kritik anzunehmen oder einfach mal darüber hinweg zu sehen oder gar darüber zu lachen. aber ich weiss, es gibt ganz krasse situationen. wenn ein mensch sexuell missbraucht, geschlagen oder stets heruntergemacht wird im sinne” du bist nichts, du kannst nichts uam…” würde ich auch empfehlen, den kontakt mal auf eis zu legen. doch heute egschieht das viel zu oft dass man sich in ein schneckenhaus zurückzieht und schweigt, anstatt konflikte auszutragen, halt auch mal ein lautes wort zu sprechen… gewitter reinigen die luft…

  50. Hallo Unbekannte, ich kenne deine Problematik nur zu gut aus eigener Erfahrung …. Meiner Meinung nach leidet dein Ex an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Schau dir dazu mal die entsprechenden Internetseiten zu dieser Problematik an und überlege, ob es nicht besser ist, die Finger von ihm zu lassen!!!!
    Halte durch, du schaffst das, und glaub mir, ES GEHT VORBEI …

    1. Hallo,

      vielen Dank für Ihre liebe Antwort. Ich glaube, Sie haben Recht mit Ihrer Vermuttung über NPS. Ich möchte allerdings nicht diagnostizieren. Doch das Verhalten passt zu dem Bild dieser Persönlichkeitsstörung.

      Ich stelle mir sicher die Frage nach den eigenen narzistischen Anteile, denn wie in der Geschichhte über Narzis und Echo, leide ich und habe einiges getan um ein wenig Liebe oder Aufmerksamkeit zu bekommen. Doch werde ich nach den Zurückweisungen nicht für immer verstummen.

      Ich wollte ihm gefallen, wie es eben in einer (Liebes)Beziehung nornalerweise der Fall ist. Ich gerate manchmal auch in die Falle des Spieles zwischen den Geschlechtern:-). Aber eigentlich ist es nicht nötig sich besonders Mühe zu geben, denn entweder wird man geliebt oder eben nicht (ich weiss, es klingt schwarz-weiss). Mehr Liebe kann man nicht durch Mühe erzeugen. Man kann Liebe nur zeigen und das habe ich auch getan. Natürlich auch Dinge gesagt, die ihm unbequem waren, aber nicht aus Mangel an Liebe. Wissen Sie welche Ängste ich mit der Zeit hatte, dass er gleich geht und sich Trennt, weil ich es wahge meine Meinung zu äussern?

      Mir sind viele Fragen im Zusammenhang mit meiner Haltung und Befinden bewusst und ich arbeite daran, versuche mich zu heilen, zu verstehen. Ja, man kann nie wissen, wann sich die eigene Neurosen manifestieren, in welchen Situationen im Austausch mit der Umwelt und welche neue Fragen sich dadurch stellen. Ich möchte daraus lernen und nicht verbittern.

      Ich habe tiefes Mitgefühl mit ihm. Ich sehe sein Schmerz und Verletzungen, seine Angst vor Nähe und sein inneres NEIN und Ablehnung des Selbst und Intimität in Beziehungen. Ich sehe sein Ringen nach Anerkennung und Zuwendung im Aussen. Und ich sehe seine innere Leere und Einsamkeit, die er vorzüglich weiss zu verbergen und zu verleugnen. Er hat angeblich aktives soziales Leben, aber ich habe nie einen Freund oder Freundin von ihm kennen gelernt – er meine schon.

      Die Finger habe ich von ihm gelassen, weil ich im Kopf weiss, dass es vernünftig ist und nur noch demütigend, wenn ich weiterhin versuche ihm näher zu kommen, mich zu erklären oder zu versuchen sein Bild bzw. Vorurteile über mich zu verändern. In diesem Bild bin ich die Streitsüchtige, was ich mit Sicherheit nicht bin. Aber ich bin in der Regel bereit mich mit Fragen und Menschen auseinander zu setzen, was heisst miteinder reden, miteinder sein, sich sehen, erkennen, vertsehen.

      Irgendwann werde ich soweit sein mich von ihm zu lösen und mich erhollen.

      Alles Liebe!
      Danke und liebe Grüße

      1. hallo unbekannte..

        Heißt diese mann vielleicht Josef ??
        Ich erlebe in Moment genau es gleiche.. seit 5 Wochen Funkstille, nach 11 Jahre intensive Freundschaft

        Motzi

  51. Das Schweigen, sein Schweigen nach einer zwar kurzen aber sehr intensiven Beziehung macht aus mir ein anderer Mensch. Seit 6. Monaten bin ich nur noch traurig und führe ein innerer Dialog, denn mir bleibt ja nichts anderes übrig. Er redet, antwortet einfach nicht. Er reagierte auf viele Mails oder Zeichen von mir überhaupt nicht. Immerhin war nach 5. Monate nach der Trennung ein Treffen möglich.

    Wir wagten also ein Treffen, das damit endete (leider), dass wir uns sehr nah waren (vielleicht war das sein Plan? Rache?). Seitdem ist wieder Funkstille. Er sagte zu mir bei diesem Treffen, er hätte versucht mich (in der Zeit der Beziehung) zu lieben. :-( Ich dagegen sagte und das nicht nur ein Mal, dass ich ihn liebe. Das kam so automatisch aus meinem Mund, dass ich selber erschrocken war. Und ja, ich liebe ihn. Ich komme mir psychisch nicht in Ordnung dabei vor. Aber Liebe ist ja kein Geschäft nach dem Prinzip- ich liebe Dich, nur wenn Du mich liebst. Ich habe es mir gewünscht, dass er mich liebt. Leider ist es nicht so….

    Sein Schweigen macht mein Leben einfach zu schwer. Ich versuche alles, um von ihm loszukommen. Es hat mich erwischt. Seit langer Zeit passiert es wieder, dass ich einen Menschen tief in meinem Inneren spüre und liebe und dann so eine Entwicklung… Die Balance ist einfach nicht da gewesen. Man kann nicht für zwei lieben.

    Wir gehören auch zwei unterschiedlichen Kulturen an, auch wenn ich seit vielen Jahren hier lebe, merke ich doch, wie gravierend die Unterschiede sein können, allein aufgrund der unterschiedlichen Sozialisation. Aber das ist ein anderes Thema – wie binationale Beziehungen funktinieren oder eben nicht. Machtverhältnisse konstruieren sich hier unter dem Einfluss paar anderer Aspekten.

    Hätte es trotz Trennung eine klare Aussprache und reflektierte Darlegung der Situation gegeben, würde es sich nicht so schwer anfühlen. Ich breche jeden Tag in Trennen aus und ich weiss, dass ich ihn nicht erreichen kann.

    Ich finde es feige von ihm immer weg zu rennen, wenn er aus seinem warmen Nest, wo alles seiner Ordnung hat rauskommen muss. Unter Ordnung meine ich auch die Gesprächstthemen, das Spektrum der Gefühle, die Menge von Nähe und Distanz. Und ein Konflikt oder tieferes Gespäch führt dazu oder verlangt von uns aus dem Nest rauszukommen, aus der sogennanten Comphort-Zone.

    Ich fühle mich irgendwie missbraucht. Und ja, sicher bin ich nicht nicht nur das Opfer, denn ich habe auch mein Anteil an der Konfliktsitution, weil ich nähmlich Dinge angesprochen habe, Fragen gestellt habe. Ich habe meistens unbewusst versucht ihn aus seiner Comphort-Zone zu locken. Denn was soll man sonst miteinander machen, wenn keine Gespräche stattfinden? Ich kann mich nicht ständig über das Wetter oder fachlichen Themen unterhalten. Das machte ihn sauer, er ignorierte mich danach, machte ein finsteres Gesicht, ging meistens und dann folgte Stille und selbstverständlich war ich dann die “Schuldige”.

    Unsere Kommunikationssituation machte mich unglücklich , weil diese hauptsächlich von ihm kontroliert wurde: Worüber wir sprachen, wie lange, wann wurde es ihm anstrengend oder bei welchen Themen. Das habe ich nach kürzester Zeit gemerkt und ich fühlte mich nicht mehr frei, ich war nicht ich, ich hahte Angst und ich fühlte zunehmend eine Leere und Unsicherheit in mir, die kaum auszuhalten war. Und wenn meine Anwesenheit sogar ihm zu viel wurde musste ich gehen.

    Durch das Schweigen hat er zumindest die Kontrolle, die er so sehr braucht. Und ich werde irgendwann lernen damit umzugehen. Solange bin ich traurich, mein Selbstbewusstsein, das ja auch nicht besonders stabil ist, am Boden.

    Schweigen ist feige und unfair und spricht nicht gerade von starkem Selbstbewusstsein und edlem Charakter. Zumindest in diesem Fall.

    1. …ich bitte um Entschuldigung für meine Fehler im Text. Bin gerade nicht so konzentriert! Bitte nicht als Respektlosigkeit dem Forum gegenüber deuten.

  52. Langer Text, viele Infos kurzgefasst, etwas durcheinander:
    Von einer “Verlassenen”, die anscheinend auch Täterin ist ohne es gewollt zu haben.
    Ich habe Anfang des Jahres einen Mann kennengelernt, zu dem ich mich, irgendwie magisch, von Anfang an sehr hingezogen gefühlt habe. Er erzählte bruchteilhaft von sich und ich um so mehr von mir – einerseits war es meine Aufregung andererseits wollte ich mich ihm anscheinend zu dem Zeitpunkt besonders mitteilen.
    Ich persönlich habe mir eine tiefere Bindung mit ihm erhofft. Bei ihm kann ich gar nicht sagen , da wir nie richtig über dieses Thema sprechen konnten.
    Mir ist es auch tatsächlich schleierhaft, warum es so war.. immer, wenn ich konkretere Fragen zu seinem Leben stellte, wich er mir sehr geschickt aus. Ich habe dann den Fehler begangen und nicht weiter nachgehackt, weil ich aber auch der Meinung war, dass er mir sowieso erzählen, würde, wann und was er berichten wolle. Zudem dachte ich, keinen besonderen Druck ausüben zu dürfen. Einige Informationen konnte ich allerdings erhalten:
    Er meinte in einer sms, er wolle nicht von seinem Chaos in seinem Leben berichten, damit sich dieses nicht auf unsere “Verbindung” übertragen sollte. Ausserdem berichtete er, er wäre ca. 5 Jahre mit einer Borderlinerin zusammen gewesen. Er hätte allerdings sehr spät bemerkt und erfahren,dass sie an dieser “Erkrankung” leiden würde. Er wäre zz ´mit einem Partner beruflich in einer schwierigen Situation, da seine Geschäfte nicht so laufen würden, wie erhofft. Sein Partner wäre allerdings im Gegensatz zu ihm in einem Unternehmen angestellt. Einerseits wohnte er bei seinen Eltern, weil er in meiner Region eine Bleibe suchte und andererseits gab er mir auf Anfrage eine Adresse bei einem Arbeitsgeber an, bei dem er zeitweise am WE tätig war(zur Ablenkung).
    Er wollte nach einigen Wochen seinen unehelichen Sohn in Süddeutschland besuchen ( die Planung dazu habe ich mitbekommen/Telefongespäch mit Oma). Während dieser Zeit meldete er sich nicht. Ich habe ihm nach drei Tagen eine sms geschrieben und ihm dargestellt, dass ich ihn vermissen würde und hoffe, dass er eine intensive Zeit mit seinem Sohn hätte. Hierzu meldete er sich erst zwei Tage später per sms u entschuldigte sich er hätte sein Telefon die ganze Zeit über nicht genutzt. Er würde sich freuen, wenn wir uns in zwei Tagen wieder sehen würden und würde ich von unterwegs, also auf dem Rückweg melden, Ich war total fröhlich, hatte mich in meinem Job gut organisiert, so dass ich mich schön machen und ebenso am nächsten Tag später ins Büro gehen konnte

    Nach langem Warten bin ich ca. um 19h zu einer Freundin gefahren. Ich hielt dieses lange Warten nicht mehr aus und hatte auch keinen Humor mehr parat, um mich persönlich bei ihm zu melden. Um 19h40 dann der lang erhofft Anruf…irgendwie musste ich mich trotz meiner Freude zu seinem Verhalten teilweise missmutig äussern. Ich sagte ihm, dass sein Verhalten sicherlich nicht gegen mich, aber auch nicht gerade für mich sprechen würden und dieses mich doch mitgenommen hätte… er wollte dann plötzlich nicht mehr zu mir kommen, da ich ja schon “versorgt” sei. Wir wollten uns dann am folgenden Tag treffen. Hier sagte er mir per sms ab, telefonierte aber anschliessend ca. 2 Stunden mit mir und erzählte von seiner Ex.

    Diese hätte nun trotz ihrer Erkrankung eine psychotherapeutische Heilpraktikerausbildung absolviert… er ist anscheinend bei der Rückfahrt, mit seinem alten Wohnort und somit mit seiner Geschichte konfontiert worden…er könnte mir gerade nicht gerecht werden und wollte mich deswegen nicht treffen…wir verabredeten uns für den folgenden Tag. Diese Verabredung sagte er mir wieder per sms ab. Irgendwie hat er meine sms dann total missverstanden und hat mir eine sehr lange sms geschrieben (angeblich bei einer Fahrt aus Frankreich nach Deutschland zurück). Wie hatten ein ziemlches Wortgefecht, dass ich versuchte mit leicht bissigem Humor aufzulockern, aber er nahm alles total ernst und meinte ich würde mich in eine Opferrolle begeben oder auf die Trotzkiste stellen, um mich groß zu mach..hä? des weiteren würde eine Beziehung sich leicht anfühlen u Spaß machen müssen. (Ich hatte ehrlich bis zu der “Besuchswoche” das Gefühl, dass wir Spaß haben und trotzdem nicht nur oberflächlich mit einander umgehen könnten.) Stunden später, nachdem ich wie eine Verrückte Moutainbiken war und eine Freundin besucht hatte, habe ich es gewagt ihn anzurufen. Er meinte, er wäre nun auf dem Weg zu einem Auftrag, der einige Tage dauern würde. Ich fragte ihn, wann er wieder zurück sei und was dieser Auftrag genau bedeuten würde, da ich ja immer noch nicht genau wüsste, mit was er sich beschäftigen würde. Ich wollte verstehen!! In zwei Sätzen erklärte er es mir und meinte wir könnten bis er wieder zurück sei per e-mail in Kontakt bleiben…zumindest habe ich ihn so verstanden. ..

    es kam kein Lebenszeichen von ihm… auf zwei sms und eine e-mail von mir kein Antwort.. ich hatte ihm zu seinem Geburtstag, der einen Monat später war, ein Seminar “Motorsägenführerschein” geschenkt (hatte ich allerdings zu Beginn unserer Verbindung schon organisiert u wollte ihm eine Freude machen)..auf die Info-mail dazu gab es auch keine Rückmeldung…
    Sicherlich habe ich besondere Verhaltensauffälligkeiten bemerkt..habe diese aber an seiner “belastenden” persönlichen, finanziellen Situation sowie an der dramatischen Trennungserfahrung(anscheinend zwei Jahre her) festgemacht. Grundsätzlich dachte, habe ich aber tatsächlich geglaubt, dass wir gemeinsam die Situation meistern könnten..auch wenn ich gar nicht konkret wusste welche und ihm vorher gesagt hatte, dass ich ihm nicht konkret helfen könnte. Bei Borderlineerfahrung fühle ich mich ehrlich gesagt persönlich und fachlich unsicher.

    Nun ja, wie dem auch sei – ich habe mich ziemlich in diesen Mann verliebt und mich belastet nun seit Monaten, die Tatsache, dass er sich ohne sich zu äussern einfach zurückgezogen hat u mich mit diesem Gefühl zurückgelassen hat etwas falsch gemacht zu haben oder gar benutzt worden zu sein – ich habe spekuliert, Mittelwerte berechnet, um zu erfassen, wann er sich melden könnte.. habe meine Freunde orakelhaft befragt.. ich kann mir keine klare Meinung bilden u mir fällt es schwer abzuschließen. Lebe zwar ein gutes Leben, aber es ist belastet!!
    Einerseits denke ich, mich ihm nicht aufdrängen zu können, da er sehr konsequente Zeichen gesetzt hat u andererseits denke ich tatsächlich, dass irgendwie ein Mißverständnis vorliegen müsste, da ich manchmal dazu neige meine Gefühle zu überspielen und wahrscheinlich nicht dargestellt habe wie sehr ich ihn mag oder meine Gefühle zu stark in den Vordergrundgestellt habe…
    Mich macht diese Erfahrung sehr traurig u ich vermisse ihn als Menschen sowie als Mann..weil er für mich trotz allem etwas Besonderes/Sonderbares ist.

    Verletzen, Ignorieren, Bedrängen waren nicht meine Absicht – mit jemandem, dem ich mich verbunden fühle gemeinsam gute Zeiten zu haben und sich einander anzunähern ja..total missglückt das Vorhaben..

    So, hier meine shortstory mit Bitte um eine Rückmeldung, die eventuell mir und anderen hilft reflektierter u gelöster mit solch einer Erfahrung umzugehen. LG

    1. Hallo blue! Der Mann ist ein Betrüger gewesen. Er hat mit Sicherheit mehrere Frauen, die er gleichzeitig “vertröstet” oder auch ausnimmt! Bei Ihnen wurde das Ausnehmen nicht klappen, da Sie offensichtlich zu intelligent dafür sind, deshalb hat er sich der Typ distanziert! Freuen Sie sich doch! Wie geht es Ihnen heute, wenn ich fragen darf!
      Liebe Grüße, Annie

  53. hallo an alle betroffenen,

    was ich am kontaktabbruch das schlimme finde ist weniger der abbruch als dieses nicht in frieden auseinadergehen. dieses nicht wissen, was eigentlich falsch läuft. meine tochter musste sich (um von ihrem freund und der religiösen gruppe in der er aufgewachsen ist) angenommen zu werden, entscheiden. da ist ja klar dass man sich für den freund entscheidet. nun der kontaktabbruch fand im frühjar 2002 statt. die tochter hat zwar zwischen durch mal etwas von sich hören lassen und ihrer kleinen schwester geschrieben, sie wünschte, es wäre wieder so wie früher, doch das gab wohl erneut spannungen . etwas später las ich in einem forum, dass eine frau, welche hunderte kilometer von mir entfernt wohnt, fast zur gleichen zeit den kontaktabbruch ihrer tochter erlebte. die tochter ebenfalls in einer religiösen gruppe derselben klasse wie ich selber mal war und auch meine tochter. all unsere friedensangebote wurden bisher überhört. man will nicht sprechen, keine konflikte lösen oder missverständnisse aus dem weg räumen. ich selber hatte nie mals gesagt, sie solle diese gruppe verlassen und hatte auch nicht gegen ihren freund( heute ehemann). später bekam ich dann die beweise, dass enorm machtmissbrauch und manipulation, sprich bewusstseinskontrolle im spiel ist. nun, mittlerweile scheint abrupter kontaktabbruch ja schon fast mode zu sein wie ich sehe. traurig. als mutter kann ich sagen, dass ich der meinunge bin, dass jugendliche in einem gewissen alter ( wenn sie nicht diskutieren können) sich in etwas hineinsteigern und das unter umständen jahrelang mit sich herumschleppen. ich habe meiner tochter auch mal etwas geschrieben, wo ich, im nachhineine überlegt, sagen musste, dass sie dies auch ganz anders aufgefasst haben könnte. sofort schrieb ich ihr und entschuldigte mich für meine unglückliche ausdrucksweise die man effektiv missdeuten konnte, doch der brief kam ungeöffnet zurück. sie hat noch zwei junge schwestern. auch mit diesen hat sie keinen kontakt. sie hat viel verpasst, denn ihre schwestern sind einfach herrlich. auch zu ihrer einst besten freundin hat sie den kontakt abgebrochen. ich las neulich, dass meine tochter in einer zeitung schrieb, sie hätte innere, schier unüberwindbare berge… ich denke zu wissen was das für berge sind und diese nicht nötig wären. ich weiss aber auch, dass es eltern gibt die ihre kinder wirklich heruntermachen. das soll so nicht sein.

  54. Ich habe mit meiner Mutter und einem Großteil meiner Verwandschaft gebrochen.

    Mein Verhältnis zu meiner Mutter war nie besonders gut. Es war geprägt von physischer und vorallem der viel schlimmeren psychischen Misshandlung.
    Immerzu hat sie mir (oft in subtiler Form) eingeredet ich bin nicht gut so wie ich bin, sie wäre ohne mich besser dran, ich bin zu dick, zu dumm…

    Hier ein kleines Bsp.:
    Vor Weihnachten eröffnete sie mir, dass sie mir einen Friseurgutschein schenken wird da meine Haare absolut langweilig, unvorteilhaft, genau genommen scheiße aussehen!? Nachdem dem gemeinsam Friseurbesuch äußerte sie, dass ich nun unheimlich meiner Cousine ähnlich sehe – darüber könne ich froh sein – die sei nämlich hübsch…

    Die letztlich auslösende “Spitze des Eisberges”:
    Ich berichtete, dass ich augrund chronischer Depressionen in Therapeutische Behandlung gehen werde. Woraufhin sie sich entschuldigte mich auf die Welt gebracht zu haben. Wenn Sie alles rückblicken betrachtet bereut sie es mich nicht abgetrieben zu haben, wir wären beide besser dran gewesen. Es tut ihr leid, dass sie mir ein so grausames Leben geschenkt hat.

    Auf meine Aussage ich habe doch auch schöne Zeiten, betonte sie nochmals wie sehr sie es bereut mich nicht abgetrieben zu haben.

    Ich habe beim nächsten Telefonat nochmals versucht mit ihr darüber zu sprechen, ihr zu sagen das mich die Aussagen verletzt haben. Sie litt an einer Amnesie und konnte sich an keiner ihrer Aussagen mehr erinnern.

    Ich habe etliche Male versucht das Gespräch mit ihr zu suchen doch es war und ist leider nicht möglich. Sie fühlt sie bei allem sofort gekränkt und verteidigt sich. Man bekommt nicht mal die Chance seine Gefühle auszudrücken. Wenn man mal die Möglichkeit hat Situationen anzusprechen wird augenblicklich alles abgetan – das siehst du völlig falsch, du bist viel zu empfindlich, also das war weil ich da eine Schildrüsenüberfunktion hatte, also falls ich dich unter umständen mit dieser banalen Aussage verletzt haben könnte dann wollte ich das nicht…

    Sie konnte meine Gefühle und meine Wahrnehmung nicht annehmen. Hatte schlicht zu wenig empathie.

    Für mich ist es bis heute nicht einfach – es ist immerhin meine Mutter. Es fühlt sich an wie Liebeskummer nur um ein vielfaches schlimmer.

    Dennoch: Seitdem ich keinen Kontakt mehr habe kann ich einen Selbstwert aufbauen, ich kann anfangen mich selbst zu lieben. Letztlich war es eine Maßnahme des Selbstschutzes – hätte ich weiterhin immerzu diese mich massiv abwertende Worte zu hören bekommen wäre ich nicht mehr am Leben.

    Wenn ich ihr “gewachsen” bin, vielleicht selbst Familie habe, werde ich sie sicherlich versuchsweise wieder in mein Leben lassen – insofern sie dann noch möchte.

    1. @Keksle
      Hallo, Deine Schilderungen haben mich derart betroffen gemacht, dass ich unbedingt was dazu schreiben muss. Ich selbst habe es mit 39 Jahren erst geschafft zu beiden Elternteilen den Kontakt abzustellen und es fühlt sich verdammt gut an. Das Verhältnis war geprägt von Ignoranz, Verleugnung, Unfähigkeit meine Bedürfnisse wahrzunehmen und einer gewaltigen Bedürftigkeit seitens der Eltern, welche sie durch mich zu befriedigen versuchten. Jeder auf seine Weise. Die Konfliktfähigkeit auf beiden Seiten ist gleich Null. Vom Vater (die Eltern sind schon lange geschieden) erntete ich nur Hohn und Spott für meine Lebensentscheidungen, verbunden mit dem Versuch Macht und Kontrolle über mich zu behalten. Die Mutter hat vor lauter Bedürftigkeit niemals bemerkt dass ich eigene Bedürfnisse habe die es zu respektieren gilt. Beispiel: Ich, in einer schweren depressiven Phase, bitte sie inständig mich eine Zeit komplett in Ruhe zu lassen damit ich mich auf mich selbst konzentrieren kann. Kein Tag später teilt sie mir mit, dass sie Angst habe ich distanziere mich immer weiter von ihr und dass sie deswegen nicht mehr ruhig schlafen könne und treibt damit genau das was ja mein Problem mit mir ist unbewusst noch auf die Spitze. Was Dir jedoch mit Deiner Mutter widerfahren ist, ist dagegen noch ungleich heftiger. Und da man sich den Eltern anderweitig kaum entziehen kann ist die Funkstille das einzg probate Mittel wenn anderes nicht hilft. In der Kind-Eltern Beziehung haben die Kinder niemals Schuld! Ich kenne diese enorme Belastung, ein schlechtes Gewissen zu haben, die Schuld bei sich zu suchen und den Versuch zu unternehmen ein gestörtes Elternverhältnis zu reparieren. Ich habe das gar nicht bemerkt bis mir meine sehr geschätzte Therapeutin deutlich gemacht hat, dass das bei uns schon immer so war, dass den Kindern die Verantwortlichkeit für das Wohlbefinden der Eltern zugeschoben wird. Das ist aber ein Rollentausch, der seinerseits seitens der Eltern oft sogar auf neurotische Störungen hindeutet. Versuche Dich aus dem schlechten Gewissen zu lösen. Es ist einzig Deine Mutter die eines haben sollte. Und die Anflüge von Amnesie kenne ich nur zu gut. Dagegen ist man völlig machtlos! Deine Mutter verhält sich damit verdeckt und offen aggressiv gegenüber Dir. Helfen kann ihr da nur ein Therapeut, Du nicht. Versuchst Du es trotzdem wirst du wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt werden. Zum Auflösen einer Funkstille gehört meines Erachtens nach immer auch die erkennbare Bereitschaft beider Seiten hierzu etwas beitragen zu können und zu wollen. Ich selbst habe alles was in meinen Möglichkeiten steht erfolglos versucht und solange von meinen Eltern keine eindeutigen Signale kommen, bleibt die Funkstille aufrechterhalten. Alles andere würde mich nur zermürben. Wenn man sich dann noch von Schuldgefühlen und Gewissensbissen lösen kann ist das eine selten erlebte Befreiung. So ist es jedenfalls bei mir. Gutes Gelingen!

      1. @ Gromit

        Danke für deine Worte!
        Es ist schön von jemanden zu hören, dem es ähnlich ergeht :)

        Du schreibst, dass dir schon immer die Verantwortlichkeit für deine Eltern zugeschoben wurde. So weiß ich (mittlerweile) dank der Therapie, dass dies bei mir auch der Fall war/ist.

        Desweiteren ist mittlerweile auch klar, dass meine Mutter in welcher Weise auch immer psychisch krank ist. Durch viele offene Gespräche mit meiner Oma weiß ich nun ziemlich viel über die Vergangenheit meiner Familie, meiner Mutter. Es wundert mich nicht, dass meine Mutter so wurde wie sie ist. Aber es macht mich wütend, dass sie nichts daran ändert.

        Angesichts dieser Tatsachen habe ich mittlerweile kein schlechtes Gewissen mehr und vorallem fühle ich mich nicht mehr verantwortlich für ihr “misslungenes” Leben wie sie immer so schön sagt. Denn einzig und alleine Sie hat ihres in der Hand.

        So wie ich meines :D

        Es ists einfach nicht wert wegen meiner Mutter und meiner ganzen missratenen Vergangenheit ein ebenso frustriertes Leben zu führen.

        Also ich denke, ich bin definitiv auf dem richtigen Weg :)

        LG

  55. Ich bin eine „Abgebrochene“; für meine Geschichte muss ich jedoch etwas ausholen. Seit etwa 18 Jahren kenne ich einen Kollegen; d. h. man hat auf dem Flur, in der Pause oder so kurz miteinander gesprochen. Vor ca. 14 Jahren hat dieser Kollege dann gekündigt und sich selbstständig gemacht. Unser „Kontakt“ ist dann auch ganz abgebrochen; man hat sich lediglich Weiberfastnacht bei uns im Betrieb gesehen, da er diesen Tag weiterhin bei uns mit seinen alten Kollegen gefeiert hat. Zwischenzeitlich haben wir auch beide geheiratet und er ist sogar Vater von 2 Kindern.

    Vor 2 Jahren hat er dann bei unserer Karnevalsfeier „näheren“ Kontakt zu mir gesucht; d. h. wir haben uns viel und gut unterhalten, gemeinsam das ein oder andere Bierchen getrunken und er meinte sogar mich vor zudringlichen Kollegen „beschützen“ zu müssen, indem er die meiste Zeit mit mir Händchen gehalten hat. Das normale Karnevalsküsschen gehörte selbstverständlich auch dazu. All diese Dinge gingen von seiner Seite aus und mir war es auch nicht unangenehm. Genauso verlief auch der Vormittag im vergangenen Jahr. Wie auch im Jahr zuvor hat er mich nach Beendigung der Feier gefragt, ob ich mit ihm noch „weiter um die Häuser ziehen“ würde. Habe dies wie jedes Mal abgelehnt.

    Letztes Jahr musste ich aber zu Hause immer wieder darüber nachdenken, habe mir seine Handynummer organisiert und mich heimlich (meinem Mann habe ich gesagt ich treffe mich mit meinen Kollegen) für diesen Abend verabredet. Er hat sich darüber sehr gefreut (hat er mir so auch gesagt), der Abend war toll; er hat mich einfach direkt an seine Seite genommen und meine Hand nicht mehr losgelassen. Wir hatten alle zusammen viel Spaß und viel geredet, bis er mich plötzlich aus heiterem Himmel geküsst hat. Ich war total überrumpelt, aber habe es zugelassen. ER hat MICH noch mehrfach geküsst; kurz um, wir haben mehrfach geknutscht.

    Ich musste dann aber noch weg und er wollte mich eigentlich nicht gehen lassen. Hat dann noch gesagt, dass ich vorsichtig fahren und mich bei ihm melden sollte, wenn ich angekommen bin. Ich fand das total lieb. Auf meine SMS, dass alles in Ordnung sei, hat er geantwortet, dass er froh sei, dass ich heil angekommen bin, solle auf mich aufpassen und er wäre auch kurz nach mir nach Hause gegangen. Auch er hätte den Abend schön.gefunden.

    Danach war erst einmal eine ganze Zeit Funkstille, ich bin in Urlaub gefahren und er hatte auch viel geschäftlich zu tun. Ich musste aber die ganze Zeit an ihn denken und habe daher einige Wochen nach Karneval noch mal eine SMS zu ihm geschickt. Er hat auch direkt darauf geantwortet und wir hatten etwa zwei Monate lang regelmäßigen SMS-Kontakt. Haben uns einfach über Gott und Welt geschrieben, wie unser Tag so war und er hat auch schon mal von seinen betrieblichen Problemen erzählt. Zwar kam die erste SMS immer von mir, aber er hat geantwortet und es war einfach schön, so miteinander zu reden.

    Im Mai haben wir uns dann – zwar nach längerem hin und her von seiner Seite aus – auch noch einmal abends getroffen. Irgendwie war die Situation zwischen uns beiden an diesem Abend aber merkwürdig. Keiner von uns wusste genau, wie er sich richtig verhalten soll. Wir haben uns zwar gut unterhalten bzw. er hat mir den ganzen Abend von sich erzählt. Kenne nun viele seiner Angewohnheiten und noch einige andere private/ persönliche Dinge. Aber trotzdem ist an diesem Abend „der Funke“ nicht richtig übergesprungen. Er hat mich dann noch nach Hause gefahren, da er nicht wollte, dass ich den Bus oder ein Taxi nehme.

    Er hat danach auch auf 2 SMS von mir gar nicht mehr reagiert. Im Juni dann hab ich wohl einen großen Fehler gemacht; hatte bei einer Feier einiges getrunken und mich mal wieder darüber geärgert, dass er nicht auf meine SMS antwortet. Da habe ich ihm einfach geschrieben, dass ich darüber enttäuscht bin, wissen möchte was los ist und ihm gleichzeitig gesagt, dass ich ihn mag. Ist man angetrunken, sagt man die Wahrheit und so ist wohl auch meine SMS ziemlich klar ausgefallen, das Herz lag mir auf der Zunge sozusagen. Am nächsten Tag habe ich mich dann noch für diese SMS entschuldigt und ihm gesagt, er solle sie bitte nicht falsch verstehen und sich melden. Ich habe bis heute nichts mehr von ihm gehört!

    Nach anfänglicher Wut und dem Gedanken „der kann mich mal“ muss ich aber zugeben, dass ich immer wieder an ihn denken muss. Mir fehlen auch unsere SMS. Wie kann ich wieder Kontakt zu ihm aufnehmen?

    1. Sein Verhalten zeigt eindeutig, dass er keinen Kontakt mehr möchte und euer Treffen nicht gehalten hat, was er sich davon versprochen hat (sicher mehr als nur reden). Für eine Affäre klingt eure ganze Geschichte viel zu verworren, als das ein Mann Lust hat sich auf soetwas näher einzulassen, weil es nur Ärger bringt, da er ja sicher nur nach etwas Abwechslung nebenbei gesucht hat.

      Aber wenn ich das fragen darf: Du schreibst nichts von einem schlechten Gewissen deinem Mann gegenüber – ist dir eure Liebe/Ehe so gar nichts mehr wert? Solltest du nicht eher froh sein, dass du den letzten Schritt nicht gegangen bist und er sich nicht mehr meldet, um damit das Ganze als einen Hallo-Wach-Effekt für eure Ehe zu sehen? Menschen bewusst zu hintergehen und ihre Gefühle mit Füßen zu treten ist nicht jedermans Sache und vielleicht hat er einfach auch gemerkt, dass er seiner Frau das nicht antuen möchte!?

      Meine ganz persönliche Meinung: Mach dir Gedanken darüber was in deiner Ehe schief läuft und warum du es hast soweit kommen lassen und nicht warum sich eine “nicht-zustande-gekommene-Affäre” nicht mehr bei dir meldet!

      1. Hallo Schwanensee,

        als Erstes möchte ich einmal klären, dass ich nicht auf der Suche nach einer Affäre mit ihm war/bin. Wir hatten einen guten freundschaftlichen Kontakt und dieser fehlt mir. Seit der Knutscherei Karneval ist dies nicht mehr und ich würde es gerne klären, wenn er reden würde. Ich glaube auch, dass dies der Grund für die “komische” Stimmung bei unserem letzten Treffen war. Ich denke nicht, dass es daran lag, dass er sich mehr davon versprochen hatte und dies bekommen hat.

        Ich habe auch ein schlechtes Gewissen meinem Mann gegenüber und das muss auch irgendwie geklärt werden. Denn das, was Karneval passiert ist war nicht OK. Es ist einfach so aus der Situation heraus passiert; ich hatte es auf gar nichts angelegt. Trotzdem… Aber kann man sich überhaupt davon freisprechen, dass einem soetwas mal passiert?

      2. …der gedanke des vertrauensbruhes kam mir auch gleich in den sinn. aber frauen nehmen das eh nicht so wild, geben nur an, es zu tun, weil sich sonst kein dummer mann findet und sich an sie bindet.
        den besagten schritt weiter wäre sich gegangen, ganz sicher! sie wäre ihn MITgegangen!

  56. Familienkontakt abgebrochen

    ich habe schon vor Jahren den Kontakt zu den Geschwistern abgebrochen. Ich hatte es satt, immer nur zu Jubelfeiern eingeladen und dort wie eine Schaufensterpuppe als Staffage für eine heile Familienidylle herzuhalten und um möglichst reichliche großzügige Geschenke mitzubringen. Schon bei der Einladung gab es eine dezenten Hinweis, was man sich so wünsche. Dusselig wie ich war, brachte ich das mit, um dann festzustellen, das es völlig überzogen war. Mein Mann und meine Kinder wurden meist von oben herab behandelt. Meine Nichten und Neffen spielten nicht mit ihnen und öfter hörte ich ungewollt, dass die anderen Kinder von den Doofen sprachen. War die Feier vorbei, hörten wir und sahen wir von keinem meiner Geschwister jahrelang manchmal nichts.

    Wir haben lange Zeit versucht, den Kontakt zwischendurch aufzunehmen und zu halten. Dann gab es nur Ausreden. Irgendwann waren es mein Mann und meine Kinder leid, sie kamen nicht mehr mit. Als ich es dann wagte, keine Geschenke mehr mitzubringen, reichte es gerade noch soweit, dass man mir guten Tag sagte.

    Als ich vierzig wurde, hatte ich die Nase voll und habe den Kontakt abgebrochen. Ich weiss nicht, ob meine Geschwister noch leben, wo sie leben oder wie es ihnen geht.

    Der Grund für diese Art der Behandlung lag wahrscheinlich in meiner Kindheit. Ich war vor der Pubertät häufiger und länger krank, konnte nicht so rumtoben wie meine Geschwister, war am Anfang in der Schule mittelmäßig und wurde von meiner Mutter als die-aus-der-nix-wird bezeichnet. Das haben meine Geschwister übernommen.

    Ich habe trotzdem nach dem Abbruch eine Art längerer Trauerphase durchlebt, und bin heute froh, das hinter mir gelassen zu haben. Wut oder Ähnliches über all das empfinde ich nicht mehr, ich erinnere mich heute nur noch an diese Gefühle. Es ist eine Episode in meiner Vergangenheit.

  57. Vor zwei Jahren haben meine Eltern den Kontakt zu mir und meinem Mann abgebrochen, weil sie mit der Frau meines Bruders nicht einverstanden waren und ich es wagte Partei zu ergreifen…
    Keine Chance auf Aussprache, keine Chance auf Erklärung…zuerst dachte man, sie würden sich wieder beruhigen, das Eltern von 3 Kindern, nicht plötzlich zu den 2en mit geregelten Leben keinen Kontakt mehr wollen schien unvorstellbar. Aber es ist als wären wir nie eine Familie gewesen.
    Es ist schwer damit zu leben, aber nicht schwer genug den Stolz beiseite zu schieben und den ersten Schritt zu machen, weil ich nur ein einziges Mal im Leben erwarten kann, dass meine “Eltern” den ersten Schritt machen und sich ihren Fehler eingestehen. Nur ein einziges Mal…aber inzwischen ist so viel passiert: mein Bruder hat geheiratet, wir haben ein Haus gebaut, das Leben ist weiter gegangen und sie haben nichts davon mitbekommen, an nichts davon teilgehabt. Wie kann man plötzlich aufhören seine Kinder zu lieben? Ich wäre die letzte, die die Tür zu machen würden…es ist schwer mit gerade mal 30 Jahren zu wissen, dass diese Tür verschlossen bleiben wird, weil bei meinen Eltern schon immer die anderen Schuld waren. Auch wenn man es die meiste Zeit verdrängt, im Herzen bleibt dieser leere Raum und das Gefühl, dass immer etwas fehlen wird.
    So früh musste ich erwachsen werden, so früh mich um alles selbst bemühen, so früh mit dem Dreck des Lebens klar kommen, so früh ALLEIN…
    Mit allem hat man gelernt zu Recht zu kommen, man hat sein Leben im Griff, etwas aus sich gemacht, beruflich viel erreicht, irgendwie Karriere gemacht, einen tollen Mann, ein wunderschönes Haus, Freunde und im Großen und Ganzen bin ich sehr sehr glücklich mit meinem Leben. Wie kann man als Mutter, als Vater daran nicht teilhaben wollen? Aber was immer man auch tut, stolz waren sie nie auf mich oder haben verpasst es zu zeigen. Aber stolz genug, den anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, das waren sie immer.
    Es tut weh Verlassen zu werden, auf dem Abstellgleis zu stehen und zu wissen wie sehr einen die Traurigkeit für immer quälen wird, wenn es eines Tages dann zu spät sein wird, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen…

  58. Ich bin ein “Abgebrochener” und leide sehr darunter. Die Kurzversion meiner Geschichte geht so: Ich lernte vor 4 Jahren eine Frau aus Russland kennen. Wir hatten in der Folge regelmässig Kontakt und haben uns einige Male getroffen. Bei ihr zuhause in Chelyabinsk und bei mir in der Schweiz und ein paar Mal in den Ferien am Meer. Es gab während dieser 4 Jahre schon einmal eine Periode, in der sie sich nicht mehr meldete und nach ein paar Monaten wieder auftauchte. Sie sagte damals, dass sie jetzt wisse, dass ich der Mensch sei, mit dem sie ihr Leben verbringen wolle. Wir planten dann ihren Umzug in die Schweiz, ich lernte ein wenig russisch und sie deutsch, damit die Verständigung möglichst gut klappte. Alles war eigentlich klar, ich wollte sie besuchen im Mai, um ihr bei dem Papierkram zu helfen. Ich hatte auch schon eine Firma organisiert, die sich auf diverse Dienstleistungen rund um solche “Papier- Beschaffungen spezialisiert hat. Nun gut, etwas 2 Wochen vor meiner Reise schickte sie mir ein E-Mail dass sie kurzfristig nach Tjumen versetzt worden sei und ich nicht kommen soll. Wir müssten das Ganze um ein paar Monate verschieben. Ich hatte natürlich keine Freude daran und sagte ihr, dass ich keine Fernbeziehung wolle, sondern eine Partnerin aus Fleisch und Blut. Ihre Antwort war, dass sie einen 3 Monats- Vertrag in Tjumen habe und nachher in Ruhe die Dokumente sammeln könne und sie mich sehr liebe. Für diesen September haben wir ein Treffen in der Türkei geplant, um noch einmal alles zu besprechen. Alles war soweit in Ordnung, vor drei Wochen telefonierten wir zusammen und sie sagte wie immer, dass sie mich liebt. Sie war auch nicht irgendwie verändert, sondern fröhlich wie immer und sagte mir noch: “Ich schreibe dir morgen”. Das war das letzte Lebenszeichen, das ich von ihr erhalten habe, seither ist buchstäblich Funkstille. Sie gibt keine Antwort auf E-Mails, ich kann sie nicht erreichen per Telefon. (Dieser Abonnent ist zurzeit nicht erreichbar). Ich habe keine Ahnung, was los ist und bin hilflos dazu verdammt zu warten und habe Angst, dass ihr etwas zugestossen ist..

  59. Seit Februar diesen Jahres hatte ich eine Beziehung zu einem Mann (Fernbeziehung, beide verheiratet). Dabei ging es nicht nur um Sex, sondern es entwickelte sich eine Art Seelenverwandtschaft, wir hatten uns zweimal getroffen und ansonsten täglich gemailt. Es war etwas ganz Besonderes zwischen uns. Vor 5 Wochen hatten wir ein gemeinsames Wochenende vereinbart, das er kurzfristig absagte, obwohl wir uns beide wochenlang darauf gefreut hatten. Er schlug mir sofort Alternativen vor, aber ich hatte in einer Antwortmail etwas überreagiert. Daraufhin hat er mir eine Mail geschrieben, dass er die Beziehung, so schön sie auch sei, beenden möchte, da er mir nur schaden würde. Ich solle nicht versuchen ihn umzustimmen. Ein paar Stunden vorher hat er mir noch geschrieben , wie sehr er mich liebt. Ich habe mich für meine übertriebene Mail entschuldigt und nach zwei Tagen meldete er sich, ob ich ihm verzeihen könnte, er hätte eine Stresssituation gehabt und ihm wäre die Sicherung durchgeknallt. Ja, natürlich konnte ich ihm verzeihen. Alles schien wieder perfekt, wir verabredeten uns ein Wochenende später und er schlug eine Kurzreise vor, die wir uns nach dem ganzen Hin und her verdient hätten. Er mailte mir, dass er die Buchung plant, schrieb Liebesworte, dass er sich so sehr freue; 24 Stunden später schrieb er mir wieder eine Mail, dass er die Beziehung definitiv abbrechen möchte. Ich solle ihn nicht anrufen. Wenn ich ihn liebe, würde ich es respektieren. Die Entscheidung wäre ihm sehr schwer gefallen.
    Ich habe ihm daraufhin geschrieben, dass er mir doch wenigstens eine Erklärung geben soll. Nach 4 Tagen hat er mir dann geschrieben, dass seine Gefühle für mich sehr stark seien, aber dass er nicht zweigleisig fahren bzw. nicht im Spagat leben könne (am Anfang unserer Beziehung hat er mir jedoch glaubhaft erklärt, dass er und seine Frau schon immer eine offene Ehe gehabt hätten und jeder hin und wieder eine außereheliche Beziehung hätte). Er hat diese Abschlussmail noch mit “In Liebe” unterschrieben, und das war’s. Seitdem Kontaktabbruch. Er antwortet auf keine Mails von mir, auf keine Fragen.
    Das Schlimme ist, dass er nicht nur ein Sexpartner war, sondern dass ich ihn auch sonst als Freund ins Herz geschlossen habe und mir der Austausch fehlt.
    Ich wüsste so gerne, was in diesen 24 Std. vorgefallen war, in denen er so rigoros seine Meinung geändert hat. Ich habe so viele nicht beantwortete Fragen, es zermürbt mich. Warum konnte er mich nicht anrufen und mir sagen, dass er Bedenken hat oder mir mitteilen, was in ihm vorgeht? Wir hätten doch vielleicht eine andere Basis finden können, die ihn nicht mehr belastet.
    Vielleicht denken jetzt einige, der wollte nur mal……, aber das ist nicht so. Da war viel Gefühl mit im Spiel. Vielleicht ist das auch der springende Punkt: zu viel Gefühl, vielleicht wurde langsam Liebe daraus und er urplötzlich Gefahr für seine Ehe? Auf jeden Fall hat er den Kontakt komplett abgebrochen. Auf eine sehr verzweifelte SMS von mir hat er sich noch einmal telefonisch gemeldet und mir gesagt, dass ihn jede Mail so aufwühlen würde, dass alles noch so frisch sei, er hätte mir doch gesagt, dass er nicht im Spagat leben könne, aber mehr habe ich nicht rausbekommen.
    Ich möchte so gerne wissen, was genau passiert ist, da ich sonst kaum abschließen kann. Selbstverständlich möchte ich keine Beziehung erzwingen, wäre absoluter Schwachsinn, aber darum geht es nicht. Es ist die Frage, warum er die Beziehung beendet hat und warum für ihn keine Alternativlösung möglich war. Ich bin ständig am Grübeln und für mich ist es, als wäre jemand gestorben, fühle mich total leer.
    Liebe Grüße

  60. Kontaktabbruch ist wie ZDF 37 ° sagte “schleichender Mord” Ich muß das leider bestätigen.Meine Frau ist weg und beide Kinder, ich weis nicht warum und das quält. Seit Jahren habe ich eine 70 h Woche und jetzt alles verloren was mir etwas bedeutet hat. Nach einem burn out vor einem Jahr, den ich selber und auch meine Umgebung nicht erkannt habe hieß es nur: “Du hast zu wenig im Haushalt geholfen”, und das obwohl ich 50 % behindert war. Jetzt flüchte ich mich in jeden Auftrag den ich erhalten kann, fahre 80.000 km Jahr/a und erwische mich regelmäßig wie ich nachdenke bei 200 km/h das Lenkrad zu verreissen ohne anderen zu schaden. Ich habe nichts mehr was mir für lebenswert erscheit. Meine Anfrage an mein noch Frau ob der Kontaktabbruch bedeutet das ich nicht mehr existiere und das wörtlich nehmen soll wurde erwartungsgemäß auch nicht beantwortet.

  61. Ich bin eine Verlasserin. Ich habe meine “beste Freundin” verlassen. Wie kam es? Auch hier ging kein Sreit oder offener Konflikt voraus. Vermutlich dachte sie, es ist alles in Ordnung und ich war wohl zu feige und auch zu bequem um die offene Auseinandersetzung zu suchen. Wenn ich so zurückschaue in meine eigene Familie dann sehe ich, dass die Herkunft dieses Verhaltens eigentlich offensichtlich ist. In unserer Familie wurde nicht ausdiskutiert sondern weg geschaut und “man” stritt nicht.
    Im Grunde war und ist mir bewusst, dass das nicht gut ist und oft kann ich auch, dank einer Therapie die ich gemacht habe, sehr offen und klar kommunizieren. Manchmal stecke ich aber auch in alten Mustern fest, besonders dann, wenn ich aus unterschiedlichen Gründen mit dem Rücken zur Wand stehe.
    Zu der Zeit war das grade so und ich fühlte mich neben dieser Enge auch noch von der Freundin bedrängt, die, obwohl ich mehrfach klar gesagt habe, dass es mir momentan einfach zu viel ist, dauernd geradezu bettelte, dass ich sie doch trotz beruflichem Megastress öfter besuche. Ich fühlte mich einfach nicht verstanden und ernst genommen. Über mir schlugen die Wellen zusammen und sie quengelte. Ja, “man” hätte damit souveräner umgehen können, nur “man” war in dem Fall nicht ich.
    Dazu kam dass mir klar wurde, dass “beste Freundinnen” im Grunde Selbstbetrug war. Und zwar weil es von der Zuneigung her relativ einseitig war. Sie “liebte ” mich nämlich deutlich mehr als umgekehrt. Auch das wurde mir irgendwann einfach zu viel. Ich hätte das kommunizieren müssen. Nur wie? Du, ich liebe dich nicht so wie du mich? Das geht in einer romantischen Beziehung, aber hier?? Ich fühlte mich zunehmend überfordert.
    Vermutlich hätte ich nicht abgebrochen, wenn meine Gefühle für sie stärker gewesen werden. Ich habe einen sehr guten Freund, mit dem ich mich nun seit über 20 Jahren immer wieder zusammenraufe…. Weil er mir eben wirklich sehr wichtig ist.
    Also, manchmal kann ich es schon Kontakte trotz Widrigkeiten zu halten…
    Und manchmal leider nicht.
    Um derentwillen, die ich WIRKLICH liebe, arbeite ich weiter daran.

    1. Hallo Verlasserin,

      ein paar Worte zu deiner Freundin. Auch wenn sie dich genervt hat, lass ihr doch mal eine Nachricht zukommen in der du dich kurz erklärst. Das ist für sie sicher am Besten und für dich auch. Sie hat dir ja nicht absichtlich etwas getan wie es bei mir der Fall war.

      Ich bin auch ein Abbrecher. Ich habe nach einem Streit an Weihnachten vor ein paar Jahren den Kontakt zu meiner Familie abgebrochen, Schwester, Bruder, Nichten, Neffen, alles was dazugehört und habe auch kein Interesse mehr den jemals wieder aufzubauen. Bis zu meinen Eltern bei denen ich mich melde weils mir zu leid tun würde. Ich habe aber auch kein Problem meinen Vater in den Streit hineinzuziehen.

      Die restliche Familie war schon immer kaputt. Familientreffen bestanden und bestehen alleine daraus, mit seinem Hab und Gut anzugeben und über Personen zu lästern die idealerweise nicht dabei sind. Ehrliches gegenseitiges Interesse ist dort Fehl am Platz. Und trotzdem tun alle so, als wäre alles in Ordnung. Das ist verlogen und heuchlerisch. Und dann noch frech werden. Das brauche ich nicht und das mache ich nicht mit. So ein oberflächliches Pack kann mir gestohlen bleiben. “Krieg” und “Revolution” sind zwei Begriffe im Artikel die sehr gut passen. Den Ersten habe ich bereits selber verwendet. “Wenn sie Krieg wollen, sollen sie ihren Krieg haben!” Die sollen zum Teufel fahren allesamt.

    2. Hallo Verlasserin,

      ich würde nicht so handeln wie du. Was gibt es denn im Leben schöneres als Menschen, die hinter einem stehen bzw. für einen da sind – egal was ist. Diese Menschen sollte man jeden Tag zu schätzen wissen und sie nicht mit Füßen treten. Denn es wird eine Zeit kommen in der du deine Tat bereust. Nämlich genau dann, wenn du feststellst wie verlogen doch all die anderen sein können. Und dann bist du froh zu wissen dass da jemand ist, dem du vertrauen kann und der immer hinter dir steht. Es gibt immer Zeiten im Leben in denen man über allen Dingen steht und dann wiederum Zeiten in denen dies genau umgekehrt ist. Für diese Zeiten wünsche ich dir die Kraft auch alleine klar zu kommen. Denn mit deinem Verhalten wirst du alleine sein – früher oder später – es wird passieren.

  62. Nachtrag:
    Eine Freundschaft zu beenden ist ohnehin mit Gesichtsverlust für den abgelehnten Teil verbunden, dass man alles tun sollte – um den so gering wie möglich zu halten.

    in diesem Sinne

    Kristin

  63. finde den Artikel sehr interessant, und vieles lässt sich auch erklären warum so mancher Kontackt zu uns nahestehenden Menschen aus dem Nichts erlischt.
    Zumal es in meinem persönlichen Kreis ebenfalls zu einem Abbruch kam. Indem ich – ich drücke es vorsichtig aus, eine Freundschaft auslaufen lies.
    Freundschaften kündigt man nicht. Es gibt doch hierfür keinen Vertrag mit Rechten & Pflichten. Keine verbindlichen Regelungen. Auch keinen Mitgliedsbeitrag – noch eine Kündigungsfrist die einzuhalten wäre,wenn es darauf ankommt.
    Es geht alleine darum, dass uns jemand wichtig ist wie sehr man ihn mag und gerne hat. Jemanden mit dem man ein “pläuschen” hält über Gott und die Welt diskutiert, oder mit ihm die Langeweile totschlägt.

    Im Mittelpunkt steht dabei ein Mensch den wir gut kennen, dessen Einstellungen, Erwartungen & Zuverlässigkeit wir schätzen. Der uns Vertrauenswürdig erscheint, eben einen auf den man sich verlassen kann.
    Welchen Grund sollte es also haben soeine Bindung/Freundschaft auslaufen zu lassen ?
    Warum möchte ich diesen Menschen als Freund nicht mehr haben ?
    Vl. wird mit dem “Begriff” Freund zu leichtfertig umgegangen.
    Ich stelle immerwieder fest wie Oberflächlich so mancher Mensch mit Freundschaften umgeht. Ist es denn schon eine Freundschaft, wenn man etwas Smalltalk betreibt, vl auch mal ein Wochenende in einer Gruppe mit änlichen Interessen in einer Zweckgemeindschaft verbringt ?
    Ist es denn schon eine Freundschaft, wenn man miteinander in einer Community oder einem anderen Social Network schreibt ?
    Für einige scheint “das” auszureichen um den Begriff Freundschaft zu wählen.
    Für mich fällt das unter den Oberbegriff “Bekanntschaft” die natürlich mal mehr und weniger intensiv sein kann.
    Wer natürlich so oberflächlich mit dem Wort Freundschaft umgeht, wird voller Stolz auf einen großen Freundeskreis blicken und sich darin Sonnen, daß er so beliebt ist. Jedem eben das seine.
    Für mich lege ich dann doch andere Maßstäbe fest. Weniger ist für mich mehr.
    Bekannte, gute u. weniger gute, welche mit denen man seltener Kontackt hat sind noch lange keine Freunde. Je mehr gute Bekannte als Freunde bezeichnet werden, umso schneller kommt man in eine Situation sich entscheiden zu müssen, ob all diese Freundschaften so gepflegt werden können, um jeden einzelnen gerecht zu werden – und zwar ohne dass ich jemanden kränke und mit meiner Abwesenheit glänze. Dieser Gefahr läuft man aber, und daran scheitern dann leider viele enge Bindungen zu den Personen die man irgendwann in seinem Leben als “Freund” liebgewonnen hat.
    Mein Freundeskreis beschränkt sich derzeit auf einer einzigen Person, die meines Partners & Freund. Zu allen anderen habe ich mich distanziert. Weil mir die Kommunikation zu diesen Menschen schwer aufrecht zu erhalten war. Es geht heutzutage nichtmehr um wahre Freundschaften ! Um ein nettes Gespräch – oder ein persönliches Zusammensein. Heute findet alles in Sozialen Netzwerken statt. Prestige und oberflächlichkeit regieren die Menschen .
    Selbstverliebt und Mitteilungsbedürftig stellen deine Freunde ihr Profil ins Netz. Um immer aktuell am Leben deiner Freunde teilhaben zu lassen. Im Grunde will niemand mehr jemanden persönlich ansprechen, Telefonieren, Briefe schreiben oder Besuche abstatten. Nicht zu guter letzt (Deine vermeintlichen Freunde) die Dich als ehrlichen, aufrichtigen & zuverlässigen Menschen einmal kennengerlernt und geschätzt haben.

    Freundschaft und Bindung beruht auf Zuneigung und gegenseitiger Wertschätzung.
    Eine Freundschaft wird geschlossen – geht sie einem Ende zu, so erkaltet sie.
    Im übertragenem Sinne bezeichnet “Freundschaft” ein gutes & oft vertraglich geregeltes politisches Verhältnis zwischen Völker & Nationen.

    Mit lieben Gruß
    Kristin

  64. Bei mir ist die Konstellation ein bisschen anders:
    ich bin der Abbrecher, aber dies als Reaktion auf ständiges Ignorieren und Sich-nicht-Melden etc.

    Vor 2 Jahren habe ich meine Kusine auf einer Familienfeier wiedergetroffen, sie hatte vor 20 Jahren mit der gesamten Familie den Kontakt abgebrochen.
    Warum genau, das habe ich nie herausgefunden. Warum auch mir gegenüber, ist mir nicht klar geworden, da wir uns als Kinder immer sehr gut verstanden hatten und uns gern mochten.
    Jedenfalls freuten wir uns sehr über das Wiedersehen und hatten auch zunächst viel Kontakt.
    Das Thema des einsitgen Abbruchs wurde nur kurz mal gestreift, und ich hatte ja auch nicht viel getan, dass der Kontakt weiterbestand, ich hatte damals nicht nachgefragt oder nachgehakt und die Beziehung so auch mit einschlafen lassen.

    Vor etwa einem Jahr , also ein Jahr nach dem “Wiederauferstehen” des Kontakts, fing meine Kusine dann damit an, auf Anrufe und sms oftmals nicht zu reagieren, vereinbarte Treffen kurzfrsitig (oder gar nicht) abzusagen.
    Ich habe ihr gesagt, das s mich das verunsichert und ich auch Angst habe, dass sie plötzlich wieder aus meinem Leben verschwindet.
    Das hat sie abgetan, das würde nie wieder passieren, da ich ihr ja so wichtig sei usw usf.

    Nun ist es seit einigen Wochen wieder so, dass sie nicht zurückruft, dass sie so gut wie nie auf meine Anrufe, SMS, Mails reagiert.
    Wieder wurde ein Treffen ignoriert, das an sich fest vereinbart war, wieder stehe ich nun wie der Ochs vorm Berge.
    Ich zermartere mir mein Hirn, warum sie sich so verhält, was ich ihr getan habe.
    Unser letzter richtiger Kontakt war ein Telefonat vor Wochen (sie hatte Stress im Job, wir hatten lange gesprochen, am nächsten Morgen bekam ich noch eine SMS von ihr, wie froh sie sei, mich zu haben…)
    Danach wurde ich dann wieder mehr oder weniger ignoriert.
    Ich habe sie erneut gefragt, warum sie sich nie melde, die Antwort war: keine Zeit, sie würde das aber ändern.
    Das hat sie nicht getan.
    Dafür habe ich ihr nun vor einigen Tagen – nach langem Überlegen – geschrieben, dass ich das nicht mehr mitmache und ich mich nun nicht mehr melden werde.
    Die Reaktion: Schweigen.

    Der “Fall” liegt sicher insoweit anders, als dass wir ja schon in gewissem Sinne kommuniziert haben, es also nicht tatsächlich nur Schweigen und Funkstille gab.
    Ähnlich ist aber, dass ich vor einem Riesenfragezeichen stehe.

    Ich habe die Vermutung, dass es sich bei ihr einfach um einen unsteten und unzuverlässigen Menschen handelt. Als 100´%ig zuverlässig habe ich sie sowieso nie eingeschätzt und auch nicht erlebt.
    Sie redet und plant viel, angefangen von Einladungen, gemeinsamen Urlauben bis zu Kleinigkeiten, umgesetzt wird dann das Meiste leider nicht.

    Und leider habe ich immer geahnt, dass die wiedererwachte schöne, verwandtschafltiche Beziehung nicht von Dauer sein wird.
    Wahrscheinlich gehört sie zu den Menschen, die schnell andere leid werden und schnell neue Leute um sich haben.
    Da fällt man dann hinten runter.
    Ein bisschen hoffe ich natürlich noch, dass sie sich meldet und alles anders wird.
    Indes – mir fehlt der Glaube.
    Sie wird sich nicht melden, und das ist auch sicher besser so.
    Denn in das Verhaltensmuster des Ignorierens und des Versetzens wird sie sicher immer wieder fallen.
    und mich damit verunsichern, verärgern und verletzen.
    Da dann lieber ein klarer Schnitt.
    Bin nur mal gespannt, ob sie Kontakt zu meinen Eltern hält, die sie ja angeblich so lieb hat….

  65. Hallo!
    Ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen, da auch ich eine “Verlassene” bin. Nach 14 Jahren Freundschaft wurde vor 7 Monaten plötzlich der Kontakt abgebrochen – für mich völlig aus dem Nichts heraus. Es wird sicher Gründe geben, aber ich käme vermutlich besser mit der Situation zurecht, wenn ich zumindest wüsste, was zu dem Abbruch geführt hat. Es ging kein Streit, keine Meinungsverschiedenheit voraus; aus meiner Sicht war alles wie immer. Ich versuche seitdem regelmäßig, Kontakt aufzunehmen, aber weder Telefon, noch Email, sms, Brief waren erfolgreich – es kommt keine Reaktion. Für mich ist das ganz furchtbar, zumal meine Kinder auch darunter leiden – mein 4jähriger versteht nicht, warum seine Patentante sich nicht mehr meldet . Ich wäre dankbar, wenn zumindest eine Erklärung (meinetwegen per sms) käme, oder ein kurzes “Ich brauche etwas Zeit, mlede mich irgendwann” oder so – aber so gar nichts, das finde ich grausam :-(

  66. In einem Moment des starken Schmerzen habe ich Funkstille gegoogelt und bin auf diese Seite gestoßen. Ich (Weiblich,30) hatte 8 Jahre intensivsten Kontakt mit einem damailigen Studienfreund. Er war ein wahrer Seelenfreund für mich. Mein Heimat, glaubte ich. Wir haben uns geliebt, hatten aber niemals eine Beziehung. Vor ca. 1 Jahr hat sich – auf Grund der räumlichen und beruflicen Distanz zwischen uns – begonnen langsam begonnen etwas zwischen uns zu verändern. Er hat meine Befürchtungen in den Wind geschlagen. Am 26. Januar diesen Jahres hat er mir bei einem Besuch bei ihm, auf den ich mich so sehr gefreut hatte, mitgeteilt er hätte mir “nicht immer die wahrheit gesagt” Heraus kam ein großes hässliches Lügengeflecht, noch schlimmer als die vor der mich meine Intuition gewarnt hatte. Wir hatten in dieser Nacht noch Sex, leer und von meiner Seite aus purer Hilflosigkeit, aus Angst ihn zu verlieren. Als ich fuhr meinte er “Bitte bleib”, zwei Stunden später meinte er er wolle endlich frei sein. Seit dem hatten wir keinen Kontakt, kein Anruf, keine Mail, nichts. Ich frage mich wer der Abbrecher ist, ob es Funkstille oder schlicht “der Lauf der Dinge” ist. Fakt ist: es schmerzt, minütlich. Fühl mich so irritiert. Zum einen diese tiefe Verletzung, dann diese plötzliche Veränderung und die Frage “Warum”? Ich wünsche mir, dass es aufhört so weh zu tun. Liebe Grüße

  67. Bei mir stösst sowohl die Handlung des Abbrechens als auch die Hilflosigkeit des “Abbrechen ertragens” auf grosses Unverständnis. Ich kann (und will) es mir eigentlich nicht vorstellen so etwas erleben zu müssen.
    Gerade bei engen und lebenslangen Beziehungen (zb direkte Verwandschaft), frage ich mich wie so etwas überhaupt passieren kann. Ein totaler Kontaktabbruch ist ja allein schon durch das gemeinsame soziale Umfeld kaum durchführbar.
    Im Grunde kann so etwas nur dann passieren wenn es ein solches soziales Umfeld garnicht gibt, oder aus sonst einem Grund nicht richtig funktioniert. Ein anderer Aspekt ist die mangelnde Zivilcourage in unserer Gesellschaft. Leute bei denen so etwas in der Bekanntschaft passiert sollten schleunigst zur Hilfe eilen und vermitteln. Bei zerbrochenen Partnerschaften habe ich es allerdings schon öfter beobachtet dass “gemeinsame” Bekannte und Freunde sich dann von beiden Partnern abwenden…

    1. Zapfenstreicher, ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie das niemals erleben müssen. Ihren Einwand, da sollten sich andere einmischen und vermitteln, ist meines Erachtens nicht richtig. Gerade dieses Einmischen könnte evtl. noch mehr zerstören, denn viele Köche verderben häufig den Brei. Scherben, die mühsam zusammengeklebt werden, halten auf die Dauer dann doch nicht. Nur wer das alles durchmachen musste, kann nachvollziehen, dass es dann vielleicht besser ist, den Kontakt abzubrechen. Ich selbst habe meinen inneren Frieden gefunden, bin ohne Hass und Wut, nehme es so hin, wie es ist. Meine Gesundheit hat sich sogar durch den Kontaktabbruch im Laufe der Zeit stabilisiert, ich warte nicht mehr auf ein Wunder, das ohnehin nicht kommen wird. Auf meinen Tod bin ich vorbereitet, habe alles so veranlasst, dass niemand damit belästigt wird. Alles schriftlich vereinbart, denn in meinem Alter ist dies dringend notwendig. Die Zeit, die mir noch bleibt, möchte ich gerne mit Menschen verbringen, die mich nicht als Geldautomaten benutzen und sich sonst nicht um mich und mein Wohlergehen kümmern.

    2. Lieber Zapfenstreicher!

      Auch innerhalb der Familie ist ein Abbruch möglich! Meine Schwester brach vor knapp einem Jahr den Kontakt zu mir ab. Es gab im Vorfeld ein ziemliches Missverständnis zw. uns beiden und unseren Männern, wegen einer im Grunde Lapalie, die wir versucht hätte gleich zu bereden. Meine Schwester und ich waren immer ein Herz und eine Seele (zumindest dachte ich das), haben den gleichen Humor, konnten herumblödeln, gemeinsam weinen, lachen und uns austauschen – sie war und ist mir sehr wichtig. Unsere Eltern – schon etwas betagt – leiden sehr unter ihrem Verhalten, es gibt keine gemeinsamen Familienfeiern mehr und ihre (und auch die ihres Partners) beharrliche Weigerung sich mal zusammen zu setzten und ohne Schuldzuweisungen miteinander ins Gespräch zu kommen, geht soweit, dass auch unser gemeinsamer Freundeskreis darunter leidet und niemand weiß weshalb sie so reagiert. Man kann nur vermuten was los ist und weshalb sie nicht fähig ist (oder kein Interesse hat?) zu kommunizieren. Ich wäre um ein paar Zeilen sehr dankbar. Dann könnte ich zumindest abschließen oder was auch immer…..Alle Betroffenen bewegen sich nur im Bereich der Vermutungen….Manchmal kommt mir ihr Verhalten so vor, als ob sie mich bestrafen will, eine Art Machtdemonstration. Trotz des gemeinsamen sozialen Umfeldes ist ein Kontaktabbruch eines Familienmitglieds möglich, wenn auch für ALLE sehr schmerzhaft und unverständlich! Für meinen Teil hat ihr Verhalten auch viel Egoistisches! Ich habe es aufgegeben, sie anzurufen, ihr Mails zu schreiben oder sie zu einem gem. Gespräch zu bitten. Es kam nichts zurück. Gemeinsame Freunde und Freundinnen hatten lange versucht zu vermitteln – ohne Erfolg. Nun teilt man sich im Freundeskreis auf: einmal Kontakt mit meinem Partner und mir und dann nur Kontakt zu ihr und ihrem Partner.
      Abschließen kann man nie, ich merke nur, dass es mit der Zeit leichter wird und gleichzeitig komme ich zu der Erkenntnis, dass es – auch nach einer Aussprache – nie mehr so sein wird wie früher.

      Was mich sehr hilflos macht und mir echt weh tut ist, dass unsere Eltern auch nicht auf meine Schwester einwirken können und sie und meine Tochter unter dem nicht mehr vorhandenen GEMEINSAMEN Familienleben (gem. Feiern, Weihnachten, Feiertage, Geburtstagsfeiern,…) sehr, sehr leiden.

      Liebe Grüße

  68. Hallo zusammen

    ich habe Tina Soliman vorhin in “Volle Kanne” gesehen und möchte aus meiner persönlichen Sicht sagen, dass ich die Sichtweise: “Wer den Kontakt abbricht, ist der Schwache, der sich nicht anders zu helfen weiß, weil er es nicht geschafft hat, mit dem / den anderen zu kommunizieren” für sehr verkürzt und einseitig halte. Es gibt Geschichten, da ist der Kontaktabbruch die logische Folge, weil es entweder nichts mehr zu sagen gibt oder weil Kommunikation leider nicht zu einer Veränderung der Situtation beiträgt. Manche Konstellationen, insbesondere in der Familie, lassen sich nicht aufbrechen und verändern.

    Als Kontaktabbrecherin hatte ich meine Gründe per Brief dargelegt und habe darauf nicht einmal eine Antwort, eine Reaktion erhalten. Wer ist hier also schwach?
    Ich selbst hatte keine Antwort gebraucht. Dennoch ist es bemerkenswert, dass sich die sogenannten “Verlassenen” in meinem Fall weder dagegen gewehrt haben, noch etwas dazu zu sagen hatten. Man könnte auch sagen: “wer schweigt, stimmt zu”.

    Und zum Thema “Selbstschutz” möchte ich sagen, dass es kein Zeichen von Schwäche sein muss, sondern ein Zeichen von Stärke und von “Sich-um-sich-selbst-kümmern” sein kann, wenn man die Konsequenz eines Abbruches zieht, anstatt sich weiterhin verletzten zu lassen. Bei mir hat es über 30 Jahre gedauert, bis ich die Kraft fand, mich von meiner Familie loszusagen – und, auch wenn manche Leute das nicht glauben wollen, seitdem geht es mir erheblich besser.
    Natürlich würde es mir noch um vieles besser gehen, wenn ich in eine Familie hineingeboren worden wäre, die mich vorbehaltlos angenommen hätte. Aber dies war nicht der Fall – und das läßt sich leider auch durch Kommunikation nicht ändern. Ich bin und bleibe für meine Familie das “ungewollte Kind”, das eigentlich nicht existieren sollte.
    Für mich selbst habe ich mir meine Existinzberechtigung hart – auch mit Therapien – erarbeitet. Ich nehme mich an und stelle meine Existenz nicht mehr in Frage. Warum sollte ich mich dem Kontakt mit Menschen aussetzen, die hinter meine Existenz insgeheim immer ein Fragezeichen setzen? Da umgebe ich mich doch lieber und richtiger mit Menschen, die mich vorbehaltlos annehmen – so z.B. mein Mann und meine Freunde – die sich freuen, dass es mich gibt und Zeit mit mir verbringen wollen?

    Zum Hintergrund möchte ich sagen:
    Meine Mutter wurde ungewollt schwanger – nicht durch Vergewaltigung (ich erwähne dies nur, weil es für manche Menschen eine Art Rechtfertigung dafür darstellt, ein Kind abzulehnen). Und es war uns in über 40 Jahren nicht möglich, zueinander zu finden. Sie sagte mal, diese Jahre damals – also als ich gezeugt wurde – existieren nicht mehr für sie. Als ich ihr darauf folgerichtig die Frage stellte: “Dann existiere ich also auch nicht?” bekam ich gar keine Anwort. Und genau so hat sie mich immer behandelt – als nicht existent.
    Ich habe erkannt, dass ich nicht die Macht habe, meine Mutter dazu zu bringen, mich zu lieben – und was wäre das auch für eine Liebe, die man erzwingen muss? Irgendwann habe ich losgelassen, akzeptiert, dass ich diese Macht nicht habe – nicht mit Worten und nicht mit Taten. Und das war eine Befreiung!!!

    Ja, man ist manchmal nicht in der Lage, etwas zu ändern – das mögen mache als Schwäche auslegen. Ich finde, wenn man erkennt, dass man etwas nicht ändern kann und dies auch so annimmt, dann ist das in Wirklichkeit Stärke!!

    Wichtig ist mir in diesem Zusammenhang folgendes Zitat:
    „Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen.“

    Liebe Grüße an alle Betroffenen

    Diana

    1. Ich kann Diana nur zustimmen. Auch was das Thema Selbstschutz angeht.
      Und dies gilt auch für die vielen anderen Kommentare seitens derjenigen, die den Kontakt aus für sie triftigen Gründen beendet haben.

      Nochmals zum Thema Selbstschutz: Ich bin der unumstößlichen Meinung, Selbstschutz ist die absolute Privatsache eines jeden Menschen, der sich vor dem schädlichen Verhalten anderer schützen möchte.

      Letztendlich ist es doch jedermans/jederfraus ganz persönliche Entscheidung, mit wem er/sie Kontakt haben möchte und mit wem nicht. Und dies auch und gerade dann, wenn es sich um Familienmitglieder handelt. So abgedroschen es auch klingen mag, Freunde und Bekannte kann sich jede(r) selbst auswählen, die Familie leider nicht.
      Und für mich stellt meine Herkunftsfamilie so etwas wie ein Zwangskorsett dar, in dem keinerlei Raum für Selbstbestimmung, persönliche Freiheit, freie Entfaltung der Persönlichkeit und Privatsphäre vorhanden ist. Dies wurde nicht gedultet. Da nützte auch alles Kommunizieren nichts mehr. Dieses verbal (durch heftiges Beschimpfen und Bedrohen) und mimisch geäußerte Nichtdulden führte bei mir zu Reaktanz, und bin ich gegangen. Denn für mich sind meine Selbstbestimmung, persönliche Freiheit, freie Entfaltung meiner Persönlichkeit, meine Privatsphäre sowie mein autarkes Denken und Handeln hohe, unantastbare Güter. Diese hohen, unantastbaren Güter gestehe ich auch anderen Menschen grundsätzlich zu.

      Mir geht es so wie Diana. Auch ich fühle mich nach dem Beenden des Kontaktes besser. Ganz ehrlich? Ich bin mit der Zeit richtig aufgeblüht. Seitdem hat mein Leben eine erstklassige Qualität bekommen. Ich bin nur noch von Menschen umgeben, die mich als eigenständigen Menschen ansehen und nicht als eine Art Verlängerung ihrer selbst oder als ihr Eigentum, wie dies in meiner Herkunftsfamilie der Fall ist. Endlich kann ich ganz entspannt sagen, dass ich zu diesem oder jenem keine Lust oder keine Zeit habe, ohne dass mir dies übel genommen oder dass versucht wird, mich in autoritärem Tonfall zu bestimmten Handlungen oder zur Teilnahme an bestimmten Feiern zu nötigen. Und das Schöne ist, keiner dieser Menschen verlangt von mir eine Erklärung, warum ich zu diesem oder jenen keine Lust oder Zeit habe.

      Mittlerweile habe ich mich frei gemacht von sämtlichen eingeimpften Konditionierungen und Glaubenssätzen, von Manipulationen und Meinungsmache jeder Art sowie von angeblichen gesellschaftlichen Normen.
      Ich lasse mich von nichts und niemandem verbiegen. Stattdessen ziehe ich es vor, autark zu denken und zu handeln.

      Bevor ich Menschen in mein Leben lasse – und ob überhaupt -, schaue ich mir diese vorher sehr genau an. Denn ich muss nicht jeder und jedem in meinem Leben Raum geben, auch Familienangehörigen nicht.

      Nein, niemand muss sich zum Kontakt zu Menschen nötigen lassen, wenn ihm diese Menschen aufgrund ihres Verhaltens nicht zusagen.

      1. Liebe Diana

        danke für Dein Votum, mir geht es wie Dir. Ich bin auch ein ungewolltes Kind! Als Jugendliche und junge Frau ging es mir sehr schlecht, ich hatte Depressionen und kämpfte um mein Leben. Heute, 20 Jahre später, habe ich einen schönen Beruf, bin glücklich verheiratet und Mutter einer kleinen, sehr goldigen Tochter. Es geht mir endlich gut! Ich habe Freude am Leben, mit all seinen Hochs und Tiefs. Dafür musste ich jedoch jahrelang an mir arbeiten. Vor 2 Monaten ist es nun zum Bruch mit meinen Eltern und der jüngeren Schwester gekommen. (Die mittlere Schwester und ich verstehen uns zum Glück relativ gut, wir kommen jedenfalls trotz Unterschiedlichkeiten miteinander klar und respektieren uns. Auch sie hat seit Jahren kaum noch Kontakt zu den Eltern…) Der aktuelle Bruch hat sich schon seit Jahrzehnten abgezeichnet und war keinesfalls plötzlich, auch wenn das vermutlich aus ihrer Sicht so dargestellt wird. Obwohl ich unzählige Male versucht habe, via Gespräch mit den Eltern, bzw. mit der Mutter die sich immer höher türmenden Probleme an zu sprechen (mein Vater ist kommunikativ ausgesprochen schwierig, ein “Polteri” und überzeugter Patriarch alter Schule), hat es für mich letztendlich wirklich keinen anderen gangbaren Weg mehr gegeben als den des Bruchs. Die Kommunikationsversuche meinerseits sind alle gescheitert. Ich bin immer auf taube, geschlossene Ohren gestossen. Anders als sie bin ich in meinem Leben zur Überzeugung gelangt, dass Beziehungsprobleme ohne gegenseitiges Zuhören und Verstehen-wollen nicht lösbar sind. Konflikte lösen sich tatsächlich nicht auf durch Schweigen! Aber was soll ich tun wenn ich seit Jahren an eine Schweigemauer renne? …aufhören damit, eine andere Richtung einschlagen, auch wenn diese von ihnen weg führt. (Waren sie denn jemals da?) Da ist doch die Frage berechtigt: wer hat hier genau wen verlassen? Es tut irrsinnig weh, es ist so traurig die eigenen Eltern zu verlieren… aber es fühlt sich auch an wie eine tiefgreifende Erleichterung. Ich habe endlich aufgehört, die Liebe meiner Eltern zu suchen. Ich habe den Mut und die Kraft gefunden, so zu sein wie ich bin, auch wenn sie mich so nicht mögen! Kein Wunder, war mein Lieblingsmärchen als Kind “Das hässliche Entlein”. Ich kann das Märchen allen Ausgestossenen/Unerwünschten/Unpässlichen nur empfehlen. Nach vorne schauen, sich seine eigene (geistige, emotionale, seelische) Familie suchen und finden! Das Leben ist zu kurz um es mit immer den gleichen Verletzungen zu beschweren… Die wirken nämlich wie Hiebe in die immer gleiche Wunde. Um die Wunde heilen zu können, braucht sie Ruhe. Und das ist genau, was ich nun brauche. Ruhe, Selbstbesinnung, Selbstbestimmung, Raum für Neues. Dabei hilft mir meine eigene Familie, Yoga, Musik machen, Arbeiten, Lektüre, Garten, Natur.

        Zum Interview: Einiges finde ich sehr interessant, zum Beispiel, was Funkstille ursprünglich bedeutet… Sehr sinnbildlich!
        Auf dem Hintergrund meiner Biographie ist es aber ein weiteres Mal verletzend zu lesen, dass ich als “Abbrecherin” krank bin, meine Eltern jedoch die Opfer “meiner” narzisstischen Störung. Denn: meine Eltern haben mir schon als Kind versucht ein zu reden, dass ich nicht ganz richtig bin im Kopf, dass ich mental krank sei… etc. Ich meine, sind denn Eltern, welche ihre Kinder psychisch und/oder physisch demütigen und zerquetschen gesund? Ich frage mich schon, werden da nicht etwas die Verantwortlichkeiten vertauscht?

        Mit ganz herzlichen Grüssen
        das hässliche Entlein auf dem Weg zum Schwan ;)

        1. Hallo Schwan (ist es schon so weit ?)

          danke für Deinen langen und ausführlichen Kommentar hier. Ich finde mich sehr darin wieder. Erlebe gerade dasselbe und habe auch in dem Interview oben gemerkt, wie traurig ich war, dass ICH wohl dann diejenige bin, die nicht richtig ticke (obwohl ich zugeben muß, dass ich wirklich sehr sensibel bin). Dabei habe ich immer auf die Befindlichkeiten meiner Mutter und gr. Schwester Rücksicht genommen und vieles geschluckt um einfach meine Ruhe zu haben. Doch nun war das Maß voll !

          Meine Mutter hat uns von jeher psychisch mit Freuden gequält und streitet für ihr Leben gern. Leider war sie im Versorgen die perfekte Mutter, aber nicht mit dem Herzen, was einem dann bei Vorwürfen immer lauwarm serviert wird. Ich hielt es nach über 40 Jahren Verletzungen nicht mehr aus und wollte nur eine Auszeit und meine Mutter hat den Kontakt eiskalt beendet, obwohl ich nur wollte, dass sie mich nicht mehr stichelt. Das verletzte mich nämlich immer sehr ! Sie verträgt ja auch nichts und ich hoffte drauf, dass Sie (als Mutter) doch aufhören müsste und nicht noch nachtreten, wenn ihr Kind am Boden liegt. Aber das war ein Irrtum ! Gespräche die wir führten, stritt sie als nicht stattgefunden ab.

          Nach einem zeitnahen Gespräch mit meinem Vater (den ich mochte -nun Vergangenheit) stellte ich fest, dass ALLE zu meiner Mutter halten und sagen, dass keiner ein Problem mit ihr hätte, dabei litten meine Schwestern genauso unter ihr. Sie stärken ihr nun den Rücken – mit einer Schwester hab ich aber noch Kontakt. Aber es tut so weh ! Und es wird wieder erwartet, dass ich angekrochen komme und weiter schon meine Mutter so nehme wie sie ist, egal auch wie fies und gemein. Es tut so weh, ist wie ein innerer Tod. Vor allem kann ich die Enttäuschung nicht beschreiben zu erkennen, dass man nie geliebt wurde und Ihnen alles so egal ist. Ich bin wie ausradiert. Das Einzige was für sie zählt ist, dass nun die Leute reden…

          Aber ich spüre auch die Freiheit (wie Du sagst), dass ich nun endlich unkommentiert MEIN Leben leben darf (meine Familie mischte sich stets sehr ein) und das tue ich. Mache Musik und bin kreativ ! Das lässt manches Heilen und ich komme zu mir selbst.

          Es wäre so schön von Dir zu hören, ob der Weg zum Schwan bereits ein Happyend gefunden hat. Das würde mir doch aktuell Mut machen !

          Alles Gute für DICH !

          Susanne

    2. Hallo Diana.

      Deinem Kommentar und deinem Zitat: “Ich nehme mich an und stelle meine Existenz nicht mehr in Frage. Warum sollte ich mich dem Kontakt mit Menschen aussetzen, die hinter meine Existenz insgeheim immer ein Fragezeichen setzen?” kann ich nur absolut zustimmen. Genauso empfinde ich auch bei meiner Familie. Den Weg den ich eingeschlagen habe bereue ich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil ich fühle mich viel freier und selbstbestimmter als vorher.

      Viele Grüße und schön, dass du die treffenden Worte gefunden hast.

  69. Herzlichen Dank für Ihre eindrückliche Darstellung. Ich habe eine wunderbare Frau verloren – Ihre letzten Zeilen: Ich schreibe nicht mehr, ich antworte nicht mehr. Ich kann diesen Abbruch besser verstehen.

    Mögen Sie den Weg zu sich selbst finden.

    Liebe Grüsse

    Polo

  70. mein vater hat den kontakt zu mir mit über 90 abgebrochen, ich halte seit jahren einen kontakt auf abstand zu meinen eltern ( hauptsächlich telefonischer kontakt) und ich bin eine verlassene mutter. all das, was meine eltern mit mir gemacht haben, habe ich versucht, in der erziehung bei meiner tochter zu vermeiden. alles, was mir wichtig war, war ein guter und liebevoller kontakt zu meiner tochter. ich habe gewiss viele fehler gemacht und sie auch verletzt, wenn auch nicht absichtlich. bin in ein tiefes loch gefallen als sie den kontakt abbrach und jetzt – nach über einem jahr der trauer gibt es auch von meiner seite kein zurück mehr. ich bin seelisch durch die hölle gegangen, wollte nicht mehr leben, konnte mir nicht vorstellen, dass und warum sie so handelt, weiß aber heute, dass sie mit diesem abbruch über so viele monate alle möglichkeiten der beziehung zwischen uns zerstört hat. nie hätte ich gedacht, dass ich nochmal in meinem leben so viel kälte ertragen muss wie schon bei meinen eltern während meiner kindheit.

    1. Hallo Suse,

      habe alle in diesem Forum geschriebenen Kommentare gelesen, bei deinem musste ich nun wirklich stutzen, denn genauso wie dir, geht es mir auch. Genau die gleiche Konstellation, die gleichen Vorgänge …. Vorgestern war meine Hochzeit und ich hätte mich so gefreut, wenn meine Tochter dabei gewesen wäre. Aber nichts. Kein Erscheinen, kein Glückwunsch, kein Kärtchen …. Nada. Nichts. Seit der ersten Juliwoche 2007 nur noch Schweigen. Keine Erklärung, kein Kommentar, keine Reaktion auf einen Annäherungsversuch meinerseits vor ein paar Wochen ….. Das ist tatsächlich schleichender Mord, anders kann ich das nicht nennen. Und auch für mich gibt es nun kein zurück mehr. Unfassbar, was da passiert …..

  71. Auch ich bin eine “Abbrecherin”, obwohl ich bereits fast am Ende meines Lebens bin. Wollte einfach nicht mehr als “Geldautomat” benutzt werden. Drohungen, man dürfe dann eben das Enkelkind nicht mehr oder mehr so oft sehen, wollte ich mir nicht bieten lassen. Das wurde schon bei der Großmutter gemacht und ich als Mutter war sprachlos und habe mir geschworen, dass ich das niemals hinnehmen würde. Also klarer Bruch und ich bin erstaunt, wenn ich in mich hineinhöre, dass da einfach nichts mehr an Gefühl da ist. Auch kein Wunsch, jetzt im Alter den Kontakt wieder aufzunehmen, rein gar nichts ist mehr vorhanden! Erschreckend, doch Tatsache, wohl ein Selbstschutz schon vor langer Zeit, nicht mehr verletzt und ausgenutzt zu werden!

    1. Ich habe die Tage durch Zufall am Friedhof ein Ehepaar getroffen und es entstand sofort eine nette Unterhaltung. Einige Zeit später erzählten mir diese, dass auch ihre drei Kinder nur kommen, wenn sie etwas brauchen und die Enkelkinder wären nicht anders. Von der Großmutter haben sie alles bekommen und als diese vor Jahren gestorben sind, haben die Kinder und auch Enkelkinder niemals das Grab besucht. Sie wohnen in der gleichen Stadt, doch diese kleine Mühe war es ihnen nicht wert. Lange glaubte ich, nur bei mir sei die Situation so, doch da habe ich mich wohl geirrt. Auch dieses Ehepaar neigt zu einem Abbruch, um nicht ständig verletzt und ausgenutzt zu werden. Als ich vor ca. 1 Jahr aufgrund einer ärgerlichen Situation, die während meiner Abwesenheit passiert ist, per Mail meinem inzwischen volljährigen Enkel habe wissen lassen, dass es bei mir leider nichts zu holen gibt, hat dieser sich nicht mehr gemeldet. Erneut ein Beweis, dass ich wieder nur als Geldautomat dienen sollte, das erste Auto, welches natürlich bereits angeschafft war, sollte möglichst von mir gesponsert werden.

  72. Die Frage nach dem Grund eines Abbruchs finde ich nicht hilfreich. Die Person, die sich für die Funkstille entscheidet, hat Gründe für diese Handlung, sonst würde sie dies nicht tun. Ist die Suche nach diesen Gründen nicht bloß ein Versuch der Handlung eine Legitimität oder Illegitimität zu zusprechen und somit eine_n Schuldig_en gefunden zu haben? Besonders die Suche nach pathologischen Gründen unterstreicht meines Erachtens den Wunsch nach Entlastungsstrategien: “Der andere ist krank, ich habe nichts falsch gemacht.”

    Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die Konflikte in der Regel mit Kontaktabbrüchen “klärt”. Sei es die Flucht in den Alkohol, in Dominanzstrategien in Gesprächen oder eben in die Funkstille. In allen Fällen wird der Dialog unterbrochen. Die Funkstille ist für mich ein lautes Signal und steht am Ende einer langen Reihe von wechselseitigen Kontaktabbrüchen. Dieses Signal hat vor allem eine Aussage: Wir sind nicht in der Lage miteinander in Beziehung zu gehen.

    Seit meinem 18. Lebensjahr bin ich direkt mit Funkstille als Kontaktabbruch konfrontiert worden (in meiner Kindheit bereits schon indirekt). Sieben Jahre lang habe ich mich mit der Frage nach den Motiven der anderen im Kreis gedreht und dabei vergessen, mein eigenes Leben zu führen. Heute verstehe ich, dass diese Frage keine Entwicklung erlaubt, weil sie nur im Dialog zu klären wäre. Heute interessiert mich viel mehr die Frage, wann ich einen Kontaktabbruch mache. Der Blick auf mich gerichtet und dabei die Frage nach dem Wann statt dem Warum ist für mich vordergründig, weil ich nur so handlungsfähig sein kann: Ich nehme wahr, dass ich jetzt gerade einen Kontakt-, also Beziehungsabbruch mache, also kann ich noch eingreifend fragen: Will ich das eigentlich? Dann erst kommt für mich die Warum-Frage: Warum will ich jetzt gerade einen Kontaktabbruch? Ist er wirklich notwendig? Kann ich ihn vor mir selbst rechtfertigen?

    Einen anderen Aspekt, der in Ihrem Buch deutlich wird und mir persönlich wichtig ist, ist, dass Menschen, die eine Funkstille erleben, Trauerhilfe benötigen. Ich begreife nach vier Jahren Therapie, dass ich trauern muss, um gesund zu werden und dass ich meinen Trauerprozess verhindere, in dem ich nicht wahrhaben will, dass bestimmte Beziehungen vorbei sind.

    Zehn Jahre sind vergangen, wir sind erwachsen geworden. Vielleicht begegnen wir uns wieder, aber nicht als die, die wir waren, sondern als die, die wir sind.

  73. ich habe es als Abbrecherin aufgegeben, mit meiner Familie zu reden, weil dort niemand hören möchte, was ich zu sagen habe.
    Probleme mit Kommunikationen gab es bei uns schon, seit ich zurückdenken kann – es herrscht in meiner Familie ein vollkommen dysfunktionales Klima – gekoppelt mit einer Double Bind-Strategie nach dem Motto: “Sag doch, was Du hast – aber halte den Mund dabei” oder “Lass uns in Ruhe (mit Deinen Anliegen) – warum kommst Du denn nicht mehr”.
    Das ich dadurch in jungen Jahren sehr krank geworden bin – mittlerweile habe ich mich aus diesem Sumpf aus Selbstzweifel, Selbsthass, schlechtem Gewissen gegenüber meinen Eltern, dass ich in dieser Familienstruktur krank geworden bin und den Angiftungen meiner Familie, dass ich überhaupt krank geworden bin (und ihnen damit soviel “Kummer und Leid” angetan habe, befreien können – diese frühe familienbedingte Krankheit und mein Leid kann und möchte keiner aus der Familie weder verstehen noch begreifen.
    Ich habe die letzten 12 Jahre intensiv versucht, die alten, krank machenden Strukturen anzusprechen – meine Mutter hüllt sich wie üblich in Schweigen (meine Briefe an sie hat sich nicht beantwortet – alles andere war wichtiger als ein Austausch mit ihrer Tochter) – so wie sie all die Jahre für mich nicht ansprechbar war . Soweit ich zurückdenken kann, wurde ich von ihr entweder wie “Luft” behandelt oder sie hat mich für Ihre Belange und Bedürfnisse oder als persönlichen Blitzableiter mißbraucht.
    Tenor seit meiner Kindheit ihrerseits und kurzes Aufblitzen ihrer Erkenntnis: “Ach, wie geh ich nur mit der Gitte um – die ist doch auch meine Tochter, die gehört doch auch zur Familie” – um dann anschließend für mich wieder in ein emotionales Nirwana zu verschwinden.
    Mein Vater, seit meiner Kindheit immer wieder wegen ihrer Unfähigkeit total überfordert – weil er für sie alles regeln und übernehmen muss – lässt seine Aggressionen ihr gegenüber unbewußt an mir aus – folglich bin ich für ihn auch zum persönlichen Blitzableiter mutiert.
    Nachdem ich also jahrzehntelang stellvertretend für alle Probleme innerhalb der Familie (seien es ihre Ehe-, ihre Vergangenheits- oder ihre Erziehungsprobleme – es gibt noch zwei Brüder – ich bin ein Sandwichkind) meinen “Kopf” bzw. meinen “Rücken” hinhalten musste, will das natürlich heute keiner wahrhaben: “was nicht sein darf, kann auch nicht gewesen sein”.
    So, jetzt steh ich also da – ein mißbrauchtes (auch geschlagenes), emotional mißhandeltes und vernachlässigtes Kind, dass als Erwachsene endlich aus dieser Rolle des Blitzableiters und Sündenbocks aussteigen möchte und eine von gegenseitiger Liebe, Achtung und Respekt getragene familiäre Beziehung anstrebt – ich habe sogar mehrmals eine Familientherapie vorgeschlagen (es besteht weder Interesse noch sieht man einen Bedarf für solch eine Maßnahme) – jetzt steh ich da nach unzähligen Erklärungsversuchen, warum ich so nicht mehr am Familienleben teilhaben kann und ernte wie immer:
    Nichts als verbale Prügel oder Funkstille seitens meiner Familie – und ich meine die komplette Familie. Keiner – auch meine Brüder nicht – sind in der Lage, haben Zeit, Lust, Verständnis oder genügend Einfühlungsvermögen – sich mit mir mal auseinanderzusetzen.
    Viele Eltern beschweren sich, dass sie nicht wissen, warum ihre Kinder den Kontakt abgebrochen haben und dass sie sich gerne mit ihren Kindern diesbezüglich auseinandersetzen wollen.
    Meine Eltern haben über all die Jahre auch immer wieder nachgefragt, warum ich denn nicht mehr komme – all die Erklärungen meinerseits wurden einfach nicht gehört oder abgeschmettert.
    Ich habe gebeten, dass wir uns doch mal gemeinsam an einen runden Tisch setzen – nachdem meine Briefe nicht “gesehen” oder verstanden wurden – oder dass ich mal nach Hause komme, um die Sachlage zu klären. Antwort: “Nein – nach Hause darf ich nicht kommen, weil ich nicht lieb war” und ansonsten solle ich mich doch endlich mal erwachsen benehmen.
    Ich bin mittlerweile am Ende meiner Weisheit.
    Natürlich schmerzt mich diese Funkstille – ich hätte nichts lieber als eine gute Beziehung zur Familie – aber nicht mehr auf meine Kosten.
    Ich finde, ich habe mich mehr als genügend erklärt, genug Vorschläge unterbreitet, wie wir unser Probleme lösen können, genügend guten Willen gezeigt, dass ich bereit bin, einen Neuanfang zu machen (allerdings unter neuen Parametern) – also erwachsener kann ich beim besten Willen nicht mehr reagieren.

    1. Hallo Gitte,
      habe hier Deinen Kommentar gelesen und kann Dich so gut verstehen. Bei mir ist die Lage noch aktuell. Hatte noch nie ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Es war immer angespannt und schwierig. Meine Mutter liebte es uns Kinder (habe noch zwei ältere Schwestern) zu ärgern bis wir weinten und schrien. Sie freute sich dann erst darüber, genoss es sichtlich und dann bestrafte sie uns für unsere Reaktion. Wenn Sie sich beleidigt fühlte, dann sprach sie tagelang nicht mit uns. Also Nervenkrieg vom Feinsten. Später, im Erwachsenenalter, stellten meine Schwestern und ich meine Mutter deswegen zur Rede bzw. jeder einzeln. Ich für meinen Teil wollte nur merken, dass es ihr leid tat oder sie sich vielleicht sogar entschuldigen würde, aber was tat sie: Sie stritt alles ab ! Konnte es nicht fassen ! Hätte ich meine Schwestern (als Zeugen) nicht gehabt, hätte ich fast geglaubt verrückt zu sein und mir alles eingebildet zu haben.

      Suchte auch öfter klärende Gespräche, vor allem als ich merkte, dass es mir immer mehr zuwider wurde sie zu besuchen. Die Gespräche verliefen recht ok, aber später stritt sie dann ab, dass wir überhaupt geredet hatten.

      Meinen Vater mochte ich immer sehr gern, da er immer fair zu mir war und gerecht. Aber geliebt fühlte ich mich von Beiden nie wirklich – im Gegenteil ! Sie schienen eher peinlich berührt zu sein von meiner Offenheit und meiner Art. Ich war eben kein Vorzeigekind – sehr talentiert, aber nicht in Sachen die für sie eine Rolle spielten. Meine Mutter hatte nach meinen 9 und 12 J. älteren Schwestern (die beide nun zu meiner Mutter halten und so tun, als wäre immer alles toll, aber beide unter depressiven Verstimmungen leiden, wie ich) eigentlich kein Kind mehr gewollt. Das spürte ich und bekam mit 1,5 J. eine Salmonellenvergiftung und musste wochenlang ins Krankenhaus, sprang dem Tod gerade noch von der Schippe. Sicher auch dank den liebenvollen Krankenschwestern. Ich war in Quarantäne und meine Mutter durfte nicht zu mir. Später wollte ich nicht mehr mit ihr nach Hause ! Ich blieb immer mehr oder weniger kränklich und meine Mutter machte mir das immer etwas zum Vorwurf, vor allem wenn ich nicht so spurte wie sie wollte. Nach wie vor stichelte sie einen weiter und ärgerte bis aufs Messer. Meine große Schwester schloss sich ihr älter dann diesbzgl. auch noch an. Dauernd gab es Spannungen und Streit zuhause (wir sind alle sehr empfindsam und sensibel) und ich sehnte mich einfach nach Harmonie und Frieden. Obwohl sie ja wusste, wie sehr wir unter ihrer Art litten, änderte sie später auch nichts daran. Sie teilte nach wie vor fies aus, konnte aber kein Echo ertragen. Wollte aber immer wissen was los war, gab es jedenfalls vor, aber ertrug dann die Antworten nicht und wiegelte alles ab.

      Nach einem Telefonat mit meinem Vater heute wurde mir bewusst, dass ihnen die Funkstille egal ist. Mein Vater sagte ich sei übersensibel und wohl reif für eine Therapie (das sagte er sehr abfällig). Und meine Mutter sei einfach so zu akzeptieren. ALLE kämen mit ihr gut aus, nur ich nicht und SIE hätten kein Problem. Dabei stimmt das garnicht, da meine Schwestern auch immer wieder mit ihr zusammenrauschen, aber da irgendwie besser drüberstehen können wie ich. Jedenfalls EINE davon. Die Andere war sogar schon in einer Psychosomatischen Klinik (wohnt im Haus). Bin offenen Diskussionen nicht abgeneigt und der Meinung, dass auch mal ein Gewitter die Luft reinigt, aber dass ich immer ducken soll und falsch bin und meine Mutter, egal wie fies, immer wunderbar und geachtet macht mich unsagbar wütend. Die Story meines Lebens. Schon als Kind ging es mir so. Das ist nicht in Ordnung !

      Sie hat den Kontakt beendet, aber von MIR wird erwartet mich zu entschuldigen. Das möchte ich nicht mehr ! Dann ist es eben so. Bin nun 40 Jahre und denke ich habe auch Respekt verdient, weil ich immer schluckte und höflich blieb. Aber, obwohl alles so ist, ist es eben Familie und wie ein innerer “Tod” zu bemerken wie unwichtig man doch den Eltern und allen ist. Diese erste starke Verbindung sollte doch ein Anker im Leben sein – ok, einer der einen nicht erwürgt, wie es bei der erdrückenden Art meiner Mutter der fall war. Aber ich merke wie mein Urvertrauen völlig weg ist.

      Trost finde ich nur in meiner eigenen Familie. Habe einen lieben Mann und 4 nette Kinder. Wir halten frei und unverkrampft zusammen, sprechen alles offen an und finden in Aussprachen auch Kompromisse. Das hält mich aufrecht ! Wünsch Dir viel Glück. Dein Eintrag ist ja schon eine ganze Weile her und ich hoffe es geht Dir heute besser. Vielleicht hattest Du ja das Glück ein Happyend zu erleben. Würde mich freuen von Dir zu lesen und sorry für den laaaangen Kommentar und mein ungefragtes Duzen.

      Susanne

  74. Mutter und ich haben beide gleichzeitig abgebrochen. Der Grund ist für uns typisch: Ich fühlte mich unverstanden und kann ihr das nicht ins Gesicht sagen, das sie mich unglaublich verletzt hat. Das ich sie total unmöglich finde und total peinlich.
    Ich hatte einen Menschen , ich nenne ihn Max, zufällig im Internet im Social network gefunden, der meinen Onkel kannte. Dieser Onkel lebte vor Jahren bei ihm, bis dieser auszog und in eine Wohnung zog, bis der sich zu Tode gesoffen hat. Der nette Mensch Max, der hatte ihn damals aufgenommen und ihm erst geholfen vom Alkohol weggebracht, leider hatte das nur anfangs geholfen. Mein Onkel hatte Max stattdessen um viel Geld gebracht,belogen und betrogen. Da hab ich erstmals eine Ahnung gehabt, was für ein Mensch mein Onkel durch die Alkoholkrankheit war . Diese Ahnung wurde also bestätigt. Max erzählte mir, das er auch meine Mutter und meine Brüder kennt, und nicht allzuviel von ihnen hält, meine Brüder,vor allem einer, war unzuverlässig bei einem Job,den er ihm angeboten hatte, und meine Mutter oberflächlich. Auch das kann ich bestätigen. Mutter sagt immer Dinge, sehr direkt und sehr auf das Äußere bedacht. Ich erzählte ihr, das ich den Max kennengelernt hätte, und das der mir was über meinen Onkel erzählt hätte und das Max ein netter Mensch sei. Das hatte ich im Gefühl. Da sagte sie, das Max doch ein schmuddeliger unrasierter Typ sei, total ungepflegt und solche Sachen. Seine Kneipe sei mal ein Puff gewesen etc. Ich sagte, wie kannst du so etwas sagen. Der hat wie ein Tiroler aus den Bergen einen Vollbart, na und? Ein weiser Mensch, der Max. Und dann macht sie ihn total schlecht, obwohl die selbst ihn nur ein paar Mal gesehen hat. Da war mein Sohn, der 17 Jahre alt war, dabei bei dem Gespräch. Er glaubte seiner Oma,meiner Mutter und sagte mir, das der Typ nicht ins Haus käme,sonst schlage er ihn zusammen. Da war ich sprachlos. Das andere Mal war sie mit eben meinem Sohn unterwegs und als beide wieder zu mir nach Haus kamen, sagte sie, “weißte was, ich hab deinem Sohn mal gezeigt, wie der Typ da wohnt: Ich sags ja,total schmuddelig und unordentlich.” Ich war entgeistert. “Du fährst mit meinem Sohn dahin und zeigst,was das für ein Kerl Ist? Ja,sag mal,spinnst du?” Max wohnt am Wald und hatte Baumstümpfe,auch Kunstwerke sind drunter, da herumstehen. Aber das sagt nichts über einen Menschen aus. Und die Kneipe war kein Puff früher, die hatte er verpachtet einmal,und was der Pächter da gemacht hatte, kann der nicht sagen. So kann man Menschen oberflächlich beurteilen,das ist mir sowas von zuwider. Jedenfalls wollte Max mich besuchen und da er mich nicht persönlich kennengelernt hatte , da musste ich ihm leider sagen,das das nicht ginge, weil meine Familie,außer mein Mann, hätten sich an ihn, den Max festgebissen und ihn schlecht gemacht. Ich wollte eine Eskalation vermeiden.Eines Tages traf Max meine Mutter in der Stadt. Der sagte ihr ins Gesicht:”Du, was sagst du eigentlich zu deiner Tochter? Was machst du mich eigentlich schlecht? Mach mal weiter, dann hörst du von meinem Anwalt.” Tja und die kam dann her und sagte:” Warum droht der mir mit dem Anwalt? Erzählst du Lügen über mich?” Ich erklärte ihr, das ich ihretwegen den Max nicht empfangen kann bei uns, weil sie solche Dinge erzählt und meinen Sohn auf den Plan gerufen hat, der Max mit Schlägen androhte. Mein Sohn sieht schnell rot,ohne nachtzudenken. Die Muter sagte:”Wenn du meinst, dann will ich mit dir nix mehr zu tun haben. Wer Lügen über mich erzählt…” Ich schrie sie an, das ich ja gar nicht gelogen habe! Und als mein anderer Sohn bei ihr in den Ferien war, heulte die sich bei ihm aus,was ich für eine undankbare Tochter doch sei und wenn ich mit ihr wieder Kontakt haben wollte,müsste ich mich bei ihr entschuldigen.
    Ich dachte nur, das ist der reinste Kindergarten. Ich fühle mich jetzt ohne sie immer besser, kein schlechtes Gefühl,machte wieder mehr Dinge.Mutter kann dominant und direkt sein.Unmöglich. Ich sagte zu meinem Sohn und auch zu dem anderen: “Ihr haltet euch am besten daraus. Haltet ruhig Kontakt zur Oma, aber sie versucht euch auf ihre Seite zu ziehen. Da ich eure Mutter bin, ist es aber besser, ihr haltet euch gänzlich raus,weil es euch beiden eher nicht betrifft. Ich will keine Partei für mich, ich steh für mich selbst ein.Punkt. Ich habe all die Jahre immer zuerst kommen müssen bei Streit und diesmal mach ich es nicht. Bis heute. Es ist mir zuwider,das ein Mensch nur äußerlich gesehen wird,mir sind die inneren Werte wichtiger. Und ich sage meine Wahrheit und lasse mir nie wieder den Mund verbieten,auch wenns anderen nicht passt.
    Nur eine Sache macht mir ein wenig zu schaffen: Das sie sterben könnte und die buckelige Verwandtschaft mir die Schuld geben könnte. Ich hätte mich früher mehr trauen sollen,meine Meinung ruhig auch wütend zu vertreten. So isses also.

  75. Ich empfinde Abbrechen ohne Erklärung schlimm , unfassbar schlimm.
    Als Mutter bin ich tausend Tode gestorben , ich wollte mich selbst umbringen.
    Meine Tochter hat uns vor über acht Jahren verlassen , seitdem verweigert sie jeden Kontakt.
    Zu mir , ihrem Vater und ihrer Schwester.
    Wenn sie sich wenigstens schriftlich erklärt hätte.
    Noch nicht einmal das.
    Anfangs war ich verstört und todtraurig , ich befand mich in einer Art Niemandsland.
    Dann war ich wütend , heute bin ich diejenige , die innerlich abgeschlossen hat.
    Die den Schlusspunkt setzt.
    Ganz bewusst.
    Kurz nachdem sie gegangen war hatte ich schriftlich nachgefragt , was ich ihr getan habe , dass sie so handelt.
    Noch nicht einmal darauf bekam ich eine Antwort.
    Das ist unfair. Und brutal.
    Der Verlassene hat ein
    Recht darauf , dass man ihm eine Rückmeldung gibt.

    Ich bin in einer Familie groß geworden , in der es an der Tagesordnung war , dass man Kontakte einfach so abbricht.

    Die Oma hat zur Uroma , die Mutter zur Oma und zum Opa und zur Schwester und zu mir abgebrochen. Und in ihrer Ehe verbal sogar den Kontakt zu ihrem Mann.
    Schweigen als Strafe , Ignorieren als Rache.

    Wer als Kind in einer solchen Umgebung aufwächst , leidet für den Rest seines Lebens.

    Bleibt verstört und zerstört zurück und rätselt was er falsch gemacht hat.

    Und die Abbrecher sind sich “zu schade” einen Grund zu nennen ?

    Das werde ich niemals akzeptieren können.

    1. Liebe Gabriele,
      Zeilen, die mir aus der Seele sprechen. Auch ich komme aus einer Familie, in der Kontaktabbrüche “normal” waren. Es gab zwar immer einen Grund, diese sind für mich aber nicht nachvollziehbar.

      Ich bin eine Wegwerfmutter. Mein Sohn hat den Kontakt abgebrochen. Warum – weiß ich nicht. Es muss einiges vorgefallen sein, was ihn dazu gebracht hat – soweit meine Erkenntnis nach den Büchern von Tina Soliman und auch anderen Büchern zu diesem Thema.

      Wüßte ich den Grund oder die Gründe wäre es mir vielleicht leichter. Aber sicher weiß ich das nicht. Es tut sehr, sehr weh. Ich war eine alleinerziehende Mutter, habe selber keine Geschwister, außer meiner Mutter und meinem Sohn keine Familie. Meine Mutter ist sehr alt, ich selber im Rentenalter.

      Das Leben vergeht so schnell und ich habe große Angst, dass mein Leben eines Tages zu Ende geht ohne dass es zu einer Aussprache oder gar Versöhnung gekommen ist, dass ich meinen Sohn möglicherweise verloren habe.

      Diese Gefühle, die mich seit inzwischen mehr als drei Jahren bewegen, tun entsetzlich weh, ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Angeblich heilt die Zeit alle Wunden, aber diese Wunde ist wohl unheilbar.

      Ich kenne aus Erzählungen Fälle, in denen es nach dem Abbruch von Söhnen zur Mutter nach vielen Jahren, teilweise Jahrzehnten zur Versöhnung kam. Diese Zeit muss man haben und aushalten können.

      Durch den Kontaktabbruch hat mein Leben sehr viel an Qualität verloren.
      Hängt der Abbruch evtl. auch mit der Familiegeschichte zusammen? Vieles wiederholt sich über Generationen immer wieder. Ich bin ratlos.

  76. Sie fragen: Welche Gründe führen zur »Funkstille«?

    Meine Antwort:
    Vielleicht ist die Funkstille kein Ausdruck von »Sich-nicht-anders-zu-helfen-Wissen«, auch keine Flucht, sondern ein Zeichen, das jetzt eine zeitlang kein Funksignal mehr aus meiner Richtung kommt. Ein sehr wertvolles Zeichen, damit ich selbst erkennen kann, was aus dieser Stille heraus Neues erwachsen will, dem sich zuvor bei aller Kommunikation keine Chance bot.

    Ständiges wildes Hin-und-her-Gefunke überfordert die Kapazitäten, vor allem dann, wenn ich nur noch die Anliegen des anderen erfüllen soll, meine Bedürfnisse jedoch kein Gehör mehr finden, weder bei mir selbst, noch beim anderen.

    Das ist wohl der zentrale Punkt:

    In der Funkstille wende ich mich endlich einmal mir selber zu. Ich lausche mir selbst. Ich bin der Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit. Endlich lande ich bei MIR. An dem Ort, von dem ich während der Kommunikation mit anderen die ganze Zeit weggestrebt bin. Vielleicht, weil ich es in mir vor lauter eigener Bedürftigkeit nicht ausgehalten habe.

    In mir schrie mindestens ebenso laut wie im Außen jemand nach Aufmerksamkeit, die ich mir jedoch verweigert habe bis zum Augenblick, indem FUNKSTILLE eintrat.

    Diese STILLE, kein Wort von mir dringt mehr nach außen, tut sooo gut. Nicht umsonst heißt es in einem Sprichwort: In der Stille ist alles gesagt.

    Die Funkstille wird dann zum Schutzraum in den ich mich hülle, um mir meiner selbst bewusst zu werden. Sie ist ein heilsamer Ort, an dem ich zur Ruhe komme, um KLAR zu SEHEN. Erst wenn ich selbst wieder KLAR SEHE, kann ich das Wahrgenommene auch KLAR kommunizieren. So kann eine FUNKSTILLE Ängste und Bedürfnisse aller Betroffenen offenbaren und beiden Seiten dienen. Sie kann Abbrechern und Verlassenen neue Türen öffnen, die zuvor verschlossen waren.

  77. auf jeden Fall tragen beide ihren anteil an der situation… die lehre daraus: sei achtsam, höre genau hin, schau auch auf scheinbar kleine signale, hör auf dein bauchgefühl, übergeh es nicht… es ist ist wirklich, als wäre der/die abbrecher/in gestorben, ein langer prozess der trauer und des nachdenkens setzt ein, dauert 2-3 Jahre, wirkt noch nach und selbst eine zufällige begegnung macht nur klar, wie tief der schmerz auf beiden seiten ist, wenn selbst dann noch keine verbale kommunikation möglich ist… aber es ist eine chance zu lernen und daran zu wachsen und es bleibt die hoffnung, dass es eine erneute begegnung gibt und beide in der zwischenzeit gewachsen sind und nun mit worten klären können, was zu dem abbruch geführt hat und einander zu verzeihen…

  78. …ja, ich bin auch eine abbrecherin… und wurde mit meinem abbruch nicht verstanden… konnte und wollte mich jedoch nicht weiter erklären… denn, wo ich mich erklären muss, und die betonung liegt auf MUSS, werde ich nicht verstanden… ich sah zum zeitpunkt des abbruchs keine andere möglichkeit, den sand, welcher ins beziehungsgetriebe gekommen war, auf andere weise zu entfernen…
    …zum andern bin ich auch entfernte beobachterin eines kontaktabbruchs innerhalb der familie und kann nur soviel dazu bemerken, ich kann es vollkommen nachvollziehen, dass diese person sich auf diese weise zurückzieht, da sie immer wieder bei ihren gegenübern auf taube ohren und stumpfe herzen gestossen ist… und die “verlassenen” können ÜBERHAUPT nicht verstehen was und wie ihnen da geschieht…
    …stehe gerne für fragen zur verfügung… freundliche grüße, die abbrecherin

    1. Hallo,

      seid wann hast du den Kontakt abgebrochen?
      Ich habe denn Kontakt mit meiner Mutter vor 2 Tagen erneut Abgebrochen. Nachdem ich vor einem Jahr schon einmal den Kontakt abgebrochen habe..
      Während dessen war ich 3 Monate im Ausland, als ich zurückkam war alles gut. Nun ja und jetzt hat sich wieder das selbe Muster eingeschlichen.. als ich 1 Monat bei ihr lebte. Ich halte es nicht aus. Ein Gefühl von Ekel und Hass habe ich gegenüber ihr. Ich weiß, dass dies nicht der Normalität entspricht.
      Im Moment gedenke ich auf ihren Vorschlag: einer Therapie für uns beide einzugehen. Auf lange Hinsicht werde ich ihr wohl verzeihen müssen um mich selbst zu befreien…
      Ich wäre sehr froh wenn du mir bald zurück schreibst.
      Liebe Grüße

    2. Hallo du,
      du sprichst mir aus dem Herzen.
      Auch ich habe diese Erfahrung gemacht, mich ständig erklären zu MÜSSEN.
      Endlos habe ich versucht mich zu erklären und es ist einfach nichts davon angekommen.
      Irgendwann hatte ich dazu keine Kraft mehr und habe den Kontakt zu meiner Mutter und somit auch gezwungenermaßen zu meinem Vater, meiner Schwester und meinem Bruder abgebrochen. Ich war am Ende!
      In einem letzten, “klärenden” Gepräch habe ich mich von meiner Mutter verabschiedet und ihr klar gemacht, dass ich mit ihr keinen Kontakt mehr haben möchte. Sie hat es zur Kenntnis genommen!
      Nur leider gibt es in meiner Geschichte noch zwei Enkelkinder: der Große vermisst seine Oma, der Kleine kennt sie nicht (mehr)…
      LG sendet die eine Abbrecherin an die andere

      1. Liebe Diana,

        das klingt sehr verletzt und aus Deinen Worten entnehme ich Du bist es immer noch. Versuche zu verzeihen, versuche es mit Frieden. Das was gesendet wird, erhält man zurück.
        Eine Frage habe ich, wie alt bist Du?

        Gruß mampi

    3. Liebe Abbrecherin,

      ich bin eine Verlassene. Mein Mann hat den Kontakt zu mir abgebrochen. In dem Haus, in dem wir leben. Ich weiß nicht, vielleicht habe ich seine Bedürfnisse überhört. Seit vielen Jahren reagiert er auf Konflikte oder die leiseste Kritik oder Nicht-Zustimmung mit komplettem Rückzug oder Kontaktabbruch. Der jetzt dauert schon Monate und ich bin komplett am Ende. Es liegt für mich in diesem Handeln eine solche Brutalität, es ist so wider jeder Art, wie Menschen miteinander glücklich werden können. Das Schlimmste ist, es bindet mich viel mehr an ihn als alles andere. Weil ich es nicht verstehe. Wenn mir ein Mensch nichts mehr bedeutet, dann kann ich zu ihm freundlich sein und ansonsten meiner Wege gehen. Aber ihn zu mobben, indem ich seine Existenz ignoriere, das finde ich einfach nur scheisse. Wahrscheinlich treffen einfach 2 Art gelernten Verhaltens aufeinander.
      Nur weißt du, wenn du immer Angst haben muß, der andere bricht den Kontakt ab, dann traust du dich kaum noch normal zu sein. Bei uns war das immer so, dass wir (die Kids und ich) ignoriert haben, wenn mein Mann aggressiv oder grundlos extrem unfreundlich war…..damit er bloß uns nicht mit seinem gefürchteten wochenlangen Schweigen strafte. Und das ist totale Scheiße. Sorry – ich bin sehr traurig im Moment, versuche das Ende meiner Ehe zu verstehen und verstehe jeden Tag nicht, warum jemand sich bewußt entscheidet, Unglück zu verbreiten.

      1. Liebe Anne,

        ich kann total mitfühlen mit dir, denn ich befinde in der gleichen Lage im Moment. Dazu kommt noch, dass mein Mann momentan im Ausland arbeitet, nunmehr schon seit 6 Monaten nicht kam und seit 3 Monaten Funkstille herrscht. Er reagiert weder auf Mails noch auf SMS und ist in Skype nur noch off. In diese Zeit fiel der Tod eines engen Familienmitgliedes, das war auch der Zeitpunkt seines tozalen Rückzuges. Auseinandersetzungen hatten wir ständig in unserer Ehe, er lief vor jeder Klärung immer schon davon, ich hingegen komme aus einer Familie, in der Probleme eigentlich ausdiskutiert wurden, meine Mutter aber auch schon Ignorieren als Strafe einsetzte in der Kindheit. Das tat mir damals schon so weh, so dass ich dieses Folterinstrument nie benutzen würde um Menschen abzustrafen. Leider wrde ich aber immer wieder Opfer solche Strafmaßnahmen. Mein Mann stammt aus einer Familie, in der nicht diskutiert wurde, wo das Wort des Stärkeren zählte, fertig, Kinder hatten sowieso keine Mitdiskussionsrechte, sondern mussten wunschgemäß funkionieren. So war er schon immer voller Selbstzweifel und Minderwertigkeitskomplexe. Diskussion gibt es auch bei ihm nicht, er übernahm uns gegenüber das Schema aus seiner Kindheit, obwohl er selbst darunter litt. Ansprechen darf man es nie, denn die Mutter, die soviel falsch machte, ist heilig, unantastbar. Aller Frust wurde und wird dann auf mir und den Kindern abgeladen. Probleme wurden nie geklärt, da er immer davon lief, die beginnende Diskussion einfach abbrach. So brodelte jeder Konflikt unterschwellig weiter. Momentan herrscht absolute Funkstille, und ich weiß nicht, woran ich eigentlich bin. Nur noch unsere jüngste Tochter lebt zu Hause, auch zu ihr nimmt er nur mal kurz Kontakt auf, wenn er irgendetwas braucht. Nach unzähligen Liebesmails meinerseits rief er zwischendurch mal an und ich freute mich, wurde aber bitter enttäuscht, denn das ganze Telefonat beinhaltete nur vage und unhaltbare Schuldzuweisungen an mich. Er schrie mich nur an und behaupete, ich hätte sein Leben versaut und sein Leben wäre super gelaufen, bis er mich kennenlernte. Ich war fix und fertig, da das jeden Wahrheitsgehaltes entbehrt. Natürlich haben wir beide Fehler gemacht, aber alles auf mich abzuschieben-nein, das ist einfach nicht wahr und nicht fair. Er neigt zu übertriebenen Wutausbrüchen und wird dann auch vulgär und aggressiv, dass ich ihn kaum wieder erkenne, aber das war eine verbale Hinrichtung. Vor 7 Monaten war ich noch seine Traumfrau und er hatte sogar die Absicht, mich noch einmal zu heiraten. Da waren wir zusammen im Urlaub, den er überhaupt nicht genoss, was ich überhaupt nicht verstand. Er hatte an allem was auszusetzen und der ganze Urlaub war für ihn “Scheiße”. Wir waren in Istanbul und bis jetzt war jeder, den ich kenne, der diese Stadt besuchte, eingeschlossen mich, begeistert. Er nicht, er versaute mir mit seiner ständigen Nörgelei fast auch noch den Urlaub. Dann war er nochmal kurz im Dez/Jan. hier, allerdings auch seine Mutter, in diesen wenigen Tagen zofften sie sich jeden Tag und meine Schwiegermutter zeigte ihm richtig, “wieviel ” er ihr bedeutet, nämlich herzlich wenig. Dann ging er zurück ins Ausland, um zu arbeiten, seitdem wie gesagt, zieht er sich immer mehr und nach seinem letzten Anruf bei mir Ende Mai, total zurück. Das Problem ist, dass ich ihn immer geliebt habe und trotz allen unschönen Dingen, die in unserer Ehe passierten, ihn immer liebte und ihm treu war. Jeden Tag stirbt diese Liebe nun ein bisschen mehr und es ist, als reiße man mir das Herz heraus. Und ich weiß nicht mehr ein noch aus, ich bin den ganzen Tag auf ihn fixiert, plane nichts mehr (z.B. Feriengestaltung), habe an nichts mehr Freude, gehe kaum noch raus , da es mir immer öfter passiert, dass ich einfach losheule, kann mich an nichts mehr freuen, habe keine Kraft für meine Enkelkinder, kann meiner großen Tochter so kaum behilflich sein, die ihre Ausreise vorbereitet, alles wegen einem Mann, der mit seinem Verhalten aus einer einst lebensfrohen Frau ein Wrack macht. Warum? Das werde ich wohl nie verstehen. Und ich wünschte mir, meinerseits einen Schlussstrich ziehen zu können, um mich wieder besser um mich und die Menschen, die für mich da sind kümmern zu können. Das Irrsinnige ist, dass ich immer noch Entschuldigungsgründe für ihn finde, er mir leid tut, ich in ihm einen Borderliner oder zumindest tief depressiven Menschen sehr, der mein Helfersyndrom anspricht und erweckt und ich so wohl eher zugrunde gehe, als mich selbst aus dieser zerstörerischen Beziehung zu ziehen.

      2. Nun ja es ist traurig, leider dürfte es wirklich so sein ,dass in Familien diese verhaltensweise vererbt wird.

        Mein Beispiel: Sie und ich chatten, schreiben sich mails über 1,2 Monate.
        Trafen uns vor ca. 2 Wochen sogar, nachher keine einzige E-Mail mehr von ihr bekommen, Null Antworten.
        Hatte sogar Angst ihr wäre was zugestoßen.
        Wenn man den Spruch “Reden ist silber ,schweigen ist gold” kennt , so weiß doch keiner ,dass er aus dem russischen stammt!
        Tja meine Neo-Freundin ist aus Russland, nun verstehe ich selbst wie ,dass mit dem “vererben von Verhaltensweisen in Familien” gemeint war.
        Manche sagen was Sache ist, andere schweigen.
        Beides tut weh, aber letzteres nun ja die Funkstille ist die schlimmere finde ich jedenfalls.
        Null Chance sich zu verbessern.
        Das Leben geht weiter.
        An alle hier, man muss sich selbst sagen, ich bin nicht so.
        Und wenn ihr nicht so seid, dann wisst ihr, man tut euch unrecht und ihr seid gute Menschen, denen es eben schlecht geht.
        Ein Kollege von mir pflegt zu sagen “Nur schlechten Leuten geht es gut”.
        In diesem Sinne gute Besserung allen!

        1. Ich halte auch gerade eine Funkstille aus und muss sagen, es fühlt sich komisch an, weil ich es gewohnt bin, offen über Dinge zu reden. Am Anfang war viel Schmerz, viel Trauer. Die Funkstille kam auch ganz plötzlich, ein Zeichen im Vorfeld konnte ich nicht erkennen. Natürlich kann man irgendetwas Falsches sagen oder schreiben, aber das entscheidet ja auch der Andere, was falsch oder richtig ist (wenn ich mich nicht völlig daneben benehme). Und wenn er sich nicht mitteilt, was ihn verletzt oder an alte Verletzungen erinnert hat, dann kann ich das ja auch nicht wissen. Daher sage ich mir inmitten dieser Funkstille, es hat nichts mit mir zu tun und wenn doch, dann teile dich mir bitte mit. Es ist nicht meine Verantwortung den Anderen nach dessen Befindlichkeiten abzuscannen. Ich führe auch noch mein eigenes Leben. Traurig bin ich deswegen trotzdem, aber es entlastet mich, ich muss nicht mehr grübeln.

          1. Hallo,
            ich stimme in vielem überein. Die Funkstille kam seitens meiner Mutter, obwohl ich erstmal nur eine Auszeit wollte. Nun fühlt es sich auch für mich komisch an, so als ob ich für meine Eltern gestorben bin, wie ausradiert. Es tut sehr weh, da noch aktuell !

            Bin es ebenfalls gewohnt offen Dinge zu besprechen, aber obwohl Gespräche stattfanden, behauptete meine Mutter später immer, dass diese nicht stattgefunden haben. So ist keine Klärung möglich und ich will es auch nicht mehr. Zu viele Verletzungen (alte und leider viele Neue, obwohl sie wusste wie weh es mir tat) und nie hat sich meine Mutter auch nur einmal für ihr oft so fieses, sticheliges Verhalten entschuldigt. Immer kam ich angekrochen. Dabei verträgt sie keine Retoure und bestrafte mich als Kind immer mit tagelangem Schweigen bis ich bettelte “Bitte, Mama, red doch wieder mit mir”. Gott sei Dank habe ich nun eine eigene, mich liebende Familie.

            Dabei wäre es so einfach:
            Wenn jeder wohlwollend bleibt und schlichtungsbereit, lässt sich ALLES wieder kitten. Daran glaube ich ! Aber ansonsten besteht keine Hoffnung mehr und das ist schlimmer als der Tod.

            Alles Gute !

            Sunny

    4. Hallo Sibylle,

      habe gerade Deinen Eintrag hier an die Abbrecherin gelesen und finde mich ebenfalls darin wieder.

      Ich hatte immer schon ein sehr gespanntes Verhältnis mit meiner Mutter. Eigentlich schon von Kleinkind an. Wurde bspw. mit einer Salmonellenvergiftung ins Krankenhaus gebracht und da durfte ja aufgrund der Quarantäne niemand zu mir rein außer den Krankenschwestern. Die waren so nett, dass, als ich heimdurfte sowohl ich als auch sie sehr weinten und ich eigentlich nicht mit meiner Mutter mitwollte.

      Sie ärgerte einen oftmals ohne Ende und erfreute sich daran und am Ende, wenn ich dann vor Verzweiflung schrie, wurde ich verbal oder mit Schlägen bestraft. Das passierte immer wieder: Sie freute sich, wenn ich litt und wenn sie was für einen tat, musste man es zwangsweise anerkennen und annehmen, wobei es oft garnicht gewünscht war.

      Ich sah irgendwann nur noch die Möglichkeit einer Auszeit, doch meine Mutter beendete bei einem unschönen Telefonat den Kontakt endgültig, was ich herzlos fand. Meinen Vater, den ich mag, sehe ich nun auch nicht mehr. Nach einem Telefonat mit meinem Vater habe ich mit Schrecken gemerkt, dass es Ihnen letztlich egal ist. Es ist innerlich wie ein Tod zu erkennen, dass man nie wirklich geliebt und angenommen war. Dabei ist es das Einzige, was sich doch ein Kind wünscht. Aber ich denke ich habe nun aufgegeben – aus Selbstschutz, weil ich es nicht mehr aushalte.

      Ich soll meine Mutter, die so gern stichelt, aber kein Echo verträgt, still ertragen oder wenn ich mich wäre eben Ihr Beleidigtsein ertragen, aber ich bin in Augen meines Vaters einfach nur überempfindlich und reif für eine Therapie. Das schmerzt.

      Vor allem, wenn man als Kind immer von der Mutter mit einem süffisantem Lächeln gesagt bekam “Unser Freund sagt immer, ob wir bei Dir wohl nicht die Nachgeburt aufgezogen haben…”

      Hoffe ich komme eines Tages über diese Verletzungen und die Haltlosigkeit hinweg und finde mich SELBST endlich in der Stille.
      Eine liebe Familie hab ich an der Seite und 4 Kinder. Am Anfang hatte ich Schuldgefühle ihnen die Großeltern vorzuenthalten, entschied mich dann auch dafür, dass sie Kontakt haben dürften, wenn sie wollten, aber meine Kinder haben garnicht die enge Beziehung und vermissen nichts, denn auch zu ihnen war meine Mutter nicht immer nett.

      Jetzt hab ich viel geschrieben und wünsche Dir alles Glück der Welt. Vielleicht hast Du ja Lust zu einer Antwort. Da Dein Eintrag schon ca. 4 Jahre zurückliegt, weiß ich nicht, hoffe aber, dass Deine Welt schon wieder heller aussieht.

      Susanne

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